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Vom Ende der Einsamkeit
Verfasser: Benedict Wells (5)
Verlag: Diogenes (370)
VÖ: 24. Februar 2016
Genre: Gegenwartsliteratur (2505)
Seiten: 368
Themen: Einsamkeit (167), Eltern (394), Erwachsenwerden (161), Geschwister (211), Kindheit (104), Schicksalsschläge (206), Unfälle (888), Vergangenheit (1173), Verlust (476)
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In ihrer Kindheit haben Jules und seine Geschwister ihre Eltern bei einem Unfall verloren, im Erwachsenenalter werden sie von ihrer Vergangenheit wieder eingeholt ...
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Lesermeinungen (3)     Blogger (3)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 7. August 2016 um 23:17 Uhr (Schulnote 1):
» Nach dem Zuklappen des Buches bleibt ein überwältigendes Gefühl zurück ... Ich bin überwältigt von all den tiefsinnigen Gedanken darin, von der Sprache, die von einer zarten Melancholie geprägt ist und von den bewegenden Schicksalsschlägen der Protagonisten.
»Vom Ende der Einsamkeit« ist nach »Fast genial« mein zweites Buch von Benedict Wells, aber das erste von ihm, das von mir den Lieblingsbuch-Status erhält.

~ Was sorgt dafür, dass ein Leben wird, wie es wird? ~
(S. 11)

Jules Moreau erzählt hierin die Geschichte seines Lebens mit all seinen Höhen und Tiefen und den Erkenntnissen, die er daraus zieht. Angefangen bei seiner Kindheit, seinen Eltern und dem schrecklichen Unfall, bei dem sie zu Tode kommen. Jules erzählt, was dieser Schicksalsschlag mit ihm und seinen beiden Geschwistern Marty und Liz angerichtet hat ...

Jules ist ein Träumer, leidenschaftlicher Koch und fotografiert gerne. Aber vor allem - und das ist seine größte Leidenschaft - schreibt er unheimlich gerne (und gut). Die Einsamkeit und das Alleinsein spielt in seinem Leben seit dem Tod der Eltern eine sehr große Rolle. Auch Alva, ein Mädchen mit roten Haaren, das er ›danach‹ in der Schule kennenlernt, nimmt Raum in Jules Leben und Gedankenwelt ein. Mit Alva entwickelt sich eine der schönsten, aber auch tragischsten Liebesgeschichten, die ich jemals gelesen habe ...

~ Zu Hause erwartete mich Stille, ein mir seit Jahren vertrautes Geräusch. Doch wie sehr war mir diese Einsiedlerexistenz inzwischen zuwider, diese Unfähigkeit, am Leben teilzunehmen. Immer nur geträumt, nie wirklich wach gewesen. Sieh dich an, dachte ich, was sehnst du dich in Gesellschaft so oft danach, allein zu sein, wenn du das Alleinsein kaum noch aushältst? ~
(S. 162/163)

Sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinandersetzen, das ist es, was Jules in seinem Leben tun muss. Erkenntnisse, wie dass im Leben nicht immer alles gerecht abläuft oder dass man sein eigenes Dasein/seine Gedanken und Handlungen selbst in der Hand hat, sprich, dass man selber dafür verantwortlich ist, was für ein Leben man führen möchte, sind ebenfalls Dinge, die Jules im Laufe der Zeit zu verstehen beginnt und annimmt.
Jules hat wirklich kein leichtes Leben gehabt, umso interessanter fand ich seine Entwicklung, die durch seine Erzählungen der Vergangenheit gut zu verfolgen war. Er macht sich oft Gedanken über die Zeit, Erinnerungen und die Vergangenheit - das Buch hat für mich also sehr viele zum philosophieren einladende Fragen bereitgehalten, die das Ganze zu einem Lesegenuss der besonderen Art gemacht haben.

~ Das Leben ist kein Nullsummenspiel. Es schuldet einem nichts, und die Dinge passieren, wie sie passieren. Manchmal gerecht, so dass alles einen Sinn ergibt, manchmal so ungerecht, dass man an allem zweifelt. ~
(S. 299)

Ich mochte an dieser Geschichte einfach alles: die Sprache, die Protagonisten, den Verlauf, die Tiefgründigkeit, die Tragik und vor allem wie all das enorm bewegende Gefühle in mir hervorrufen konnte.
Wer Bücher mit Tiefgang mag und einer flüssig-fesselnden Geschichte mit viel Liebe und Tragik nicht widerstehen kann, sollte UNBEDINGT zu »Vom Ende der Einsamkeit« greifen. Ich war und bin nach wie vor ziemlich ergriffen davon!«
  15      0        – geschrieben von Janine2610
 
Kommentar vom 30. März 2016 um 14:27 Uhr (Schulnote 1):
» Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich hinter einem der unscheinbaren Diogenes-Cover solch ein Kleinod finde wie "Vom Ende der Einsamkeit". Ein trauriges Kleinod, aber eins, das einen in sich aufsaugt und das auf so wunderbare Weise mit der Sprache spielt und einem so viel zurückgibt. Ein ganz tolles Buch.«
  4      0        – geschrieben von Zitrone
Kommentar vom 8. März 2016 um 13:13 Uhr (Schulnote 1):
» Ein wunderbar nachdenklich stimmendes, tief schürfendes Buch über das Leben, so erschreckend traurig und so wundervoll zugleich. Wells lässt Worte derart eindringlich lebendig werden, das ist große Kunst. Das ganze Buch ist ein Kunstwerk!«
  5      0        – geschrieben von braindead
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