Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
39.806 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »-wudoreafa52-«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
BROSCHIERT
 
Diabolisches Spiel
Verfasser: Petra K. Gungl (3)
Verlag: Gmeiner (220)
VÖ: 3. Februar 2016
Genre: Fantasy (7462), Frauenliteratur (939) und Kriminalroman (4666)
Seiten: 509
Themen: London (1096), Medikamente (50), Pharmaindustrie (37), Schuld (407), Wiedergeburt (50)
BLOGGERNOTE DES BUCHES
???
noch nicht bewertet
100
0%
80
0%
60
0%
40
0%
20
0%
0
0%
Entwicklung des Bloggerinteresses:
1M
0
2M
0
3M
0
6M
0
12M
0
In ihrem früheren Leben als Heilerin von Stonehenge nahm ER Agnes alles: Liebe, Freundschaft und das nackte Leben.
Diesmal soll es anders enden, schwört sie.
Denn im heutigen London trifft sie wieder auf IHN. Wiedergeboren als Chef eines Pharmaunternehmens, verantwortlich für einen tragischen Medikamententest und mysteriöse Todesfälle im Dunstkreis seiner Person. Von seiner Schuld ist Agnes überzeugt. Also setzt sie alles auf eine Karte, um ihn zu überführen. Koste es, was es wolle.
USER, DIE SICH FÜR DIESES BUCH INTERESSIERTEN, INTERESSIERTEN SICH AUCH FÜR
Tannenglühen
Geschrieben von: Petra K. Gungl (11. Oktober 2017)
100/100
[1 Blogger]
Diabolische List (Neubearbeitung von "Gefunden")
Geschrieben von: Petra K. Gungl (März 2007)
Heart vs. Head 3 - Addicted to Dax
Geschrieben von: Drucie Anne Taylor (3. Juni 2016)
weitere Empfehlungen anzeigen
Lesermeinungen (1)     Leserkanonen-Rezension     Leseprobe
OFFIZIELLE LESERKANONEN-REZENSION
Wiedergeborenenangelegenheiten
 
In der Buchwelt ist es häufig so, dass Romane klar in Kategorien passen müssen, damit sie sich möglichst leicht an den Mann bringen lassen. Was auch in einem gewissen Grad nachvollziehbar ist - Buchkäufer im Buchladen sollten eben abschätzen können, in welchem Regal sie das Buch ihrer Wahl finden können, und online ist es auch nicht anders. Nicht zuletzt aufgrund automatischer Crosswerbung - je schwerer sich ein Buch in eine Schublade pressen lässt, desto seltener wird es bei anderem Büchern im Segment »Kunden, die diesen Artikel kaufen, kauften auch« erscheinen. Über die Qualität von Büchern, die nicht eindeutig zu einer Schublade zählen, sagt dies selbstverständlich nichts aus - im Gegenteil, solche Bücher sind häufig lesenswerter und innovativer als Schema-F-Romane, sie lassen sich nur schwieriger vermarkten.

Ein Buch, das geradezu ein Musterbeispiel für einen Genre-Hybriden ist, haben wir dieser Tage unter die Lupe genommen. Denn »Diabolisches Spiel« von Petra K. Gungl wird vom dahinterstehenden Verlag zwar als »Frauenroman« gelistet, verbindet jedoch Wesenszüge eines Krimis mit mysteriösen Komponenten, ebenso mit einer Liebesgeschichte und historischen Zutaten. Zudem noch mit einer Prise Medizin. Unsere Rezensentin musste demnach überprüfen, ob all das nur einen bunten Salat ergeben hat, oder ob die vielfältigen Ingredienzien ein funktionierendes Ganzes ergeben haben.


Die in Wien geborene Petra K. Gungl ist eigentlich promovierte Juristin und arbeitete jahrelang im medizinischen Bereich. Als sie eine berufliche Auszeit nahm, nutzte sie die Gelegenheit, ihr seit dem Jugendalter bestehendes Faible für das Verfassen von Geschichten strukturierter anzugehen und einen ganzen Roman zu schreiben. Dies ist nun schon einige Jahre her, und bei einem einzelnen Werk ist es nicht geblieben. »Diabolisches Spiel« ist nach »Diabolische List« ihr zweites Buch rund um eine Juristin namens Agnes Feder, und es erschien im Februar dieses Jahres im Gmeiner Verlag aus dem kleinen Örtchen Meßkirch im südlichen Baden-Württemberg - in dem gleichen Haus, in dem beispielsweise auch Robert Baurs »Engelsflug« veröffentlicht wurde, das wir vor einigen Wochen hier vorstellten und für sehr gut befunden haben. Petra K. Gungls aktuelles Buch ist rund 500 Seiten stark, und es ist als broschiertes Taschenbuch für 12,99 Euro erhältlich, in der digitalen Variante für drei Euro weniger.

Den ersten Roman, in dem Agnes Feder die Hauptrolle spielte, habe ich nicht gelesen, dies ist jedoch auch keine Grundvoraussetzung, um »Diabolisches Spiel« verstehen und mögen zu können. Die Autorin macht es einem leicht, sofort hineinzufinden, es wird kein Vorwissen benötigt, und auch an die Protagonistin gewöhnt man sich schnell. Dabei war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch, denn Agnes Feder ist alles andere als eine »normale« Figur. Stattdessen ist sie die reinkarnierte Violet Huntington, die im Jahre 1410 die Heilerin von Stonehenge war. Nicht die einzige Wiedergeborene in Petra K. Gungls Roman wohlgemerkt, was unter anderem dazu führte, dass das Buch anstelle eines einfachen Personenregisters das skurrile Alleinstellungsmerkmal einer »Reinkarnationstabelle« aufweist, in der man die früheren und gegenwärtigen Ichs der einzelnen Protagonisten nachlesen kann.

In »Diabolisches Spiel« trifft die gute Agnes auf die Reinkarnation desjenigen Mannes, der ihr einst alles genommen hatte - die Liebe, Freundschaften und das nackte Leben an sich. In seiner neuen Gestalt ist er geradezu die Versinnbildlichung alles Bösen dieser Welt, nämlich der Chef eines Pharmakonzerns. Mutmaßlich inspiriert durch den (im Nachwort erwähnten) Fall einer Arzneimittelstudie, die 2006 in London durchgeführt wurde und für die Probanden tragische Konsequenzen hatte, macht die Autorin das Unternehmen zum Verantwortlichen für einen Medikamententest mit schrecklichen Konsequenzen. Agnes ist davon überzeugt, dass ihr alter Widersacher die Schuld an dem Geschehenen trägt, und so versucht sie, ihn zu überführen.

So schnell wie man Sympathien für Agnes Feder entwickelt, so rasant wird man von Petra K. Gungls Geschichte aufgesogen. Dazu trägt vor allen Dingen die hohe Aktualität des Buches bei, denn zu den Machenschaften der Pharmaindustrie dürfte ohnehin jeder seine Meinung haben, und verbunden mit dem rücksichtslosen Hinterherhecheln nach der Maximierung von Gewinnen auf Kosten des Wohls anderer Menschen hat man hier ein Thema, das sofort Interesse weckt. Zwar ist das Ganze auch schon in anderen Büchern verarbeitet worden, doch niemals auf die Weise, in der es die Autorin hier angeht. Denn wo sonst findet man eine Vermischung mit Themen wie alter Mythologie, Wiedergeburt und dem Heilwesen längst vergessener Tage? Die »zweite Zeitebene«, wenn man sie so nennen mag, bricht die Geschichte nicht etwa auf, sondern bildet ein äußerst interessantes Zusammenspiel, das nicht einfach nur Abwechslung in das Buch hineinbringt und es auflockert, sondern ihm den Hauch des Besonderen verleiht, der vielen Fließbandbüchern abgeht.

Hinzu kommt, dass Petra K. Gungl ihre Hausaufgaben gemacht hat und all das, was man stumpfsinnigerweise als das »Handwerkliche« am Autorinnendasein bezeichnet, hervorragend eingebracht hat. Vermutlich hatte die Autorin aufgrund ihres persönlichen Hintergrundes ohnehin genau das richtige Vorwissen, das es für einen solchen Roman brauchte, dennoch dürfte sie noch einiges an Zuarbeit investiert haben, denn das Buch wirkt an jeder Stelle und in jedem seiner vielschichtigen Bereiche exzellent recherchiert. Dabei werden nicht etwa trockene Fakten eingestreut, vielmehr wurde all das geschickt eingeflochten, um die Spannung zu verdichten, um die klar erkennbaren sozialkritischen Töne zu unterfüttern, und um die Geschichte schlicht und ergreifend besser zu machen. Dies kombiniert mit einem souveränen Erzählstil, sehr gut ausgearbeiteten Charakteren, dem richtigen Gespür für Ausgewogenheit bei der Wahl der Detailtiefe und einer bis zum Schluss klug konstruierten Story ergeben ein sehr lesenswertes Buch.

Von all den Genre-Zuweisungen, die rund um das Buch getätigt worden, empfinde ich »Frauenroman« eigentlich als die am wenigsten gelungene. Zwar mag eine Frau im Mittelpunkt des Buches stehen, aber an sich kann ich keinen schwerwiegenden Grund erkennen, warum sich die Zielgruppe zwingend auf das gleiche Geschlecht beschränken sollte. Da online - etwa bei Amazon - explizit auf den Begriff des »Frauenromans« hingewiesen wird, könnten sich männliche Leser womöglich abgeschreckt fühlen, aber dafür gibt es eigentlich keinen Grund. »Diabolisches Spiel« ist ein rundum gelungenes Buch, das aufgrund der Vermischung mit Mystik einen ganz eigenständigen Ansatz hat - was natürlich die Bereitschaft erfordert, sich darauf einzulassen -, das eine aktuelle Thematik aufgreift und sehr gut verarbeitet, das gut recherchiert wurde und bis zum Ende gut durchdacht ist, und das sehr gut geschrieben wurde und durchgehend spannend ist. Auf dieses diabolische Spiel kann man sich also getrost einlassen.
– geschrieben am 9. Juni 2016
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Texteigentümerin der Rezension: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz