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Es blieb nur dieser Blick
Verfasser: Marion Schreiner (22)
Verlag: Eigenverlag (20827)
VÖ: 6. August 2015
Genre: Thriller (7325)
Seiten: 368 (Taschenbuch-Version), 369 (Kindle-Version)
Themen: Mord (6870), Multiple Persönlichkeiten (3), Vergewaltigungen (245)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Kale Hatfield ist 28 Jahre alt, gutaussehend und schüchtern. Ein junger Mann, wie ihn sich fast jede junge Frau wünscht. Doch mit Kale stimmt etwas nicht … Er hat durch Missbrauch und Misshandlungen in seiner Kindheit eine multiple Persönlichkeit entwickelt. Und eine seiner Persönlichkeiten tötet…
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Marion Schreiner für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Marion Schreiner gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

In diesem Buch geht es um die Geschichte eines Mannes, der unter einer multiplen Persönlichkeit leidet. Bei einer multiplen Persönlichkeitsstörung zersplittern Denken, Handeln, Erinnerung und Identität, so dass sich mehrere Persönlichkeiten bilden.

Rachel
     Ich saß an meinem Schreibtisch in der Bibliothek und sah auf meine Uhr. Das Treffen nahte. So fuhr ich den Computer herunter und räumte meinen Arbeitsplatz auf. Alle Buchrückgaben waren gespeichert und wieder in die Regale einsortiert. Ich hatte noch drei Bücher repariert und meinen Arbeitsplatz anschließend aufgeräumt. Mein ungestörter Arbeitstag bewies, dass sich mein Vertrauen in Reverend Diekon ausgezahlt hatte. Kale war nicht erschienen. Ich wusste nicht einmal, ob er sich noch in unserer Stadt aufhielt, und wollte auch keinen weiteren Gedanken an ihn verschwenden. Mein Verstand unterdrückte jedes Bedürfnis diesbezüglich.
     Ich hörte gegen vier Uhr Mr. Edwards Wagen vorfahren. Er brachte Mrs. Wetherby samt Buffet. Sie lief schnellen Schrittes in die Bibliothek und trug eine Schüssel voller Wackelpudding. „Kindchen, hilfst du uns?“, fragte sie und ich nickte. Keine Frage! „Mr. Edwards hat die Tischdecken. Mein Essen vertraue ich ihm besser nicht an.“ Sie zwinkerte mir zu und stellte die Schüssel auf meinen Schreibtisch. „Kannst du bitte mit Mr. Edwards die Tische für das Buffet zusammenstellen?“ Ich nickte erneut und sah Mr. Edwards vollbepackt mit Taschen voller Tischdecken und Dekoration den Raum betreten. In seinem Gesicht spiegelten sich Erschöpfung und Ratlosigkeit. Er blickte sich gequält um und ich fragte mich, ob die beiden heute wirklich ihre Verlobung bekanntgeben wollten.
     Als Mr. Edwards die Taschen abstellte, wagte ich eine Frage, die mir schon den ganzen Tag auf der Seele brannte: „War Kale heute bei Ihnen?“
     Er sah mich an, als wüsste er nicht, was mich dieser Kerl interessierte. Reverend Diekon schien meine Geschichte also nicht weitererzählt zu haben. Das beruhigte mich.
     „Nein“, antwortete Mr. Edwards kurz angebunden. „Ich glaube nicht, dass er noch einmal wiederkommt.“
     Ich nickte, denn genau das dachte ich auch. Das passte zu ihm. Just in diesem Moment kam Reverend Diekon herein und unterbrach unsere Unterhaltung. „Kann ich helfen?“, rief er von weitem. Mrs. Wetherby trat hinzu und zeigte auf die Tische. „Die müssen alle da rüber. Und schön in Reihe. Drei Reihen mit je vier Tischen. Und die Stühle dran. Nicht zu eng.“ Sie zeigte auf die gestapelten Stühle und trappelte wieder hinaus. Ich trat auf den Reverend zu, zog ihn etwas zur Seite und fragte: „Und?“
     Er wich meinem Blick aus. „Er ist weg“, sagte er leise.
     Obwohl ich es vermutet hatte, war ich erschüttert. „Weg?“, fragte ich, als wollte ich es doch nicht glauben.
     Ist es manchmal nicht seltsam im Leben? Die ganze Zeit weiß man, wie sich die Dinge entwickeln werden, und wenn es dann genauso passiert, ist man doch erschrocken oder entsetzt. Ich war beides, wollte es aber nicht eingestehen und sagte: „Hab‘ ich erwartet!“
     Er hörte die Enttäuschung, die aus meinen Worten sprach und die ich trotz größtem Willen nicht verbergen konnte. Ich spürte, wie der Reverend meine Hand ergriff. „Ich habe alles versucht, was mir möglich war, Rachel. Heute Nacht war er sogar in der Kirche, hat alle Kerzen angezündet und stundenlang gebetet. Ich dachte, er würde es schaffen, aber als ich vom Einkauf zurückkam, war er verschwunden. Es tut mir so leid! Er hat die Tasse, den Teller und die...“ Der Reverend besann sich. Er wollte mich nicht unnötig mit dieser Zettelgeschichte belasten und beendete den Satz, indem er fortfuhr: „ ... beides mitgenommen und den Schlüssel des Pfarrhauses, den ich ihm anvertraut habe, auf den Küchentisch gelegt. Sein Zimmer hat er einwandfrei verlassen. Er ist weg, Rachel. Er kann das alles hier nicht aushalten. Er schafft das einfach nicht. Er tut mir so leid. Ich dachte, ich hätte ihm helfen können, aber Kind, ich glaube wirklich, dass er dich liebt, aber er kann diese Liebe nicht aushalten und leben. Es überfordert ihn. Aus welchen Gründen auch immer.“
     Ich nickte und ließ mich vom Reverend in den Arm nehmen und drücken, dabei wollte ich so stark sein. Eigentlich konnte ich das Gefühl der Liebe genauso wenig aushalten wie Kale. Was stimmte mit uns beiden nicht?
     Mrs. Wetherby rief: „Ihr könnt Euch später noch umarmen.“ Sie zeigte auf die Tische, mit denen sich Mr. Edwards bereits abmühte.

***


     Kale Hatfield schlug den Weg in den Wald ein und suchte den Ort auf, an dem der Reverend ihn vor über einem Monat gefunden hatte. Er fand nicht dieselbe Stelle wieder, aber er konnte sich an das Rauschen des Baches erinnern, in dessen unmittelbarer Nähe er damals völlig erschöpft niedergesunken war. Er hörte Vogelgezwitscher und sah einige Schmetterlinge zwischen den Bäumen umherflattern, als würden sie versuchen, ihn aufzuheitern. Es erschien Kale so unwirklich, genau wie diese Geschichte mit Rachel. Als wäre sie für jemanden ganz anderen geschrieben, aber nicht für ihn. Und wenn, dann würde es nicht lange dauern, bis sie die Liebe zu ihm wieder aufgeben würde. Er war kein Mensch, der auf Dauer etwas so Schönes aushielt.
     In ihm lebte stets die Angst, sein Glück wieder zu verlieren, was schließlich dazu führte, dass er es tatsächlich verlor. Glück ist einfach ein zu großes Ding im Leben. Und die Liebe war ein noch größeres. Er war nicht dazu gemacht, mit großen Dingen umzugehen. Was hatte er schon anzubieten außer dieser dummen Tasse? Er griff in seine rechte Jackentasche und holte sie hervor. Wo andere Männer in seinem Alter ihre Geliebten mit großen Autos und Schmuck überraschten, hatte er nur diese Tasse zu bieten. Und wo andere Männer bereits ein Haus und Familie besaßen, einen Beruf hatten und einer festen Arbeit nachgingen, hatte er nicht einmal ein eigenes Zimmer. Er stand im Leben mit nichts außer seiner Kleidung, dieser dämlichen Tasse und diesem hässlichen kleinen Teller!
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