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Der Henker von Lemgo
Verfasser: Bettina Szrama (13)
Verlag: dotbooks (353) und Emons (241)
VÖ: 13. Oktober 2011
Genre: Historischer Roman (2859)
Seiten: 368
Themen: Bürgermeister (43), Henker (32), Hexen (473), Hexenverfolgung (69), Lemgo (1), Todesurteil (43)
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Lesermeinungen (2)     Leseprobe     Cover
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Bettina Szrama für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Bettina Szrama gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

In der Folterkammer saß ein einsamer Mann am Richtertisch. Längst waren die Fackeln erloschen und nur das Talglicht auf dem Tisch glimmte noch. Es dauerte nicht mehr lange, und es würde sein kurzes Leben aushauchen, wie all die anderen auch. Längst waren die Schreie der Blattgerste verklungen, und nur die düsteren Mauern der Folterkammer, stumme Zeugen der Tortur, hätten von den grausamen Qualen zu berichten vermocht, die den Menschen innerhalb dieser Mauern widerfuhren. Alles, was diese an Flüchen und Verwünschungen schon gehört hatten, an Stöhnen und Todesröcheln, hätte längst den Staub aus ihren Fugen rieseln lassen müssen. Doch anders als die Häuser in der Stadt, die Augen und Ohren hatten, waren sie als Bollwerk gegen den Teufel gebaut. Meterdick, schluckten sie jeden Schall.
     Die Schultern des Mannes zuckten. Sein Kopf war auf den Tisch gesunken, das Gesicht in den Armen vergraben. Er weinte. David war am Ende seiner Kraft. Niemand hörte sein Schluchzen, sein haltloses Wimmern und qualvolles Aufstöhnen, als er sein Leben und sein grausames Handwerk verfluchte.
     Der Henker war ein Opfer geworden, ein Opfer seiner eigenen Machtlosigkeit. Der Mensch in ihm wand sich in Schmerzen, brüllend wie ein Affe und wimmernd wie ein Kind, das um Liebe und Vergebung bettelte. Was er nie für möglich gehalten hätte: Die zwei Seiten seiner Seele, sie waren aufeinander getroffen und fochten nun wie zwei geharnischte Ritter auf Leben und Tod. "Maria! Oh ... Maria!", brüllte er, und die Mauern fingen seinen Schmerz auf. Mit einem ohnmächtigen Schrei auf den Lippen sprang er auf, raufte sich wild die langen Haare, schlug mit dem Kopf gegen die Felswand und trat mit dem Fuß gegen den Tisch. Aber nirgendwoher bekam er eine Antwort. "Ich kann es nicht tun! Herrgott, ich kann sie nicht foltern!", brüllte er und drohte dem schimmligen Felsgestein mit der kräftigen Faust. In diesem Moment hätte er Gott und den Teufel erwürgt. Er gebärdete sich wie ein Wolf, der, ein Leben lang eingesperrt, nun wild gegen alles anraste, was sich ihm entgegenstellte. Blindwütig stürzte er sich auf die Folterwerkzeuge und warf sie einzeln gegen die Wände, die von seinem Zorn erbebten, aber stumm blieben. Er wollte leben mit Maria. Ihren herrlichen Körper berühren, ihr goldenes Haar streicheln, ihre Brüste küssen und ihre Füße liebkosen. Er verzehrte sich nach ihr.
     Plötzlich packte er das Richtschwert, das bisher von seinen Verwüstungen verschont geblieben war. Der Respekt vor seinem Handwerk verbot ihm, Hand an das Schwert zu legen. Im Gegensatz zu den von grausamen Menschenhirnen erfundenen Folterwerkzeugen war das todbringende Schwert für ihn heilig. Vom Urgroßvater an den Großvater und vom Großvater an den Vater weitergegeben. Er hatte es einst blutjung aus den Händen des sterbenden Vaters empfangen. Jetzt packte er es und schwang es drohend über dem Kopf. Nur einer konnte dieses hart geschmiedete Schwert anheben, er, David Claussen, der Henker von Lemgo. Laut brüllte er, dass die Mauern erzitterten: "Hermann Cothmann! Ich, der Henker von Lemgo, fordere dich heraus! Mann gegen Mann! Ich werde dir mit diesem Schwert den Schädel vom Rumpf trennen, mit einem sauberen Schnitt! Du wirst nicht leiden, wie die vielen Unschuldigen in diesen Mauern, die durch deinen Urteilsspruch in der Verdammnis schmoren, das verspreche ich dir! Denn im Gegensatz zu dir bin ich ein nur allzu gerechter Nachrichter, der sein Handwerk versteht!" Dann raste er mit hocherhobenem Schwert durch die Tür. Wut lenkte seine Schritte, und er hastete durch das Labyrinth der Gänge, ohne recht zu wissen, wohin er lief. Erst die riesige Tür zu dem Gewölbe, wo die verurteilten Hexen untergebracht waren, stoppte seinen Lauf. Er trat mit dem Fuß dagegen, dass die Schlösser krachend aus den Fugen sprangen und der Kerkermeister verstört sein Heil in einer Mauernische suchte. Der verwirrte, sich wie wild gebärdende Henker jagte ihm Todesangst ein. Vor Angst betete er in seinem Versteck auf Knien zum Herrgott, dass er ihn von diesem teuflischen Spuk befreien möge. Als er den Blick flehentlich zum dunklen Gewölbehimmel emporrichtete, blickte er plötzlich in Davids feuersprühende Augen. In Todesangst hielt er abwehrend die Arme über dem Kopf. Erst diese Geste brachte David auf den Boden der Tatsachen zurück.
     "Steh auf, mein alter Freund, du musst keine Furcht haben! Ich bin es nur, dein Meister!" Der Mann warf sich vor ihm auf die Knie und küsste ihm überschwänglich die Füße. Mit zitternder Stimme sagte er: "Ich glaubte schon, der Leibhaftige rase durch die Gänge. Dem Herrn sei Dank, dass Ihr es seid, Meister!"
     Beschämt bückte sich David zu ihm herab. Lautlos erhob sich der Mann. Der Kerkermeister war wesentlich kleiner als David, aber breit wie ein Eichenschrank. In ledernen Hosen und mit in Hundefell gewickelten Füßen stand er vor ihm. Unter dem Kettenharnisch trug er ein grobes Leinenhemd und gegen die feuchte Kälte in den Mauern ein Katzenfell über den Schultern. Aus einem Wald von gelblichgrauen Haaren starrten David zwei vor Schreck geweitete Augen entgegen und ein Schlitz, der Ähnlichkeit mit einem Mund hatte.
     "Ist schon gut, Peter!", murmelte er, verärgert, dass er sich hatte derart gehen lassen. Im gleichen Augenblick überkamen ihn wieder Trauer und Wut. Verloren blickte er auf das Schwert in seinen Händen.
     "Peter, was würdest du tun, wenn du das Weib, das du liebst, töten müsstest? Würdest du es tun? Ist das alles hier denn überhaupt vereinbar mit Gottes Gesetzen?"
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