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 leseliebe
 
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– Wer steckt hinter »lebens[leseliebe]lust«? Seit wann gibt es deinen Blog? Was hat dich damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

lebens[leseliebe]lust ist eine 26-jährige Medienwissenschaftsstudentin, die seit sie 14 ist als Journalistin arbeitet. Irgendwann kam dann auch die Fotografie dazu. Seit ich fünf bin liebte lebens[leseliebe]lust das geschrieben Wort und verschlang alles von Hanni&Nanni bis hin zu Gänsehaut Büchern, doch erst Harry Potter infizierte Inka, Bloggerin bei lebens[leseliebe]lust, vollends mit dem Lesevirus. Einen Blog wollte sie nie haben, schließlich ist das zu viel Selbstdarstellung. Irgendwann gewann sie eine Buchflatrate vom FJB und kümmerte sich um die offizielle Ally Condie Fanpage. Das interaktive Kommunizieren über Bücher mit Gleichgesinnten faszinierte die baldige Bloggerin so sehr, dass sie kurzerhand am 1.4.2013 einen eigenen Blog gründete und auf www.lese-liebe.com ein neues Zuhause fand.

– Wie viele Bücher liest bzw. rezensierst du im Schnitt? Liest du immer nur ein Buch, oder liest du mehrere Bücher parallel?

Ich lese so 6-10 Bücher im Monat, setze mir aber keine Ziele oder Limits, denn es ist ein Hobby und soll Spaß machen. Lesen soll kein Zwang werden und auch mit dem rezensieren mache ich mir keinen Druck. Wenn ich mal weniger Zeit habe (uni- oder arbeitsbedingt) ist es eben so. Meine Leser sind unglaublich verständnisvoll und geben mir den nötigen Freiraum und zugleich viel Halt.
Leider Gottes bin ich ein Mensch der immer parallel liest. Oft werde ich gefragt: Kommst du nicht mit den Handlungen durcheinander? Nein, keineswegs. Aber man hat nicht jeden Tag Lust auf High Fantasy oder auf eine Liebeskomödie. Ich erkläre es immer so: Man schaut nicht am Tag fünf Folgen Navi CIS, sondern es kommt auch mal eine Telenovela dazwischen und am nächsten Tag ein Thriller. Ich brauche Abwechslung. Natürlich lese ich auch mal ein Buch in einem weg oder lese mal nicht parallel, aber das ist eher die Ausnahme. Auf meinem Nachttisch liegen mindestens zwei angefangene Bücher und das ist auch gut so. Außerdem habe ich immer, egal wo ich bin (selbst im Kino) meinen eReader dabei, weswegen ich automatisch wieder ein anderes Buch zeitgleich beginne und schwubs lese ich wieder 3-4 Sachen zur selben Zeit.

– Was macht für dich ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legst du beim Lesen und Bewerten dein Hauptaugenmerk und warum?

Oh, die Gretchenfrage. Ich bin jemand, der zwar auch in Weltliteratur aufgeht (z.B. Jane Austens »Emma«), aber sich auch gerne mal berieseln lässt. Das heißt für mich muss ein Buch nicht immer extrem anspruchsvoll sein, es reicht mir manchmal auch, wenn es durch und durch unterhält. Allerdings lege ich Wert auf einen flüssigen Schreibstil, der gerne jugendlich oder anspruchsvoll, unterhaltend oder fesselnd sein kann. Manchmal verliere ich mich gerne in komplizierten und schweren Sätzen und manchmal sehne ich mich nach jugendlich-spritzigen Schreibstilen – das kommt ganz auf meine Laune drauf an. Man hat ja auch nicht jeden Tag Lust auf Schokoladeneis.

Neben dem Schreibstil sind mir die Charaktere sehr wichtig. Ich muss mich nicht durch und durch mit ihnen identifizieren können, aber sie dürfen auch nicht kopflos und unnachvollziehbar handeln. Ich muss mich in sie hineinversetzen können. Oft passiert es, dass Protagonisten so viel mehr als Buchcharaktere sind. Harry Potter hat mich Jahrzehnte begleitet und ist zugleich mein bester Freund. Aber auch Gwendolyn (»Edelsteintrilogie« von Kerstin Gier) zählt zu meinem Freundeskreis, denn sie ist quirlig und unglaublich sympathisch. Weniger sympathisch, aber durch und durch durchtrieben ist auch mein anderer Freund Bartimäus (aus der gleichnamigen Reihe von Jonathan Stroud), der mit seiner durchtriebenen Ader mein Herz erobert hat. Doch im Herzen erobern ist wohl Mr.Darcy (aus Janes Austens »Stolz und Vorurteil«) der Meister schlecht hin. Ihm gehört im stillen mein Herz, seit Jahren.

Es sind so viele Dinge, die ein gutes Buch ausmachen. Für mich sind nicht nur unerwartete Wendungen sehr wichtig (nichts ist schlimmer als die 0815-Vorhersehbarkeit eines Romans), ich stehe auf den letzten Satz. Die letzte Worte des Autors an den Leser. Das Ende einer Ära. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Nur wenige Autoren können mich mit dem letzten Satz begeistern. Aber es gibt auch Autoren, die es einfach drauf haben – zum Glück. All was well.

– Bist du auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt dir an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die du generell gar nicht liest?

Ich lese unglaublich gerne Jugendfantasy, weil man in fremde Welten abtaucht und weil ich – trotz aller Logik- immer im Stillen gehofft habe, dass es Hogwarts gibt, dass irgendwo ein Hobbit durch Mittelerde wandelt, dass ich irgendwann ein Drachenei finde oder dass es magische Schulen gibt, auf die ich bald gehen werde. Zudem liebe ich Dystopien, weil es einerseits erschreckend und andererseits zugleich sehr faszinierend ist, zu was die Menschheit wohl fähig sein kann. Ich mag an Dystopien, dass es zum Schluss kein happy Ending gibt, sondern nur die Chance zum Neuanfang. Man hat selbst in der Hand, was man daraus macht. Ab und an lese ich auch mal einen Frauenroman, aber nur wenige Autoren wie Colleen Hoover, Jane Austen und Cecelia Ahern konnten mich wirklich von ihrem Stil überzeugen.
Bisher habe ich immer vehement historische Romane abgelehnt, weil es einfach nicht mein Genre ist. Doch dann stieß ich auf "Schicksalstochter - Order of Darkness 1" von Philippa Gregory und ich war verliebt. Manchmal muss man einem verhassten Genre eine zweite Chance geben.
Eine zweite Chancen habe ich Büchern wie »Shades of Grey« und »Crossfire« gegeben, aber dieser Erotiksumpf ist einfach nicht meine Welt. Es scheint nur ein Schema zu geben, nach dem 40000 Bücher ablaufen und naja: ich hab schon zwei davon gelesen. Das reicht mir vollends.

– Liest du nur Verlagsproduktionen, oder besprichst du auch die Bücher von Selfpublishern? Was hältst du generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich sehe das schon etwas zwigespalten, denn in der Welt der selbst veröffentlichten Bücher gibt es auch viel... Mist. Ja, das muss ich jetzt mal so sagen. Aber dann gibt es auch wieder hell leuchtende Sterne darunter, die leider keinen Verlag finden, weil das Genre gerade nicht mehr in ist oder weil die zeit schon vorbei ist. Und das ist so schade. Ich lese deswegen schon ab und an Indieautoren und promote diese auch stark, wenn sie mir gefallen haben. Eine Freundin von mir hat mich bei ihrem Schreibprozess eingebunden. Sollte ihr Buch irgendwann erscheinen, egal in welcher Form, wünsche ich ihr nur das Beste, denn ihr dystopisches Werk ist grandios. Leider findet sie derzeit keinen Verlag, der sie unterstützt, weswegen ich ihr alle Hilfe anbiete, die ich aufbringen kann. Nur weil kein Verlag hinter dem Autor steht, heißt es nicht, dass der Autor nicht schreiben kann oder das Buch nicht lesenswert ist.

– Wartest du darauf, dass dich Autoren oder Verlage anschreiben und dir Rezensionsexemplare anbieten, oder wendest du dich selbst an sie? Oder rezensierst du gar nur die Bücher, die du dir selbst kaufst?

Zu Anfang habe ich viel bei Verlagen gebettelt. Als armer Student kann man nicht monatlich zehn oder mehr Bücher kaufen, weswegen ich auch heute immer noch gerne in Bibliotheken gehe. Ich habe damals angefragt, was ich unbedingt lesen wollte. Heute frage ich nicht mehr alles an, suche explizit und sehr genau aus, was ich lesen und rezensieren will. Ich habe ein gutes Auge dafür, was mir gefallen könnte und was nicht. Aber auch die Verlage und Autoren haben ein Händchen dafür, mir Bücher vorzuschlagen, die mich interessieren könnten. Nicht immer kann ich zusagen, nicht immer habe ich ausreichend Zeit. Doch ich freue mich über jede Anfrage, über jede Email, über jede Kontakt. Man lernt bisher unbekannte Bücher und Autoren kennen und es kommt zum Austausch und das ist es, was ich an der Bloggerkultur so liebe – die Interaktion!

– Welches Buch oder welche Bücher sind dir besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem du deinen Blog gestartet hast? Was gefiel dir an ihnen ganz besonders gut?

Mein erstes Rezensionsexemplar werde ich nie vergessen, denn es war »Die Auserwahlten« von James Dashner. Vor zwei Jahren war es eher eine ungeliebte Reihe des Chickenhouse Verlags, heute kommt schon der zweite Teil im Kino. Der Verlag hat mich von Anfang an unterstützt und das werde ich nie vergessen. Ich habe das Buch geliebt, denn es war so brutal und ehrlich, so ausweglos und zugleich hoffnungsvoll.
Natürlich haben die »Cassia & Ky« Bücher von Ally Condie einen großen Stellenwert in meinem Herzen eingenommen, denn ohne die Verlagsaktion durch den Fischerverlag, hätte ich vermutlich nie meinen Blog gestartet. Diese Trilogie ist so machtvoll und zugleich so still. Die Autorin zeigt wie viel Kraft und Stärke Wörter haben und genau das liebe ich so an dieser Reihe.
Durch den Blog habe ich auch viele tolle Schmuckstücke kennengelernt und es sind viele Lieblingsbücher dazu gekommen, wie »Die Seiten der Welt« von Kai Meyer, die »Shatter me« Reihe von Tahereh Mafi oder »Die Farben des Blutes 1 - Die rote Königin« von Victoria Aveyard.

– Gab es Bücher, die dir überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen du das Lesen gar abgebrochen hast? Welche waren das, und was missfiel dir an ihnen?

Oh ja, ich habe einige Bücher abgebrochen. Bisher hatte ich nie Glück mit Unterwasser-Welten, so musste ich z.B. »Syrenka« abbrechen. Ich hatte Pech mit einigen Indiebüchern, aber auch mit gehypten Büchern wie »Mind Games« und »Der Wald der träumenden Geschichten«. Selten habe ich mich so durch Bücher gequält, wie hier. Nicht immer ist alles Gold was glänzt und nur weil das Buch »allen« gefällt, muss es nicht immer mir gefallen. Da hilft nur eins: selbst lesen und eine eigene Meinung bilden. Aber es ist okay, wenn mir ein Buch nicht gefallt. Der Autor wird sich schon etwas dabei gedacht haben und vielleicht war ich einfach nur die falsche Zielgruppe.

– Werden auf deinem Blog nur Bücher rezensiert, oder können deine Besucher auch andere Dinge bei dir lesen?

Da ich bei einer Tageszeitung ab und an Artikel schreibe, treffe ich einige Autoren und interviewe diese. Ich habe Autoren wie Markus Heitz, Kerstin Gier, Jonathan Stroud, Stefan Schwarz und Mechthild Gläser interviewt.
Aber auf meinem Blog gibt es auch Dinge neben dem Lesen, denn der Blog heißt nicht ohne Grund lebens[leseliebe]lust. Meine Lebenslust ist sehr groß, weswegen ich meine Leser gerne an meinen vielen Hobbys teilhaben lasse. So stelle ich Rezepte vor, zeige wo man gut geocachen kann, was Postcrossing ist oder zeige saisonale Basteltipps. Dennoch steht das Lesen immer im Vordergrund.

– Hast du Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könntest du unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzt du an ihnen?

Einige meiner Freunde sind Blogger, was ich sehr schätze. Man tauscht sich untereinander aus, macht zusammen Aktionen und gibt sich gegenseitig Tipps. Maaravillosa (http://maaraavillosa.blogspot.de/) ist eine buchverrückte, die aber auch gerne mal über Mädchenglitzerkram und Nagellack berichtet. Bei ihr stehen Bücher, aber auch Reisen und andere Dinge im Fokus. Vor allem ihr tolles Design und ihre professionellen Fotos geben dem Blog das gewisse Etwas. Nicoles Bibliothek (https://nicolesbibliothek.wordpress.com/) ist noch ganz frisch, dennoch schreibt sie unglaublich passionierte Rezensionen, sodass man sich am liebsten SOFORT das Buch kaufen möchte. Ich liebe ihren Schreibstil und habe den größten Respekt vor ihrem Ehrgeiz. Zu guter letzte möchte ich euch noch MotionPictureManiacs (https://motionpicturemaniacs.wordpress.com/) ans Herz legen, denn die beiden Mädels haben echt Ahnung von (Kino)Filmen. Gerade ihre Filmzitateaktion ist immer sehr kreativ, bewegend und einmalig.

Das Team von Leserkanone.de dankt der Bloggerin für die Zeit, die sie sich genommen hat!
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IM INTERVIEW ERWÄHNTE BÜCHER
Bartimäus 1 - Das Amulett von Samarkand
Geschrieben von: Jonathan Stroud (2004)
Bartimäus 2 - Das Auge des Golem
Geschrieben von: Jonathan Stroud (7. Juni 2005)
Bartimäus 3 - Die Pforte des Magiers
Geschrieben von: Jonathan Stroud (12. Juni 2006)
Bartimäus 4 - Der Ring des Salomo
Geschrieben von: Jonathan Stroud (9. Oktober 2010)
Die Farben des Blutes 1 - Die rote Königin
Geschrieben von: Victoria Aveyard (24. April 2015)
92/100
[13 Blogger]
Die Seiten der Welt
Geschrieben von: Kai Meyer (22. September 2014)
100/100
[2 Blogger]
Juliette 1 - Ich fürchte mich nicht
Geschrieben von: Tahereh Mafi (23. Juli 2012)
81/100
[3 Blogger]
Juliette 2 - Rette mich vor dir
Geschrieben von: Tahereh Mafi (30. September 2013)
80/100
[1 Blogger]
Juliette 3 - Ich brenne für dich
Geschrieben von: Tahereh Mafi (29. September 2014)
100/100
[1 Blogger]
Maze Runner 1 - Die Auserwählten im Labyrinth
Geschrieben von: James Dashner (21. März 2011)
85/100
[4 Blogger]
Maze Runner 2 - Die Auserwählten in der Brandwüste
Geschrieben von: James Dashner (26. Juni 2012)
80/100
[3 Blogger]
Maze Runner 3 - Die Auserwählten in der Todeszone
Geschrieben von: James Dashner (24. Mai 2013)
90/100
[2 Blogger]
Rubinrot
Geschrieben von: Kerstin Gier (2009)
100/100
[1 Blogger]
Saphirblau
Geschrieben von: Kerstin Gier (2010)
100/100
[2 Blogger]
Smaragdgrün
Geschrieben von: Kerstin Gier (8. Dezember 2010)
100/100
[3 Blogger]

 
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