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 Worldworld
 
 Internet: w0rdw0rld.blogspot.com
 Facebook: wordworld51
 Instagram: wordworld.books
 Datum: 31.10.2022
Interview   |   Rezensionen
– Wer steckt hinter »Worldworld«? Seit wann gibt es deinen Blog? Was hat dich damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Hinter dem Namen »Worldworld« verbirgt sich eine Psychologiestudentin aus dem Süden von Deutschland. Mein Name ist Sophia, ich bin Jahrgang 2001 und liebe alles, was mit Worten zu tun hat und schlau macht (oder bei dem man sich zumindest einreden könnte, dass man sich durch dessen Konsum/Absorption bildet). Darunter fallen natürlich Bücher aller möglicher Genres aber auch Lyrik, Filme, Serien und Musik.

Den Blog gibt es jetzt schon seit Mai 2016 und wurde zusammen mit einer buchbegeisterten Freundin als Mitbloggerin gegründet, die allerdings schon längere Zeit ausgestiegen ist. Wir beide haben uns schon immer sehr für Bücher interessiert und uns so manchmal stundenlang einfach nur über bestimmte Exemplare, ihre Stärken, Schwächen und deren Wirkung unterhalten. Da wir beide ziemlich denselben Geschmack haben, begannen wir auch damit, uns gegenseitig Bücher auszuleihen und zu empfehlen. Damit haben wir zwar alle in unserem Umfeld wahnsinnig gemacht, konnten aber unsere Erfahrungen, die Wut und die Begeisterung teilen und loswerden. Und darum geht es für mich auch vor allem in diesem Blog. Die Grundidee kam uns (wie könnte es auch anders sein?) beim Lesen eines Buches. In »Obsidian« von Jennifer L. Armentrout betreibt die Protagonistin, Katy, selbst einen Buchblog. »Katys kreative Obsession« heißt er und ist in seiner kleinen Art sehr erfolgreich. Ich war sofort angetan von den Beschreibungen, ständig Päckchen mit Büchern zugeschickt zu bekommen, die man dann lesen und rezensieren darf. Als meine Mitbloggerin dann spontan vorschlug, selbst einen Blog zu starten, war ich sofort Feuer und Flamme. Und tja, hier bin ich, einige Jahre später und immer noch voller Begeisterung für dieses Projekt!

– Wie viele Bücher liest bzw. rezensierst du im Schnitt? Liest du immer nur ein Buch, oder liest du mehrere Bücher parallel?

Ich lese im Schnitt im Jahr zwischen 100 und 150 Bücher. Egal welches Genre gilt grundsätzlich, dass alles, was mir in die Finger gerät, feinsäuberlich gelesen (ohne Leserillen natürlich), analysiert und dann in einer Rezension abgefertigt wird. Dabei lese ich am liebsten ein Buch nach dem anderen, während Buddyreads oder bei Hörbüchern kann es aber auch mal vorkommen, dass ich bis zu drei Bücher parallel lese.

– Was macht für dich ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legst du beim Lesen und Bewerten dein Hauptaugenmerk und warum?

Das ist ja wohl DIE Frage schlechthin, die LeserInnen schon seit Jahren versuchen zu beantworten. Was ein gutes Buch ausmacht, ist sehr schwer zu definieren und natürlich eine sehr subjektive Entscheidung. Für mich ist das Wichtigste, dass der Gesamteindruck insgesamt stimmig und originell ist. Klar achte ich auf greifbare Faktoren wie der Schreibstil, die Charaktere, das Setting, die Handlungskonzeption, die Themenauswahl, die Atmosphäre sowie der Einstieg und das Ende. Wichtiger als die Einzelkomponenten ist für mich aber, dass alle Faktoren gut zusammenpassen und ein Gesamtbild ergeben, das mitreißt und mich persönlich erreicht. Das Schlimmste, was mir bei einem Buch passieren kann, ist nicht ein vorhersehbarer Plot, eine flache Hauptfigur oder ein klischeehafter Handlungsaufbau – der Worst Case ist für mich, wenn eine Geschichte als Ganzes nicht an mich herankommt, wenn die Buchstaben nur reine Buchstaben bleiben und nichts mit mir anstellen.

Ein wirklich gutes Buch überrascht, berührt, entführt und gibt auch noch nach dem Beenden etwas zu denken. Das ist wohl die generellste Aussage, die ich treffen kann, denn es gibt unterschiedliche Arten, LeserInnen emotional zu erreichen und ich habe schon viele komplett verschiedene Bücher zu meinen Lieblingsbüchern gezählt. Bei manchen Romanen beeindruckt der Schreibstil besonders, andere haben eine originelle Geschichte zu erzählen, wieder ein anderer baut auf seine starken Helden – doch schlussendlich ist es ein gutes Konzept, auf dem diese Besonderheiten fundieren, das stimmige Gesamtpaket eben. Dann muss das Buch noch nicht einmal ein anspruchsvolles Thema haben, um etwas mitzugeben, es reicht das einzigartige Gefühl, das nach dem Lesen bleibt.

– Bist du auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt dir an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die du generell gar nicht liest?

Eigentlich fühle ich mich in fast allen Genres zuhause und lese mich gerne quer durch verschiedene Geschichten der Bücherwelt. Besonders heimisch fühle ich mich in Jugendbüchern, Science-Fiction-Romanen, Dystopien, New Adult, Liebesgeschichten aller Art und Fantasy-Romanen. Mir gefällt an diesen Genres und insbesondere an Jugendbüchern, dass die Erzählperspektive häufig von einer Neugier auf die Welt geprägt ist, die Charakterentwicklungen und Beziehungen oft im Vordergrund stehen und wichtigen persönlichen Konflikten und Fragen auf sehr intensive und emotional verfügbare Weise nachgegangen wird. Dabei ist das Lesen für mich auch immer eine Art anregende Pause von der Realität. An Dystopien und Science-Fiction-Romanen schätze ich die gesellschaftskritischen Ideen und Zukunftsvisionen, die das Grundgerüst für die Handlung darstellen, an Liebesgeschichten gefällt mir die Gefühlsintensität und Fantasy ist ein Genre, in dem der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind und alles möglich ist.

Eher weniger auf der Leseliste landen bei mir Krimis, reine Erotikromane, Biografien oder Horrorliteratur. Auch für nicht-belletristische Werke wie Sachbücher habe ich leider neben der Fachliteratur für mein Studium nur wenig kognitive Kapazität.

– Liest du nur Verlagsproduktionen, oder besprichst du auch die Bücher von Self-Publishern? Was hältst du generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Seit ich 2016 mit dem Bloggen angefangen habe, habe ich über 400 Rezensionsexemplare besprochen, wovon etwas mehr als ein Viertel Bücher von SelfpublisherInnen waren. Dass immer mehr AutorInnen ihre Bücher in Eigenregie auf den Markt bringen, kann ich angesichts der geringen Durchlässigkeitsquoten bei Verlagen, den dort herrschenden Strukturen und geringen Margen gut verstehen und sehe die Entwicklung grundsätzlich positiv. Um ein wenig mit Vorurteilen aufzuräumen: generell kann ich von meinen Erfahrungen ausgehend auf keinen Fall sagen, dass man einen Unterschied in der Qualität der Buchelemente von VerlagsautorInnen und SelfpublisherInnen erkennen kann. Es gibt SPs die es verdammt gut beherrschen, eine glaubwürdige Geschichte aufzustellen, ich wurde aber auch schon wirklich enttäuscht, was genau so auch für VerlagsautorInnen gilt. LeserInnen sollten nicht alle SPs über einen Kamm scheren und für schlechtere SchriftstellerInnen erklären, nur weil es einige Personen aus diesem Bereich gibt, die manchmal wirklich keinen grammatikalisch geraden Satz aufs Papier bringen können. Gerade bei SelfpublisherInnen, die ihr erstes Werk veröffentlichen, fällt leider oft auf, dass sie sich nicht genug Zeit nehmen, ihre beendete Geschichte nochmal auf Fehler zu überprüfen. Es gibt nichts Ärgerlicheres als eine gute Geschichte, die vorschnell veröffentlicht scheint und sich noch reichlich unausgegoren liest. Das ist eine wirkliche Verschwendung der guten Ideen und der vielen Zeit, die investiert wurden. Auch auf der Ebene der Geschichte fällt oft auf, dass ein wenig mehr Zeit nicht geschadet hätte. Zu wenige Details, eine zu schnell voranschreitende Handlung und damit einhergehende Verständnislöcher sind häufige Fehler, die einfach nicht sein müssen. So verlieren eigentlich ganz wunderbare Geschichten durch viele sprachlichen Mängel, Tippfehler oder Formatierungsmängel an Seriosität.

Das gilt aber natürlich nicht für alle SP-AutorInnen. Meistens trifft man bei selbstverlegten Büchern sogar auf kreativere, unkonventionellere Geschichten, da gerade SelfpublisherInnen oft mutiger und freier sind, aus gesetzten Schemata auszubrechen und etwas ganz anders zu machen. Neben den ungewöhnlichen, neuen Ideen schätze ich aber auch vor allem den persönlichen Kontakt zu AutorInnen sehr, der beim Kauf in Buchhandlungen oder bei Verlagen einfach nicht so leicht und so intensiv hergestellt werden kann. Tipps, Anregungen, Lob, Kritik und Fragen gleich per Mail an die jeweilige AutorIn weiterleiten, exklusive Infos über Folgebände erhalten und spannende Diskussionen führen zu können ist ein Blogger-Privileg, das ich nicht mehr abgeben will. In den allermeisten Fällen ist der Austausch sehr nett, aufgeschlossen, interessant und basiert auf gegenseitigem Respekt, wodurch beide Parteien profitieren.

Wenn wir uns also ab und zu die Zeit nehmen, auch unbekannte Geschichten zu lesen, finden wir nicht nur immer wieder kleine, originelle Schätze, die definitiv mehr Aufmerksamkeit verdienen - wir können auch eine ganz andere Perspektive auf das Lesen bekommen und unseren Followern einen wirklich interessanten Beitrag bieten. Etwas zu Büchern zu schreiben, die in aller Munde sind, kann jeder, auf unscheinbare, übersehene Geschichten hinzuweisen, die abseits der großen Hypes auf eine Leserschaft warten, ist für mich dagegen eine viel größere und wichtigere Kunst.

– Wartest du darauf, dass dich Autoren oder Verlage anschreiben und dir Rezensionsexemplare anbieten, oder wendest du dich selbst an sie?

Mittlerweile habe ich einen sehr guten Draht zu verschiedenen großen deutschen Verlagen, die meine LieblingsautorInnen oder in meine liebsten Genres publizieren und gehe regelmäßig die Verlagsvorschauen durch, um mir die für mich interessantesten Neuerscheinungen der kommenden Monate als Rezensionsexemplar vormerken zu lassen. Neben den Kooperationen mit Verlagen stehe ich natürlich auch mit AutorInnen selbst in Kontakt, wovon die meisten ihre Bücher in Eigenregie verlegt haben. Zu Beginn habe ich AutorInnen noch selbst angeschrieben und mich als Blog um ein Rezensionsexemplar beworben, mittlerweile suche ich mir aus den Anfragen, die ich täglich erhalte diejenigen aus, die mich am meisten interessieren und muss ansonsten aus Zeitgründen viele Absagen erteilen.

– Welches Buch oder welche Bücher sind dir besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem du deinen Blog gestartet hast? Was gefiel dir an ihnen ganz besonders gut?

In den letzten Jahren habe ich eine Art buchige »Hall of Fame« in der Sidebar meines Blogs eingerichtet, in dem alle meine 5-Sterne-Highlights seit 2016 mit ausführlicher Rezension verlinkt sind. Sie alle aufzuzählen, würde hier definitiv den Rahmen sprengen. Zu meinen absoluten All-Time-Favorites gehören jedoch die Buchreihen »Throne of Glass«, »Das Reich der sieben Höfe« und »Crescent City« von der wunderbaren Sarah J. Maas, »Dark Elements« von Jennifer L. Armentrout, die »Vollendet«-Reihe von Neal Shusterman, die »Gregor«-Reihe von Suzanne Collins und »Eragon« von Christopher Paolini.

– Gab es Bücher, die dir überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen du das Lesen gar abgebrochen hast? Welche waren das, und was missfiel dir an ihnen?

Neben vielen tollen Highlights sind mir in den letzten Jahren natürlich auch einige Flops untergekommen.

Als ganz kürzliches Beispiel für eine Geschichte, die in der breiten Bevölkerung recht positiv angekommen ist, für mich aber ein spektakulärer Flop war, ist »365 Tage« von Blanka Lipinska zu nennen. Schon nach wenigen Seiten stand für mich fest: Das ist das schlechteste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Leider sah ich mich gezwungen, die Geschichte zu Ende zu lesen (um eine Rezension schreiben zu können, da es ein Rezensionsexemplar war) und habe mich über eineinhalb Wochen durch diesen Schund (verzeiht mir meine klaren Worte) gekämpft.

Hier geben nicht nur eine toxische Beziehung, ein sexistisches Frauenbild, die Diskriminierung von Randgruppen und die Verherrlichung von Gewalt Anlass zur Diskussion - auch andere Teile der Geschichte wie die Figuren, der Schreibstil und die Handlung weisen größere Mängel auf, über die ich nicht hinwegsehen will und kann. So habe ich mich auf jeder der knapp 400 Seiten darüber aufgeregt, warum man ausgerechnet diese trashige Geschichte in einem bekannten Verlag mit riesiger Auflage herausbringen musste, wo es doch tausende geniale, aber ungesehene Geschichten da draußen gibt, die einen Platz im Rampenlicht eine MILLION Mal mehr verdient hätten, als »365 Tage«.

Sehr enttäuscht war ich als zweites Beispiel von der Shadow Falls Camp-Reihe von C.C. Hunter, die sich ja aus einem mir unerfindlichen Grund einer internationalen Fangemeinde erfreut. Ich war einfach nur froh, als ich den letzten Band der fünf-teiligen Serie endlich hinter mir hatte und sie von meinem SuB streichen konnte. Mehr als diese Genugtuung und ein bisschen unfreiwilliges Amüsement hat mir diese Reihe aber leider nicht beschert. 2500 Seiten Teenie-Gefühlschaos mit etlichen Wiederholungen, vorhersehbaren Wendungen und gegen null tendierender Spannung - das war wirklich nichts für mich!

– Werden auf deinem Blog nur Bücher rezensiert, oder können deine Besucher auch andere Dinge bei dir lesen?

Im Vordergrund meines Buchblogs stehen natürlich Bücher, ich gebe jedoch auch zu anderen Themen, die im weitesten Sinne mit Kultur und dem gesprochenen Wort zu tun haben, gerne meinen Senf dazu. Unter dem Reiter »Musik« stelle ich beispielsweise meine liebsten Bands und KünstlerInnen vor und nehme einige Songs auch genauer unter die Lupe. Außerdem bieten natürlich auch Filme und Serien eine Fluchtmöglichkeit aus dem Alltag und inspirieren mich immer wieder aufs Neue, weshalb ich regelmäßig Besprechungen und Empfehlungen zu meinen Lieblingsserien und Must-See-Filmen hochlade. Darüberhinaus gibt es auf meinem Blog eine kunterbunte Kategorie »Dies und Das« unter die buchige Tipps genauso fallen wie Reiseberichte, DIYs oder Interviews mit AutorInnen. Seit Dezember 2021 hoste ich übrigens auch die allwöchentliche Montagsfrage - eine Aktion, die es schon länger gibt, bei der jede Woche eine Frage zu buchigen Themen hochgeladen wird und wirklich jeder mitmachen kann.

– Hast du Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könntest du unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzt du an ihnen?

Ich habe in den letzten Jahren jede Menge tolle Kontakte in der Buchwelt geknüpft und mich mit einigen BloggerInnen richtig angefreundet. In besonders engem Austausch stehe ich mit Sofia von »Sofias kleine Bücherwelt«, mit welcher ich schon unzählige Buddyreads zu verschiedenen Büchern gemacht habe, die ganz tolle Rezensionen schreibt und mit der ich auch sonst beinahe jeden Tag über Bücher und den alltäglichen Wahnsinn schreibe.

Ansonsten finde ich es wahnsinnig schwer, mich auf meine liebsten Blogs festzulegen, habe mich nach langem Nachdenken aber auf Ronja von »oceanloveR«, »Prettytigers Bücherregal« und Aleshanee von »Weltenwanderer« festgelegt.

Das Team von Leserkanone.de dankt Sophia für die Zeit, die sie sich genommen hat!
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