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 Ilses Lesetipps
 
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 Facebook: IlsesRezensionen.Blog
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 Datum: 24.06.2022
Interview   |   Rezensionen
Wer steckt hinter »Ilses Lesetipps«? Seit wann gibt es deinen Blog? Was hat dich damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen und dabei Facebook zu nutzen?

Mein Name ist Ilse Haberleitner, bin am 17.12.1953 geboren, mittlerweile seit ca. 11 Jahren in Pension. Zuvor war ich Sekretärin, Sachbearbeiterin in einer Bank. Neben dem Lesen habe ich auch ein Faible für Computer, führe z.B. eine selbsterstellte Access Datenbank über unseren gesamten Buchbestand (mit Infos über Kaufdatum, Preis, Inhalt, eigene Meinung zum Buch, Bewertung, usw.). Bin seit 1974 verheiratet. Kinderlos.
Lesen ist stets mein Lieblingshobby gewesen, von Kind an. Auch mein Mann liest gerne und viel. Wir verfügen über eine reichhaltige, über die Jahrzehnte gewachsene Bibliothek.

Meinen Blog gibt es erst seit heuer im Jänner. Seit Corona, also seit dem Frühjahr 2020 (da habe ich LovelyBooks und später auch Lesejury entdeckt) rezensiere ich laufend (mittlerweile sind es über 200 Rezensionen geworden. Zu Jahresbeginn kam mir die Idee, alle gesammelt ins Netz zu stellen, um meinem Freundeskreis die Möglichkeit zum Stöbern und Nachlesen zu bieten.
Irgendwie lag Facebook für mich nahe, weil ich sonst nichts kenne.

Wie viele Bücher liest bzw. rezensierst du im Schnitt? Liest du immer nur ein Buch, oder liest du mehrere Bücher parallel?

Im Schnitt rezensiere bzw. lese ich 10 Bücher im Monat, ca. 90 Seiten pro Tag (weil es eben Tage gibt, wo ich nicht oder kaum zum Lesen komme).

Ich lese fast immer mehr als ein Buch parallel, und sei uns nur deswegen, weil ich für unterwegs keinen dicken Schmöker mit mir herumschleppen mag. Dazu merke ich an, dass ich nur Printexemplare lese, eReader kommen für mich (noch nicht - man soll ja nie »nie« sagen) in Frage.

Was macht für dich ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legst du beim Lesen und Bewerten dein Hauptaugenmerk und warum?

Ein »gutes« Buch ist für mich nicht gleichbedeutend mit »Weltliteratur-Niveau«. Ich kann einen »kitschigen« Liebesroman auch für gut befinden, wenn ich mich wohl fühle mit dem Buch, wenn ich die Protagonisten sympathisch finde, wenn die Handlung so packend ist, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Packend ist nicht gleich spannend à la Krimi oder Thriller. Es kann auch packend sein, eine wahre Lebensgeschichte zu lesen, mit traurigen Schicksalen. Mit einem Wort, das Buch muss mich berühren, an mich herankommen in irgendeiner Weise. Dann finde ich es gut.

Beim Rezensieren ist allerdings nicht »es hat mir gefallen« das Hauptkriterium. Dazu möchte ich ein praktisches Beispiel nennen. »Nummer Neunzehn« von Dennis Schulz (ein Psychopath quält ein junges Mädchen) kostete mich Überwindung, es zu Ende zu lesen; es war mir einfach zu brutal, zu heftig. Ich habe aber nicht abgebrochen. Dem Autor war während der Leserunde bewusst, wie es mir mit dem Buch ging. Er schrieb mir dann, er hätte sich vor meiner Rezension schon »gefürchtet«. War aber unbegründet. Denn ich versuche generell, eine objektive Rezension abzugeben. Ich vergab ihm 5 Sterne, weil es schriftstellerisch ausgezeichnet war, er mit sehr viel Geschick die gespaltene Persönlichkeit des Psychopathen herausgearbeitet hatte, sehr detailliert beschrieb und sprachlich einen flüssigen Schreibstil hatte. Das einzige, was ich anmerkte war, im Klappentext sollte (ohne zu spoilern) eine Warnung sein, dass es nichts für zart besaitete Menschen ist.

Meine Kriterien sind also eher nüchtern:
Ist es ein Band einer Serie? Wie tut man sich als Quereinsteiger?
Schreibstil - flüssig, oder schwierig zu lesende Schachtelsätze, schlechtes Lektorat (Rechtschreibfehler)?
Regionalkrimi - kommt Dialekt vor, fremdsprachliche Ausdrücke, Landschaftsbeschreibungen, Kulinarik, Sehenswürdigkeiten, Atmosphäre (Küste, Gebirge, Stadt, Land)
Aufbau des Buches - Kapitellänge, ob die Kapitel über Orts- und Zeitangaben verfügen, ob ein Personenverzeichnis, eine Landkarte, oder ein Glossar vorhanden ist, inwieweit das Cover passt
Handlung - wann trägt sich alles zu (historisch, Gegenwart, neuerdings verweise ich auch darauf, ob Corona erwähnt wird); gibt es eine Rahmenhandlung, mehrere Handlungsstränge
Spannung - wie verläuft der Spannungsbogen, gleichmäßig oder gibt es Längen (z.B. bei eher realistischer Polizeiarbeit, zu ausführlichen technischen Erklärungen u.dgl.), wodurch wird die Spannung am Köcheln gehalten (Orts-/Szenenwechsel, Cliffhanger, Action, Wendungen, Überraschungen); ist die Lösung des Falles schlüssig oder kommt am Ende ein Deus ex machina? Konnte man gut mit rätseln (viele Spuren, Verdächtige).
Letztlich auch: ist es ein Wohlfühlkrimi, also eher unblutig, oder einer mit grausig-gequälten Opfern.
Liebesromane - ausreichend Romantik? Wie wirken die erotischen Szenen?
Charaktere - wirken die Protagonisten nur zweidimensional oder sind sie ausgiebig beschrieben, sowohl äußerlich als auch in Wesenszügen; haben sie Ecken und Kanten, wieviel erfährt man von ihnen (Gedanken), sind die Handlungen nachvollziehbar.

Bist du auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt dir an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die du generell gar nicht liest?

In erster Linie lese ich Krimis, aber auch Thriller, historische (Frauen-)Romane, Liebesromane, Biografien. Kriegsromane (Soldaten als Protagonisten, Kampfhandlungen) mag ich nicht. Fantasy habe ich bislang nicht probiert. Reizt mich nicht.
Was mir an den diversen Genres besonders gefällt, siehe oben - das Buch muss mich packen, ob gefühlsmäßig oder von der Gänsehaut-Spannung her.

Liest du nur Verlagsproduktionen, oder besprichst du auch die Bücher von Self-Publishern? Was hältst du generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ob Verlag oder Self-Publisher ist mir grundsätzlich egal. Es kommt auf den Inhalt an.
Leider können sich Self-Publisher oft kein gutes Lektorat/Korrektorat leisten, was manchmal ziemlich viele Rechtschreibfehler zur Folge hat (was mich schon recht stört). Ich liste die Fehler dann immer auf und schicke sie den Autor*innen. Sind meist recht dankbar dafür.

Wartest du darauf, dass dich Autoren oder Verlage anschreiben und dir Rezensionsexemplare anbieten, oder wendest du dich selbst an sie? Oder rezensierst du gar nur die Bücher, die du dir selbst kaufst?

Nachdem ich ja erst seit ein paar Monaten eine Bloggerin bin, läuft das erst langsam an. Mittlerweile gibt es einige Autor:innen, die mir ihre Bücher »anbieten«. Hie und da schreibe ich Autor:innen bzw. Verlage auch an und ersuche um ein Rezensionsexemplar. Manchmal klappt es. Bei Petra Schier bin ich z.B. seit kurzem offiziell im Rezensionsteam.
Ich kaufe laufend Bücher zu. Oft Vorgängerbände von Büchern, die ich als Rezensionsexemplar erhielt. Im Moment ist es aber so, dass ich über LovelyBooks so viele Exemplare erhalte, dass für selbst gekaufte Bücher kaum Zeit bleibt.

Welches Buch oder welche Bücher sind dir besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem du deinen Blog gestartet hast? Was gefiel dir an ihnen ganz besonders gut?

Also, mein Lieblingsbuch seit ich rezensiere (und es ist im Blog mit enthalten) ist eindeutig »Der Buchspazierer« von Carsten Henn, ein so herzerwärmendes Buch. »Das Eulentor« von Andreas Gruber fand ich wiederum unheimlich packend. Die St. Tropez-Krimi-Reihe von Luc Winger ist eine Cosy-Krimi-Reihe, bei der mir abgesehen von der sympathischen Kommissarin vor allem das französische Flair der 70er Jahre gefällt.

Gab es Bücher, die dir überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen du das Lesen gar abgebrochen hast? Welche waren das, und was missfiel dir an ihnen?

Ja, die gab es, obwohl ich bei Rezensionsexemplaren versuche, nicht abzubrechen. Aber hie und da ist mir dann doch meine Lebenszeit zu schade dafür. Eines war eine Art utopischer Kriegsroman, wo eine Rebellentruppe sich über unzählige Seiten nur durch unwegsames Gelände schleppte. Das zweite Buch war vom Schreibstil so mühsam, mit langen verschachtelten Sätzen und einer öden Handlung.

Werden auf deinem Blog nur Bücher rezensiert, oder können deine Besucher auch andere Dinge bei dir lesen?

Bislang ist es nur eine Sammlung aller meiner bisherigen Rezensionen.

Hast du Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könntest du unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzt du an ihnen?

Über facebook bzw. diverse Bücherforen auf facebook kenne ich eine Reihe anderer Blogger und lese laufend deren Beiträge (z.B. Helgas Bücher, Rezensionsgenerator). Man findet dort qualitativ gute Rezensionen und unheimlich viele Buchtipps.

Das Team von Leserkanone.de dankt Ilse für die Zeit, die sie sich genommen hat!
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IM INTERVIEW ERWÄHNTE BÜCHER
Das Eulentor
Geschrieben von: Andreas Gruber (Januar 2008)
1,00
[2 Blogs]
1,86
[14 User]
Der Buchspazierer
Geschrieben von: Carsten Henn (2. November 2020)
1,00
[6 Blogs]
1,64
[1960 User]
 
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