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 little words
 
 Internet: book-up-your-life.blogspot.com
 Twitter: Karin__L
 Instagram: karinlipski
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Interview   |   Rezensionen
– Wer steckt hinter »little words«? Seit wann gibt es deinen Blog? Was hat dich damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Mein Name ist Karin, ich bin 29 Jahre alt und blogge seit Oktober 2014 auf »little words«. Ehrlich gesagt war der Start des Blogs eine sehr spontane Entscheidung, die während meines Studiums fiel. In einem meiner Seminare sprachen wir über die Präsentation von Büchern und Buchbesprechungen im Internet. Damals hatte ich mich selbst noch gar nicht damit auseinandergesetzt oder dafür interessiert. Nach und nach habe ich (auch wieder Dank des Studiums) immer mehr gelesen und als ich an das Seminar zurückdachte, wusste ich, dass es das ist, was ich gerne machen würde. Büchern eine Plattform bieten und sie schön präsentieren, um vielleicht auch andere für das Lesen zu begeistern.

– Wie viele Bücher liest bzw. rezensierst du im Schnitt? Liest du immer nur ein Buch, oder liest du mehrere Bücher parallel?

Das ist sehr unterschiedlich. Je nach Monat schwankt die Anzahl der Rezensionen und Beiträge sehr stark. Derzeit sind es oftmals zwischen fünf oder sechs Bücher pro Monat, die ich ausgiebiger rezensiere.
Leider bin ich absolut nicht dafür gemacht, parallel zu lesen. Wenn ich ein Buch beginne, dann möchte ich mich nur in dieser Atmosphäre bewegen. Ein zweites Buch schmeißt mich da zu sehr aus der Umgebung heraus. Ich mag es eher, wenn man die Geschichten geordnet hintereinander liest. :)

– Was macht für dich ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legst du beim Lesen und Bewerten dein Hauptaugenmerk und warum?

Ich muss zu Beginn sagen, dass ich weiß, dass sich mein Buchgeschmack oftmals sehr von dem anderer unterscheidet. Ich mag Geschichten, die sich der Norm entziehen, die meist ein wenig düster sind und bei denen vieles zwischen den Zeilen geschrieben steht. Geschichten, bei denen man dazu aufgefordert wird, als Leser*in, selbst viele Interpretationen anzustoßen. Daher ist meine Definition eines »guten Buches« wohl auch eher speziell. Aber darauf laufen meine Faktoren wohl hinaus: Ich lege wert auf eine Handlung und auf Figuren, die man noch nicht zum hundertsten Mal gelesen hat, auf eine Stimmung, die etwas Besonderes transportiert und auf die Tatsache, dass man als Leser*in gefordert wird. Für mich ist Lesen nämlich zwar durchaus etwas zum Entspannen, aber ich will auch das Gefühl haben, dass ich am Ende einer Geschichte ein neues Stück von Etwas dazugewonnen habe. Wie dieses »Etwas« aussieht, weiß ich meist nicht sofort, aber irgendwann erinnere ich mich an Geschichten zurück und merke, dass ich daran gewachsen bin etc. und dann weiß ich, dass das Buch in diesem Sinne ein »gutes« war.

– Bist du auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt dir an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die du generell gar nicht liest?

Als ich mit dem »Viellesen« begonnen habe, habe ich oftmals erwähnt, dass ich mit Krimis und historischen Romanen nichts anfangen kann. Ich war fest davon überzeugt, dass mir diese Genres nicht gefallen (würden).
Mit der Zeit jedoch musste ich feststellen, dass das gar nicht stimmt. Es gibt einfach nur spezielle Arten von Krimis und historischen Romanen, die ich nicht mag. Wie zum Beispiel die 0815 Schwedenkrimis oder Romane von Ken Follett. Agatha Christie, Krimis, die an Sherlock Holmes erinnern oder historische Romane á la Laura Purcell mag ich hingegen sehr. Daher lange Rede, kurzer Sinn: Momentan bin ich der Meinung, dass ich kein Genre von vorneherein meide. Ich lese gerne alles, was mich inhaltlich interessiert. Nur innerhalb dieser Genres gibt es Abgrenzungen, denen ich versuche aus dem Weg zu gehen.

– Liest du nur Verlagsproduktionen, oder besprichst du auch die Bücher von Self-Publishern? Was hältst du generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Grundsätzlich finde ich es großartig, dass Autor*innen versuchen ihre Geschichten herauszubringen. Sei es mit Mithilfe des Verlags oder auch alleine. Es wird viel zu vielen gesagt, dass es sich nicht mehr lohne, Bücher zu schreiben, weil es schon unzählige Schriftsteller*innen gäbe und man keine Chance habe. Dadurch gehen glaube ich viele tolle Geschichten verloren.
Dennoch stelle ich für mich immer wieder fest, dass mir die Selfpublisher-Bücher noch nicht wirklich zusagen. Im Kern gibt es oftmals Potential, aber es fehlt manchmal doch an der Professionalität der Cover oder der Ausarbeitung der Texte (zumindest spreche ich für die Bücher von Selfpublishern, die ich bereits gelesen habe). Ich denke, wenn man sich schon versucht in diesem schwierigen Geschäft als Selfpublisher*in durchzuschlagen, dann muss man von vorneherein an einem höheren Maßstab ansetzen. Da hat ein Buch mit einem Cover der Paint-Eigenproduktion nicht viele Chancen (ich weiß, dass sich dahingehend aber auch viel getan hat!).
Ich denke aber auch, dass Verlage viel zu oft nur Bücher des »Mainstreams« einkaufen. Einige wunderbare Bücher, die es auf dem englischen Markt gibt, werden nie ins Deutsche übersetzt. Gerade da hätten Selfpublisher*innen glaube ich gute Karten eine neue Leserschaft zu generieren und eigene Erfolge zu feiern.

– Wartest du darauf, dass dich Autoren oder Verlage anschreiben und dir Rezensionsexemplare anbieten, oder wendest du dich selbst an sie? Oder rezensierst du gar nur die Bücher, die du dir selbst kaufst?

Da ich oftmals keine Lust habe auf die deutsche Übersetzung zu warten (falls sie überhaupt kommt) und mir die Gestaltung der englischen Bücher meist etwas besser gefällt, kaufe ich mir die meisten Bücher selbst. Natürlich gibt es aber auch Übersetzungen, die mich sehr interessieren und deren Originalsprache ich nicht beherrsche. Da frage ich auch gerne beim Verlag an.
Ebenso freut man sich dann aber auch, wenn Verlage sich den Lesegeschmack der Blogger*innen anschauen und diese mit passenden Rezensionsexemplaren überraschen. :)

– Welches Buch oder welche Bücher sind dir besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem du deinen Blog gestartet hast? Was gefiel dir an ihnen ganz besonders gut?

In sechs Jahren kam da einiges zusammen, daher sind es viel zu viele, um sie alle aufzuzählen. Aber ich liebe Neil Gaimans »The Ocean at the End of the Lane« (»Der Ozean am Ende der Straße«). Das Buch war eines der ersten, das ich auf dem Blog rezensiert habe und ich war einfach so fasziniert davon, was Geschichten mit einem anstellen können. Ich hatte das Gefühl, dass der Roman einfach nur auf mich gewartet hat oder andersherum. So oder so konnte ich nicht fassen, wie es meine Stimmung, mein Denken und meine Gefühle beeinflusst hat. Mir gefiel daher wirklich alles daran. Die Erzählweise, die Figuren, die phantastischen Elemente und das, was man eventuell zwischen den Zeilen entdeckt.

Ein Buch, das mich letztens besonders beeindruckt hat, ist Maggie O'Farrells »Hamnet« (dt. Übersetzung: »Judith und Hamnet«). Der Roman hat neulich auch zurecht den Women's Prize for Fiction gewonnen.

– Gab es Bücher, die dir überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen du das Lesen gar abgebrochen hast? Welche waren das, und was missfiel dir an ihnen?

Ich glaube es gab nur 1 oder 2, die ich abgebrochen habe. Die waren aber scheinbar so »schlecht«, dass ich mich gar nicht mehr an die Titel erinnere. Ich weiß, dass mir einfach die Wortwahl und der Inhalt selbst überhaupt nicht gefallen haben.

– Werden auf deinem Blog nur Bücher rezensiert, oder können deine Besucher auch andere Dinge bei dir lesen?

Überwiegend geht es tatsächlich um Bücher und alles, was damit zu tun hat. Manchmal gibt es Reiseeinblicke oder Persönliches in den Lesemonaten, aber ich kehre immer wieder zum Thema »Bücher« zurück. Daran habe ich definitiv den meisten Spaß. :)

– Hast du Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könntest du unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzt du an ihnen?

Oh, es gibt wahnsinnig viele Blogger*innen, die ich sehr schätze und gerne empfehle. Dank der LitblogCon durfte ich zum Beispiel Marie von »Wortmalerei« und Verena von »Flying Thoughts« kennenlernen. Auf beiden Blogs schaue ich gerne vorbei.
Meine absolute Favoritin ist zudem »Miss Bookiverse«, weil ich bei ihr immer fündig werde, wenn es um Neuerscheinungen oder tolle englische Bücher geht.
Ansonsten lese ich unter anderem auch gerne bei Lesestunden, Liesa.Rebbig (Instagram), Kimono Books (viel japanische Literatur zu entdecken), Nordseiten, lottelikesbooks (Instagram) mit.

Das Team von Leserkanone.de dankt Karin für die Zeit, die sie sich genommen hat!
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IM INTERVIEW ERWÄHNTE BÜCHER
Der Ozean am Ende der Straße
Geschrieben von: Neil Gaiman (8. Oktober 2014)
2,00
[1 Blog]
2,00
[2 User]
Judith und Hamnet
Geschrieben von: Maggie O'Farrell (14. September 2020)
 
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