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Wir grüßen unseren neuesten User »leonieheil«!
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 Verlorene Werke
 
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Interview   |   Rezensionen
– Wer steckt hinter »Verlorene Werke«? Seit wann gibt es deinen Blog? Was hat dich damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Eine Buchverrückte, die ihr Hobby auch zum Beruf gemacht hat und bereits seit Januar 2009 ihr Blog betreibt. Damals war es schlicht die Neugierde und die Frage, ob ich so etwas erschaffen und durchhalten kann.
Bei mir geht es vor allem um Bücher. Ich bin von jeher ein großer Phantastikfan, habe aber auch diverse andere Genres ausprobiert und in etwa lange Frauen- und Liebesromane gelesen, die es immer noch ab und an im Blog zu sehen gibt. Hauptsächlich suche ich aber immer nach unterhaltsamen Fantasyromanen jeglicher Art.
Als kleine etablierte Specials stellen sich immer mal wieder Autoren im »Autorenplausch« vor, indem sie in einem Text von sich, ihrer Arbeit, aber vor allem ihren Büchern berichten. Dazu zählen Autoren, die bei (Groß- und Klein-)Verlagen veröffentlicht wurden genauso, wie Selfpublisher.
Weiterhin erzählt der Verleger Torsten Low im »Verlagsgeplauder« von seiner Arbeit und gibt damit immer Anregungen, über den Lesertellerrand hinauszuschauen. Abgesehen davon finden sich stets Neuigkeiten und andere unterhaltsame Beiträge ein. In erster Linie lege ich jedoch Wert auf ehrliche und direkte Rezensionen.

– Wie viele Bücher liest bzw. rezensierst du im Schnitt? Liest du immer nur ein Buch, oder liest du mehrere Bücher parallel?

Ich rezensiere ein Buch in der Woche, jeden Donnerstag aufs Neue. Auch abgebrochene Bücher werden bei mir dokumentiert, so dass es auch mal mehr werden können. Nicht jedes Buch, das ich lese, rezensiere ich auch, wenn allerdings doch die meisten.
Seit einigen Jahren lese ich nur noch ein Buch nach dem nächsten, weil sich Inhalt und Erzählkraft nur dann entfalten können. Bei einem Mischmasch kann ich nur schwer unterscheiden, was das Besondere am jeweiligen Erzählwerk gewesen ist, weil jeder Autor eine eigene (Schrift-)Stimme besitzt.

– Was macht für dich ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legst du beim Lesen und Bewerten dein Hauptaugenmerk und warum?

Die Frage ist ein bisschen tricky, weil ich auch beruflich mit Geschichten (aller Art) arbeite (also vermutlich morgen mit dem Erzählen noch nicht fertig wäre). Privat lese ich aber immer anders als beruflich. Da bin ich ein unheimlicher Korinthenkacker, privat jedoch gehe ich wesentlich ruhiger ans Lesen. Man muss sich eben auch mal auf ein Werk einlassen und wenn es »anders« oder ein bisschen abgedreht ist, dann ist das eben so. Auch stören mich privat kleinere Rechtschreibfehlerchen wenig, weil sie mir bei einer fesselnden Geschichte schlicht egal sind oder gar nicht erst auffallen.
Persönlich lege ich sehr viel Wert auf die Figuren einer Geschichte, deren Beziehungen untereinander und ihre Motivationen. Wenn es auf dieser Ebene nicht funktioniert, reißt es auch eine Handlung (die ohne die Charaktere eigentlich keine wäre) selten raus.
Als Sozialwissenschaftlerin muss die Welt in Phantastikwerken für mich bis ins Kleinste durchdacht sein, denn für mich machen die erdachten Gesellschaftssysteme einen großen Reiz des Genres aus. Deswegen bedaure ich es oft, dass es in den meisten Geschichten schlicht mittelalterliche Welten Punkt sind. Die historische Entwicklung unserer Welt muss nicht auch die gleiche einer anderen sein und wenn es nur wenige Veränderungen gibt, ändert sich im großen Gefüge schon Vieles. Auch das Spielen mit diesen Nuancen, diesem »was wäre wenn« ist eigentlich mit die größte Besonderheit des Genres – und wird doch viel zu wenig benutzt.
Wenn es ein Autor überdies noch schafft, die reiche Sprache, die wir besitzen, zu benutzen – und zwar komplett und nicht nur einen Teil davon – bin ich eine glückliche Leserin.

– Bist du auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt dir an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die du generell gar nicht liest?

Ich habe mich durch die Jahre – ich bin inzwischen Mitte dreißig – durch sehr viele Genres durchgelesen. Es gab aber immer eines, das mich besonders fasziniert hat: die Phantastik/Fantasy. Dieses Genre ist so groß und reich an Untergenres, das für wirklich jeden Leser etwas dabei sein sollte. Am meisten mag ich, wie schon erwähnt, die Möglichkeiten des »was wäre wenn?«; dies vor allem im Hinblick auf die Charaktere, weniger das Setting oder die (gewollte) Handlung.
Prinzipiell bin ich beim Lesen für alles offen und lehne vielleicht Bücher, aber nie von vornherein ein ganzes Genre ab.

– Liest du nur Verlagsproduktionen, oder besprichst du auch die Bücher von Selfpublishern? Was hältst du generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich lese querbeet und habe in den letzten Jahren auch schon Selfpublisher (für mich) entdeckt, die zu schüchtern sind um für sich selbst Werbung zu machen, deswegen aber keine weniger lesenswerten Geschichten abgeliefert haben. Beruflich bin ich natürlich auch immer wieder mit einigen in Kontakt und finde es sehr spannend, was dort alles hinter den Kulissen passiert.
Es steckt für gewöhnlich sehr viel und auch harte Arbeit hinter einem Buch – völlig unabhängig wo und in welcher Form es erscheint. Es mag schwarze Schafe in der Selfpublishing-Welt geben, die meisten Autoren haben sich jedoch gründlich informiert und die Arbeit eines ganzen Verlages auf nur eine Person heruntergebrochen.
Dass ich mehrheitlich Verlagsproduktionen lese liegt vor allem daran, dass ich sehr viel am PC arbeite und in meiner Freizeit fast ausschließlich Print lese. Und daran, dass ich einen SuB (Stapel ungelesener Bücher) besitze, der exakt von mir ausgewählt wurde, aber auch einige Jahre alt ist. Irgendwann will ich alles davon gelesen haben – so der Plan.

– Wartest du darauf, dass dich Autoren oder Verlage anschreiben und dir Rezensionsexemplare anbieten, oder wendest du dich selbst an sie? Oder rezensierst du gar nur die Bücher, die du dir selbst kaufst?

Ich habe zu Rezensionsexemplaren eine ganz eigene Meinung, die man auch immer mal wieder in meinem Blog nachlesen kann. Wenn sie ungefragt vor meiner Tür stehen oder ich explizit in einer E-Mail zu einem Buch befragt werde, dann nehme ich sie an und lese sie (sehr zeitnah). Ansonsten gibt es, auch bei leerem Geldbeutel, genug Möglichkeiten an Lesestoff zu kommen (Tauschbörsen, ME, Bibliotheken, Leihen, kaufen), von dem meist aus allen Nähten platzenden SuB der meisten Leser ganz zu schweigen. Wer mehr wissen will, muss nur mal vorbeisehen oder mir eine E-Mail schreiben.

– Welches Buch oder welche Bücher sind dir besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem du deinen Blog gestartet hast? Was gefiel dir an ihnen ganz besonders gut?

Das sind seit Januar 2009 eine ganze Menge gewesen. Meine Lieblingsautorin (ever) ist Robin Hobb, weil sie so echt und durchdacht schreibt. In den letzten Monaten habe ich immerhin drei Werke von Lauren Beukes gelesen, weil sie es geschafft hat, mir neue Blickwinkel zu öffnen. Vor allem »Zoo City« und »Broken Monsters« (das gefiel mir sehr!) werfen, wie die Autorin in einem Interview gesagt hat, einen Blick auf die reale Welt, aber mit einem »verzerrendem Abstand«, weil wir es müde sind über sie zu reden oder über sie nachzudenken. Mit der »phantastischen Brille« rücken sie wieder in den Fokus.
Ich mochte ebenfalls: Glenda Larke, Janine Cross, Karen Miller, Robert Jordan, Jo Walton, Tamora Pierce, Carol Berg, Johanna Sinisalo sehr gern. Aber auch Janice Hardy, Maggie Stiefvater, Karen Marie Moning, Tanith Lee, Rob Thurman, N.K. Jemisin, Carrie Vaughn, Ange Guéro und C.J. Cherryh sind sehr lesenswert!
Sie haben oft mehr als ein Werk geschrieben, darum einfach mal ein bisschen stöbern gehen. :)

– Gab es Bücher, die dir überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen du das Lesen gar abgebrochen hast? Welche waren das, und was missfiel dir an ihnen?

Ich bin ja eine bekennende Leseabbrecherin. Mein Leben ist zu kurz für Bücher, die mir aus welchen Gründen auch immer nicht zusagen – und es gibt immer noch so viele mehr, die ich gern lesen möchte. Dabei muss der Abbruch nicht unbedingt am Können des Autors liegen, sondern eher an einer Thematik, die mir nicht gefällt. Ich versuche das in der Rezension dazu immer kurz, aber konstruktiv zu beschreiben, weil ich oft das Gefühl habe, dass das entsprechende Buch anderen sehr gut gefallen könnte. Zuletzt war das in etwa Daniel Illgers »Skargat 1 - Der Pfad des schwarzen Lichts«, das wirklich toll beginnt und mich unheimlich gefesselt hat, dann aber plötzlich einfach nicht mehr meins war.
Was ich nicht gern gelesen habe, einfach aufgrund des Themas, war »Land ohne Lilien 2 - Geflohen« von Lauren DeStefano, die mich im ersten Teil noch begeistern konnte. Obwohl sie unheimlich dicht zu schreiben vermag, stand das Thema »Vergewaltigung« (von sehr, sehr jungen Mädchen) zu sehr im Raum und ist nicht ein bisschen verträglich abgehandelt worden.
Auch »Die Bibliothek der schwarzen Magie 1 - Die Wissende« von Christopher Nuttall mochte ich allein deswegen nicht, weil man mir vordergründig eine »starke weibliche Protagonistin« zeigen wollte, es aber das genaue Gegenteil wurde. Überhaupt wundere ich mich in der letzten Zeit über die gestiegene Gewalt in Büchern aller Genres, vor allem gegen Frauen und Mädchen.
Was ich mir aber wirklich gern erspart hätte, war eine DVD: »Stan Lee’s Mighty Seven«.

– Werden auf deinem Blog nur Bücher rezensiert, oder können deine Besucher auch andere Dinge bei dir lesen?

Das Hauptaugenmerk liegt immer auf Büchern und Rezensionen, aber ich berichte auch gern von Neuigkeiten im Bücherdschungel, vor allem am dritten eines Monats, aber nicht nur. Wer noch nicht wusste, dass und wie oft Cover wiederverwertet werden, sollte sich die »Covergleichheit« anschauen. Ich berichte einmal im Monat auch von Dingen, die ich handwerklich aus Wolle oder Stoff hergestellt habe. Und natürlich bekommen Autoren bei mir einen eigenen Platz eingeräumt. Wenn ich die Zeit finde, bespreche ich auch gern mal eine DVD.

– Hast du Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könntest du unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzt du an ihnen?

Ob ich andere Blogs lese? Natürlich, wenn ich auch längst nicht mehr die Zeit dazu habe, die ich gerne hätte.
Gern schaue ich bei http://www.jos-truth.de/, weil Jo über so viele Themen rund um Bücher, Literatur, Schreiben und Veröffentlichen erzählt, dass man sich einfach festlesen muss. Viele News hole ich mir gern bei: http://www.fantasy-news.com/ und von speziellen Büchern lese ich gern hier: https://fantasyblogger.wordpress.com/. Sehr individuell zu sagen hat: http://muetzen-variete.biz/. Immer fündig werde ich auch hier: http://neyasha.blogspot.de/, http://bibliothekvonimre.blogspot.de/, http://readingtidbits.blogspot.de/, http://phelmas.com/. Und weil das jetzt schon mehr als zwei sind, bitte unbedingt noch in meine Blogroll schauen, dort ist wirklich jeder Link sehr interessant mit eigener Stimme.

Das Team von Leserkanone.de dankt der Bloggerin von »Verlorene Werke« für die Zeit, die sie sich genommen hat!
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