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 Buchvogel
 
 Internet: buchvogel.blogspot.com
 Facebook: daniela.walch.3
 Twitter: Buchvogel_Blog
 Datum: 21.09.2018
– Wer steckt hinter »Buchvogel«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Hinter Buchvogel steckt Daniela Walch. Ich wohne im Schwarzwald, arbeite als Technischer Redakteur – und habe schon immer leidenschaftlich gern gelesen. Den Blog gibt es seit Februar 2017. Ausgangspunkt war das Buch »Ein Baum wächst übers Dach« von Isabella Nadolny, von dem ich so begeistert war, dass mir eine einfache Rezension bei Amazon nicht ausreichend erschien. Sehr spontan und innerhalb von wenigen Stunden hab ich dann den Blog ins Leben gerufen, mit dem ich dann in Kontakt kommen wollte mit anderen Buchliebhabern.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Im Schnitt lese ich tatsächlich zwei bis drei Bücher die Woche im normalen Alltag. Das kann etwas mehr werden, wenn die Bücher kurz sind oder ich viel Lesezeit hab, das kann aber auch weniger werden, wenn ich viel Arbeit hab. Ich lese nicht immer, aber immer wieder auch Bücher parallel. Das meiste waren etwa fünf Bücher parallel, im Schnitt sind es aber eher zwei bis drei Bücher. Die Bücher müssen sich auch stark unterscheiden, z.B. kann ich Bücher in Deutsch und Englisch kombinieren, oder ein Sachbuch und einen Roman, oder auch Hörbücher und Print. Dann ist es auch kein Problem, den unterschiedlichen Plots zu folgen.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Es ist leicht zu sagen, welches Buch mir gut gefallen hat und welches für mich herausragend war. Die Frage nach den Faktoren sind dagegen nicht so leicht zu beantworten. Welche Geschichte, welche Erzählweise trifft einen Nerv in mir, berührt mich ganz besonders? Natürlich hab ich, wie viele Büchernarren, schon vorher eine Ahnung, welche Bücher mir gefallen.

Wert lege ich zum einen auf die Grundlagen: Eine verständliche Schreibweise mit guten Dialogen (Dialoge sind gar nicht so einfach zu schreiben), keine Rechtschreibfehler oder logische Brüche. Das Buch sollte mich auf jeden Fall unterhalten, ich möchte es gerne wieder in die Hand nehmen, um weiterzulesen.

Darüber hinaus mag ich Bücher, in denen die Protagonisten eine Entwicklung durchmachen oder in denen moralische Fragen aufgewerfen werden. Die »innere« Action gefällt mir oft besser wie eine »äußere« Action. Ich bin wahrscheinlich in der Minderheit, mit meiner Vorliebe für Bücher, in denen prinzipiell nicht viel passiert, sondern lediglich der Alltag beschrieben wird.

Beim Bewerten schau ich zunächst darauf, wie mich das Buch emotional angesprochen hat, also ein rein subjektiver Eindruck: War ich gelangweilt oder konnte ich es nicht erwarten, weiterzulesen? Stand ich den Geschehnissen unbeteiligt gegenüber, war ich gerührt, bewegt oder amüsiert? Und selbstverständlich auch die objektiven Faktoren wie Schreibstil, Plot, Spannungsbogen, Authentizität der Charaktere, denn ich möchte mit meiner Rezension anderen Anregungen geben und das Buch objektiv vorstellen.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Nein, spezialisiert bin ich nicht. Ich lese viel Gegenwartsromane und Fantasy, vor allem Star Trek, weil ich hier meist die Geschichten vorfinde, die mich begeistern. Also Entwicklungsgeschichten mit guten Dialogen und einer ethisch-moralischen Komponente. Daneben lese ich aber auch historische Romane und Klassiker sowie Sachbücher. Von einem guten Sachbuch kann man viel Neues erfahren und dazulernen, das mag ich sehr. Krimis hab ich früher viel gelesen, momentan aber nicht sehr häufig. Sehr selten lese ich Thriller oder erotische Bücher, Horror und Liebesromane fast nie.

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich bin ein großer Fan von Selfpublishern. Da diese nicht den Zwängen des Marktes unterworfen sind, findet man hier sehr originelle Geschichten. Sie sind nicht ganz so glattgebügelt. Sie müssen keine kommerziellen Erwartungen genügen oder dem Massengeschmack gefallen – und deshalb findet man wirkliche Perlen darunter. Die Selfpublisher stecken oft viel Arbeit und Herzblut in ihr Werk und das merkt man auch. Die Kunst ist, die guten Geschichten herauszufiltern, denn natürlich gibt es im Selfpublisher-Bereich auch Geschichten, bei denen man sich denkt, dass ein gutes Lektorat Not getan hätte.

Das ist der Vorteil von Verlagsproduktionen. Ich kann hier einen gewissen Standard erwarten, wie ein ordentliches Lektorat und eine professionelle Aufbereitung. Und es gibt Verlage, die auch abseits vom Massengeschmack wirkliche Perlen produzieren. Und schließlich sei gesagt, dass der Massengeschmack ja auch nichts wirklich schlechtes ist, solide Unterhaltung eben.

Dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden, finde ich folgerichtig für unsere Zeit. Wir sind nicht nur Konsumenten, sondern werden immer mehr zu Produzenten, denken Sie nur an die ganzen YouTuber. Genauso eine Entwicklung scheint es im Buch-Bereich zu geben. Ich selbst habe nun einige Male an der Aktion #WritingFriday teilgenommen, bei der man zu vorgegebenen Themen Geschichten schreibt und dadurch nochmal einen ganz anderen Blick auf Autoren und viel Respekt vor ihrer Arbeit bekommen.

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Alles drei – ich lese und rezensiere selbstgekaufte Bücher, über bestimmte Rezensionskanäle angeforderte Bücher sowie angebotene Bücher. Tatsächlich ist es ja so, dass ich oft angeschrieben werde, vor allem von Selfpublishern. Das schmeichelt mir immer noch und ich nehme auch oft an.

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Ich möchte exemplarisch hier drei Werke nennen:

Das Buch, aufgrund dessen ich meinen Blog gestartet habe, wegen seiner literarischen Qualität. (»Ein Baum wächst übers Dach« von Isabella Nadolny).

»Umdrehungen« von Sonja Bethke-Jehle mochte ich wegen der realistischen Darstellung einer jungen Beziehungen, die sich plötzlich mit einer Querschnittslähmung eines Partners gegenübersieht.

Die »Dalan«-Trilogie von Sarah Marie Keller gefiel mir, weil sie es geschafft hat, ein frisches Stück Fantasy zu schreiben, das nicht vorhersehbar war.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

»Der Monsterjäger und die Prinzessin der Dämmerung« hätte ich fast abgebrochen, habe es dann aber quergelesen. Das Genre der Low-Fantasy ist nicht so meines, hab ich da gemerkt, mir ist da zuviel an reiner Action gewesen, der Plot konnte mich nicht überzeugen. Nicht gefallen hat mir auch Nacktgebiete 2.0 - Selig sind die Nackten, hier wurde das Nacktsein zu religiös überhöht und die Sexszenen fand ich sehr kindisch. Tatsächlich abgebrochen hab ich Mein Leben mit Anna von IKEA, das war einfach nicht mein Humor.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Am #WritingFriday nehme ich oft teil, hier werden Monatsthemen ausgegeben, zu denen Blogger dann eine Geschichte, ein Gedicht oder etwas sonstiges kreatives schreiben können.

In unregelmäßigen Abständen stelle ich auch Bücherschränke vor, die in meiner Nähe sind oder denen ich auf Reisen begegne.

Letztes Jahr hab ich zudem einen großen Themenmonat gehabt, in dem ich Bücher über und mit Insekten vorgestellt habe mit vielen Informationen rund um Insekten, bspw. hab ich für einige Blogbeiträge einen Imker besucht.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Da wäre bspw. Mikka (Mikka liest von A bis Z), ich mag die Qualität ihrer Rezension, sie schreibt sehr klug und umfassend, bringt interessante Punkte zur Sprache und ihre Rezensionen sind gut aufgebaut.

Mit MonerlS-bunte-Welt und hundertmorgenwald hat sich eine Bloggerfreundschaft aufgebaut, ich schätze an beiden die Mischung der Bücher, die sie lesen (wir haben schon einige Male untereinander getauscht) und die Aspekte, die sie bei ihren Rezensionen aufgreifen, ergänzen oft hervorragend die Punkte, die mir aufgefallen sind. Es sind beides sehr offene Menschen, die auch bei der Auswahl ihrer Bücher eine gewisse Weltoffenheit und Abwechslung an den Tag legen.

Dann mag ich noch Weltenwanderer nennen, sie macht sich die mühevolle Aufgabe, die Gewinnspiele der Buchblogger zu sammeln und zu veröffentlichen und hat eine sehr abwechslungsreiche Mischung.

Das Team von Leserkanone.de dankt Daniela Walch für die Zeit, die sie sich genommen hat!
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IM INTERVIEW ERWÄHNTE BÜCHER
Mein Leben mit Anna von IKEA
Geschrieben von: Thomas Kowa (18. Mai 2017)

 
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