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 Kerstins Kartenwerkstatt
 
 Internet: kerstinskartenwerkstatt.de/blog
 Facebook: kerstinskartenwerkstatt
 Twitter: KerstinCornils
 Datum: 31.03.2018
– Wer steckt hinter »Kerstins Kartenwerkstatt«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Hinter Kerstins Kartenwerkstatt steckt Kerstin Cornils. Den Blog habe ich im September 2013 aus einer Laune heraus aufgebaut. Am 15.09.2013 waren es noch 100 Tage bis Weihnachten und ich war gerade im Bastelfieber. Mein Blog entstand erst mal als reiner Bastelblog für 100 Karten bis Weihnachten. Danach hatte ich soviel Freude am Bloggen gewonnen, dass ich nicht wieder aufhören wollte. Im Januar 2015 habe ich meinen Blog umstrukturiert und seit dem blogge ich Montags über Bücher und am Donnerstag über meine kreativen Werke.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Ich lese pro Woche etwa 600 Seiten. Dementsprechen kann es mal nur ein Buch sein oder auch mehrere. In der Regel rezensiere ich auch alle Bücher die ich lese. Für jeden Leseort bzw. für jede Lesegelegenheit habe ich oft ein anderes Buch am Start. Teilweise lese ich bis zu 4 Bücher gleichzeitig. Abends darf ich nur mit meinen Ebook Readern lesen, weil mein Mann beim Licht meiner Nachttischlampe nicht schlafen kann. Somit nutze ich die Zeit tagsüber für meine Taschenbücher. Mir fällt es sehr leicht zwischen den Geschichten zu wechseln und ich habe auch nicht das Gefühl die Romane durcheinader zu bringen. Abends kann ich gerne auch mal mitten im Satz das Buch beenden und schlafen und mache am nächsten Tag an der gleichen Stelle weiter.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Ein gutes Buch ist absolut Subjektiv. Das kann bei mir ganz unterschiedlich sein. Ich liebe Liebesromane, bei denen im Pronzip von Anfang an offensichtlich ist welches Paar sich finden wird. Ich finde den Weg zum Ziel dann dabei wichtig. Es darf gerne kitschig sein und es muss mich emotional mitnehmen. Im Gegensatz dazu steht meine Liebe zu Kriminalromanen und Thrillern. Dort darf möglichst bis zum Ende der Täter nicht erkennbar sein. Um so mehr ich während des Lesens miträtseln darf um so besser.
Beim Bewerten eines Buches lege ich sehr viel Wert auf das Cover. Mich muss ein Cover anziehen, damit ich ein Buch überhaupt erst in die Hand nehme und lese. Wenn mir das Cover nicht zu sagt, kann der Inhalt nur schwer überzeugen. Seit dem ich über Bücher blogge startet jede Rezension mit einer Betrachtung des Covers. Gerne gehe ich auf die Erzählperspektiven ein. Ich lese sehr gerne Geschichten, die in der 1. Person geschrieben sind. Ich finde da kann ich am besten mit den Protagonisten mitfühlen und bin viel tiefer in einer Geschichte drin.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

In der 3. Frage habe ich schon anklingen lassen, dass ich nicht auf ein einziges Genre fixiert bin. Und warum ich Liebesromane auf die Eine Weise liebe und Kriminalromane auf eine ganz Andere Weise. Zwischendurch lese ich gerne Historische Romane und auch Familiensagas. Auch Kinder- und Jugendbücher finde ich faszinierend.
Science Fiction und Fantasy sind Genres, die mich so gar nicht ansprechen.

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich lese beides gerne. Ich finde auch, dass man den Unterschied immer weniger merkt.
Was für mich gar nicht geht, sind schlecht formatierte Bücher. Da kann ich beim Lesen aggresiv werden. Ich finde es unsinnig die Seitenzahl eines Buches mit Hilfe der Formatierung enorm zu erhöhen. Das bringt niemandem etwas. Auch zu viele Rechtschreibfehler finde ich anstrengen. Die lachen mich irgendwie immer sofort an, wobei ich selbst Legastenikerin bin und gerade wenn ich schnell schreibe nicht unbedingt fehlerlos bin.
Ich finde es eine gute Möglichkeit Bücher auch in Eigenregie zu produzieren. Aber wie überall gibt es auch unter den Selfpublishern Schwarze Schafe. Ich finde auch in Eigenregie sollte viel Wert auf Inhalt, Layout und Sprachrichtigkeit gesetzt werden. Und für mich ist das Cover das wichtigste.

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Ein gesundes Mittelmaß von allem. Als ich meine erste Anfrage von einem Autor bekam war ich total glücklich. Ich habe mich wie ein Schneekönig gefreut. Da hatte ich gerade mal zwei Monate meinen Blog auf Bücher umgestellt. Inzwischen erreichen mich regelmäßig Anfragen und ich selektiere diese ganz genau aus. Ich habe für mich einen Leseplan erstellt, der natürlich immer Luft bietet für ganz spontane Bücher, die nach mir rufen. Bücher selbst zu kaufen gelingt mir momentan fast gar nicht mehr. Ich komme mit dem Lesen gar nicht hinterher. Mein Hörbuchabonnement leiste ich mir noch, allerdings rezensiere ich die nicht alle.
Mein Blog dreht sich ja um Bücher und kreatives. Bei Bastelbuchverlagen frage ich regelmäßig selber an, um mir neue Ideen und Insperationen geben zu lassen.

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Da muss ich erst mal kurz nachdenken. Beeindruckt haben mich die Bücher von Jessica Koch. Von ihr bekam ich eine Anfrage kurz bevor »Danny-Trilogie 1 - Dem Horizont so nah« erscheinen sollte. Wie irgendwie alle hatte ich von ihr zuvor noch nie etwas gehört. Das Thema vom Buch fand ich spannend. Ihre Geschichte hat mich zu tiefs berührt. Ich finde es schön, dass damit das Thema Aids mal wieder angesprochen worden ist. In meiner Jugendzeit war das Thema allgegenwärtig. Doch inzwischen finde ich, ist es immer mehr in Vergessenheit geraten. Ich mag Geschichten, die auch mal Tabuthemen aufgreifen und nicht nur an der Oberfläche streifen. In dem Zusammenhang hat mich »Boat People« von Roland Künzel auch sehr bewegt. Er hat ein Buch über Flüchtlinge geschrieben kurz bevor die Situation bei uns akut wurde.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Bei dieser Frage muss ich an ein Buch von Wladimir Kaminer denken. Nicht weil es in diese Kategorie gehört, sondern er hat in seinem Buch »Das Leben ist (k)eine Kunst« in der vorletzten Geschichte zehn Bücher genannt, die sein Leben ruiniert haben. Darauf habe ich eine Liste angefertigt, mit den Büchern die mir missfallen bzw. die eine negative Erinnerung hinterlassen haben. Ich bin nur auf 5 Bücher gekommen, die ich hier kurz erläutern möchte.

Das Muschelessen von Birgit Vanderbeke, ein Buch, dass ich gerne nicht gelesen hätte. Wobei ich für die Deutschklausur 12 Punkte bekommen habe. Die Aufgabe lautete: Im Stil von Vanderbeke ein anderes Ende zu schreiben. Also habe ich einen ganz ganz langen Schachtelsatz geschrieben, der fast meine ganze Arbeit ausgemacht hat.
Der Zauberer von Oz von Lymann Frank Baum. Meine Mutter hat mir und meinem Bruder dieses Buch vorgelesen. Ich weiß nicht wie alt ich da war, aber wir hatten noch tagelang Angst schlafen zu gehen. Dieses Buch stand Jahre lang unbeendet in meinem Bücherregal. Und irgendwie hatte ich immer Angst davor. Erst mit anfang 20 habe ich das Buch gelesen und habe mich gefragt: Wovor ich wohl solche Angst gehabt habe. Eine Antwort habe ich nicht gefunden.
Du sollst nicht begehren von Batya Gur. Dieses Buch habe ich versucht zu lesen während meiner Ausbildung. Jeweils immer im Zug von Heide nach Neumünster. Ich fand einfach keinen Zugang zum Thema. Ich weiß gar nicht ob ich das Buch noch habe. Ich glaube nach meinem Besuch in Israel würde ich es jetzt mit anderen Augen lesen.
Kleins Grosse Sachen von Daniela Engest. Ein Buch, das ich erst kürzlich gelesen habe. Ich fand einfach keinen Zugang zu dem Buch. Ich konnte mich in den Protagonisten nicht hineinversetzen und wollte ihn am liebsten nur anschreien. In Absprache mit der Autorin habe ich dann das Buch zur Seite gelegt.
Johannes Hornoff 5 - Der Todsammler von Noah Fitz. Liegt noch auf meinem Nachttisch. Aus Prinzip werde ich dieses Buch irgendwann zu Ende lesen. Aber auch hier wurde ich beim Lesen immer aggressiver. Das lag zum Einen an der grausamen Formatierung. Da hätte ich beim Lesen schon echt durchdrehen können. Und zum Anderen an dem Inhalt und dem Autor selbst. Ich denke irgendwann im Sommer, wenn das Buch in meinem SUB wieder auftaucht werde ich es beenden und rezensieren.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Auf meinem Blog gibt es neben den Büchern ganz viel kreatives zu sehen. Ich bastel sehr gerne mit Papier und so findet man Grußkarten zu jedem Anlass und kleine Geschenkverpackungen. Vier mal im Jahr veranstalte ich mit gleichgesinnten einen Technik-Blog-Hop. Dabei zeigen wir Werke mit Stempeltechniken oder besondere Kartenformate und geben in der Regel eine Anleitung dazu. So bekommen unsere Leser ganz viel kreativen Input zum Nachbasteln.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Es gibt inzwischen so viele. Zwei sind mir in meiner Bloggerlaufzeit im Bereich der Buchblogger besonders ans Herz gewachsen. Heike von https://fraugoetheliest.wordpress.com und Manuela von http://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de. Uns drei verbindet die Liebe zu Kriminalromanen und Thrillern. Mit Heike habe ich zusammen den Fernkurs »Bloggen- professionell gemacht« absolviert. Und inzwischen probieren wir unser gelerntes aus. So poste ich in noch unregelmäßigen Abständen einen Podcast bei mir auf dem Blog. Da die Aufnahme immer noch sehr Zeitintensiv ist, schaffe ich es neben meinem Hautberuf in der Apotheke leider noch nicht regelmäßig. Aber mit jedem neuen Podcast wird es leichter und besser.

Das Team von Leserkanone.de dankt Kerstin Cornils für die Zeit, die sie sich genommen hat!
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IM INTERVIEW ERWÄHNTE BÜCHER
Danny-Trilogie 1 - Dem Horizont so nah
Geschrieben von: Jessica Koch (15. März 2016)
89/100
[3 Blogger]
Das Leben ist (k)eine Kunst
Geschrieben von: Wladimir Kaminer (8. September 2015)
Johannes Hornoff 5 - Der Todsammler
Geschrieben von: Noah Fitz (2. Juni 2017)
60/100
[1 Blogger]

 
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