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 Fantastische Bücherwelt
 
 Internet: www.fantastische-buecherwelt.de
 Facebook: Fantastische.Buecherwelt
 Twitter: FantBuecherwelt
 Datum: 04.06.2017
– Wer steckt hinter »Fantastische Bücherwelt«? Seit wann gibt es deinen Blog? Was hat dich damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Mein Name ist Marny, ich wurde 1974 geboren und hatte schon als Kind den Ruf einer Leseratte. Ich lebe in Wolfsburg und arbeite als Sachbearbeiterin, habe beruflich also nichts mit Literatur zu tun. Inzwischen sehe ich das aber als Vorteil, weil ich so einfach lesen kann, was mich reizt. Egal welches Genre oder Thema und unabhängig davon, ob das Buch in einem Verlag oder im Selfpublishing veröffentlicht wurde. Mich interessieren noch andere Dinge, aber mit dem Lesen und Schreiben verbindet mich eine besondere Leidenschaft.

Meinen Blog gibt es seit April 2008. Er ist entstanden, weil ich meine im Literaturschock-Forum geschriebenen Rezensionen an einem Ort sammeln wollte. Anfangs also tatsächlich eher, um da etwas mehr Struktur zu haben und eine Übersicht.

– Wie viele Bücher liest bzw. rezensierst du im Schnitt? Liest du immer nur ein Buch, oder liest du mehrere Bücher parallel?

Ein bis drei Bücher im Monat. Das kommt darauf an, wie viel Lesezeit ich habe und ist natürlich auch von der Seitenanzahl abhängig. Ich versuche jedes gelesene Buch zu rezensieren, aber so ganz schaffe ich das inzwischen nicht mehr. Da kommt dann wieder der Zeitfaktor ins Spiel, denn für eine Rezension brauche ich einige Stunden – ich versuche aber, möglichst viele zu schreiben (das kann dann auch mal Wochen/Monate nach dem Lesen erfolgen). Normalerweise lese ich immer nur ein Buch. Allerdings kann es passieren, dass ich ein angefangenes unterbreche, um als Testleserin zu unterstützen.

– Was macht für dich ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legst du beim Lesen und Bewerten dein Hauptaugenmerk und warum?

Ich mag komplexe Geschichten, die mein Herz und meinen Verstand beschäftigen. Die mich rätseln und spekulieren lassen. Mir ist die Nähe zu den Figuren wichtig, aber auch eine gewisse Tiefe – eher oberflächliche Geschichten und Figuren sind für mich ganz schrecklich. Außerdem mag ich es nicht, wenn die Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht und es da keine anderen gleichberechtigten Themen gibt, sondern nur schmückendes Beiwerk. Darum fließt in meine Bewertung auch mit ein, wie ich die Atmosphäre, die Figuren, die Intensität, die Sprache und die Geschichte insgesamt empfunden habe. Hat mir etwas gefehlt? Fand ich etwas unlogisch? War mir die Geschichte zu oberflächlich? Wie hat das Buch auf mich gewirkt? Waren die Figuren nah bei mir? Hatte ich das Gefühl, dass der Autor mit Sprache umgehen kann? Fand ich das Gesamtpaket rund?

– Bist du auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt dir an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die du generell gar nicht liest?

Mein Schwerpunkt ist deutsche Fantasy. Mich begeistern die meisten Bücher und ich finde, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit erhalten. Mir gefällt der phantastische Anteil: Fremde (oder veränderte) Welten, verschiedene Wesen, Magie, … Aber auch die Werte, die oft vermittelt werden und immer aktuell sind – beispielsweise die Akzeptanz von Andersartigkeit. Ich mag die Vielfalt, den Wert der Freundschaft und dass ich meist viel aus diesen Büchern mitnehme. Und ich liebe die Intensität, mit der ich viele der Geschichten erlebe (inklusive der Macken, die sich daraus ergeben).

– Liest du nur Verlagsproduktionen, oder besprichst du auch die Bücher von Selfpublishern? Was hältst du generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich lese sowohl Verlagsproduktionen als auch Bücher von Selfpublishern. Meine Auswahl treffe ich danach, ob mich das Buch thematisch reizt und mir die Leseprobe gefällt, nicht danach wie es veröffentlicht wurde. Für mich hat das Selfpublishing Vor- und Nachteile: Es ist eine Möglichkeit zur Veröffentlichung von Büchern, die Verlagen auch thematisch zu »speziell« sind (z.B. haben es Geschichten mit meiner geliebten nordischen Mythologie bei Verlagen ja oft schwer). Und/oder für die Bücher von Autoren, denen ihre Freiheit wichtig ist. Der Nachteil ist, dass wirklich jeder ein Buch veröffentlichen kann und die Menge bzgl. der Qualität einfach nicht zu überblicken ist. Da mir handwerklich gut gemachte Bücher wichtig sind, bin ich auch ein Teil des Qindie-Netzwerks. Was jedoch nicht heißt, dass ich nur Titel von Selfpublishern lese, die auch zu Qindie gehören.

– Wartest du darauf, dass dich Autoren oder Verlage anschreiben und dir Rezensionsexemplare anbieten, oder wendest du dich selbst an sie? Oder rezensierst du gar nur die Bücher, die du dir selbst kaufst?

Rezensionen zu Büchern, die ich mir selbst kaufe, überwiegen deutlich. Bei Rezensionsexemplaren bin ich recht zurückhaltend, weil ich einfach nicht soviel Lesezeit habe und die Verlage/Autoren ja auch nicht ewig warten lassen möchte. Außerdem lese ich dazwischen auch immer nach Lust und Laune meine selbst gekauften Bücher. Diese Abwechslung ist wichtig für mich, damit da kein Druck entsteht – also das Gefühl, dass ich Titel x, y und z lesen »muss«, egal wie meine Stimmung gerade ist. Meine Rezensionsexemplare kommen auch mehr von Selfpublishern, weniger von Verlagen. Aber immer aufgrund von Anfragen.

– Welches Buch oder welche Bücher sind dir besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem du deinen Blog gestartet hast? Was gefiel dir an ihnen ganz besonders gut?

In 9 Jahren ist da einiges zusammen gekommen, ich habe jetzt drei Beispiele quer durch die Jahre herausgepickt:

Im Juni 2008 habe ich »Der letzte Steinmagier« von James Sullivan gelesen - es geht um die Begleichung der Schuld der Steinmagier, aber auch das Thema Freundschaft spielt eine große Rolle. Ganz besonders gut haben mir jedoch das Konzept der Steinmagie und die Beschreibungen des magischen Fühlens und Ertastens gefallen. (Rezension: http://www.fantastische-buecherwelt.de/?p=21)

Im November 2013 habe ich »Goldstaub« von Fabienne Siegmund gelesen – es geht um eine Liebe, die über den Tod hinausgeht, aber auch um Opfer und Freiheit, die man in sich selbst finden kann. Das Buch hat mir gezeigt, wie sehr ich poetisch-melancholische Geschichten mag. Dass ich mich nicht vor allen Clowns ängstige. Mit wunderbaren Ideen, die den eigenen Blick auf die Welt verändern können. (Rezension: http://www.fantastische-buecherwelt.de/?p=8088)

Im März 2017 habe ich »Wolfsträume« von Bernhard Hennen gelesen – eine Sammlung von 11 Erzählungen, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft führen. Besonders gut gefällt mir, dass mit diesen sehr abwechslungsreichen Geschichten die Bandbreite des Autors gezeigt wird und jede eine dichte Atmosphäre und Spannung bot. Düster, mystisch, tragisch und/oder liebevoll. Dazu noch der wunderbare Humor! (Rezension: http://www.fantastische-buecherwelt.de/?p=11235)

– Gab es Bücher, die dir überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen du das Lesen gar abgebrochen hast? Welche waren das, und was missfiel dir an ihnen?

Das kommt vor, auch wenn ich bei der Auswahl meiner Lektüre überwiegend ein glückliches Händchen habe. »Shirin. Die Macht der Eule« von Fianna Cessair, »MondSilberLicht« von Marah Woolf und »Winterjunge. Blizzard« von Henni Liz Borßdorff habe ich beispielsweise abgebrochen, weil mir persönlich die Geschichte und die Figuren zu oberflächlich waren. Bei »Frostfeuer« und »Wellenläufer-Trilogie 1 - Die Wellenläufer« von Kai Meyer erging es mir ähnlich, nur dass ich da durchgehalten habe. »Wen das Meer ruft« von Kim Henry fand ich eigentlich recht spannend, allerdings haben mich einfach zu viele Dinge gestört. Die Geschichte wirkte sehr distanziert auf mich, es kamen kaum Emotionen bei mir an – nicht einmal das Meer konnte ich spüren ...

– Werden auf deinem Blog nur Bücher rezensiert, oder können deine Besucher auch andere Dinge bei dir lesen?

Bei mir gibt es auch andere Dinge zu entdecken, ich mag es wenn sich die Beiträge mischen und so mehr Abwechslung entsteht. Neben den Rezensionen gibt es Interviews, Gastbeiträge, Berichte von Lesungen oder Messen, Blogtouren und andere Aktionen, Beiträge mit einem Bezug zu Büchern. Seltener auch ein selbst geschriebenes Gedicht oder einen kurzen Text ...

– Hast du Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könntest du unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzt du an ihnen?

Ich habe Kontakt zu einigen anderen Bloggern und bin auch immer mal wieder auf der Suche nach (für mich) neuen Blogs, die von der Richtung und vom Stil her zu meinem Geschmack passen. Das ist allerdings schwieriger als gedacht … Aber es gibt zwei Blogs, die ich euch besonders an Herz legen möchte: Darkstars Fantasy News (http://www.fantasy-news.com/) ist für mich die erste Anlaufstelle, wenn es um märchenhafte Fantasy geht. Außerdem mag ich seine Interviews sehr und auch die Vielfalt der Beiträge – darum lese ich mich auch immer fest, wenn ich dort vorbei schaue. Bei phantastisch lesen (https://phantastisch-lesen.com/) dreht sich alles um Phantastische Literatur, neben dem Schwerpunkt mag ich auch die direkte Art.

Das Team von Leserkanone.de dankt Marny für die Zeit, die sie sich genommen hat!
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IM INTERVIEW ERWÄHNTE BÜCHER
Der letzte Steinmagier
Geschrieben von: James Sullivan (Januar 2008)
Frostfeuer
Geschrieben von: Kai Meyer (Juni 2005)
100/100
[1 Blogger]
Goldstaub
Geschrieben von: Fabienne Siegmund (13. Juli 2013)
Wellenläufer-Trilogie 1 - Die Wellenläufer
Geschrieben von: Kai Meyer (Juni 2003)
Wen das Meer ruft
Geschrieben von: Kim Henry [Nicole Wellemin] und Kim Henry [Corinna Vexborg] (24. Dezember 2014)
Wolfsträume
Geschrieben von: Bernhard Hennen (4. Oktober 2016)

 
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