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 Kuchers Blog
 
 Internet: kuchers-blog.at
 Facebook: w.kucher
 Twitter: buchwanderer
 Datum: 16.03.2017
– Wer steckt hinter »Kuchers Blog«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

»Kuchers Blog« ist das Lesetagebuch von Wolfgang Kucher. Im Brotberuf IT-Techniker, will heißen SysAdmin aus Passion, begeisterter Öffi-Fahrer mit einem nicht allzu geradlinigen Werdegang, den man auf auch auf ebendiesem Blog im Detail als CV finden kann.
Meine Vorliebe für öffentliche Verkehrsmittel und die damit verbundene (Lese-)Zeit in Kombination mit der IT- technischen Expertise und dem Faible für Drucktechnik, Buchdruck, Typografie und Buchbinderei waren der ursprüngliche Anstoß, im April 2011 das Projekt »Kuchers Blog« zu starten.
Ursprünglich gedacht als Fingerübung in Sachen Wordpress mit dem Nebeneffekt eines Literatur- / Lesetagebuches für mich persönlich, entwickelte sich daraus relativ rasch eine Plattform, über die ich mit Autoren und Verlagen in Kontakt kam, meist über eine meiner Rezension, die ich online stellte oder über Anregungen zum Text, die ich den Verfassern oder Verlagen rückmeldete.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Da müsste man erst mal klären in welchem Zeitraum ;-) . Grundsätzlich lese ich stets mehrere Bücher gleichzeitig, angepasst an die Umstände. So ist es recht schwierig im Zug eine 1000seitige IT-Schwarte zu lesen, ein Taschenbuch geht da schon eher. Ebenso sind die Genres in der Regel sehr unterschiedlich. In den letzten Jahren habe ich so z.B. Lyrik als besonders (ent-)spannende Abendlektüre für mich entdeckt.
Je nach Seitenanzahl und Schwierigkeit des Textes sind es im Schnitt zwischen 50 und 70 Bücher, die ich pro Jahr lese und ebenso viele versuche ich auch zu rezensieren. Als gangbarer (v.a. zeitlicher) Weg neben meinem Beruf, hat sich gezeigt, dass es i.d.R. möglich ist, eine ausführlichere Rezension pro Woche online zu stellen, wobei dies eine selbst gewählte Richtschnur ist und kein ehernes Gesetz. Nach dem Motto: Lieber eine weniger, als ein Schnellschuss, der weder dem Text noch dem Autor gerecht wird.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Handelt es sich um ein klassisches Print-Buch, zählt auf jeden Fall auch der »handwerkliche« Part zu einem guten Buch. D.h. Einband, Bedruckstoff, Verarbeitung, Druck und Typografie, künstlerische Gestaltung, grobtextuelle Einteilung und eben auch so kleine Extras wie z.B. Leseband oder Heftung bzw. die gesamte Haptik des Buches.
Selbstredend ist der Text / die Aussage des Autors resp. der Autorin das zentrale Element. Hierbei sollte jedoch Aufmachung des Buches, Klappentext und ähnliches stimmig ineinandergreifen. Aus diesem Grund finden sich auf meinem Blog i.d.R. auch mehrere Absätze in einer Rezension in der sowohl Inhalt, meine Meinung resp. Interpretation und die Beschaffenheit des Buches ihren Platz finden.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Vorlieben gibt es, aber keine Ausschlusskriterien. Auf meinem Blog finden sich vom philosophischen Klassiker, über zeitgenössische Selfpublisher und Schwergewichte des Bildungskanons bis hin zum Kunstführer und Gartenratgeber unterschiedlichste Genres, Epochen und Autoren.
Die Affinität zu SciFi und Fantasy begründet sich wahrscheinlich in meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung zum einen und in der Förderung meiner musischen Vorlieben durch meine Mutter zum anderen. Die denkbaren Möglichkeiten glaube ich sind es, die diese beiden Genres so interessant machen, ganz abgesehen von den philosophischen und gesellschaftlichen Implikationen. (Aus aktuellem Anlass sei hier nur auf 1984 von George Orwell verwiesen oder die Romane von Daniel Suarez)

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Self-Publishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Auch hier bin ich kein Freund des »nur«. Selfpublisher haben einen ungemeinen Reiz in dem Sinne, dass sie zum einen den direkten Kontakt zu Lesern – somit auch Rezensenten – suchen und schätzen, zum anderen öfter mal ausgesprochen anregende Erzähler sind, mit neuen Blickwinkeln, Sprachgewohnheiten und aktuellen Interpretationen von thematischen Langläufern im Bereich des Geschichtenerzählens. Sich aus der Menge die entsprechend qualitativ reitvolleren Selfpublisher zu suchen, bedarf einiger Zeit, Recherche und nicht zuletzt Glück.
Der Möglichkeit Bücher / Texte in Eigenregie unter die Leser zu bringen stehe ich sehr positiv gegenüber, zumal es nach wie vor am Leser liegt, die Wahl zu treffen. Die Welt ist zum Glück so bunt, dass beinahe jede Geschichte einen guten Erzähler und ebensolche Zuhörer finden kann. Nicht selten stelle ich auch fest, dass die Qualtitätskriterien, die Selfpublisher an sich selbst und ihre Texte stellen, mindestens gleich hoch sind wie jene so mancher gehypter Möchtegernkapazunder auf der ein oder anderen Bestsellerliste.

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Intentionell war mein Blog ein Versuch für mich selbst, Bücher oder vielmehr deren Eindrücke auf mich in einer sehr persönlichen Art und Weise festzuhalten. Daraus erwuchsen dann, sehr zu meiner positiven Überraschung, einige intensive und freundschaftliche Kontakte v.a. zu Selfpublishern. Der Konnex zu größeren Verlagshäusern ergab sich - bis auf wenige Ausnahmen - bisher nicht, was aus meiner Sicht mehrere Gründe hat: zum einen meine begrenzte und von mir frei eingeteilte und priorisierte (Frei-)Zeit, zum anderen mein Schwerpunkt, die eigene Bibliothek in der sich dzt. immerhin etwas mehr als 3000 Bücher tummeln »aufzuarbeiten«, sowie mein Hang zur primären Unterstützung zu Selfpublishern. In letzter Zeit hat es sich für mich leider so ergeben, dass ich Rezensionsanfragen ablehnen musste, da mir schlicht die Zeit fehlte oder die Anforderung der Interessenten etwas sagen wir utopisch waren :).

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

Ad hoc fällt mir da »H wie Habicht« von Helen Macdonald ein. Ein rundum gelungenes Buch bei dem ich auch jetzt noch ins Schwärmen gerate, weil einfach alles passt: Das Buch als Objekt und der berührende Text.
Ebenso die Texte von Sigrid Kleinsorge, deren ungemein positive, aber nicht beschönigende Sicht auf die ganz »normalen« Alltagsmenschen in den Bann zieht.
Als Liebhaber von Reihen und Serien genieße ich auch die Möglichkeiten, welche Autoren in mehreren Bänden einer Geschichte haben, um diese und die darin agierenden Charaktere zu formen. Beispielhaft seien »Das Rad der Zeit«, »Fabelheim« oder »Vilm« genannt.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Habe ich ein Buch erst mal begonnen, lese ich es auch zu Ende. Es gab / gibt allerdings auch Bücher, die sich ziehen wie der sprichwörtliche Kaugummi. Dennoch wäre es, aus meiner Sicht, unfair über eine Buch / einen Text zu schreiben, wenn man ihn nicht bis zum (manchmal bitteren) Ende gelesen hätte. Ebenso habe ich die Erfahrung gemacht, dass es durchaus das richtige Buch zur falschen Zeit – sowie umgekehrt – gibt und somit eine Verabsolutierung von Wertungen mitnichten hilfreich ist. Negativ in Erinnerung blieb mir das Buch »Götter« von Will Hofmann, wohingegen sein nächstes Werk »Lebensnacht (Neubearbeitung von "Oktan")« durchaus als lesenswert bei mir rangiert.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Primär lege ich Wert auf Buchrezensionen, egal ob eBook oder Printversion. Es gibt einige wenige Artikel aus dem Bereich Ephemera, die ich bis jetzt etwas links liegen ließ. Zu den Sammlungen und Reihen finden sich, ebenso wie zu ausgewählten Autoren Verlinkungen.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Eine Vielzahl an Bloggern verfasst immer wieder gut recherchierte und angenehm präsentierte Artikel, die ich gerne als Anregung lese, um die innere Leselandkarte wieder zu erweitern. Empfehlenswert finde ich z.B. »Weltenwanderer« und »lost pages«.

Das Team von Leserkanone.de dankt Wolfgang Kucher für die Zeit, die er sich genommen hat!
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IM INTERVIEW ERWÄHNTE BÜCHER
Götter
Geschrieben von: Will Hofmann (3. März 2016)
60/100
[3 Blogger]
H wie Habicht
Geschrieben von: Helen Macdonald (7. August 2015)
Lebensnacht (Neubearbeitung von "Oktan")
Geschrieben von: Will Hofmann (25. August 2016)
67/100
[3 Blogger]

 
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