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Wir grüßen unseren neuesten User »Marie979«!
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 Like a Dream
 
 Internet: www.like-a-dream.de
 Facebook: Like-a-Dream-206173852795636
 Google+:
 Datum: 22.07.2016
– Wer steckt hinter »Like a Dream«? Seit wann gibt es Ihren Blog? Was hat Sie damals dazu gebracht, ihn zu erschaffen?

Hinter »Like a Dream« steht eine leidenschaftliche Leserin und Autorin: Juliane Seidel. Ich betreibe das Portal bereits seit 15 Jahren (der Blog hat im März 2016 Geburtstag gefeiert), sprich es ist eine wirklich alte Seite. Hauptauslöser waren damals die ersten Boys Love Mangas, die ihren Weg nach Deutschland fanden, und ein sehr informativer Artikel in der AnimaniA. Ich war einfach fasziniert von dem Thema und wollte eine eigene Webpräsenz für Mangas mit schwulen Hauptfiguren schaffen. In den letzten 15 Jahren habe ich über 500 Mangas rezensiert und irgendwann kamen Bücher, Filme und Comics hinzu, später auch Interviews und Specials wie die Special Week (1-wöchige Vorstellung eines Autors und seiner Werke) oder (ganz neu) der Zitate-Freitag.

– Wie viele Bücher lesen bzw. rezensieren Sie im Schnitt? Lesen Sie immer nur ein Buch, oder lesen Sie mehrere Bücher parallel?

Im Schnitt lese ich (je nach Umfang) 2-5 Bücher/Woche, die ich zumeist alle auch rezensiere. Da ich zu meiner Arbeitsstelle im Schnitt 2 Stunden mit dem Zug unterwegs bin, habe ich viel Zeit zum Lesen, daher lese ich im Urlaub sogar weniger. Ich lese meistens mehrere Bücher parallel – 2-3 sind kein Problem. Mindestens ein Buch lese ich leise, für mich, und ein weiteres lese ich meiner Frau vor – das dauert zwar länger, macht aber auch Spaß.

– Was macht für Sie ein »gutes Buch« aus? Auf welche Faktoren legen Sie beim Lesen und Bewerten Ihr Hauptaugenmerk und warum?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Neben einer guten, spannenden Geschichte und authentischen, liebenswerten Figuren muss der Autor sein Handwerk beherrschen. Nichts ist langweiliger und abschreckender, als ein schlechter Schreibstil, ein Haufen Logiklücken oder ein mangelhaftes Lektorat. Da kann die Idee noch so toll sein, wenn der Autor es nicht schafft mich auch mit seinem Stil gefangen zu nehmen, hat er verloren. Im Grunde bewerte ich ein Buch immer nach drei Hauptkriterien: Story, Charaktere, Schreibstil. In der Form baue ich dann auch meine Rezension hinsichtlich des eigenen Meinungsteils auf.

– Sind Sie auf spezielle Buchgenres spezialisiert? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen Genres besonders? Gibt es Buchgenres, die Sie generell gar nicht lesen?

Mein Blog ist spezialisiert auf queere Themen, sprich Bücher mit schwulen, lesbischen, transsexuellen oder intersexuellen Charakteren. Die schwule Ecke nimmt dabei den Löwenanteil ein – in dem Genre gibt er einfach unzählige Bücher, von zart bis hart. Warum ich mich darauf spezialisiert habe, kann ich schwer in Worte fassen – ich hab das beim Bloggeburtstag vor einiger Zeit aber mal aufgegriffen:

https://likeagaydream.wordpress.com/2016/03/16/bloggeburtstag-faszination-queere-literatur-slash/

Ansonsten lese ich das, was ich schreibe – Kinder- und Jugendbücher, wobei ich auch hier sehr gerne zu Romanen greife, die sich mit queeren Themen beschäftigen.
Was ich weniger gern lese ist Sci-Fi (liegt mir einfach nicht), blutiger Horror/Thriller und Western. Diese Themen reizen mich so gar nicht. Reine 08/15-Liebesgeschichten sind ebenfalls nicht mein Ding. Davon hab ich wahrscheinlich zu viele gelesen.

– Lesen Sie nur Verlagsproduktionen, oder besprechen Sie auch die Bücher von Selfpublishern? Was halten Sie generell davon, dass immer mehr Bücher in Eigenregie produziert werden?

Ich lese sowohl Verlagsbücher, als auch Romane von Selfpublishern. Gerade im Gay Romance Genre gibt es viele Selfpublisher – gut ein Drittel aller Bücher, die ich lese stammen von Selfpublishern, ein weiteres Drittel machen Kleinverlagsveröffentlichungen aus und der Rest sind Romane von mittelständischen und großen Verlagshäusern. Bisher bin ich mit keiner Richtung schlecht gefahren. Es ist gut, wenn man für alles offen ist.

Da ich selbst Selfpublisher bin, finde ich die Möglichkeit jetzt so einfach in Eigenregie Bücher zu veröffentlichen einfach toll. Es gibt unzählige Möglichkeiten sein Werk an den Mann / die Frau zu bringen. Als Leser bekomme ich auf diesem Weg in den Genuss Werke zu lesen, die zu außergewöhnlich sind, um in einem Großverlag unterzukommen. Da diese selten über den Tellerrand hinausblicken (können), bin ich froh, dass es inzwischen die Möglichkeit gibt, ungewöhnliche und innovative Geschichten zu lesen. Natürlich sollten diese Bücher gut lektoriert und qualitativ hochwertig sein, denn ein gutes Buch sollte zumindest einen Lektoratsdurchgang hinter sich haben.

– Warten Sie darauf, dass Autoren oder Verlage Sie anschreiben und Ihnen Rezensionsexemplare anbieten, oder wenden Sie sich selbst an sie? Oder rezensieren Sie gar nur die Bücher, die Sie sich selbst kaufen?

Auch hier halten sich alle drei Dinge die Waage – ich schreibe Autoren und Verlage an, wenn mich ein Roman interessiert und ich ihn gerne besprechen würde. Ebenso oft werden ich von Autoren und Verlagen angeschrieben, die mir ein Buch zum Rezensieren anbieten. Und natürlich kaufe ich mir auch Bücher, die mir ins Auge fallen und sich spannend anhören. Diese rezensiere ich teilweise, manchmal nehme ich mir aber auch die Freiheit keine Rezension zu schreiben, was zwischendurch auch mal ganz angenehm ist.

– Welches Buch oder welche Bücher sind Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben, seitdem Sie Ihren Blog gestartet haben? Was gefiel Ihnen an ihnen ganz besonders gut?

An Kinder- und Jugendbüchern (ohne queere Gewichtung) sind das ganz klar: »Die Bücherdiebin« – ein wundervolles Buch, das mich tief berührt hat, »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« – dazu muss ich nicht viel sagen, und »Sieben Minuten nach Mitternacht« – ein fantasievolles und außergewöhnlich tiefgründiges Werk.

Bei queerer Lektüre sind das u.a. die Romane von Floortje Zwigtman (ich liebe die »Adrian Mayfield«-Trilogie«, die Autorin hat eine unheimlich lebendige Sprache und entführt den Leser direkt ins 19. Jh.), »Bruder« von Ted van Lieshout – ein wundervolles Jugendbuch, das mich ebenfalls berührt und begeistert hat, die »Captive Prince«-Trilogie von C.S. Pacat, die mich mit ihrer intrigenreichen Fantasy und der tollen Sprache extrem gefesselt hat und die Fantasyreihe »Nightrunner« von Lynn Flewelling, da sie alles vereint, was ich liebe: Fantasy und Magie, Diebe und Spione, Intrigen und Kriege. Ich liebe die Reihe und finde es sehr schade, dass sie nie vollständig in Deutschland erschienen ist.

– Gab es Bücher, die Ihnen überhaupt nicht gefallen haben oder bei denen Sie das Lesen gar abgebrochen haben? Welche waren das, und was missfiel Ihnen an ihnen?

Da gibt es sogar einige. Man kann sie teilweise auch auf meinem Blog finden, wenn ich sie denn rezensiert habe. Da ich mir allerdings schon öfter mal eine blutige Nase mit negativen Kritiken eingefangen habe, möchte ich an dieser Stelle lieber keine Titel nennen. Wer neugierig ist, kann sie auf meinem Blog finden.

– Werden auf Ihrem Blog nur Bücher rezensiert, oder können Ihre Besucher auch andere Dinge bei Ihnen lesen?

Ich rezensiere vorwiegend Bücher, bin jedoch auch für Blogtouren, Interviews und Specials offen. So habe ich vor einigen Jahren die sogenannte Special Week ins Leben gerufen, bei der ein Autor und seine Werke für eine Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. In dieser Wochen werden 2-3 Bücher vorgestellt, ein Charakterinterview und ein Autoreninterview geführt und ein Buch im Rahmen des Zitate-Freitags vorgestellt. Zum Abschluss findet ein Gewinnspiel statt, das mit einem Leserinterview gekoppelt ist. Beim wöchentlichen Zitate-Freitag schnappe ich mir ein Buch und präsentiere 6-8 Zitate daraus, um die Besucher neugierig zu machen.
Ansonsten veranstalte ich immer wieder Gewinnspiele und Sonderaktionen, je nachdem, was mir gerade einfällt.

– Haben Sie Kontakt zu anderen Bloggern? Wenn ja, könnten Sie unseren Lesern vielleicht zwei oder drei von ihnen besonders ans Herz legen? Was schätzen Sie an ihnen?

Natürlich habe ich Kontakte zu Bloggern und Rezensenten. Ich besuche etliche regelmäßig und orientiere mich gerne an den Empfehlungen der Blogger. Darunter mag ich ganz besonders »Ulla liebt Bücher« (http://ulla-liebt-buecher.blogspot.de/), die tolle Rezensionen schreibt und auch privat ein sehr lieber Mensch ist, Mietzes Bücherecke (http://cat-buecher-welt.blogspot.de/) – auch hier schätze ich die Bloggerin privat sehr und natürlich DER Gay Blog im deutschen Markt: »The World of Big Eyes« (http://theworldofbigeyes.wordpress.com/).

Das Team von Leserkanone.de dankt Juliane für die Zeit, die sie sich genommen hat!
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IM INTERVIEW ERWÄHNTE BÜCHER
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Geschrieben von: John Green (23. Juli 2012)
100/100
[1 Blogger]
Die Bücherdiebin
Geschrieben von: Markus Zusak (27. Januar 2008)
Sieben Minuten nach Mitternacht
Geschrieben von: Patrick Ness und Siobhan Dowd (29. August 2011)
96/100
[5 Blogger]

 
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