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Stefan Matthias Hückel 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Stefan Matthias Hückel vom 10.11.2018
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 10.11.2018
In seinem Roman »Hask Enliwu« lädt Stefan Matthias Hückel seine Leser in eine dem Untergang geweihte Welt ein. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über seinen Roman, über das Erschaffen von Welten und über literarische Schlüsselerlebnisse.

– Herr Hückel, seit einer Weile gibt es Ihren Roman »Hask Enliwu«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Der Roman »Hask Enliwu« entwickelt das Panorama einer sterbenden, dem Untergang geweihten Welt, in welcher selbst die Götter tot sind. Vor dieser unangenehmen, pessimistischen Kulisse begleitet der Leser drei Protagonisten bei ihren Versuchen, das eigene Schicksal trotz aller Widrigkeiten zu bestimmen. Gemeinsam mit den Figuren erkundet er Hask Enliwu und deckt dessen Geheimnisse auf.
Da es sich hierbei um den ersten Teil einer Geschichte handelt, fungiert der Roman als Exposition, verknüpft zunehmend die Erzählungen der drei Handlungsträger und kulminiert in einer dramatischen Zuspitzung der Ereignisse.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich hatte drei literarische Schlüsselerlebnisse in meinem Leben: Michael Endes »Die Unendliche Geschichte«, die Schriften von Kafka und Michael Moorcocks Zyklen um den Ewigen Helden.
Alle drei Autoren haben mein kreatives Schaffen und meinen Blick auf das Genre der Phantastik nachhaltig geprägt.
An erster Stelle steht jedoch Moorcock, der »Hask Enliwu« am meisten beeinflusst hat. All jenen Lesern, die Spaß an den Zyklen um Elric und Corum hatten, ist mein Buch zu empfehlen.

– Tagtäglich erscheinen unzählige neue Fatasyromane, und es ist schwer, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buchs, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

Der Roman unterläuft kategorisch das sogenannte EDO-Prinzip, das von einem Gros zeitgenössischer Fantasyliteratur bemüht wird. Das heißt, wir finden in Hask Enliwu keine elves, dwarves oder orcs.
Anstatt sich durch »Herr der Ringe« inspirieren zu lassen, greift der Roman Motive und Konzepte von Michael Moorcock auf, dem literarischen Antipoden Tolkiens.
Eine weitere Besonderheit ist die größtenteils düstere, beinahe depressive Stimmung, in welcher sich die Geschichte entwickelt.
Und zu guter Letzt driftet der Roman an einigen Stellen in das Horrorsujet ab. »Hask Enliwu« konfrontiert den Leser mit body horror im Stile Cronenbergs und thematisiert Wahnsinn und Persönlichkeitsstörungen im Prisma phantastischer Literatur.

– »Hask Enliwu« ist als erster Band einer Reihe gekennzeichnet. Welchen Umfang wird die ganze Reihe am Ende haben? Wird es sich um separat voneinander zu lesende Bücher handeln, oder um eine durchgängige aufeinander aufbauende Geschichte? Und ist es nicht riskant, gleich mit mehreren Büchern zu planen, wenn man im Vorfeld noch gar nicht abschätzen kann, auf welche Resonanz der erste Teil bei den Lesern stößt?

Tatsächlich ist es so gewesen, dass »Hask Enliwu« als einziger, abgeschlossener Roman geplant war. Aufgrund des Umfangs hatte ich mich jedoch entschlossen, die Geschichte auf zwei Bücher zu verteilen. »Hask Enliwu II« wird der finale Teil.

– Was macht Kallais Varuun, Prinzessin Uuna und den Hüter Artarra zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Alle drei Protagonisten zeichnen sich dadurch aus, dass sie verflucht scheinen und mit drastischen äußeren sowie inneren Konflikten zu kämpfen haben. Sie befinden sich allesamt in tragischen Konstellationen und bewegen sich auf verschiedenen Linien des Untergangs.
Artarra, der Hüter der Schwarzen Stiere, ist noch am ehesten das, was man als klassischen Fantasy-Helden bezeichnen kann. Sein Problem ist, dass er, um seine Queste zu erfüllen, mit moralisch fragwürdigen und ziemlich ungemütlichen Leuten zusammenarbeiten muss; immer im Zwiespalt, wie sehr nun der Zweck jedes Mittel heiligt.
Der Herzog vom Roten See, Kallais Varuun, ist ein manisch-depressiver Charakter. Sozusagen die Inversion eines Artarra, ein reisender Antiheld ohne Queste.
Die dritte Figur, Kallais' Schwester Uuna Varuun, ist die aktivste Protagonistin. Mit dieser Figur unterläuft der Roman zwei Klischees der Fantasy. Einerseits markiert ihre Autonomie das Gegenbild zum passiven und schützenswerten Frauentypus. Anderseits ist Prinzessin Uuna auch keine weibliche Heldin, sondern ebenso wie die anderen beiden Figuren eine Getriebene, die mehr und mehr korrumpiert wird.

– Sie haben mit dem titelgebenden »Hask Enliwu« eine ganz eigene Welt erschaffen. Ist das Konstruieren einer solchen Fantasywelt bei Ihnen ein Prozess, der nach und nach während des Schreibens von statten geht, oder ging dem Verfassen zunächst erst umfangreiche Reißbrettarbeit voraus? Welcher Aufwand steckt generell in einem Buch wie dem Ihren?

Die Welt »Hask Enliwu« ist in meinem Kopf über diverse Jahre herangereift. Keineswegs würde ich mich als Weltenbauer bezeichnen, der akribisch an Settingdetails feilt. Zwar existiert eine selbstgezeichnete Karte Hask Enliwus, und auch sonst verfüge ich als Autor über einen Wissensvorsprung gegenüber dem Leser, aber es ist nicht so, als stünde die Beschäftigung mit der Welt im künstlerischen Fokus.
Vielmehr ist die Herangehensweise eine cinematische, d.h. ich stelle mir die Ereignisse filmisch vor. Ebenso wie in einem sehenswerten Film möchte ich bildgewaltige Szenen darstellen und eine spezifische Atmosphäre transportieren.

– Sie haben Ihr Buch ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Mir war schon immer klar, dass meine Geschichten zu originell für den Massengeschmack sind und quer zu literarischen Trends stehen. Erst mit der Option, als unabhängiger Autor im Selfpublishing zu veröffentlichen, sah ich mich überhaupt fähig, nicht nur zu schreiben sondern auch im größeren Rahmen zu publizieren.
Ironischerweise habe ich auf dem Weg zu meinem Debütroman diverse Steps, die landläufig empfohlen werden, ignoriert. Weder habe ich mit Kurzgeschichten begonnen, noch habe ich jemals in Literaturforen Auszüge zur Diskussion gestellt, und bei Verlagen habe ich ebensowenig angeklopft.
Als Selfpublisher genieße ich die große Freiheit, jeden einzelnen kreativen Schritt im Schaffensprozess kontrollieren zu können. Das hat den Vorteil, dass am Ende ein Produkt entsteht, das genauso gemeint war, wie es nun vorliegt. Die Kehrseite dieser Freiheit ist natürlich, dass es im Nachgang keinen externen Schuldigen gibt, sollte das Erzeugnis mangelhaft sein.

– Was können wir von dem Autor Stefan Matthias Hückel in der nächsten Zukunft erwarten? Wann geht es mit »Hask Enliwu« weiter? Und sind womöglich sogar darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung?

Neben »Hask Enliwu II« schlummern noch zwei andere Romane in der Schublade. Mit diesen Geschichten bleibe ich dem Fantasy-Genre treu, und Leser von »Hask Enliwu«, die meinen bizarren und teilweise makabren Stil schätzen, werden nicht enttäuscht. Sobald ein Zeitfenster offensteht, lege ich nach. Angepeilt ist 2019.

Das Team von Leserkanone.de dankt Stefan Matthias Hückel für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
»Hask Enliwu« bei Leserkanone.de
»Hask Enliwu« bei Amazon
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