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Junia Swan 1 Fan
Herkunft: Österreich
Webseite: Offizielle Homepage von Junia Swan
Twitter: @JuniaSwan
Facebook: LiebeGeschichten
Instagram: juniaswan
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Junia Swan vom 13.11.2018
  Leserkanone.de-Interview mit Junia Swan vom 25.10.2020
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 25.10.2020
In ihrem Roman »Die venezianische Schwester« entführt Junia Swan ihre Leser in die Lagunenstadt des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das BUch, über Venedig und über ihre zukünftigen Projekte.

– Frau Swan, zwei Jahre sind vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Gespräch begrüßen konnten. Was hat sich in der Zwischenzeit im Autorinnenleben der Junia Swan getan?

Eine ganze Menge! Seit damals habe ich fünf weitere Bücher veröffentlicht, darunter, vollkommen untypisch für mich, den Erotikroman Dark Desire LUST/BROKEN/HOPE, den ich persönlich als sehr spannend empfinde, da er sich mit der Erotik aus unterschiedlichen Seiten auseinandersetzt. Außerdem kam es bei »Die venezianische Schwester« zu einer Zusammenarbeit mit dem Digital Publishers Verlag.

– Hat sich die Corona-Krise auch bei Ihrer Arbeit als Autorin bemerkbar gemacht?

Zu Beginn, als die Regierungen weltweit die Grundrechte ihrer Bürger einschränkten und anstatt zu beruhigen, Angst schürten, war ich so geschockt, dass ich ungefähr drei Wochen lang (wenn nicht sogar länger) nicht mehr schreiben konnte. Ich schätze, als Autor reagiert man sehr sensibel auf gesellschaftspolitische Entwicklungen (zumindest fällt meines Erachtens die Betrachtung diverser Ereignisse aus der Vogelperspektive in den Verantwortungsbereich von Autoren). Ein Autor sollte in der Lage sein, zumindest teilweise, hinter die Kulissen zu sehen und seine Mitmenschen auf mögliche Gefahren hinzuweisen. Da ich es, durch die Arbeit an meinen Büchern gewohnt bin, Verhaltensweisen zu analysieren, haben bei mir die Alarmglocken geschrillt, als politische Opposition, kritische Berichterstattung, jeglicher Diskurs über diverse Maßnahmen unter einem Tsunami der Panikmache zusammengebrochen sind. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich so weit sortiert hatte, um zu der Ruhe zurückzufinden, die ich zum Schreiben benötige. Erschwerend kommt hinzu, dass die Möglichkeiten zum Rückzug, wenn man nicht außer Haus arbeitet, kaum vorhanden sind, da die Kinder ohne Unterbrechung um einen herumschwirren. Dabei jammere ich auf hohem Niveau: Wir haben einen Garten und wunderschöne Natur hinter dem Haus. Die Vorstellung, wie es denjenigen ergeht, die auf kleinstem Raum eingesperrt sind, hat mich zutiefst mit Mitgefühl erfüllt. Hier werden Entscheidungen von Menschen getroffen, die zum Großteil keine eigenen Kinder haben und selbst in riesigen Häusern leben.

– Inzwischen ist mit »Die venezianische Schwester« ein neuer Roman aus Ihrer Feder erschienen. Was erwartet Ihre Leser in dem Buch?

Ein gefährliches Geheimnis, eine tragische Liebe, extreme Spannung und ein, auch für mich, überraschendes Ende. Dabei taucht der Leser in die Zeit um 1890 ein und lässt sich in einer warmen Sommernacht durch die dunklen Kanäle Venedigs rudern. In manch einer düsteren Gasse läuft er in die Irre oder entdeckt eine Kleinigkeit in der Architektur der Häuser, die ihm bisher nie aufgefallen ist. Doch zu keiner Sekunde vergisst er, dass ihm der Feind im Nacken sitzt.

– Wie kamen Sie auf die Idee, einen Ausflug in das Venedig des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts zu machen? Was macht die Lagunenstadt zu jener Zeit zu einem idealen Romanschauplatz?

Tatsächlich entstand die Idee, einen Roman über Venedig zu schreiben, während eines viertägigen Aufenthalts mit meinem ältesten Sohn. Angesichts der drohenden Vergänglichkeit wird Venedigs Flair in seiner Zerbrechlichkeit verstärkt. Genau dieses Bewusstsein des drohenden Untergangs liegt wie ein durchsichtiger Schleier aus Wehmut über der Stadt.
Vor einem Haus hing ein Transparent, das jeden wissen ließ, dass der Korruption in Venedig kein Raum gegeben würde. Dieses Spannungsfeld zwischen Venedigs Schönheit und seinen dunklen Seiten, hat mich sofort fasziniert. Als wir an einem Tag durch das venezianische Labyrinth flanierten, wurde uns der Durchgang einer Gasse verwehrt. Wie wir herausfanden, hatte sich kurz zuvor jemand vom Dach gestürzt. Dies hat mich mit tiefer Trauer erfüllt und mir gleichzeitig in Erinnerung gerufen, dass Leid, Trauer, Einsamkeit und Verzweiflung auch nicht vor den Toren Venedigs, einer der schönsten Städte der Welt, halt machen. Und um auch die Frage zu beantworten, weshalb »Die venezianische Schwester« im ausgehenden 19. Jahrhundert angesiedelt ist: Ich liebe es, Romane zu schreiben, die in der Vergangenheit spielen. Damals durften Dinge noch gesagt werden, Werte (ob gut oder schlecht) waren die Grundlage des gesellschaftlichen Lebens, das insgesamt viel mehr Sicherheit bot, als diese vage Schwammigkeit, in der wir uns heutzutage bewegen. Egal an welchem Schauplatz sich meine Protagonisten in ihr Abenteuer stürzen, versuche ich, eine Brücke in die Vergangenheit zu schlagen, um den Leser neugierig zu machen, heutige Denkweisen zu hinterfragen oder aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Wir haben in den letzten hundert Jahren viel Wertvolles verloren. Auf der anderen Seite aber auch eine Menge Gutes gewonnen. Ich denke, wir brauchen die Reflektion mit der Vergangenheit dringend, um nicht immer wieder die gleichen Fehler zu begehen.

– Wie haben Sie es geschafft, das damalige Venedig in ihrem Buch lebendig werden zu lassen? Welche Anstrengungen waren nötig, um alle dafür nötigen Informationen zusammenzutragen?

Ich habe Venedig seit meiner Kindheit immer wieder besucht und dadurch bereits ein Gefühl für die Veränderungen der Stadt entwickelt. Dies und der viertägige Aufenthalt haben sicherlich dazu beigetragen, die Stimmung der Stadt für die Leser eindrücklicher beschreiben zu können. Außerdem gibt es da noch den Reiseführer »Verborgenes Venedig«, der Venedig abseits der Touristenströme unter die Lupe nimmt und wirklich erstaunliche Details zu Tage fördert. Durch die Internetrecherche habe ich u.a. ein Foto des patriarchalischen Instituts gefunden, das es mir ermöglicht hat, mir die Gegebenheiten von innen anzusehen, ohne leibhaftig dort zu sein. In einem der Räume steht wirklich der Globus, welcher im Roman erwähnt wird.

– Halten Sie in einem romantischen Historienwerk wie dem Ihren das geschichtliche Ambiente eher nur für die bloße Kulisse, in deren Rahmen sich der eigentliche Kern - die Liebesgeschichte - abspielen soll, oder möchten Sie, dass Ihre Leser auch mit einer zusätzlichen Portion Wissen über die damalige Zeit aus der Lektüre hinausgehen?

Normalerweise bildet das geschichtliche Ambiente meiner Romane tatsächlich nur den Rahmen der Handlung. Mir sind Verhaltensweisen, Problemlösungen, Beziehungen, Emotionen etc. viel wichtiger. Ich persönlich lese auch viel lieber Bücher, die nicht ständig jeden Mauervorsprung beschreiben – vielleicht bin ich auch winnetougeschädigt. Nach zwanzig Seiten Beschreibungen der Wüste im 1. Kapitel »Das Greenhorn« (sehen Sie, ich hab mir das sogar gemerkt) habe ich aufgegeben.
In »Die venezianische Schwester« ist ein gefährliches Geheimnis mit der Stadt verwoben, weshalb ich hier viel mehr in die Beschreibung der Architektur und der Lebensumstände eintauchen musste. Dadurch erhalten die Leser bei der Lektüre eine zusätzlich Portion Wissen über Venedig.

– Was macht Marta Caruso und Daniele Esposito so einzigartig, dass man es sich nicht entgehen lassen sollte, ihnen in Ihrem Buch zu begegnen?

Beide wurden, ohne etwas dafür zu können, Opfer ihrer Umstände. Durch die unlauteren Handlungen ihrer Vorfahren werden sie dazu gezwungen, gegen ihr Gewissen, ihren Willen, ihre Gefühle zu entscheiden. Trotzdem ist es nicht gelungen, Danieles weichen Kern vollkommen zu zerstören. Diese verborgene Güte spürt Marta instinktiv. Sie ist das einzig Gute in ihrer Welt. Marta versucht ihrerseits das zu schützen, was sie am meisten liebt. Das ist zu Beginn ihre kleine Schwester, später Daniele. Ihre Treue ist überwältigend und so wird auch sie für Daniele so etwas wie ein Lichtblick in der Dunkelheit seiner Welt. Somit helfen sie sich gegenseitig, begehen dabei schwere Fehler, die es auf den ersten Blick unmöglich machen, jemals das kriminelle Leben hinter sich zu lassen. Was mich an ihnen beeindruckt, ist, dass sie nicht aufgeben und lernen, ihre Grenzen zu ziehen, den Gehorsam ab einem bestimmten Punkt zu verweigern, um ihrer Liebe schließlich Raum zu geben und ihrem Gewissen zu folgen.

– Was können wir von der Autorin Junia Swan in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ende Oktober 2020 kommt mein neues Buch »Ein unbelehrbarer Captain« in den Handel. Die Rohfassung eines neuen Romans ist bereits fertig und wartet auf die Überarbeitung, ein weiterer Roman ist zur Hälfte geschrieben und drei zusätzliche Ideen harren darauf, zu Papier gebracht zu werden. Wie Sie sehen, wird mir nicht langweilig. Deswegen macht es Sinn, immer wieder auf meiner Homepage vorbeizuschauen oder sich für meinen Newsletter anzumelden, wenn man nichts verpassen will.
Ich plane im Jänner eine Lesung in meiner Heimatstadt zu halten, sonst steht in dieser Richtung nichts auf dem Programm.

Das Team von Leserkanone.de dankt Junia Swan für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Junia Swan
Junia Swan bei Twitter
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»Die venezianische Schwester« bei Leserkanone.de
»Die venezianische Schwester« bei Amazon
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