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Jani Friese 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Jani Friese
Facebook: JaniFrieseAutorin
Instagram: janifrieseautorin
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Jani Friese vom 03.01.2019
  Leserkanone.de-Interview mit Jani Friese vom 15.01.2020
  Leserkanone.de-Interview mit Jani Friese vom 22.08.2020
  Leserkanone.de-Interview mit Jani Friese vom 15.04.2021
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 15.04.2021
Heute ist Jani Frieses neuer Roman »Wohin mein Herz dich trägt« erschienen. Im Interview Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über Sizilien und über Flüchtlinge.

Frau Friese, abermals ist ein halbes Jahr vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Gespräch begrüßen konnten. Was hat sich in der Zwischenzeit im Autorinnenleben der Jani Friese getan?

Erst einmal herzlichen Dank für dieses Interview, ich freue mich sehr.
Im letzten Jahr habe ich mir den Wunsch erfüllt, meinen ersten Weihnachtsroman zu veröffentlichen. Die Rückmeldung der Leser war überwältigend, eine sehr glückliche emotionale Zeit für mich.
Am 15. April erscheint mein neuer Roman beim Zeilenflussverlag. Dieses Mal entführe ich meine Leser nach Sizilien, aber nicht nur das. Wieder widme ich mich einem Thema, dass uns alle betrifft und ständig, neben Corona, in den Medien vertreten ist.

Mit »Wohin mein Herz dich trägt« gibt es nun wieder neuen Lesestoff aus Ihrer Feder. Was erwartet Ihre Leser in dem Buch?

Eine Reise nach Sizilien. Was anfänglich wie ein Liebesroman beginnt, ändert sich mit einem Mal dramatisch.
Wenn die Liebe auf die Grausamkeiten des Lebens trifft, muss sie sich beweisen: Hält sie ihnen stand oder verschließt sie die Augen vor der Realität?
Dass die frisch sitzengelassene Elena ihre Hochzeitsreise nun alleine antritt, scheint ein echter Glücksfall zu sein, als sie Gabriel kennenlernt. Der charismatische Arzt fasziniert sie, und während Elena mit ihm die atemberaubenden Vulkanlandschaften Siziliens erkundet, stehen ihre Gefühle auf einmal Kopf.
Aber die Insel zeigt ihr nicht nur die schönen Seiten des Lebens, sondern konfrontiert Elena auch mit den schonungslosen Fakten zu den Flüchtlingen, die hier auf ihre Weiterreise ausharren. Sie beschließt, Gabriel zu seiner Arbeit in ein Flüchtlingslager zu begleiten, um sich ein eigenes Bild zu verschaffen.
In Windeseile holt sie die Realität der dort Gestrandeten ein. Als plötzlich ein schwerwiegender Vorwurf im Raum steht, finden sich Elena und Gabriel auf gegensätzlichen Seiten wieder, und Elena muss sich mit einer bitteren Frage auseinandersetzen: Ist Gabriel wirklich der Mann, für den sie ihn gehalten hat?

Das Flüchtlingsthema ist im Zuge der Coronakrise ein wenig aus dem medialen Fokus gerückt. Wie kamen Sie darauf, sich gerade jetzt mit dem Thema in Buchform auseinanderzusetzen? Wie haben Sie sich während des Schreibprozesses dem Thema genähert?

Gerade in den letzten Jahren nehmen die Flüchtlingsströme immer mehr zu. Wer kennt nicht die Bilder der Menschen in den Medien, die aufgrund von Krieg, Hunger und Korruption aus ihrer Heimat fliehen, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Genau diese Bilder haben mich immer sehr bewegt. All die Gefahren in Kauf zu nehmen, vielleicht sogar sein Leben zu verlieren für dieses Fünkchen Hoffnung, ist alles andere als einfach. Ebenso sein Hab und Gut, Freunde und einen Teil der Familie zurückzulassen mit dem Wissen, sie wahrscheinlich nie wiederzusehen. Viele von ihnen haben Berufe gelernt oder hatten eigene Firmen und Geschäfte. In den Ländern, die sie aufnehmen sind sie jedoch nur Flüchtlinge, die zudem oftmals aufgrund ihrer Hautfarbe und Sprache wie Aussätzige behandelt werden.
Was das jedoch bedeutet, kann sich kaum jemand von uns vorstellen. Auch nicht wie es ist, mit fremden Menschen auf engstem Raum zu leben, die nicht nur verschiedene Nationalitäten oder Religionen angehören, sondern dessen Länder vielleicht auch noch im Krieg miteinander stehen. Eskalationen sind vorprogrammiert, die wiederum neue Ängste schüren.
Nachdem ich mich entschieden hatte, in meiner Geschichte das Thema Flüchtlinge aufzugreifen, begann ich mit der Recherche. Viele Dinge wusste ich, doch viele Tatsachen auch nicht. Ein Teil davon verursachte mir Gänsehaut und ich fragte mich, was ein Mensch in der Lage ist, auszuhalten. Ich habe Berichte und Interviews gelesen, außerdem ein Buch über die Flucht eines jungen Mannes. Wie so viele vor ihm, wählte auch er mithilfe von Schlepperbanden, den Weg durch die Wüste bis Libyen, und dann weiter über das Mittelmeer bis Sizilien. Er hat überlebt im Gegensatz zu Tausenden anderen. Die körperlichen, aber vor allem die seelischen Wunden, die diese Menschen mit sich tragen, werden wohl niemals so wirklich verheilen.
Ich hoffe, das meine Geschichte dazu beiträgt, den ein oder anderen zum Nachdenken zu bewegen und diese Menschen in Zukunft einmal mit anderen Augen zu sehen.
Über etwas zu urteilen ist einfach, sich jedoch mit Tatsachen auseinanderzusetzen, alles andere als das.
Geben wir ihnen doch die Chance sich zu integrieren, um wie wir, ein relativ sichereres Leben zu führen. Nur miteinander sind wir in der Lage, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Über Flüchtlinge wird selten richtig diskutiert, vielmehr prallen vollkommen unvereinbare Positionen aufeinander, die gar nicht an der Meinung der Gegenseite interessiert sind. Muss man aus Autorinnensicht nicht befürchten, dass man nach einer solchen Veröffentlichung in Streits verwickelt wird, in die man gar nicht verwickelt werden möchte, oder dass man beispielsweise »Rezensionen« von Leuten riskiert, die das Buch gar nicht gelesen haben, einem aber auf diese Weise eins auswischen wollen?

Dadurch, dass ich mich in meinen Büchern mit Tabuthemen befasse, bin ich es gewohnt, mit Kritik zu den Themen umzugehen. So hart wie das manchmal auch ist, dennoch würde mich das niemals davon abhalten, über solche Themen zu schreiben. Jedes von ihnen ist es Wert, das man darüber redet, vor allem aber darüber nachdenkt, sich vielleicht selbst reflektiert. Ich denke, dadurch, dass ich in der Ich-Form schreibe, fühlen die Leser sich besser in die Protagonisten hineinversetzt und sind somit mitten im Geschehen, müssen sich also gezwungenermaßen mit der Thematik auseinandersetzen. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen weiß ich, das sie somit besser in Erinnerung bleiben, als wenn man Berichte in Zeitungen liest oder etwas darüber im Fernsehen sieht. Jeder Einzelne, der sich egal wie, zu dem Buch äußert, trägt dazu bei, das dieses Thema weiterhin aktuell bleibt und nicht in Vergessenheit gerät. Geben wir ihnen doch die Chance sich zu integrieren, um wie wir, ein relativ sichereres Leben zu führen. Nur miteinander sind wir in der Lage, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Was macht Sizilien zu einem solch interessanten Schauplatz, dass die Leserschaft unbedingt - in Form Ihres Werks - dorthin eine literarische Reise unternehmen sollte?

Sizilien kennen viele wahrscheinlich nur im Zusammenhang mit der Mafia oder gerade aktuell aufgrund dem Vulkanausbruch des Ätna. Die wenigsten jedoch wissen sicherlich, wie atemberaubend die Landschaft dort ist. Mir ging es ebenso, bis ich vor einigen Jahren mit meiner Freundin einen Urlaub dort verbracht habe. Ich war sofort fasziniert von den Menschen, der mediterranen Landschaft und dem kleinen Städtchen Taormina, das an einem Berghang direkt am Meer liegt.
Den traumhaften Ausblick von dem alten, antiken Theater aus auf den Ätna, werde ich wohl niemals vergessen.
Nur wer selbst dort oben, inmitten der erstarrten Lava den Ausblick auf die Umgebung erlebt hat, weiß, was für ein unglaubliches Gefühl es ist, auf einem aktiven Vulkan zu stehen.
Ein weiteres Highlight dieser Reise war für mich ein Ausflug zu den vorgelagerten »Liparischen Inseln«. Eine davon ist Vulcano, die in meiner Geschichte eine bedeutende Rolle spielt. Ihr merkt, ich kann kaum meine Begeisterung zügeln, daher nur noch kurz, Sizilien ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Was unterscheidet Ihre Protagonisten Elena und Gabriel von allen anderen Figuren, die Sie in der Vergangenheit erschaffen haben? Was macht sie in Ihren eigenen Augen zu einzigartigen Persönlichkeiten, denen jeder Leser begegnen sollte?

Gabriel hat eine Vergangenheit, der er entfliehen möchte. Anstatt sich jedoch hängen zu lassen, setzt er sich auf Sizilien unermüdlich für das Überleben der Menschen ein, die nichts mehr besitzen außer das, was sie am Leibe tragen.
Elena ist eine Kämpferin, ebenso wie Gabriel. Kein Wunder, dass sie zusammengefunden haben. Sie setzt sich ebenfalls für andere ein, selbst wenn sie dadurch riskiert, ihre Liebe zu verlieren.

Eigentlich hätten wir Sie bereits vor einigen Monaten interviewt, wäre unsererseits nicht einiges dazwischengekommen. Damals hatten Sie ein Weihnachtsbuch geschrieben. Worin liegt der Reiz, an einem Werk zu arbeiten, das mutmaßlich nur saisonal Interesse findet? Und warum sollten sich die Leser am besten schon jetzt vormerken, zum Ende des Jahres in »Ein zauberhafter Weihnachtswunsch« hineinzuschnuppern?

Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal einen Weihnachtsroman geschrieben. Das war eine Herausforderung, denn draußen herrschten Temperaturen von dreißig Grad, als ich mit dem Schreiben begann. Zum Glück können wir Autoren uns gedanklich dorthin bewegen, wo wir gerne sein möchten. Egal ob an den Nordpol oder unter den Weihnachtsbaum. Ich erinnerte mich zurück an meine Kindertage, an die Zeit, wo wir gemeinsam mit meinen Eltern, Großeltern und den Rest der Familie alte Traditionen gelebt haben. Solch Traditionen weiter zu führen ist so wichtig, denn Weihnachten ist keine Jahreszeit, sondern ein Gefühl. All die wunderbaren Erinnerungen, besonders an meine Großeltern, habe ich in dem Roman verarbeitet.
In dieser Geschichte geht es nicht nur um den Zauber der Weihnacht und der ganz großen Liebe, nein, es geht auch um die Hoffnung, dass all unsere Wünsche irgendwann in Erfüllung gehen können, wenn wir nur fest genug daran glauben.

Was können wir von der Autorin Jani Friese in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Für dieses Jahr habe ich noch zwei weitere Buchprojekt geplant, darunter wieder einen Weihnachtsroman, worauf ich mich besonders freue. Leider sind uns weiterhin, was Lesungen und Messen betrifft, die Hände gebunden, aber ich hoffe, dass sich das im nächsten Jahr wieder ändern wird.

Das Team von Leserkanone.de dankt Jani Friese für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Jani Friese
Jani Friese bei Facebook
Jani Friese bei Instagram
»Wohin mein Herz dich trägt« bei Leserkanone.de
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