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Giuseppe Alfé 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Giuseppe Alfé
Twitter: @joedesiato1
Instagram: giuseppealfeautor
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Giuseppe Alfé vom 11.11.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 11.11.2019
Mit »Die Odyssee der Vigilanten« veröffentlichte Giuseppe Alfé vor Kurzem den dritten Band seiner »Solijon«-Saga. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über den Roman-Zyklus, über das Science-Fiction-Genre und über die womöglich düstere Zukunft.

– Herr Alfé, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Die Odyssee der Vigilanten«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es und die zugehörige »Solijon«-Reihe unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Der SOLIJON-Zyklus spielt in einer fernen Zukunft, in der die Menschheit zahlreiche Planeten fernab des heimischen Sonnensystems kolonisiert hat. Gemeinsam mit drei außerirdischen Spezies lebt es in friedlicher Koexistenz in einem gemeinsamen politischen und militärischen Bündnis namens »das Hexagon«. Das Erscheinen einer unbekannten, außerirdischen Macht, die Schiffe des Hexagons entführt, ruft den Flottenkapitän Matthew Miles auf den Plan. Mit seiner Mannschaft versucht er, mehr über die unheimlichen Feinde herauszufinden, die als »Glooms« bezeichnet werden. Sie stoßen während ihrer Mission zufällig auf eine Truppe Abtrünniger, die aus verschiedensten Gründen dem Hexagon den Rücken gekehrt hat. Unter ihnen befindet sich ein sonderbarer Junge mit bemerkenswerten Fähigkeiten, der in einer ungeklärten Verbindung zu den Glooms steht. Dieser Junge ist gleichzeitig der Titelheld. Die Crew von Captain Miles tut sich mit den Abtrünnigen um Solijon zusammen. Beide Gruppen wachsen mit der Zeit zusammen und nennen sich fortan »die Vigilanten«. Als Leser begleitet man die Vigilanten bei ihren Abenteuern und ihren Kampf gegen die Glooms.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Das größte Vorbild ist ganz klar J.R.R. Tolkien, ohne dass ich mich je mit ihm vergleichen könnte oder wollte. Aber er hat mit »Der Herr der Ringe« ganz plastisch und mit viel Detailverliebtheit eine stimmige Welt und charismatische Figuren erschaffen – und das alles in einer fesselnden Erzählung. Auch, wenn Fantasy nicht mein Genre ist, war mir immer klar: Wenn man phantastische Welten erfindet und solche Geschichten erzählt, muss man es genauso machen. In der Space Opera-Sparte (und hier ordne ich auch meine Romane ein) finde ich nach wie vor, dass nur wenige Bücher an »Dune« vorbeikommen. Die Story ist originell, episch und – als Autor sollte man auch darauf achten – hervorragend geschrieben. Jeder Dialog, jeder Gedankengang der Protagonisten sitzt. Solche Geschichten möchte ich lesen. Und ich versuche, dies bei meinen eigenen Stories zu beherzigen.

Ansonsten mag ich sehr gerne die Literatur-Klassiker von Oscar Wilde, Hemingway, George Orwell oder auch Bret Easton Ellis.

– Science-Fiction-Literatur hatte trotz aller »Nerdkultur« in den letzten Jahren - im Vergleich zu früheren Zeiten - einen vergleichsweise schweren Stand. Bei Amazon findet nur selten ein SciFi-Roman den Weg unter die Top 100 der meistverkauften Bücher, in anderem Verkaufslisten bleibt das Genre oft ganz außen vor. Wie schätzen Sie den aktuellen Stand des Genres ein, worin sehen Sie die Ursachen? Denken Sie, dass es sich um einen vorübergehenden Zustand handelt? Was könnte Ihrer Meinung nach dafür sorgen, dass Science-Fiction-Literatur wieder einen größeren Schub bekommt und deutlicher ins Interesse der Massen rückt?

Da kommen meiner Meinung nach viele Faktoren zusammen: SciFi-Romane sind in der Regel sehr umfangreich, was tendenziell höhere Preise nach sich zieht und in Zeiten von »Geiz ist geil« vielleicht hinderlich für hohe Verkaufszahlen ist. Dann ist da natürlich die genreübergreifende Flut an Veröffentlichungen, mit denen ein SciFi-Autor konkurrieren muss. Die »Nerdkultur« spielt gewiss auch eine Rolle: Im Kino ist SciFi (oder artverwandtes) ein Kassenschlager, wenn man bspw. an das Marvel-Franchise oder Star Wars denkt. Diese Filme strotzen vor Schauwerten und Spezialeffekten, da hat es ein »normales« Buch relativ schwer, mit dieser Art von Frontbeschallung mitzuhalten, weil ein Roman nun Mal anders funktioniert als ein Blockbuster-Film.

Viele Autoren greifen Themen auf, die in diesen Blockbustern sehr erfolgreich waren, um »trendy« zu sein, was dann über Jahre relativ gleichförmige Stories hervorbringt. Das nutzt sich aber schnell ab. Ich denke, wir erleben deshalb zurzeit eine Übersättigung, die erst enden wird, wenn ein SciFi-Roman erscheint, der diese ungeschriebenen Konventionen sowohl inhaltlich als auch stilistisch über den Haufen wirft. Dann könnte es wieder aufwärts gehen für die SF-Literatur. Ob sich das dann unbedingt in Verkaufszahlen beim großen A oder woanders niederschlägt, ist eine andere Frage.

– Warum ist der Solijon-Zyklus für Leser, die in den vergangenen Jahren Science-Fiction-Literatur womöglich etwas vernachlässigt haben, genau der richtige (Wieder-) Einstieg ins Genre?

Weil es zunächst einmal keine »harte Science Fiction« ist, die genrefremde Leser womöglich abschreckt oder überfordert, da Physik und Technik in solchen Romanen einen großen Raum einnehmen. In meinen Büchern bilden diese Dinge den groben Rahmen; aber mein Fokus liegt auf den Figuren, ihren Motiven und auf unterhaltsame Dialoge. Im Grunde genommen ist der Solijon-Zyklus eine fantastische Abenteuergeschichte, die zufällig im Weltraum spielt. Ich versuche, den Leser in meine Protagonisten eintauchen zu lassen, um einen ganz persönlichen Bezug zur Story zu bekommen. Daher denke ich, das sich SciFi-Neulinge anhand meiner Bücher an das Genre herantasten können, um dann selbst zu entscheiden, ob ihnen Space Opera liegt, oder doch eher die realitätsnähere Hard Science Fiction. Und Genre-Kenner haben vielleicht wieder Lust, eine lange Erzählung zu lesen, die an der einen oder anderen Stelle durchaus neue Facetten aufweist, die es so noch nicht in anderen Romanen gab.

– Sie haben für Ihre Reihe ein ganzes literarisches Universum mit seinen Bewohnern und gesellschaftlichen Verflechtungen erschaffen. Ist das Konstruieren einer solchen Buchwelt bei Ihnen ein Prozess, der nach und nach während des Schreibens von statten geht, oder ging dem Verfassen zunächst erst umfangreiche Reißbrettarbeit voraus? Welcher Aufwand steckt generell in Büchern wie denen der »Solijon«-Reihe? Und nach welchen Maßstäben und mit Hilfe welcher Inspirationen haben Sie Ihr Universum gestaltet?

Die Welt von Solijon ist über Jahre nach und nach entstanden, ohne dass es ein scharf umrissenes Konzept gab. Vieles davon war schon lange in meinem Kopf, als ich die allerersten Zeilen niederschrieb. Nur hatte nicht alles bereits einen Namen. Das meiste von diesem Universum habe ich in langen Arbeitsstunden losgelöst vom eigentlichen Schreiben konzipiert. Wann immer mir etwas einfiel, habe ich es in Skizzen oder Tabellen festgehalten. Dann gab es Phasen, in denen ich überhaupt nicht an den Romanen arbeitete. Auch in diesen Phasen führte ich meine Notizen fort, und ergänzte so Einiges. Als ich das Schreiben dann wieder aufnahm, konnte ich darauf zurückgreifen, was beim eigentlichen Erzählen eine große Hilfe ist. Es macht die Geschichte lebendiger, stimmiger.

Es steckt also schon ein gewisser Aufwand dahinter, den man nicht komprimiert in wenigen Monaten erledigt hat. Bei den Inspirationen man muss darauf Acht geben, dass man nicht einfach kopiert. Aber gänzlich kann man die Inspirationen auch bei SOLIJON nicht von der Hand weisen: Herr der Ringe, Dune, Star Wars UND Star Trek gleichermaßen, und eine Prise »Kampfstern Galactica« ist auch dabei.

– Was macht Solijon zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm, an Captain Matthew Miles & Co. persönlich?

Da ist zunächst das Mysterium, das Solijon umgibt und dass den Leser neugierig macht. Bei dieser Figur konnte ich auch mit Ideen experimentieren, was einen Menschen in der Zukunft auszeichnen könnte, was er anders macht als wir und wie man generell das Menschsein definiert. Solijon ist die ideale Ausgabe eines edlen, vernünftigen und weisen Lebewesens. Und diese Kreatur konfrontiere ich mit kriegerischen Auseinandersetzungen und unvollkommenen, zum Teil gebrochenen Menschen.

Captain Miles ist eine desillusionierte Person, die aber mit Hilfe von Freunden neue Hoffnung und Zuversicht schöpft. Er ist ein pflichtbewusster Offizier, der sich aber immer noch ein eigenes Urteil erlaubt und Dinge hinterfragt. Auch in kritischen Situationen bewahrt er immer einen kühlen Kopf. Ich fand es spannend, einen Protagonisten zu haben, der alle Voraussetzungen für einen Helden mitbringt, aber gleichzeitig auch Schwächen hat.

– Wie die Mehrzahl der Science-Fiction-Autoren gehen auch Sie von einem von Krieg geprägten Zukunftsszenario aus. Ist man als Science-Fiction-Autor »von Berufs wegen« Zukunftspessimist?

Vielleicht kein Pessimist, aber SciFi setzt sich nun mal mit Wissenschaft und Technologie auseinander. Und da sehe ich viele Entwicklungen kritisch, weil sie zum Teil jetzt schon nicht mehr umkehrbar sind, obwohl sie massive, langfristige und endgültige Einwirkungen auf den Menschen und die Umwelt haben. Da läuft man schnell Gefahr, zum Schwarzmaler zu werden. Dem setze ich jedoch Figuren entgegen, die sich gegen solche Dinge auflehnen, die uns Hoffnung verleihen. Was die Kriegsszenarien angeht, so dienen diese der Story und dem klassischen »Gut gegen Böse«-Motiv.

– Was können wir von dem Autor Giuseppe Alfé in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ich bin seit kurzem Mitglied im P.A.N. e.V., die unter anderem regelmäßig Lesungen und Messeauftritte veranstaltet. Sofern meine Aktivität als Musiker nicht dazwischenkommt, werde ich im kommenden Jahr die eine oder andere Veranstaltung nutzen, um eine Lesung abzuhalten. Nachdem ich 2019 zwei Romane veröffentlicht habe, wird mein nächster Roman nicht vor Ende 2020 erscheinen. Eine Rohfassung für einen vierten SOLIJON-Roman liegt vor, aber es kann sein, dass ich zuvor eine Ableger-Story einstreue, um auch denjenigen Lesern ein Geschichte anzubieten, die etwas anderes lesen möchten. Es bleibt aber bei Space Opera!

Das Team von Leserkanone.de dankt Giuseppe Alfé für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Giuseppe Alfé
Giuseppe Alfé bei Twitter
Giuseppe Alfé bei Instagram
»Solijon« bei Leserkanone.de
»Solijon« bei Amazon
»Solijon 2 - Die Vigilanten« bei Leserkanone.de
»Solijon 2 - Die Vigilanten« bei Amazon
»Solijon 3 - Die Odyssee der Vigilanten« bei Leserkanone.de
»Solijon 3 - Die Odyssee der Vigilanten« bei Amazon
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Ein Interview von: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz