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Rolf Uliczka 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Rolf Uliczka
Facebook: Rolf-Uliczka
Instagram: rolf_uliczka
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Rolf Uliczka vom 09.08.2018
  Leserkanone.de-Interview mit Rolf Uliczka vom 29.06.2020
Tags: Zwei Verlinkungen in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 29.06.2020
In seinem aktuellen Krimi »Krabbentod in Greetsiel« hat Rolf Uliczka eine neue Kommissarin auf die Welt des Verbrechens losgelassen. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch und die zugehörige Reihe, über Ermittlerin Femke Peters und über das Erschaffen von Kriminalfällen.

– Herr Uliczka, beinahe zwei Jahre sind vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Gespräch begrüßen konnten. Was hat sich in der Zwischenzeit im Autorenleben des Rolf Uliczka getan?

Zunächst möchte ich mich ganz herzlich bei meinen lieben Leserinnen und Lesern bedanken! Denn ihre positiven Rückmeldungen sind für mich zum Ansporn und Motiv geworden! Vor zwei Jahren sprachen wir über den 4. Band meiner Krimireihe »die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens ermitteln«. Ende März dieses Jahrs ist dazu bereits der 10. Band »Küstenmord in Harlesiel« erschienen. Der 11. Band befindet sich derzeit im Lektorat.
Dass meine Kommissare Nina und Bert im Polizeikommissariat Wittmund ermitteln, ist nicht ganz zufällig. Bereits 1980 habe ich mit Familie und Freunden einen Campingurlaub in Neuharlingersiel gemacht. Daher kannte ich natürlich auch Bensersiel und Carolinensiel. Also war es naheliegend meine Ostfrieslandkrimis im Landkreis Wittmund spielen zu lassen. Dass daraus eine beliebte Krimireihe wurde, habe ich meiner treuen Leserschaft zu verdanken! Nochmals ganz lieben Dank dafür!
Aber es waren auch meine Leserinnen und Leser, die immer wieder anfragten, wann meine Kommissare denn mal in anderen beliebten ostfriesischen Küstenorten ermitteln. Da ich mich nach 28 Jahren »Amtsschimmel« - bei aller Fiktion - schwertue, reale behördliche Gegebenheiten zu ignorieren, ermitteln bei mir Nina und Bert nun mal nur im Landkreis Wittmund. Trotzdem wollte ich die Wünsche meiner Leserschaft nicht ignorieren. Also war es nur konsequent, eine neue Krimireihe, »die Kommissarin Femke Peters ermittelt im Landkreis Aurich«, ins Leben zu rufen.

– Hat sich die Corona-Krise auch bei Ihrer Arbeit als Autor bemerkbar gemacht?

Ja, sowohl positiv wie negativ.
Positiv, alles schien einen Gang zurückgeschaltet zu haben. Ob daraus eine Art Entschleunigung entstand oder neuer Stress, hing dabei von den individuellen Lebensumständen ab. Jedenfalls hat es wohl - nach manchen Rückmeldungen - bei nicht wenigen für mehr Zeit zum Lesen gesorgt.
Negativ, weil örtliche Recherchen in der Zeit des Lockdowns überhaupt nicht stattfinden konnten. Einerseits, weil der Besuch in beliebten Urlaubsorten generell verboten war. Andererseits, weil die Ansprechpartner vor Ort gar nicht an ihren Arbeitsplätzen verfügbar waren und man natürlich kaum über private Kontaktmöglichkeiten verfügt (Privatsphäre – Datenschutz).

– Nun ist mit »Krabbentod in Greetsiel« ein neuer Roman aus Ihrer Feder erschienen. Was erwartet Ihre Leser in dem Buch?

Fenno Büürma, ein erfolgreicher Versicherungsmakler, wird durch Erbschaft sogar zum Multimillionär. Mit charismatischem Charme unterstützt er durch großzügige Spenden örtliche Vereine, soziale Einrichtungen und manchen klammen Kunden. Also wer sollte Böses über ihn sagen oder denken.
Aber es gab auch eine andere Seite. Fenno war passionierter Angler und dennoch kein leidenschaftlicher Petrijünger. Seine Angelleidenschaft bezog sich nämlich mehr auf das andere Geschlecht als auf den Fischfang. Entsprechend wusste er auch schon mal sehr charmant die Wahrheit etwas zu umschreiben.
Aber reicht das als Motiv, um ihm als Henkersmahlzeit, ein Krabbengericht zu zelebrieren? Und wie passt dazu die medizinische Diagnose als Todesursache Knollenblätterpilzvergiftung?
Für Kommissarin Femke Peters und ihr Team von der Kripo Aurich ein Fall mit vielen Fragen. Unglücksfall oder Mord? Motive: Gefühle oder Geld? Was wollte Fenno mit den 200.000 Euro in bar, die er kurz vor seinem Tod von der Bank abgehoben hat?
Ein Verwirrspiel mit überraschendem Ausgang.

– In der Welt der Ostfrieslandkrimis gibt es bereits schier unzählige Ermittler, nicht zuletzt Ihre eigenen Verbrechensbekämpfer Bert Linnig und Nina Jürgens. Was hat Femke Peters an sich, das andere literarische Spürnasen nicht zu bieten haben? Und warum hat sie gleich eine ganze Buchreihe verdient?

Hier möchte ich nochmal wiederholen, was ich bei meinen Lesungen immer als Einleitung voranstelle: Ostfriesland, das Land des Wattenmeeres, der romantischen Inseln, der Leuchttürme und grünen Landschaften mit seinen geheimnisvollen Mooren. Beliebte Urlaubsregion, in der Millionen jährlich Kraft tanken, mit seinen - manchmal vielleicht etwas skurril wirkenden – Originalen, bietet einfach viel Stoff für das Unerwartete und damit eben für Ostfrieslandkrimis.
Unter den Millionen von Erholungsuchenden die jährlich ihren Urlaub in Ostfriesland verbringen, gibt es viele, die als Leser das Genre Krimi bevorzugen. Wenn die Handlungen dann auch noch an Orten stattfinden, in denen man die schönsten Tage des Jahres verbracht hat, dann verbindet das beim Lesen einen gewissen Spannungseffekt (vielleicht sogar ein wenig Nervenkitzel) mit sehr angenehmen Erinnerungen.
Da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, findet offensichtlich – trotz unzähliger Ermittler – jeder »Pott seinen Deckel«. Daher stellt sich für mich gar nicht die Frage, ob meine Ermittler-innen eine alles überragende literarische Spürnase zu bieten haben. Viel wichtiger ist mir, dass diese »Spürnase« von meinen Leserinnen und Lesern gemocht wird.

Jeder Mensch ist ein wertvolles unverwechselbares Individuum! Dies gilt natürlich nicht nur für meine Protagonisten, sondern auch für die meiner Kolleginnen und Kollegen. Dabei dürfen die Wesensmerkmale durchaus unterschiedlich sein. So ist die erste Kriminalhauptkommissarin Femke Peters in Ostfriesland in Großheide geboren und aufgewachsen und hat auch ihr Ostfriesenplatt nicht verlernt.
Als Fallanalytikerin verfügt sie über einen wachen Verstand und ausgeprägten Instinkt. Sie liebt Herausforderungen. Dabei macht sich ihre Erfahrung als wettkampferprobten Fechterin positiv bemerkbar: Die Stärken und Schwächen des Gegners erkennen und reaktionsschnell parieren oder agieren.
Dabei ist sie einfühlsam und teamorientiert. Kann aber durchaus auch einen bissigen bis zu sarkastischem Humor entwickeln. Als alleinerziehende Mutter einer zwölfjährigen Tochter versucht sie den Spagat zwischen dienstlichen Anforderungen und mütterlicher Fürsorge hinzubekommen. Dabei hilft ihr, seit dem Tod ihres Mannes und ihrer Rückkehr in die ostfriesische Heimat, dass sie ein ehemaliges Ferienhäuschen auf dem Ferienhof ihrer Eltern bewohnt und ihre Eske bei Bedarf liebevoll von den Großeltern versorgt wird.
Sie ist eine leidenschaftliche Hobbyköchin und nach jedem erfolgreichen Abschluss eines Falles verwöhnt sie gern nicht nur ihr Team – sondern auch die Leserinnen und Leser des Buches, so sie denn wollen - mit kulinarischen Köstlichkeiten der Region.

– In unserer Datenbank befinden sich unfassbare 59 Romane, die in Greetsiel spielen, und unsere Liste ist sicher nicht ansatzweise vollständig. Was ist an der 1.400-Seelen-Gemeinde so besonders, dass sie Autoren scheinbar magisch anzieht? Und warum wird dort (literarisch) so viel gemordet?

Diesbezüglich kann ich auf den ersten Teil meiner Antwort zu Frage 4. verweisen.
Denn das, was für die Protagonisten gilt, kann man auch auf die beliebten Urlaubsorte der ostfriesischen Nordseeküste übertragen. Jeder Ort hat seinen individuellen Reiz. Also findet auch hier jeder »Pott seinen Deckel«. Ob nun in Greetsiel (literarisch) mehr oder weniger gemordet wird, als in anderen ostfriesischen Küstenorten, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls erfreut sich Greetsiel großer Beliebtheit bei Urlauberinnen und Urlaubern.
Und dann gilt wieder das, was ich ebenfalls schon zur Frage 4. ausgeführt habe: Wenn die Handlungen an Orten stattfinden, in denen man die schönsten Tage des Jahres verbracht hat, dann verbindet das beim Lesen einen gewissen Nervenkitzel mit sehr angenehmen Erinnerungen. Vielleicht das Grundrezept für das Erfolgsgenre vieler Regionalkrimis aus typischen Urlaubsregionen.

– Pilzvergiftungen, Lügen, Geldgeschäfte - das hört sich nach einem komplexen Verbrechensgebilde für 185 Seiten an. Wie entsteht bei Ihnen ein Kriminalfall? Gehören Sie zu den Krimiautoren, die sich erst eine gewitzte Idee ausdenken, wie der Täter erwischt wird und die dann während des Schreibprozesses rückwärts bis zur Tat das Pferd von hinten aufzäumen? Welcher Aufwand steckt in einem Roman wie »Krabbentod in Greetsiel«?

Gute Frage. Ja, wie entsteht ein Kriminalfall? Darüber habe ich mir bisher noch gar keine Gedanken gemacht. Ich denke, wie im richtigen Leben. Manchmal springt mich ein Thema einfach an. Der Mensch in all seinen Facetten bietet dafür tagtäglich genügend Stoff. Deswegen tauchen in vielen meiner Bücher auch tagesaktuelle Ereignisse auf.
Außerdem fließen in meine Geschichten neben den Fiktionen auch immer ganz viel Erlebtes, Erzähltes ein. Daher entwickeln die Handlungen oft eine gewisse Eigendynamik.
Wenn man schon im Grundschulalter - durch berufsbedingten Umzug der Eltern - aus dem heimatlichen Nest mit Oma, Opa, Tante, Onkel und Freunden, die man seit dem Kindergarten kennt, herausgerissen wird, empfindet man das zunächst als Drama. Doch in jeder Krise steckt auch eine Chance.
Wenn dann noch - durch die eigene berufliche Entwicklung - die Reise durch das ganze Land führt, von der Nordspitze bei der Insel Fehmarn bis nach Sonthofen im Oberallgäu, hat man die Gelegenheiten Land und Leute kennenzulernen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Man lernt so nebenbei zum Teil auch witzige Eigenheiten kennen, zum Beispiel: wo man durch Frühaufsteher morgens um sieben beim Brötchenkauf in der Schlange steht und in welchen Landesteilen man diese Schlange erst ab neun Uhr erlebt.
Ja, und zu dem Aufwand, da sollte man besser meine Frau fragen. Während des Schreibprozesses bin ich nur noch zur Hälfte (wenn überhaupt) in der Realität, wie sie immer sagt. Dann spielen auch keine Sonn- und Feiertage, Tages- oder Nachtzeiten eine Rolle. Geschrieben wird, wenn die Gedanken fließen. Und da liegt die Stoppuhr nicht daneben.

– Was können wir von dem Autor Rolf Uliczka in der nächsten Zukunft erwarten? Wie und wann wird es mit Femke Peters weitergehen? Und sind womöglich darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung?

Der 11. Band meiner ersten Reihe befindet sich im Lektorat.
Die Recherchen für den 2. Band zu meiner neuen Reihe »Kommissarin Femke Peters ermittelt« sind kurz vor dem Abschluss. Wo sie gerade im Einsatz ist, kann ich hier noch nicht verraten, weil dies wieder Frage eines Gewinnspieles sein wird. Dazu poste ich auf Facebook immer ein Bild mit der Frage nach dem Ort. Eins kann ich aber jetzt schon verraten: es wird wieder spannend. Deswegen auch an dieser Stelle noch nicht mehr.

Das Team von Leserkanone.de dankt Rolf Uliczka für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Rolf Uliczka
Rolf Uliczka bei Facebook
Rolf Uliczka bei Instagram
»Femke Peters 1 - Krabbentod in Greetsiel« bei Leserkanone.de
»Femke Peters 1 - Krabbentod in Greetsiel« bei Amazon
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