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Susan Szabo 0 Fans
Herkunft: Vereinigte Staaten von Amerika
Facebook: susan.szabo.716
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Susan Szabo vom 12.06.2018
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 12.06.2018
In ihrem aktuellen Roman »Eisenhut und Hühnerfuß« berichtet Susan Szabo von einem ganz besonderen Jugendlichen. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über Autismus, über Voodoo und über das Wandeln zwischen den Sprachen.

– Frau Szabo, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Eisenhut und Hühnerfuß«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

In »Eisenhut und Hühnerfuß« geht um den autistischen Jugendlichen Florian. Er ist attraktiv, sehr aufmerksam und hat ein gutes Gedächtnis. Doch sprechen kann er nicht. Wie erleben ihn seine Mitmenschen? Sehr unterschiedlich. Seine Erzieherin Carla vermutet in ihm verborgene Fähigkeiten und will ihn unbedingt zum Sprechen bringen. Dabei verkennt sie, dass seine wahre Begabung ganz woanders liegt. Sein Freund Stefan akzeptiert ihn ganz und gar so wie er ist. Carlas Freund Oliver findet ihn hinterlistig und unwillig und wird schließlich auf ihn eifersüchtig, als Florian etwas kann, was ihm bei weitem nicht so gut gelingt. Florian ist der Auslöser eines Konflikts zwischen Carla und ihrem Freund Oliver, der tragisch ausgeht.
 
– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Leser, die sich für die folgenden Autoren und deren Bücher interessieren, dürften mein Buch lesenswert finden: Mark Haddon (»Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone«), Axel Brauns und Birger Sellin. Die zwei letzten Autoren sind Betroffene, die von ihren persönlichen Erfahrungen berichten. Von den älteren Büchern ist William Faulkners »Schall und Wahn« (1929), in dem eine autistische Figur vorkommt, empfehlenswert. Das Buch ist allerdings nicht einfach zu lesen. Vorbilder? Ich mag Dostojewsky u. a. wegen seiner scharfsinnigen psychologischen Introspektion und Thomas Mann u. a. wegen seiner vorzüglichen Art zu beschreiben. Eine moderne Autorin, die ich schätze, ist Patricia Highsmith. Bei Mann und Highsmith faszinieren mich ihre Hochstapler-Romane über Felix Krull und Mr. Ripley.
 
– Wie kam es dazu, dass Sie sich in Ihrem Buch einem solch anspruchsvollen Thema wie dem Autismus widmeten? Wie schafft man es, die dafür nötige Sensibilität in die richtigen Worte zu gießen und ein möglichst realistisches Personenbild zu zeichnen?

Ich habe fachliche Vorkenntnisse, da ich promovierte Psychologin bin. Das alleine wäre natürlich nicht genug. Ich bin persönlich betroffen, weil mein erwachsener Sohn von einer Autismus-Spektrum-Störung betroffen ist und ich aufgrund dieser Tatsache auch andere autistische Menschen kennengelernt habe. Es hat mich gereizt zu versuchen, mich in einen autistischen Menschen einzufühlen. Da das aber kaum möglich ist, habe ich meine autistische Figur Florian sozusagen «von außen« geschildert, d.h. aus den Perspektiven der anderen Figuren in meinem Roman.
 
– Was macht Ihre Protagonistin Carla zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihr persönlich?

Carla geht ihren Weg. Sie lässt sich nicht entmutigen und gibt nicht auf. Sie hat den Mut, Entscheidungen zu treffen und zu ihnen zu stehen, auch den Mut, in vieler Hinsicht eine Außenseiterin zu sein und nicht einfach das zu machen, was naheliegend wäre oder was andere von ihr erwarten. Diese Eigenschaften finde ich bewundernswert.
 
– Wie kamen Sie darauf, ein auf den ersten Blick vollkommen davon losgelöst erscheinendes Thema - nämlich Voodoo - in Ihre Geschichte einzuflechten? Wie passen Voodoo und ein Buch über einen Autisten und seine Erzieherin zusammen?

In meinem Roman geht es nicht zuletzt um Anderssein und um Fremdes. Dieses fremde Andere wird von der Ungezügeltheit und Ursprünglichkeit des Voodoos verkörpert. Voodoo ist eine fremde Religion, die aus einem anderen Kulturkreis stammt und nicht ohne weiteres verständlich ist. Voodoo ist also Bestandteil einer »anderen Welt«. Auch der Autist Florian erlebt die Welt anders und vielleicht auch unmittelbarer, sozusagen »ungefiltert«. Dies trifft m. e. auch auf große Künstler wie Picasso zu. Voodoo ist also ein Symbol für eine andere, jedoch nicht minder wertvolle Art der Wahrnehmung. Während Florian zu sehr in einer »anderen Welt« gefangen ist, würde es für seinen Gegenspieler Oliver von Vorteil sein, wenn er sich für eine erweiterte Art der Wahrnehmung öffnen könnte.
 
– Sie wuchsen in den USA auf und Englisch ist Ihre Muttersprache, dennoch veröffentlichen Sie auf Deutsch. Wie kam es dazu? Hätte man mit Büchern in englischer Sprache nicht eine viel größere Zielgruppe?

Ich habe den Großteil meines Lebens im deutschen Sprachraum verbracht, und habe es mir zum Ziel gemacht, möglichst gut Deutsch zu beherrschen – weil ich diese Art von Herausforderung mag. Natürlich wäre der Markt in den USA größer. Inzwischen fällt es mir aber in mancher Hinsicht einfacher, auf Deutsch als auf Englisch zu schreiben, auch wenn ich noch immer Fehler mache und Grammatik nachschlagen muss. Zu den USA habe ich inzwischen auch viel weniger Verbindungen als zu Deutschland.
 
– Was können wir von der Autorin Susan Szabo in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Zurzeit arbeite ich an einem Frankfurt-Krimi, in dem es u. a. um den sogenannten grauen Pharma-Markt geht.

Das Team von Leserkanone.de dankt Susan Szabo für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Susan Szabo bei Facebook
»Eisenhut und Hühnerfuß« bei Leserkanone.de
»Eisenhut und Hühnerfuß« bei Amazon
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