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Lara Elaina Whitman 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Pseudonym: L.E. Whitman
Webseite: Offizielle Homepage von Lara Elaina Whitman
Twitter: @LaraEWhitman
Facebook: Laraelaina
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Lara Elaina Whitman vom 26.05.2018
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 26.05.2018
In Lara Elaina Whitmans aktuellem Thriller stößt eine Journalistin auf eine »Plastikspur«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über den Roman, über die beiden Protagonistinnen und über das Wandeln zwischen den Genres.

– Frau Whitman, im vergangenen Herbst erschien Ihr Roman »Plastikspur«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Sehr gerne. Plastikspur ist ein Thriller, der sich mit Umwelt und Korruption auseinandersetzt. Die Journalistin Miriam Schlohwächter, recherchiert für ihre Zeitung einen Mordfall. Für die Polizei aber ist es Selbstmord. Doch Miriam ist sich sicher, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Zusammen mit der Rechtsmedizinerin Tamara Damarow sucht sie nach Antworten und stößt dabei auf eine Spur aus Plastik. Bald müssen die beiden Frauen aber selbst um ihr Leben fürchten, denn jemand will, dass die Wahrheit nicht ans Licht kommt.
Ein paar Worte zu den Protagonistinnen. Miriam ist Ende Zwanzig, Tamara Anfang Dreißig. Die beiden Frauen sind Freundinnen. Der Handlungsverlauf der Geschichte erfolgt aus Sicht von Miriam und Tamara. Das Thema Mikroplastik trägt die Story als Grundgerüst, steht aber nicht im Vordergrund. Der Roman enthält also keine komplizierten Analysen und dergleichen. Ich wollte das Thema unaufdringlich näherbringen, damit sich jeder selbst Gedanken dazu machen kann und seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Es gibt also keinen mahnenden Finger.
Die Orte, an denen die Handlung spielt, sind real. Manches musste ich ein wenig anpassen, z. B. das Innere des Leuchtturms auf Helgoland oder die Stuttgarter Bahnhofshalle, die sich ja gerade im Umbau befindet. Ansonsten können alle Schauplätze besucht werden.
Den Roman gibt es sowohl als Druckausgabe, als auch als eBook. Plastikspur ist überall im Buchhandel erhältlich.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Über diese Frage musste ich eine Weile nachdenken, da meine Geschichten keine Fanfiction sind und ein Vergleich mit anderen Romanen deshalb nicht so einfach ist.
Vielleicht kann ich die Frage so beantworten: Abenteuer. Wer gerne Abenteuerromane liest, ist bei mir richtig.
Alle meine Romane sind in erster Linie Abenteuergeschichten. Die Handlung steht im Vordergrund. Eine epische Beschreibung der inneren Gefühlswelt des Protagonisten ist nicht das Hauptaugenmerk in meinen Erzählungen. Auch Erotik ist kein Schwerpunkt. Es gibt schon mal einen Kuss, aber den gibt es bei Tolkien auch, ebenso wie die Liebesgeschichte.
Tolkien ist einer meiner Lieblingsautoren. Der Herr der Ringe ist ein geniales literarisches Werk und ein gutes Vorbild. Da ich sehr viel lese, finde ich immer wieder Autoren/Autorinnen, die mich mit ihren Werken überzeugen konnten. Jean Luc Banalecs Bretagne-Krimis liebe ich sehr, nicht nur wegen der Bretagne, sondern wegen seiner atmosphärischen Erzählweise. Haruki Murakami ist für mich der Meister des Wortes schlechthin (in der Übersetzung natürlich; mein Japanisch ist zu schlecht, um ihn im Original zu lesen). Cornelia Funke kann ich immer empfehlen. Tintenherz gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Ebenso wie die Darkover-Serie von Marion Zimmer Bradley, die Peter Grant Serie von Ben Aaronovitsch, Tad Williams mit seinen komplexen Fantasy-Sagas und meine Lieblingsliebes- und Abenteuergeschichte die Angélique-Reihe von Ann Golon.
Jetzt muss ich aufhören, denn ich könnte gerade so weitermachen. Es gibt so viele tolle Romane und tolle Schriftsteller/Schriftstellerinnen. Wer aber diese Geschichten mag, mag möglicherweise auch meine.

– Heutzutage gehen viele Autoren und Verlage großzügig mit dem Begriff des »Thrillers« um und bezeichnen auch einfachste Krimis bereits als Thriller, da die Schublade vermutlich mehr Zugkraft beim Leser hat. Was macht Ihren Thriller zu einem »richtigen« Thriller?

Andersherum: Was macht einen Krimi zu einem Krimi? Vermutlich der Kommissar in seiner Hauptrolle und der Mordfall, der gelöst werden will. Das ist meines Erachtens auch schon das größte Unterscheidungsmerkmal zum Thriller.
Ansonsten gibt es eine Menge Überschneidungen. Denn einen Spannungsbogen über den gesamten Roman zu erhalten, mit ein paar Cliffhangern mittendrin und entspannten Phasen zum Downcoolen, gilt für mich auch für den Krimi oder andere Genres und nicht nur für den Thriller. Die Unterscheidung ist wirklich nicht leicht.
Man kann wohl sagen, dass der Held/die Heldin beim Thriller noch lebt und sich selbst gegen die Grausamkeit wehren muss. Das Ende kommt meist ziemlich dick und darf auch gut ausgehen, sprich der Held/die Heldin rettet sich und vielleicht auch die anderen, aber erst ganz zum Schluss.
Dass beim Thriller auch ein Mordfall gelöst werden kann, ist Nebensache.
Cozy ist Plastikspur deshalb, weil er nicht ganz so blutdürstig ist, wie man dem Genre gerne zuschreibt. Ebenso habe ich meine Protagonistinnen weiblich gestaltet, mit weiblichen Vorlieben eben. Trotzdem sind sie tapfer, neugierig und clever. Sie gehen es eben anders an, als männliche Helden.

– Was macht ihre Protagonistinnen Miriam und Tamara zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Besonderheit liegt im Auge des Betrachters, deshalb kann ich die Frage nur aus meiner Sicht beantworten.
Erstens, sie sind Frauen, keine knallharten Typen. Miriam ist jung, ein bisschen oberflächlich, gelegentlich zickig, aber auch mutig und liebt Schuhe. Tamara ist ernst, akribisch, klug und muss durch ihren Beruf jeden Tag mit den Ergebnissen der menschlichen Gewalttätigkeit fertig werden. Sie hat aber auch eine wilde Seite und ein Faible, welches ihr auch einen Spitznamen eingebracht hat. Natürlich sind beide nicht perfekt und haben auch ihre Probleme.
Ich mag sie, weil sie nicht aufgeben und das Herz am richtigen Fleck haben. Sie sind viel mutiger, als ich es selbst jemals sein könnte.

– Aus Ihrer Feder gibt es Space Operas, Fantasyromane und nun eben auch Thriller. Birgt das Wechseln zwischen den Genres nicht die Gefahr, dass man keine Schar an »treuen Fans« aufbauen kann, die vorbehaltlos bei jeder neuen Veröffentlichung zugreifen können? Und anhand welcher Maßstäbe entscheiden Sie, in welche Richtung das jeweils nächste Projekt gehen soll?

Vorbehaltlos sollte meiner Meinung nach ohnehin niemand zugreifen, aber Vorbehalte sollte man auch nicht haben. Ich lese meistens die Leseprobe, egal, ob ich den Autor/die Autorin schon kenne. Danach entscheide ich, ob ich das Buch lesen will. Das minimiert Fehlgriffe, also Geschichten, deren Handlung oder Schreibstil mir nicht liegen. Das heißt nicht, dass diese Bücher schlecht sind, sie treffen nur nicht meinen Geschmack.
Ansonsten – offenbleiben, sich auf die Geschichte einlassen, nicht am Genre kleben bleiben. Es gibt so viele tolle Romane, die vielleicht auf den ersten Blick nicht ins »Beuteschema« passen.
Genrezugehörigkeit wird meiner Meinung nach überbewertet. Ich kenne eine Menge Leute, die querbeet lesen. Wer Abwechslung will, muss über den Tellerrand hinaussehen, vorausgesetzt, derjenige ließt mehr als zwei Bücher im Jahr. Wenn Letzteres der Fall ist, dann ist man bei einem Genre, von dem man weiß, dass man das sicher mag, besser aufgehoben. Außerdem glaube ich nicht, dass es schwerer für mich ist, treue Fans zu finden, nur weil ich die Genres wechsle.
Ist es nicht eher so, dass weniger bekannte Autoren und Autorinnen es generell schwer haben, Leser und Leserinnen zu finden. Da macht es auch keinen Unterschied, ob man Indie-Autor(in) ist oder »normaler« Verlagsautor(in). Alles eine Frage des Marktzugangs und Werbebudgets.
Deshalb eine Bitte: Wenn Ihnen ein Roman gefallen hat, empfehlen Sie ihn weiter.
Wie entscheide ich, wo ich das nächste Projekt ansiedele?
Für meine Geschichten habe ich einige Kriterien, die ich mir selber vorgebe. Ich muss mich mit dem Thema befassen und genügend recherchieren.
Darüber hinaus bevorzuge ich Schauplätze, die ich kenne. Bei Plastikspur ist das der Fall. Der Roman spielt ja hier in der Region Stuttgart und auf Helgoland, wo ich auch schon einmal gewesen bin. Bei meinen Science-Fiction- und Fantasyromanen geht das nicht immer. Ich war noch nie auf dem Mond oder in Aremar.
Ob ich einen Roman aus der Ich-Perspektive schreibe oder wie viele Handlungsstränge ich einbaue, entscheide ich im Vorfeld. Außerdem lege ich die Charaktere und Beziehungen fest und schreibe eine Art »Drehbuch«.

– Sie haben Ihre Bücher ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Jahrzehntelang habe ich für ein großes deutsches Unternehmen gearbeitet, mit allen Vor- und Nachteilen. Ich kenne also die Strukturen in einem Großkonzern. Da wollte ich einfach nicht mehr hin. Natürlich kann eine Verlagsveröffentlichung Vorteile haben, sofern man einen Verlag findet und am besten einen mit Werbebudget und Zugang zu den Endkunden.
Für meinen Science-Fiction Roman Das Verlorene Siegel habe ich es ganz zu anfangs versucht, aber schnell festgestellt, wie dieser Markt so tickt. Ich war damals auch nicht so weit, mich erneut ins Getümmel des Beziehungsgeflechtes zu stürzen. Der Gedanke lockt mich ehrlich gesagt auch heute nicht, auch wenn der Weg ohne Verlag recht arbeitsreich und steinig ist. Ein Verlag kann viele Arbeiten übernehmen, die ich selbst machen muss.
Als ich anfing, war Selfpublishing noch in den Kinderschuhen und es gab nur den großen amerikanischen Onlinehändler. Heute gibt es viele Möglichkeiten, seine Werke zu Lesern und Leserinnen zu bringen, sofern man es schafft, die mediale Aufmerksamkeit zu erringen. Um gefunden zu werden, muss man gesehen werden. Und was das im Zeitalter von Social Media bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.
Ein Verlag kann sehr hilfreich sein, ist aber nicht unbedingt notwendig, solange man sich im eBook-Sektor bewegt. Es gibt mittlerweile genug professionelle Unterstützung für Selfpublisher, um qualitativ hochwertige Romane herauszubringen.
Printausgaben hingegen sind im Deutschen Buchhandel ohne gut vernetzten Verlag kaum zu stemmen. Das liegt in der Art und Weise, wie der Deutsche Buchhandel organisiert ist und in der Natur einer One-WoMen-Show. Alles alleine zu machen, bindet Kapazitäten. Da bleibt der aktive Verkauf der Werke häufig auf der Strecke.
Für internationale Veröffentlichungen ist aus meiner Sicht ein Verlag unerlässlich, schon aus rechtlichen Gründen. Aber wer weiß, vielleicht ändert sich das auch noch.

– Was können wir von der Autorin Lara Elaina Whitman in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

In Zukunft wird es sicher noch mehr von mir geben. Ich schreibe wahnsinnig gerne und ich habe noch eine Menge Ideen im Kopf. Im Augenblick arbeite ich gerade am vierten großen Band meiner Science-Fiction Space Opera Das Verlorene Siegel. Ein weiterer Thriller mit Miriam und Tamara liegt auch schon halbfertig auf meiner Platte. Dann plane ich noch einen Singlefolgeband meiner Eriny-Saga. Der Stoff gibt einfach zu viel her und Sarah ist ja gerade erst so richtig angekommen in Aremar. Da sind noch so viele Möglichkeiten für neue Abenteuer, die in meinem Inneren brennen und gerne heraus wollen.
Termine: Ich muss unbedingt mit dem nächsten Band fertig werden. Lesungen halte ich zwar schon, aber im multimedialen Zeitalter gewinnen Online-Lesungen immer mehr Gewicht. Das bedarf aber sehr viel Zeit und ist eine Menge Arbeit. Aber – es steht mit hoher Priorität auf meiner To-do-Liste.

Das Team von Leserkanone.de dankt L.E. Whitman für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von L.E. Whitman
L.E. Whitman bei Twitter
L.E. Whitman bei Facebook
»Plastikspur« bei Leserkanone.de
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