Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
40.780 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »karim_563«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
BUCH @ AMAZON
 
BUCH @ AMAZON
 
inhonorus 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von inhonorus
Facebook: inhonorus
Interview: Leserkanone.de-Interview mit inhonorus vom 14.04.2018
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 14.04.2018
In seinem Werk »Fuck you all« präsentiert sich inhonorus als ein Autor, der keine Kompromisse macht. Im Interview mit Leserkanone.de sprach er über das Buch, über Extrem-Literatur und über thematische und stilistische Grenzen.

– inhonorus, Sie haben derzeit gleich zwei heiße Eisen im Feuer, denn Redrum Books veröffentlichte zwei Ihrer Bücher neu. Eines davon trägt den einprägsamen Titel »Fuck You All«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Zuerst einmal vielen Dank für das Interview! Ich sehe mich mit einen Problem konfrontiert. Es sind doch sehr unterschiedliche Paar Schuhe ein Buch zu schreiben oder dessen Handlung kurz und kompakt wiederzugeben. Letzteres fällt mir irgendwie sehr schwer. Okay, lassen sie es mich so ausdrücken. Die drei Hauptprotagonisten in »Fuck You All« sind Jugendliche, sagen wir zwischen 15 und 17. Sie haben ein sehr instabiles Elternhaus, problematische Freundschaften und eine enorme Perspektivlosigkeit. Sie haben in ihren kurzen Leben nichts als Trauer und Schmerz kennengelernt. Trauer und Schmerz seitens des miserablen Elternhauses, seitens der Schule, seitens der Gesellschaft. Sie versuchen mehr schlecht als recht ihre Trauer und ihre Wut mit Alkohol und Drogen zu kompensieren, dieses unsagbar große Loch in ihren Herzen mit Rauschmittel auszufüllen, doch selbstverständlich misslingt das und so wächst eine enorme Wut. Eine Wut die letzten endlich unkontrolliert Ausbricht und die reinste Blutspur nach sich zieht. Die, die ihnen Unrecht angetan haben müssen Bluten. Gesellschaftliche Verrohung und sexueller Missbrauch sind nur weitere Zutaten in diesem schier wahnsinnigen Konzept.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Werke würden Sie das Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsgeschichten?

Eigentlich gibt es keine spezielle Lesergruppe. Ich habe damals meine zwei Storysammlungen, die als »Still Morbid« neuveröffentlicht wurden und auch in »Fuck You All - Das volle Programm« zu finden sind, unter den Untertitel Ein weiteres Werk für jeden und keinen veröffentlicht. In einigen Rezensionen wurden die Bücher mit Charles Bukowski und Edward Lee verglichen. In anderen Rezensionen mit Extrem-Horror aus dem Hause Festa. Vielleicht sind Leser aus oben genannten Literaturkreisen gut bei mir aufgehoben.

Ich selbst schätze klassische Literatur. Hesse, Dostojewski, Steinbeck und Nietzsche. Ich muss gestehen das ich selbst noch nie Extrem-Literatur gelesen habe. Zuletzt habe ich »Unterwegs« von Jack Kerouac gelesen - das hat mich ziemlich mitgerissen.

– Das Buch wird mit der Einordnung »Extrem-Literatur« beworben. Was haben sich unsere Besucher unter dem Begriff vorzustellen? Was macht »Fuck You All« zu einem extremeren Buch als »herkömmliche« Literatur?

Unter Extrem-Literatur ist zu verstehen, dass in meinen Büchern nichts verschönt dargestellt wird. Drastische Gewaltszenen, im Detail beschrieben, Gossenslang, thematisierte Tabuthemen wie sexueller Missbrauch, Frauenfeindlichkeit, Drogen - und Alkoholkonsum werden ebenso thematisiert wie gesellschaftliche Verrohung, Mord an Kindern und Babys, sexuelle Frustration, halt all die schönen netten Dinge, die um uns herum passieren und die wir gerne totschweigen.

– Gibt es - thematische oder stilistische - Grenzen, die Sie nicht überschreiten würden?

Kurz und knapp: Nein! Kunst kann keine Grenzen gebrauchen. Thematische oder stilistische Grenzen haben für mich etwas mit wegsehen zu tun.

– Zwangsläufig besetzt man mit einem solchen Buch eine sehr spezielle Nische und erhält nicht die Aufmerksamkeit, die beispielsweise junge Autorinnen erhalten, die innerhalb von nur wenigen Wochen eingängige Liebesromane verfassen und damit die Büchercharts stürmen. Bedeutet dies nicht, dass man sich das Autorenleben ein Stück weit »unnötig« schwer macht? Warum ziehen Sie dies dennoch dem Schreiben eines »Mainstream-tauglichen« Romans vor?

Vorweg muss ich eins klarstellen. Ich verabscheue zu einen gewissen Grad den größten Teil der heutigen Mainstream-Kunst, sei es Film und Fernsehen, Musik oder Literatur, die nur so konzipiert wurden um größtmöglichen Gewinn einzufahren. Für mich hat Kunst etwas mit Gefühl, mit Emotion mit der Suche nach seiner eigenen Wahrheit zu tun. Entweder fließt es von selbst aus einen und will gestaltet werden, oder eben nicht! Der finanzielle Aspekt hat beim künstlerischen Ausleben nichts zu suchen. Für mich sind viele der heutigen «Sachen« einfach nur eine erschreckend leere Hülle, die nach Verdummung stinkt. Ich beschreibe in meinen Büchern die negativen, die unschönen Gesellschafts - und Schicksalszustäde, die ich sehe, über die ich lese. Es ist für mich ein kleines bisschen wie eine Selbsttherapie. Ich schreibe mir die Last von der Seele. Ich lasse die Wut über Missstände heraus, die mich sonst innerlich auffressen würde. So schreibe ich zum Beispiel nicht nach Zeitplänen und/oder genauen zeitlichen Vorgaben. Ich lasse mir Zeit und lass das Raus was zur gewünschten Zeit heraus will.

– Neben »Fuck You All« wurde auch »Still Morbid« neu veröffentlicht. Was erwartet Ihre Leser in dem Buch? Und warum sollten sie sofort mit dem Buch weitermachen, sobald sie »Fuck You All« fertiggelesen haben?

Wie bereits erwähnt beinhaltet »Still Morbid« meine beiden Storysammlungen, die ebenso in »Fuck You All - Das volle Programm« neuveröffentlicht wurden. Daher reicht es entweder »Fuck You All - Das volle Programm« zu lesen, oder aber halt »Still Morbid« und »Fuck You All - Die Novelle«.

– Was können wir von dem Autor inhonorus in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Zurzeit arbeite ich an einen neuen Buchprojekt dessen momentaner Arbeitstitel »grandma« lautet. »grandma« schlägt in dieselbe Kerbe wie »Fuck You All« ist dabei jedoch um einiges länger und beinhaltet einige neue Facetten. »grandma« erscheint voraussichtlich im Sommer 2018 über Redrum Books.

Das Team von Leserkanone.de dankt inhonorus für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von inhonorus
inhonorus bei Facebook
»Fuck you all« bei Leserkanone.de
»Fuck you all« bei Amazon
»Still Morbid« bei Leserkanone.de
»Still Morbid« bei Amazon
Interview aus- und Bücherliste einblenden
 
Texteigentümerin des Interviews: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz