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Alizée Korte 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Alizée Korte
Twitter: @AlizeeKorte
Facebook: alizee.korte.3
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Alizée Korte vom 07.11.2018
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 07.11.2018
In ihrem Roman »Dein Weg, meine Liebe« erzählt Alizée Korte von ganz besonderen Menschen. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über Rollstuhl fahrende Protagonisten und über das Autorenleben.

– Frau Korte, vor einiger Zeit erschien Ihr Roman »Dein Weg, meine Liebe«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Sehr gern. »Dein Weg, meine Liebe« ist ein positiver Roman über das Leben nach Schicksalsschlägen und die Kraft der Liebe. Erzählt wird die Geschichte von Vika und Etienne. Während Vika ihrem Leben nach dem Tod ihrer großen Liebe einen neuen Sinn zu geben sucht, ist Etienne damit beschäftigt, nach der Trennung von seiner Freundin seinen Alltag – bestehend aus der Promotion in Philosophie und einem Job als Karatelehrer – wieder zu bewältigen. Was Etienne von anderen Protagonisten unterscheidet, ist, dass er querschnittgelähmt ist und sein Leben vom Rollstuhl aus meistert. Ein zentrales Thema ist das Leben mit Schuldgefühlen, das Streben, diese zu überwinden, aber auch die Frage nach der Selbstbestimmung über das eigene Leben.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich kann mein eigenes Buch sehr schlecht mit anderen vergleichen. Einige Bloggerinnen empfehlen die Geschichte von Vika und Etienne allen Leserinnen, die auch Bücher von Jojo Moyes oder Cecilia Ahern mögen.
Meine literarischen Vorbilder sind in erster Linie Schriftsteller*innen, die es geschafft haben, ihren ganz eigenen Ton zu finden. Zum Beispiel liebe ich Juli Zeh. Dieses Jahr hat mich außerdem das Debüt von Mareike Fallwinkl »Dunkelgrün fast schwarz« tief beeindruckt. Dann wieder lese ich eine Seite von Philippe Djian oder Haruki Murakami und ich erkenne sofort den Autor, einfach weil die erzählerische Stimme so typisch und charakteristisch ist. Das bewundere ich sehr. Ich selbst bin unbändig stolz, wenn Leser*innen mir schreiben, dass sie nicht nur meine Geschichte, sondern auch meinen Stil und meine Sprache mögen, denn das würdigt meinen Versuch, meine eigene Stimme zu finden.

– Liebesromane - insbesondere aus dem Bereich des Self-Publishing - versuchen oft durch die Leichtigkeit des Lebens zu punkten und klammern allzu ernsthafte Themen daher aus. Wie kamen Sie darauf, einen Rollstuhl fahrenden Protagonisten zum Eckpfeiler Ihrer Geschichte zu machen?

In den fünf Jahren, in denen ich neben Vollzeitjob und Familie an »Dein Weg, meine Liebe« geschrieben habe, habe ich mich ehrlich gesagt überhaupt nicht mit dem Genre »Liebesromane« oder mit den Gepflogenheiten im Self-Publishing befasst. Ich wollte diese Geschichte schreiben. Das war mein Antrieb. In der Unterhaltungsliteratur habe ich viele Jahre gesehen, wie Autorinnen und Autoren versuchen, möglichst unverwechselbare Protagonisten zu erschaffen, gern auch solche mit Ecken und Kanten. Seelische Traumata fanden ihren Weg in die Belletristik, chronische Krankheiten und Behinderungen weniger. Ich habe mich gefragt, warum das so ist, und erfuhr, dass Menschen mit Behinderungen auch im Deutschland des 21. Jahrhundert nicht als begehrenswert wahrgenommen werden. Oder nur von Menschen mit entsprechenden Fetischen oder Helfersyndrom. Es spricht nichts gegen den besten Kumpel im Rollstuhl. Aber eine Liebesgeschichte, bei denen einer im Rollstuhl sitzt, nicht geheilt und trotzdem glücklich wird, ist eher selten. »Normale« Menschen wollen so etwas nicht lesen, hörte ich oft, oder: Das wäre eine Geschichte für Betroffene und ihre Angehörige. Nichts für ein breites Publikum. Das fand ich schade, aber es änderte nichts an meinem Entschluss, die Geschichte trotzdem zu erzählen.

– Wie schafft man es, eine vom Schicksal gezeichnete Figur so in die eigene Geschichte einzubauen, dass seiner Behinderung mit der gebotenen Sensibilität und Ernsthaftigkeit begegnet wird, der für einen Liebesroman nötige Schwung und die von den Lesern erwartete Fröhlichkeit des Genres trotzdem nicht abhanden kommen?

Sind wir nicht alle vom Schicksal gezeichnet? Ganz ehrlich: Alles, was uns passiert, hinterlässt – auf uns und auf jeder Figur – mehr oder weniger starke Spuren. Bei Etienne hat ein einschneidendes Erlebnis deutlich sichtbare Spuren hinterlassen – mit denen er nun lebt. Zum Zeitpunkt der Erzählung liegt der Unfall, der ihn in den Rollstuhl brachte, bereits sechs Jahre zurück. Etienne steht längst wieder (auf vier Rädern) im Leben. Er studiert bzw. promoviert, er trainiert und unterrichtet Karate. Er strotzt vor Energie, hat Freunde, ist hilfsbereit, geht mit Frauen um. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Menschen mit erworbener Behinderung im Alltag bedrückter oder trauriger sind als Zeitgenossen ohne Behinderung. Oft schätzen erstere mehr, was sie können und was sie haben, eben weil sie wissen, wie schnell das Leben vorbei sein kann und es sich nicht lohne, Energie mit Unwichtigem zu verschwenden.

– Was macht Vika und Etienne - abgesehen von der Behinderung des Letzteren - zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

An Etienne schätze ich seine Energie und seine Fähigkeit, nicht mit Scheuklappen auf ein entferntes Ziel zu starren, sondern das, was im Jetzt und Hier zu tun ist, mit voller Konzentration und Herzblut zu tun. Er rennt nicht mit dem Kopf gegen die Wand, sondern sieht die kleinen Pfade links und rechts der Mauer. Er ergreift die Chancen, die sich ihm bieten.
Vika gefällt mir, weil auch sie nach dem Tod ihres Freundes nicht verzweifelt, sondern sich überlegt, wie sie künftig weiterleben möchte. Dabei denkt sie nicht nur an sich selbst, sondern versucht, den vermuteten Wünschen des Verstorbenen zu entsprechen, was sich als nicht ganz ungefährlich erweist. Mir gefällt, dass ihre Wertvorstellungen ihr wichtiger sind, als die oberflächliche Verliebtheit, nach ihrer ersten Begegnung mit Etienne. Sie verfällt ihm nicht und bekommt dadurch überhaupt erst die Chance, ihn besser kennenzulernen.

– Im Sommer erschien nun mit »Das Echo der Farben« Ihr zweites Buch. Was erwartet Ihre Leser hier? Und warum sollten sie sofort mit dem Buch weitermachen, sobald sie »Dein Weg, meine Liebe« fertiggelesen haben?

Gute Frage. »Das Echo der Farben« ist eine Sammlung von sechs miteinander verwobenen Erzählungen rund um das Thema Freundschaft. Mit einer Ausnahme sind alle Erzählungen vor 2004 entstanden. Nach dem Erfolg des Romans wollte ich meinen Leser*innen gern ein zweites Buch anbieten, wusste allerdings, dass es erneut Jahre dauern würde, um ein neues zu schreiben. Also habe ich unveröffentlichte alte Texte zu einem Band zusammengefasst. Es gibt keinen Grund, warum man »Das Echo der Farben« unbedingt lesen sollte. Es ist hauptsächlich ein Angebot für jene Leser*innen, denen mein Schreibstil besonders gut gefällt. Die Erzählungen sind sprachlich noch etwas literarischer als der Roman. Manche schätzen das ganz besonders, anderen ist es zu anstrengend.

– Seit dem Erscheinen von »Dein Weg, meine Liebe« ist inzwischen ein knappes Jahr vergangen. Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Als ich den Roman publiziert habe, hatte ich gar keine speziellen Erwartungen. Mir war ja von ziemlich vielen Menschen gesagt worden, dass eine Geschichte mit einem querschnittgelähmten Karatelehrer nicht massentauglich ist und man mir als nicht-behinderter Freizeitschreiberin auch nicht abnehmen würde, dass ich das glaubwürdig erzählen kann. Deshalb habe ich nach der Fertigstellung des Manuskripts selbst eine Lektorin beauftragt und das Buch über BoD veröffentlicht, statt meine Runde über Literaturagenturen und Verlage zu drehen. Als dann die ersten Bloggerinnen die Geschichte rezensiert haben, war ich schrecklich aufgeregt und ehrlich gerührt, weil Etienne und Vika so positiv aufgenommen wurden. Irgendwann hat mich die Bestsellerautorin Jessica Koch auf Facebook empfohlen. Darüber kamen etliche neue Leser*innen und weitere Blogbesprechungen. Inzwischen bekomme ich häufiger Feedback von Leser*innen, die von der Geschichte begeistert sind, weil sie so ganz anders ist, als andere Liebesgeschichten und weil Etienne Jeancour als Protagonist wirklich einzigartig ist. Die Annahme, die Geschichte sei thematisch zu schwer und würde nur Betroffene und Angehörige interessieren, hat sich nicht bestätigt. Die meisten meiner Leser*innen haben keine Behinderung. Nur von ganz wenigen weiß ich, dass sie selbst (oder ein Familienmitglied) im Rollstuhl sitzen und ich freue mich dann ganz besonders, wenn sie mir sagen, dass sie Etienne glaubwürdig finden und Situationen aus ihrem eigenen Leben wiedererkannt haben.

Vom deutschsprachigen Buchmarkt würde ich mir wünschen, dass mehr Bücher mit behinderten Protagonisten einen Verlag finden würden. Das würde auch im echten Leben helfen, Barrieren in den Köpfen abzubauen.

– Was können wir von der Autorin Alizée Korte in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Als Autorin schreibe ich gerade an der Fortsetzung von »Dein Weg, meine Liebe«. Bis zur Veröffentlichung wird es aber sicher noch eine ganze Weile dauern. Ich habe einen ziemlich anspruchsvollen Vollzeitjob und zu Hause warten Familie und Haushalt. Zum Schreiben komme ich nur in meiner Freizeit und auch da muss ich nach sechs Jahren auf diesem Weg auch an meine Gesundheit denken. Es geht nicht unbegrenzt lange gut, so viel Zeit sitzend vor Bildschirmen zu verbringen. Leider fehlt mir auch die Zeit, um Lesungen selbst zu organisieren. Es kommt aber vor, dass Leser*innen oder Blogger*innen das für mich organisieren. Im September hatte ich eine Einzellesung in Recklinghausen, Mitte November werde ich gemeinsam mit einigen anderen Autorinnen und Autoren auf der Fabula est in Solingen lesen. Die diesjährige Buchmesse in Leipzig hat mir sehr gut gefallen, ich habe mich aber noch nicht entschlossen, ob ich 2019 wieder hinfahre. Das hängt nicht zuletzt vom Arbeitsaufkommen in meinem Hauptjob ab.

Das Team von Leserkanone.de dankt Alizée Korte für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Alizée Korte
Alizée Korte bei Twitter
Alizée Korte bei Facebook
»Dein Weg, meine Liebe« bei Leserkanone.de
»Dein Weg, meine Liebe« bei Amazon
»Das Echo der Farben« bei Leserkanone.de
»Das Echo der Farben« bei Amazon
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