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Gregor Spörri 0 Fans
Herkunft: Schweiz
Webseite: Offizielle Homepage von Gregor Spörri
Twitter: @gregorspoerri
Facebook: Gregor.Spoerri
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Gregor Spörri vom 13.02.2018
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 13.02.2018
In seinem Roman »Lost God - Das Jüngste Gericht« verknüpft Gregor Spörri die biblische Apokalypse mit Science Fiction. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über dessen Entstehung, über ein Filmprojekt und über das SciFi-Genre.

– Herr Spörri, Ende des vergangenen Jahres erschien Ihr Roman »Lost God - Das Jüngste Gericht«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Das mach ich sehr gerne: »Lost God« ist ein auf alten Mythen, der Paläo-SETI-These und einem prägenden Erlebnis meinerseits basierender, in naher Zukunft spielender knallharter Sci-Fi-Thriller über die biblische Apokalypse, der Macht dahinter und ihrem Motiv.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Sollte man ein spezielles Interesse an Wissenschaft, Religion, Mythologie & Co. mitbringen, oder kann man sich auch ohne Vorwissen in Ihre Geschichte stürzen?

Aufgrund des sehr speziellen Themenmix' und der Rückmeldung mehrerer Leser, dass sie eine Geschichte wie die meine noch nie zuvor gelesen hätten, wird es für mich sehr schwierig, eine Empfehlung abzugeben. Ich stelle jedoch fest, dass sich unter jenen, denen mein Buch gefällt, einige Brown, Cline, King, Koontz, Finn, Fitzek und Wells-Leser befinden.
Vorkenntnisse zum Lesen meines Buchs braucht man keine, denn es wird so ziemlich alles erklärt. Hingegen sollte man sich schon für die von Ihnen genannten Themen interessieren oder zumindest sehr offen dafür sein, sonst wird man »Lost God« nicht mögen.

– Die Storyline Ihres Buches ist alles andere als alltäglich. Wie kam es dazu, dass Sie ausgerechnet im Bereich der Science-Fiction-Thriller gelandet sind?

Zuerst wollte ich die Geschichte um dieses mysteriöse ägyptische Relikt, meine Nachforschungen und Thesen dazu, in einem Sachbuch publizieren, merkte dann aber schnell, dass ich mich als Nichtakademiker nur lächerlich machen würde. Und so kam es, dass ich die Story jahrelang mit mir herumtrug. Die Initialzündung kam dann vom Meister des düsteren Surrealismus und Alien-Schöpfer (Hansruedi) H.R. Giger. Er kannte meine Obsession für die Science Fiction und seine Alien-Figuren und riet mir, mein Wissen, meine Ideen und Fantasien in eine fiktionale Geschichte zu verpacken, so wie er seine (Alb)träume in Skizzen, Bildern und Plastiken verarbeitete.

– Ihr Buch hört sich nach der Verschmelzung einer enorm großen Zahl unterschiedlicher Themen und Ideen an. Wie schafft man es, aus solch vielen Einflüssen ein stimmiges Gesamtes zu schaffen? Waren für Ihren Roman viele Recherchen notwendig? Welcher Aufwand steckt generell in einem Buch wie »Lost God«?

Für den Grundstein und roten Faden der Geschichte – also dieses Relikt und seine mögliche Herkunft, recherchierte ich mehrere Jahre rund um den Globus. Dazu kamen zeitintensive Nachforschungen in altägyptischen Texten, in den Schöpfungsmythen Assyriens und Babyloniens, in vedischen und apokryphen Schriften, verschiedenen Bibelausgaben, in der jüdischen Thora, im Talmud und Sohar, im Koran usw. Dabei stieß ich immer wieder auf Beschreibungen von Endzeitvorstellungen und vermeintlich technischen Darstellungen, die jeweils mit dem Erscheinen von Göttern und anderen Himmelswesen zusammenhingen. Das brachte mich auf die Idee der Wiederkehr der Techno-Götter in Verbindung mit den jahrtausendealten Prophezeiungen zur Apokalypse. Nun kam also die Paläo-SETI ins Spiel, was weitere Nachforschungen und einige interessante Reisen mit Erich von Däniken mit sich brachte. Das über die Jahre gesammelte Wissen in der richtigen Dosis in die Geschichte zu implementieren, war die mit Abstand schwierigste Aufgabe. Welche Informationen sind zwingend nötig? Was könnte den Leser darüber hinaus interessieren? Was könnte ihn überfordern oder langweilen? Was publiziere ich besser auf meiner Website: Grespo.com?
Der nächste Knackpunkt war das Götterschiff. Es ist unvorstellbar groß, dennoch wollte ich, dass es den physikalischen Gesetzen nach funktioniert, was bei den Riesenschiffen aus Star Wars, Independence Day & Co. nicht der Fall ist. Also ging ich mit meinen Entwürfen zu Illobrand von Ludwiger, einem bekannten deutschen Astrophysiker. Der schlug erst einmal seine Hände über dem Kopf zusammen; doch nach und nach entstand mit seiner Hilfe ein theoretisch funktionsfähiges, wahrlich gigantisches Götterschiff. Bei den anderen Raumflugkörpern machte ich mir dieselbe Mühe, bevor sie ihren Weg in die Geschichte fanden.
Am meisten Freude bereitete mir die Raumflugmission STS-136, zu der ich sogar ein eigenes Emblem entwarf. Weil sich der Start des neuen Orion-Raumschiffs der NASA seit Jahren verzögert, musste ich für meine Geschichte ein eingemottetes Space Shuttle reaktivieren. Zum Glück fand ich als Berater einen Spezialisten, der schon eine Shuttle Mission betreut hatte und mir jeden Schalter und jede Funktion des Raumschiffs erklären konnte, so dass die Ereignisse und Handlungen der Crew – obwohl stark vereinfacht beschrieben – weitgehend logisch und nachvollziehbar erscheinen. Um mein Wissen zu vervollständigen, flog ich in die USA, wo ich die Vorbereitungen und den Start eines Space Shuttles live mitverfolgte – ein Erlebnis, das ich nie mehr vergessen werde.
Auch die übrigen Themen im Buch recherchierte ich so sorgfältig wie möglich. Den Recherche-Aufwand zu beziffern ist unmöglich, aber es steckt enorm viel Arbeit in dem Projekt. Um aus dem ganzen Material ein möglichst stimmiges Ganzes zu schaffen, kamen 3,5 Quadratmeter Magnetwand zum Einsatz, wo ich meine Notizen, Skizzen und Fotos so lange herumschob, bis alles zusammenpasste.

– Auf Ihrer Webseite Z-Productions.com wird »Lost God« nicht nur als Buch-, sondern auch als Filmprojekt bezeichnet. Ist die Arbeit mit der Veröffentlichung des Buches also noch nicht abgeschlossen?

Bei gut der Hälfte aller persönlichen Rückmeldungen bringen die Leser zum Ausdruck, »Lost God« noch einmal auf der großen Leinwand erleben zu wollen. Zuerst lachte ich darüber, doch inzwischen wurde ich vom Film-Virus infiziert. In einem ersten Schritt werden Buch und Webseiten in englischer Sprache publiziert. Das ist unbedingt nötig für eine internationale Produktion. Seit ein paar Monaten tüftelt eine noch kleine Gruppe von Fans meiner Geschichte an einem ersten Drehbuchentwurf, an großformatigen Illustrationen und verschiedenen Modellen. Unser gemeinsames Ziel ist es, innerhalb eines Jahres bereit zu sein, das Material Produzenten vorstellen zu können. Ob etwas daraus wird, steht in den Sternen; doch wir tun alles dafür, unserem Glück so weit wie möglich auf die Sprünge zu helfen.

– Was macht Ihre Protagonisten Tom und Sally zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Tom ist Afroamerikaner, groß, stark, verwegen, cool. Er war Jet-Pilot bei der Navy und ist nun Astronautenanwärter für das neue Orion-Raumschiff der NASA. In seiner Freizeit vergnügt er sich mit heißen Motorrädern, schnellen Autos und scharfen Frauen – ein männliches Helden-Klischee am Rand des guten Geschmacks. Als dieses UFO über der Erde auftaucht und für Chaos und Terrorismus sorgt, soll Tom als Pilot eines ausrangierten Space Shuttles zusammen mit vier weiteren Astronauten das unheilbringende Ding vom Himmel holen. Bei der Auswahl der Crew trifft Tom auf Sally, eine weiße, selbstbewusste junge Wissenschaftsjournalistin und Querdenkerin. In diesem Moment geschieht mit ihm etwas, dass er von seiner Biografie her niemals für möglich gehalten hätte: Er verliebt sich in Sally, und Sally verliebt sich in ihn. Kitschig und vom Verlauf absehbar, würden den beiden nicht ungeahnte Widrigkeiten im Wege stehen.
Was ich an Tom und Sally besonders mag, ist ihre den Ereignissen entsprechende Entwicklung und Natürlichkeit. Sie hoffen, bangen, verzweifeln, streiten, planen und trauen sich einiges zu, bleiben dabei aber immer Figuren, mit denen man sich identifizieren kann. Das hört sich bieder an, doch angesichts der Entwicklung der Geschichte zum Ende hin war ich manchmal recht froh um ein bisschen Normalität innerhalb des ganzen Chaos' und Wahnsinns um mich und Tom und Sally herum.

– Heutzutage kommen Science-Fiction-Elemente in Romanen viel seltener vor, als es noch in den achtziger und neunziger Jahren der Fall war - sieht man einmal vom inhaltlich relativ einseitigen SciFi-Subgenre der Young-Adult-Dystopien ab. Bei Amazon findet nur noch selten ein SciFi-Roman den Weg unter die Top 100 der meistverkauften Bücher, in anderem Verkaufslisten bleibt das Genre oft ganz außen vor. Wie schätzen Sie den aktuellen Stand des Genres ein, worin sehen Sie die Ursachen? Denken Sie, dass es sich um einen vorübergehenden Zustand handelt? Was könnte Ihrer Meinung nach dafür sorgen, dass Science-Fiction-lastige Literatur wieder einen größeren Schub bekommt und deutlicher ins Interesse der Massen rückt?

Meiner Meinung nach gibt es eine ganze Reihe von Faktoren für das Dahindümpeln der Science Fiction. Ich greife spontan ein paar davon heraus:
1) Vieles, was in den achtziger und neunziger Jahren noch SF war, gehört heute zum normalen Alltag, oder steht kurz davor, es zu werden: Künstliche Intelligenz im Hosentaschenformat, weltweite Vernetzung und Überwachung bis hin zur Cola im Kühlschrank, selbstfahrende Autos, Flugtaxis ohne Piloten, Haushaltsroboter, Operationsroboter, Sexroboter, virtuelle Bank- und Versicherungsberater usw. Wir sind also quasi bei der SF angekommen und umgekehrt.
2) Vor einigen Jahren konnten SF-Autoren noch über unentdeckte Welten schreiben und sich fantastische Lebensformen darauf ausdenken. Heute besetzen Exobiologen und andere Spezialisten dieses Gebiet. Die unbeackerten Felder innerhalb der SF werden von Jahr zu Jahr weniger.
3) Und dann sind da noch die hochkreativen Privatunternehmer wie Elon Musk, die Cabrios im Weltall aussetzen und mit Raumschiffen wie der BFR (Big Falcon Rocket) den Mond und Mars zu besiedeln gedenken.
4) Ein weiterer Aspekt ist die Literaturkritik mit ihrem einseitigen Fokus auf Bücher und Autoren, die ihre prominenten Vertreter als kulturell wertvoll und damit überhaupt als besprechungswürdig bezeichnen. Solche Bücher handeln von der Vergangenheit oder Gegenwart, aber fast nie von der Zukunft.
Fazit: Damit die SF in der breiten Öffentlichkeit wieder mehr Beachtung findet, muss sie sich meiner Meinung nach neu definieren und positionieren. Hierzu braucht es aber auch die Unterstützung meinungsbildender Personen und Medien.

– Sie haben Ihr Buch ohne die Unterstützung eines traditionellen Verlages veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Ich kann nicht für andere sprechen, da ich kein Autor im herkömmlichen Sinn bin, der regelmäßig neue Geschichten 'produziert'. Ich habe kurz nach meiner Lehre eine Firma gegründet und bin es seither gewohnt, die Dinge von Grund auf selbst in die Hand zu nehmen. Ein kleiner Verlag kann mir nur punktuell mehr bieten, als dass ich selber zu leisten imstande bin. Große Verlage mit entsprechenden Werbebudgets und Medien-Kontakten setzen fast nur noch auf ausländische Autoren und Titel. Es kommt mir manchmal so vor, als würden sie sich gewollt zu reinen Lizenznehmern ausländischer »Produzenten« degradieren.
Hätte ich als deutschsprachiger Neuling das unbeschreibliche Glück bei einem namhaften Verlagshaus unterzukommen, wären die Bedingungen für einen Typ wie mich kaum akzeptabel, wobei ich ausdrücklich nicht vom Honorar spreche.
Da sich aber schon heute eine ganze Industrie um die Selbstpublisher bemüht, kann man sich schon fragen, wie lange der klassische Verlag außerhalb bestimmter Nischen noch existieren wird.

– Was können wir von dem Autor Gregor Spörri in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

An erster Stelle steht die Anstrengung, »Lost God« filmreif zu bekommen. Dann geistert da noch die Idee für einen Mystery-Thriller in meinem Kopf herum, der ebenfalls auf meinen Recherchen beruht, aber deutlich weniger blutrünstig und einfacher zu lesen sein wird als mein derzeitiges Werk.

Das Team von Leserkanone.de dankt Gregor Spörri für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Gregor Spörri
Gregor Spörri bei Twitter
Gregor Spörri bei Facebook
»Lost God - Das Jüngste Gericht« bei Leserkanone.de
»Lost God - Das Jüngste Gericht« bei Amazon
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