Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
39.157 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »fatma_52«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
BUCH @ AMAZON
 
BUCH @ AMAZON
 
BUCH @ AMAZON
 
A.S. Dowidat 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Geboren: 1970
Webseite: Offizielle Homepage von A.S. Dowidat
Twitter: @twit_lit70
Interview: Leserkanone.de-Interview mit A.S. Dowidat vom 30.12.2017
Empfehlen:
 
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 30.12.2017
In ihrem aktuellen Buch erzählt A.S. Dowidat davon, wie »Herr Jakob träumt«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über den titelgebenden Protagonisten und über das Schreiben von Kurzgeschichten.

– Frau Dowidat, vor Kurzem erschien Ihr Roman »Herr Jakob träumt«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Wenn ich den Roman in einem Satz zusammenfassen sollte, würde dieser lauten: Herr Jakob entdeckt die Freuden des Winterschlafs. Tatsächlich geht es um einen Menschen, dem die Zeit zu schnelllebig geworden ist und der ein tiefe Sehnsucht nach mehr Ruhe verspürt. Dabei entdeckt er schließlich die erstaunliche Möglichkeit des Winterschlafes.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Beeinflusst hat mich der Stil von Hartmut Lange, den ich sehr schätze. In der Bundesakademie in Wolfenbüttel durfte ich einmal ein Seminar mit ihm besuchen, dabei hat mich Hartmut Lange auch als Mensch sehr beeindruckt. Ansonsten liebe ich die Romane von Wilhelm Genazino mit ihren melancholischen Protagonisten und auch den herrlichen und in meinen Leseaugen so wahren Zynismus einer Sibylle Berg.

Unglaublich beeindruckt hat mich der kurze Tagebuchroman »Klaras Nein« der französischen Schriftstellerin Soazig Aaron, der von der Rückkehr einer deportierten Jüdin nach Paris 1945 erzählt. Für mich ein bewegendes und sehr wichtiges Buch.

– Was macht Herrn Jakob zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich?

Manchmal glaube ich, Herr Jakob ist schon mein Alter Ego geworden;-) Er ist für mich so besonders, weil er sich allen Konventionen entzieht und seiner innersten Sehnsucht folgt. Er unterhält sich z.B. sehr ernsthaft mit einem Huhn und ihm steht dabei nicht die Frage im Weg, ob man sich überhaupt mit einem Huhn unterhalten kann. Das ist für ihn nicht wichtig, wenn nur die Unterhaltung ihn zum Denken anregt!

– Herrn Jakobs Reise hört sich nach einer alles andere als alltägliche Geschichte an. Wie kamen Sie auf die Idee zu Ihrem Buch? In welchem Maße steckt darin Ihr Ratschlag für den richtigen Umgang mit dem Leben in einer beschleunigten Welt?

Die Idee zu dem Buch hatte ich – und das kann ich ziemlich genau sagen – am 1. November 2010 bei einem Spaziergang mit meinem Freund durch das winterliche Bonn.

Da kam mir plötzlich die Idee, die Geschichte eines Winterschläfers zu schreiben. Wer Bonn kennt, dem kommt vielleicht auch die Allee bekannt vor, über die Herr Jakob in seinen Träumen manchmal spaziert;-)

Ratschläge möchte ich allerdings selbst gar nicht unbedingt geben, das überlasse ich Herrn Jakob auf der Website zum Roman, auf der er sich in Gesprächen über dies und jenes äußert (www.herrjakobtraeumt.de). Meine Arbeit als Klinikseelsorgerin hat mich aber sicherlich im Hinblick auf die Themen Entschleunigung und Achtsamkeit geprägt. Herr Jakob ist für mich ein Vorbild darin, den Augenblick ernst zu nehmen und in ihm zu verweilen – Herr Jakob kann in seiner Winterschläferwelt noch wie ein Kind staunen, einfach, weil er sich dem Augenblick hingibt und nicht fragt, was er als nächstes tun muss. Er erkennt, dass Leben immer nur in der Gegenwart stattfindet.

– Vor »Herr Jakob träumt« veröffentlichten Sie Kurzgeschichten, etwa Ihren Band »Das letzte Picknick« mit zwölf Short Storys. Wie kam es dazu, dass Sie sich dazu entschieden haben, dieses Mal einen »vollständigen« Roman zu schreiben? Gab es für Sie - abgesehen von der Quantität - große Unterschiede im Schreiben der Short Storys und dem Roman? Welcher Aufwand steckt generell in einem Buch wie »Herr Jakob träumt«?

Interessanterweise habe ich zuerst Romane geschrieben und dann Kurzgeschichten – nur dass die Kurzgeschichten schneller in Literaturzeitschriften veröffentlicht wurden und ich für die Romane keinen Verlag fand. Der eigentliche Unterschied zwischen Kurzgeschichte und Roman liegt für mich immer in der Grundidee: Trägt eine Geschichte einen ganzen Roman oder ist sie eher ein komprimierter Blick auf eine Situation und daher eher ein Kurztext?

Von der Grundidee bis zur Veröffentlichung von Herrn Jakob hat es nun gut sieben Jahre gedauert. Ein Jahr habe ich am Entwurf geschrieben, dann mehrfach überarbeitet, dann kam die Verlagssucht mit Agentur und das Agenturlektorat, dann im Sommer 2017 endgültig der Entschluss, das Buch selbst zu veröffentlichen. Ein Roman ist für mich immer ein Langzeitprojekt, die Figuren begleiten mich über Jahre, bevor der Roman die endgültige Gestalt hat, mit der ich zufrieden bin.

Die eigentliche Produktionsphase für das Buch (Korrektorat, Coverauswahl, Buchsatz und Layout) hat dann noch einmal vier Monate beansprucht.

– Warum sollte man nach dem Fertiglesen von »Herr Jakob träumt« sofort mit Ihren Kurzgeschichten weitermachen? Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihrer kurzen Storys?

Die Kurzgeschichten zeigen unterschiedliche Stile, sie sind für mich immer auch ein Experimentierfeld. Es gibt zwei Themen, die sich durch viele meiner Geschichten ziehen: Sterben und Tod bzw. ein humorvoller Umgang selbst mit dem Tod und das Thema Heimat und Heimatverlust. Davon bin ich als sog. Kriegsenkel geprägt.

Meine Geschichten bleiben am Ende oft offen, sie beantworten nicht alle Fragen, sondern wollen eher dazu anregen, etwas infrage zu stellen.

– Sie haben Ihr Buch ohne einen Verlag via »books on demand« in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Ich habe für Herrn Jakob trotz Agentur keinen Verlag gefunden. Mehrere große Publikumsverlage, darunter z.B. Suhrkamp Insel, Klett-Cotta, List und Bloomsbury hatten das Manuskript angefordert, sich dann aber doch dagegen entschieden. Die Begründung lautete oft, der Roman sei »zu leise« und daher eher schwer zu verkaufen. Ich selbst lese gerne leise und hintergründige Texte und habe dann erkannt, dass ich auch genau solche Text schreiben möchte. Ohne Verlag zu publizieren gibt mir die große Freiheit, dabei nicht auf einen Markt schauen zu müssen.

Verlage haben durchaus ihren Stellenwert, allerdings haben sie für gute Literatur längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Sie können Autoren wunderbar fördern und entwickeln, als Unternehmen müssen sie allerdings meist auch wirtschaftlich handeln, um ihre Angestellten bezahlen zu können. Als Autorin, die nicht vom Schreiben leben muss, weil sie noch einen anderen Beruf hat, empfinde ich da eine viel größere künstlerische Freiheit.

– Was können wir von der Autorin A.S. Dowidat in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Es gibt noch einen fertigen Roman in der Schublade, den ich entweder selbst publiziere oder über einen Verlag; zudem gibt es ein Manuskript, das noch der Überarbeitung harrt, mir aber sehr am Herzen liegt. Darin geht es um einen Einzelgänger, dem die bürgerliche Existenz wegbricht, der daraus aber ganz neue Kraft und Erkenntnisse schöpft.

Das Team von Leserkanone.de dankt A.S. Dowidat für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von A.S. Dowidat
A.S. Dowidat bei Twitter
»Herr Jakob träumt« bei Leserkanone.de
»Herr Jakob träumt« bei Amazon
Interview aus- und Bücherliste einblenden
 
Die auf der Webseite dargestellten Buchcover sind mit Amazon.de verlinkt, die Links enthalten einen Affiliate-Code.
Leserkanone.de © by Axel Saalbach & Team (2011-2018)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum & Rechtliches