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Gereon Sand 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Gereon Sand
Twitter: @gereonsand
Facebook: gereonsand
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Gereon Sand vom 15.06.2018
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 15.06.2018
In seinem neuesten Roman führt Gereon Sand seine Leser auf »Die Inneren Wege«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über sein Buch und den zugehörigen Fantasyepos, über das Erschaffen von Welten und über seine zukünftigen Projekte.

– Herr Sand, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Die Inneren Wege«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es und die zugehörige Reihe »Rasmus und die Gilde der Propheten« unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Aber ja, immer gerne!
Bei »Rasmus und die Gilde der Propheten« handelt es sich um einen vierbändigen Fantasyzyklus. »Die Inneren Wege« sind der dritte Band der Serie, wobei sich der merkwürdig klingende Titel aus der Buchwelt ergibt, in der die sogenannten »Vier Wege« eine zentrale Rolle bei der Ausbildung eines Jungpropheten spielen.
Rasmus, der Protagonist des Romans, ist ein solcher Jungprophet. Er verfügt über die Gabe des Wahrschreibens und gerät ungewollt in eine Verschwörung hinein, in der ein mächtiger Wahrprediger ihn und seine Wahrträumerin Stella für seine eigenen Zwecke missbrauchen will. Die Handlung wird dabei nicht nur durch Rasmus' Augen, sondern aus der Perspektive zahlreicher »gleichwertiger« Protagonisten erzählt, die allesamt eigene Ziele verfolgen und im Lauf des Romans immer mehr zusammenfinden.
Eine Besonderheit der Serie ist, dass es sich bei den Protagonisten nicht um strahlende Helden aus der städtischen »Oberschicht«, sondern vielmehr um sehr gewöhnliche, z.T. vulgäre oder gar psychopathische Charaktere handelt, die sich durch die Intrigen, in die sie ungewollt hineingeraten, stark verändern. Sprache und Handlung orientieren sich dabei an den äußeren Umständen, d.h. es wird geflucht und zwischendurch auch mal brutal.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihre Bücher ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Meine literarischen Vorbilder sind George R. R. Martin, Guy Gavriel Kay und Joe Abercrombie. Menschen, die die Serie mögen, behaupten, dass mein Stil an die Klingenromane von Joe Abercrombie erinnere und nennen als Grund insbesondere die Tatsache, dass meine Protagonisten aus dem einfachen Volk stammen, glaubwürdig konstruiert sind und mit all ihren Stärken und Schwächen in kein einfaches Gut/Böse-Raster passen. Ich kann mir kein größeres Lob vorstellen :)

– Tagtäglich erscheinen unzählige neue Fantasyromane, und es ist schwer, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihrer Reihe, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

Die große Stärke der Reihe sind sicherlich ihre Protagonisten, die dem Leser einen ausführlichen Einblick in ihr Seelenleben gewähren. So wird der Leser beispielsweise mit einem kindlichen Psychopathen konfrontiert, der grausame Verbrechen begeht, dabei jedoch stets mit den eigenen Moralvorstellungen im Reinen ist. Andere Kapitel werden aus der Sicht eines von Selbstzweifeln geplagten Meuchelmörders oder aus der Perspektive eines gelangweilten Reisenden erzählt, der auf seiner Suche nach erotischen Abenteuern ständig von einem Fettnäpfchen ins nächste taumelt. Rasmus, der homosexuelle Namensgeber der Reihe, ist ebenfalls ein eher atypischer Protagonist, ist weder besonders sympathisch noch besonders schnell von Begriff und reagiert häufig mehr, als dass er agiert.
Neben den ungewöhnlichen Charakteren bietet die Serie ein innovatives Magiesystem (in Form von prophetischen Gaben), mehrere ineinander verwobene Intrigen, jede Menge Blut, die eine oder andere Sexszene und die aus dem »Lied von Eis und Feuer« bekannte ständig wechselnde Erzählperspektive.

– Sie haben mit der Republik von Ann eine eigene Buchsphäre erschaffen. Ist das Konstruieren einer solchen Fantasywelt bei Ihnen ein Prozess, der nach und nach während des Schreibens vonstatten geht, oder ging dem Verfassen zunächst erst umfangreiche Reißbrettarbeit voraus?

Zu Beginn meines Romans gab es lediglich eine Rohfassung der in den ersten vier Kapiteln beschriebenen Startszene. Ich habe gute anderthalb Jahre lang einfach »drauflos« geschrieben und staunend beobachtet, wie die Handlung sich immer mehr entfaltet und die Welt sich immer mehr entwickelt.
Nach dieser »Zeit des kreativen Chaos« ist mir allerdings bewusst geworden, dass es so nicht ewig weitergehen kann. Mit dem im dritten Band ausführlich beschriebenen »Brachfest« entstand ein Fixpunkt, der alle Handlungsstränge miteinander in Beziehung setzt und zu einem großen Ganzen verschmilzt; außerdem musste ich gravierende Überarbeitungen an den ersten beiden Bänden vornehmen, die mich im Nachhinein viel Zeit gekostet haben. Der vierte und letzte Band wurde entsprechend von vorne bis hinten am Reißbrett durchkonzipiert, noch bevor die erste Zeile geschrieben wurde.
Mir scheint diese Vorgehensweise typisch, d.h. die Planung am Reißbrett wird m.E. umso nötiger, je weiter eine Romanserie fortschreitet. Mit jedem neuen Band schafft der Autor weitere Tatsachen, die er in den Folgebänden berücksichtigen muss, wenn er seine Welt stimmig halten will. Ab einem gewissen Fortschritt wird der ständig wachsende Kontext m.E. so komplex, dass der verbleibende Roman straff durchkonzipiert werden muss, wenn er nicht ausufern soll.

– Welcher Aufwand steckt generell in Büchern wie denen der »Rasmus«-Reihe? Nach welchen Maßstäben und mit Hilfe welcher Inspirationen haben Sie Ihre Welt gestaltet?

Für die Rohfassung der ersten drei Rasmus-Bände habe ich ca. ein Jahr pro Band benötigt, wobei die anschließende Korrektur- und Lektoratsphase beinahe nochmal so lange gedauert hat. Für die mittlerweile fast fertige Rohfassung von Band vier werde ich aufgrund einer Veränderung meiner familiären Situation sowie der veränderten Arbeitsweise ca. anderthalb Jahre benötigen. »Marie«, meinen Science-Fiction-Roman, habe ich in ca. einem Jahr geschrieben.
Als Inspiration dient mir mein eigenes Arbeitsumfeld (im Fall von »Marie«) sowie die Romane, die ich selbst in meiner Freizeit lese (im Fall von »Rasmus«). Als wahrer Augenöffner fungierte dabei der Tod von Ned Stark im »Lied von Eis und Feuer«. Worte können den Unglauben nicht beschreiben, den ich als atemloser Leser vor nunmehr rund zwanzig Jahren empfunden habe, bis zuletzt an Neds wundersame Rettung glaubend... die ungehörigerweise nicht eintrat. Mit buchstäblich offenstehendem Mund wurde mir in diesem Moment erstmalig klar, wie sehr sich meine Erwartungen damals schon an gängigen Klischees orientierten.
Ich glaube, dieses Ereignis hat mich stark geprägt, hallt nunmehr in meinen eigenen kümmerlichen Werken nach. Auch »Rasmus und die Gilde der Propheten« möchte den Leser gut unterhalten... aber doch bitte ohne Klischees. Und vielleicht mit der einen oder anderen Überraschung.

– Sie haben Ihre Bücher ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Ich habe schlicht und ergreifend nie ernsthaft versucht, einen Verlag zu finden. Da ich hauptberuflich in der IT arbeite, lag der Selbstverlag nahe, da ich über technischen Hintergrund verfüge und die Publikation meines Romans für mich ohne großen Zeitaufwand möglich war.
Auch in der heutigen Zeit machen Verlage m.E. auf jeden Fall Sinn. Wenn ein Autor keinen technischen Hintergrund hat, es hasst, im Mittelpunkt zu stehen und für das eigene Werk die Werbetrommel rühren zu müssen, wenn er ein introvertierter Mensch ist und das geschriebene Wort am liebsten für sich selbst sprechen lassen würde... dann ist ein Verlag m.E. die optimale Ergänzung, da er genau in diesen Bereichen agiert und sich somit alle Beteiligten am Veröffentlichungsprozess auf ihre Stärken konzentrieren können.

– Was können wir von dem Autor Gereon Sand in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Die Lektorats- und Korrekturphase des vierten Bandes von »Rasmus und die Gilde der Propheten« wird sich Stand heute bis ins nächste Jahr hineinziehen, d.h. der letzte Roman der Serie wird erst in 2019 veröffentlicht werden. Danach habe ich in insgesamt acht Jahren einen vierbändigen Fantasy-Roman sowie einen Science-Fiction-Roman publiziert und werde erstmal pausieren. Ideen habe ich noch genug in der Schublade, z.B. für ein Reisetagebuch, einen historischen Roman oder ein Sachbuch... aber Stand heute habe ich vor, mich nicht direkt wieder ins nächste Projekt zu stürzen, sondern stattdessen für eine Weile innezuhalten und an meinem Stil zu arbeiten, vielleicht mit der einen oder anderen Kurzgeschichte. Außerdem werde ich wohl in den sauren Apfel beißen und ein wenig Marketing machen müssen, auch wenn die damit verbundene Selbstbeweihräucherung so gar nicht mein Fall ist :)
In jedem Fall werde ich weiterhin als Autor aktiv sein... das Schreiben ist für mich Hobby, sinnstiftende Maßnahme und Suchtfaktor gleichermaßen. Nie mehr ohne!

Das Team von Leserkanone.de dankt Gereon Sand für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Gereon Sand
Gereon Sand bei Twitter
Gereon Sand bei Facebook
»Rasmus und die Gilde der Propheten 3 - Die Inneren Wege« bei Leserkanone.de
»Rasmus und die Gilde der Propheten 3 - Die Inneren Wege« bei Amazon
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