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Elea Brandt 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Pseudonym: Mia Neubert
Webseite: Offizielle Homepage von Elea Brandt
Twitter: @EleaBrandt
Facebook: AutorinEleaBrandt
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Elea Brandt vom 09.12.2017
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 09.12.2017
In ihrem Roman »Opfermond« schickt Elea Brandt ihre Leser in die Wüste. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über ihren Roman, über das Erschaffen von Fantasywelten und über das Vermischen von Genres.

– Frau Brandt, vor Kurzem erschien Ihr Roman »Opfermond«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Aber gerne. »Opfermond« ist ein düsterer Fantasy-Thriller, der den Leser in die orientalische Wüstenmetropole Ghor-el-Chras entführt. Dort werden der verbitterte Assassine Varek und die dreiste Straßendirne Idra in einen Sog von Ereignissen gezogen, an deren Beginn der Mord an einem reichen Alchemisten steht. Hinter diesem vermeintlich einfachen Raubüberfall steckt wesentlich mehr - und plötzlich sehen sich beiden Anti-Helden mit einem grausamen Kult konfrontiert, der mehr als ein Blutopfer fordern wird, denn der Opfermond steht bevor ...

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ghor-el-Chras wird den einen oder anderen bestimmt an »Wédôra« von Markus Heitz erinnern. Ansonsten dürften Fans von Dark Fantasy à la Joe Abercrombie, Andrzej Sapkowski oder auch George R. Martin sicher Freude an »Opfermond« haben. Meine persönlichen Vorbilder sind neben den Genannten auch Stephen King, den ich schon als Jugendliche verschlungen habe, und Michael Ende, dessen Romane mich zur Fantastik gelockt haben. Konkrete Lieblingsromane kann ich schlecht benennen, wobei »Es« oder auch »Die unendliche Geschichte« sicherlich zu meinen All-Time-Favorites zählen.

– Vor »Opfermond« haben Sie Kurzgeschichten verfasst. Wie kam es dazu, dass Sie sich dazu entschieden haben, dieses Mal einen »vollständigen« Roman zu schreiben?

In diesem Fall trügt der Schein, ich habe mit dem Romanschreiben tatsächlich schon wesentlich früher begonnen. Mit 12 Jahren, um genau zu sein (über die Qualität der Werke von damals breite ich aber gerne einen Mantel des Schweigens). Als ich dann im Studium begann, das Schreiben etwas professioneller anzugehen und auch an die ersten Veröffentlichungen zu denken, sah ich in Kurzgeschichten die ideale Möglichkeit, mich mit dem Literaturbetrieb ein wenig vertraut zu machen, verschiedene Genres auszuprobieren und meinen Stil weiterzuentwickeln. Letztlich haben mir diese Erfahrungen sehr dabei geholfen, meinen ersten Roman bei einem Verlag unterzubringen.

– Ihr Roman wird als »Fantasy-Thriller« bezeichnet. Was brachte Sie dazu, ausgerechnet diese beiden Genres zu vermischen? Und ist es nicht schwierig, den richtigen Mittelweg der beiden Genres zu finden, um die Fans von Thrillern nicht mit einem zu abstrakten Rahmen zu verschrecken, während die Fantasyfans die Stadt des Blutigen Gottes und ihre Bewohner vermutlich möglichst kunstvoll gestaltet haben möchten?

Eine spannende Frage. Der Grund dafür, dass ich diese beiden Genres verbinden wollte, liegt schlicht und ergreifend in meinen eigenen Leseinteressen begründet. Ich habe immer schon gerne Thriller und Fantasy gelesen und fand es schade, dass es so wenig Romane gab, die beide Genres geschickt miteinander verbinden konnten. Also beschloss ich, mein Wunschbuch einfach selbst zu schreiben. Tasächlich finde ich, dass eine Fantasy-Welt als Hintergrund für einen Thriller sehr viele Chancen bietet. Bei zeitgenössischen Thrillern ist es schwer, einerseits einen realistischen Plot zu entwickeln und andererseits Spannung aufzubauen, in einer Fantasy-Welt kann ich die Prämissen selbst gestalten, kann Magie, düstere Kulte und andere Elemente integrieren. Bislang habe ich den Eindruck, dass dieses Experiment geglückt ist, zumindest haben viele Leser die Verbindung aus Fantasy und Thriller sehr positiv hervorgehoben.

– Ist das Konstruieren einer solchen Fantasywelt wie der Stadt des Blutigen Gottes bei Ihnen ein Prozess, der nach und nach während des Schreibens von statten geht, oder ging dem Verfassen zunächst erst umfangreiche Reißbrettarbeit voraus?

Teils teils, würde ich sagen. Die Welt fungiert in meinen Romanen immer wie eine eigenständige Figur: Sie ist nicht nur Basis der Geschichte, sondern selbständiger Teil der Handlung, sie interagiert mit den Figuren, mit dem Plot und gibt natürlich auch den Rahmen vor, in den die Handlung eingebettet ist. Insofern kann das Entwickeln der Welt nie unabhängig vom Plot geschehen, beides bedingt einander. Ich hatte von Anfang an eine ganz gute Vorstellung davon, in welchem Setting ich »Opfermond« ansiedeln möchte, und die Rahmenbedingungen, die Gesellschaft, die Regeln des Zusammenlebens und die kulturellen Besonderheiten habe ich schon vor Beginn des ersten Kapitels klar vor mir gesehen. Viele Details allerdings, die die Welt erst plastisch und lebendig machen, entwickelten sich dann während des Schreibens.

– Welcher Aufwand steckt generell in einem Buch wie »Opfermond«? Und nach welchen Maßstäben und mit Hilfe welcher Inspirationen haben Sie Ihre Welt gestaltet?

Der Roman selbst ist in sehr kurzer Zeit entstanden, nämlich in genau 30 Tagen. Dem ging aber natürlich eine Vorbereitungsphase von mehreren Monaten voraus - und es folgte eine ebenso lange Überarbeitungsphase danach. Ich bin seit vielen Jahren leidenschaftliche Rollenspielerin und die Welt des Schwarzen Auges (DSA) hat mich bei der Konzeption von Ghor-el-Chras auf jeden Fall beeinflusst. Romane in orientalischen Fantasy-Settings gab es bislang nur selten, während solche Landstriche im Rollenspiel-Bereich einen festen Bestandteil darstellen. Von daher erschien mir das gar nicht so abwegig, die ausgetretenen Pfade der auf Vorstellungen vom europäischen Mittelalter basierenden Fantasy zu verlassen und etwas Neues auszuprobieren. »Opfermond« ist daher eher an der persischen Antike oder am antiken Mesopotamien ganz allgemein orientiert.

– Was macht Ihren Protagonisten Varek zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm und an Idra & Co. persönlich?

Was beide Protagonisten, Varek und Idra, besonders macht, ist, dass sie keine klassischen Helden sind, im Gegenteil. Sie sind im Leben aus dem einen oder anderen Grund gescheitert und haben gelernt, niemandem als sich selbst zu vertrauen. Sie fluchen, betrügen, machen Fehler und treffen moralisch fragwürdige Entscheidungen, aber gerade deswegen finde ich sie so authentisch. Sie sind letztlich beide Opfer der Gesellschaft, die sie in unliebsame Rollen gezwängt hat, und versuchen irgendwie, das Beste daraus zu machen - auf ihre eigene Art und Weise. Gerade weil sie schwierig sind und Ecken und Kanten haben, sind sie mir so ans Herz gewachsen.

– Was können wir von der Autorin Elea Brandt in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Nächstes Jahr gibt es zwei weitere Romane aus meiner Feder, darauf freue ich mich auch schon sehr. Im Dead Soft Verlag wird Anfang des Jahres »Unter einem Banner« erscheinen, ein Low Fantasy Roman über Krieg, Intrigen, Schuld, Verantwortung und die Beziehung zweier ungleicher Männer. Im Sommer erscheint dann im Verlag Ohneohren »Sand & Wind«, eine Mischung aus orientalischem Märchen und humorvollem Abenteuerroman. Man sieht, solange es sich im Fantasy-Bereich bewegt, bin ich mit meinen Projekten ziemlich vielseitig unterwegs. Treffen kann man mich übrigens auf jeden Fall zur Leipziger Buchmesse im März.

Das Team von Leserkanone.de dankt Elea Brandt für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Elea Brandt
Elea Brandt bei Twitter
Elea Brandt bei Facebook
»Opfermond« bei Leserkanone.de
»Opfermond« bei Amazon
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