Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.805 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »summer553«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
BUCH @ AMAZON
 
BUCH @ AMAZON
 
Salih Jamal 0 Fans
Herkunft: unbekanntes Herkunftsland
Webseite: Offizielle Homepage von Salih Jamal
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Salih Jamal vom 17.08.2017
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 17.08.2017
In seinem aktuellen Roman schreibt Salih Jamal »Briefe an die grüne Fee«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über einen unbescheidenen Werther-Vergleich und über das Veröffentlichen in Eigenregie.

– Herr Jamal, vor Kurzem erschien Ihr Roman »Briefe an die grüne Fee«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Das kann ich nicht. Bitte verzeihen Sie. Stattdessen gebe ich Ihnen zwei Auszüge der Lesermeinungen: Danke liebe »rewareni« und Danke liebe »dicketilla« für diese schönen Worte zur »Grünen Fee«.

»Ich weiß nicht, ob ich nur durch Aufmerksamkeit des Covers dieses Buch gewählt hätte.
Es war eher die Unvermessenheit, mit der sich der Autor selbst als neuer Werther unserer neuen Zeit ausgab. Sein sprunghafter Lebenslauf, voller Witz und Rätsel. Ein seltener Feuervogel, der seine Schwingen voller literarischen Feingefühls und Herzblut, seiner Geschichte eine, -seine- Seele einhaucht. So ist wie einst Goethes Werther auch sein Buch ein Briefroman, der nach Kenntnis des Romans einige Parallelen aufweist. Ein Buch, einst zum Bestseller der deutschen Literatur erkoren. Und so könnte Salih Jamals Buch auch zu einem Bestseller emporsteigen, wenn man ihm vertraut, sich auf seine Geschichte einlässt. Eine Geschichte, die den Leser von der ersten Seite an packt, wie der Teufel, der um deine Seele buhlt. So buhlt der Ich-Erzähler um ein Leben, in dem er wie der fliegende Holländer, in ewiger Verdammnis, seinen Hafen sucht, aber dennoch die Sehnsucht nach dem Meer ihn antreibt.

Ich möchte das Buch und meine Eindrücke dazu mit einem Zirkus vergleichen. Der Autor Salih Jamal ist ein Jongleur der mit Worten spielt, manchmal hart und vulgär, dann wieder sanft und geschmeidig. Er wirbelt Gedanken, Emotionen und Handlungen durch die Luft und fängt sie aber wieder geschickt auf. Manchmal philosophisch und dann wieder banal.

Er ist ein Clown, der den Leser unterhält mit teils zynischen, aber auch tragischen Geschichten. Einfach Situationen, die man manchmal auch schon selbst erlebt hat, wo man lachen aber auch weinen kann.

Salih Jamal ist ein Messerwerfer, der zielgenau ins Schwarze trifft. Er beobachtet die Menschen und spürt ihre Stärken und Schwächen auf. Die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit wechselt genauso ab wie Verzweiflung und Alltäglichkeit.

Der Autor ist ein Magier, der den Leser mit seinen Geschichten verzaubert. Er lässt Bilder entstehen, die zum Träumen anregen. Bilder von schönen Momenten, die vielleicht vergessen sind und nur darauf warten an die Oberfläche kommen zu dürfen. Wünsche und Sehnsüchte der Menschen die nur auf ihre Erfüllung warten.

Und letztendlich ist Salih Jamal der Zirkusdirektor der es seinem Publikum ermöglicht hat für ein paar Stunden abzutauchen in eine Welt der Spannung, des Humors und einer Reise ins eigene Ich. Wer ist nicht auf der Suche nach dem Glück? Wo und wie man es letztendlich findet steht in den Sternen.«

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Zuletzt habe ich »Sieben Nächte« von Simon Strauss gelesen. Da kam schon etwas Autorenneid in mir hoch. Aber positiv, aber ich glaube, dass die »Grüne Fee« auf ihre ganz andere und auch bejahende Art zwar nicht auf den ersten 1000 Metern mithalten kann, aber ich glaube, dass sie auf der Zielgeraden gewinnt. Ansonsten habe ich in der Kunst keine Vorbilder. Ich liebe einfach die Schönheit. In der Malerei, in der Musik und wenn es sein muss im Design von Zahnpastaverpackungen. Zuletzt eben auch in Worten. Worte zum Beispiel von Márquez, Zafón oder Coelho.

– In der Beschreibung nennt sich Ihr Buch selbstbewusst einen »neuer Werther«. Riskiert man als Autor damit nicht den Aufbau einer solch überzogenen Erwartungshaltung beim Leser, dass selbst das filigranste Buch dieser kaum gerecht werden könnte? Oder läuft man umgekehrt nicht sogar Gefahr, potenzielle Leser zu verschrecken, die mit Werther Schulliteratur und damit eher Lesezwang als Lesefreude verbinden?

Ich habe da keine Bedenken. Ich bin nicht der olle J.W.von G mit dieser Genialität. Und dennoch: dieser Sturm und Drang, dieses Verlangen, Brennen und Begehren. Das findet sich in Erzählform in der »Grünen Fee« genauso wie es sich im Werther findet. Also ist da etwas. Deutlich und unverkennbar und damit eben auch vergleichbar. Nur dass meine Lotte eben eine devote Tänzerin ist. Werther sollte jeden Leser neugierig machen, weil Leidenschaft enthalten ist.

– Was macht Ihren Ich-Erzähler zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich?

Bücher sind Türen! Jedes mal wenn du ein Buch aufschlägst öffnet sich in dir ein Zimmer. Mit jeder Seite die du blätterst betrittst du Schritt um Schritt die Ballsäle oder die Verließe deiner Seele. So werden auf wundersame Weise die Worte der Geschichten zu Accessoires in der Wohnung deines Selbst. Ich habe Leserstimmen die sagen, dass das die Hauptfigur so nah wirkt, weil sie sich so sehr sichtbar macht und sich bis ins Innerste entblößt. »Oft war er mir gegenwärtiger als die Geschichte,« so eine Leserstimme. Eine andere Leserin kommentierte, dass es ihr vorkäme, als ob ein guter Freund bei einem Glas Rotwein an Ihrem Tisch säße. Und so wird die Figur eben auch zu einem Teil des Lesers, da sie die Themen behandelt, die uns alle schon einmal erfasst und irgendwohin mitgenommen haben. »Briefe an die grüne Fee berührt einen«, so eine weitere Leserin. Die ansteckenden Emotionen der Hauptfigur dringen in einen ein. Manche Stellen bringen einen zum Weinen, während bei anderen laut gelacht wird. Wiederum andere stimmen nachdenklich und bleiben noch lange nach dem Lesen im Kopf. Die Sicht des Ich- Erzählers verändert einen. Dieses Buch verändert einen.

– Wie kam es dazu, dass Sie Ihr Werk als Briefroman gestaltet haben?

Nun ja, weil erstens der Werther ein Briefroman ist. Er ist sogar die Mutter des Briefromans. Zweitens hatte ich so die Möglichkeit zwei Handlungsstränge zu verbinden, da einer aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart erzählt wird, und dieser dann eben den anderen, jetzigen Erzählstrang trifft.

– Sie haben Ihre Bücher via »Books on Demand« in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Ich hatte irgendwann keine Lust auf Absagen wie folgt zu antworten: »Lieber Verlag, sind Sie sicher? Haben bei Ihrer Absage auch an Ihren armen Kollegen gedacht der Harry Potter abgelehnt hat?«
Verlage haben zwei sehr große Vorteile: das Marketingbudget und die Akzeptanz des Buchhandels. Ich habe über 400 Buchhändler angeschrieben und das Buch auf Kommissionsbasis angeboten. Also ganz ohne Risiko und mit atemraubenden Rezensionen im Rücken. Das unternehmerische Risiko der Buchhändler ist mir bewusst. Sie kaufen von den Verlagen im vollen (eignen) Risiko, und müssen dann mitunter auf den vorfinanzierten Lagerbeständen sitzen bleiben. Und dennoch müssen Sie auch immer ein aktuelles Sortiment bereitstellen. Auch eine Rabattaktion ist aufgrund der Preisbindung für Sie nicht möglich; so wie es überall im sonstigen Einzelhandel ist. Also müssen Sie sehr genau abwägen was Sie lesen und kaufen möchten. In meiner Kommissionsaktion habe ich sogar das Rückporto für nicht verkaufte Bücher angeboten. Der Erfolg war mäßig: Weniger als 3% legen die Grüne Fee nun risikolos aus. Von daher, so finde ich, muss der ohnehin kränkelnde Buchhandel dringend über den Tellerrand schauen und die Perlen im Selbstverlag finden.

– »Briefe an die grüne Fee« ist Ihr Erstlingswerk. Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Das Autorenleben nach der Veröffentlichung ist ein Zirkus. Autoren und Blogger buhlen und suhlen in Eitelkeiten und auch Neid kann man in den Foren spüren, sofern man feine Antennen hat. Da sind Besserwisser und Klugscheißer unterwegs, die Dir irgendwas auf plumpe Weise verkaufen vollen. Zum Glück ist das nicht die Mehrheit. Denn es gibt so unendlich viele liebevolle und leidenschaftliche Buchblogs. Diese Akribie hat da bei einigen fast schon etwas wie das Schreiben selbst. Das war neu für mich. Mittlerweile stöbere ich wirklich gerne in den guten Blogs und einige Bücher haben es schon von dort auf meinen Nachttisch geschafft. So z.B. »Lucian«. Da bin ich über Euer Interview mit Damaris drauf aufmerksam geworden. Und was die Leser betrifft:
die Mehrzahl besteht einfach aus vielen netten Leser*innen. Und hier empfinde ich es als schön, dass 17 jährige Mädchen mit 70 jährigen Leserinnen über Bücher sprechen und bis auf das Alter fast kein Unterschied merkbar ist.

– Was können wir von dem Autor Salih Jamal in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ich habe die »Grüne Fee« begonnen als Amy Winehouse der heißeste Scheiß gewesen ist, den die Musik seit seit... was weiß ich... gehabt hat. Ich habe versucht diese Stimmung mit Haut und Haar aufzusaugen und musste mich dabei ohne Sicherung fallen lassen damit ich sie in Worte fassen konnte. Diese Unbändigkeit, diese Melancholie, der Trotz und die Verzweiflung. Dieser Soul und der Blues. Genial. Manches mal habe ich Angst, dass auch ich nur die Grüne Fee zustande bringen kann, so wie die Umstände dafür gesorgt haben, dass Amy Winehouse »Black to Black« so einzigartig hinbekommen hat. Dieses sich Fallenlassen ist riskant und zehrt alles aus dir. Wirklich alles. Alle meinen anderen Manuskripte können der Fee nicht standhalten. Aber ich arbeite dran. Dauert nur etwas. Es sind einige schöne Ideen dabei. Es liegen 2-3 Ideen auf meiner Festplatte. Am meisten Fortgeschritten sind Kurzgeschichten. Die schreibt man einfach schneller. Der Titel heißt »Böse Liebe – Geschichten über tödliche Liebe« Alle Geschichten enden im Tot durch Liebe. Es geht um Eifersucht, Langeweile, Begehren und Besitzansprüche, die für eine der Figuren immer tödlich endet. Es sind aber einige Kapitel einer Art »Mein Freund Harvey« Geschichte fertig. Der Erzähler hat einen unsichtbaren skurrilen Freund. Mal sehen wo es mich hinführt.

– Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ja, am 29. September lese ich in Düsseldorf. Einfach mal bei Facebook unter Off-Church gucken. Coole Location! Sessel, Bier und eine Akustik Punk-Band sind im Programm.

Das Team von Leserkanone.de dankt Salih Jamal für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Salih Jamal
»Briefe an die grüne Fee« bei Leserkanone.de
»Briefe an die grüne Fee« bei Amazon
Interview aus- und Bücherliste einblenden
 
Ein Interview von: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz