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Janna Ruth 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Janna Ruth
Facebook: authorjannaruth
Instagram: janna_ruth
Interview: Leserkanonen-Interview mit Janna Ruth vom 19.07.2017
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 19.07.2017
In ihrem aktuellen Roman »Im Bann der zertanzten Schuhe« vermischt Janna Ruth ein Märchen mit dem Ernst des Lebens. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über ihr Buch, über die »Märchenspinnerei« und über die Brüder Grimm.

– Frau Ruth, vor kurzem erschien Ihr neuer Roman »Im Bann der zertanzten Schuhe«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Sehr gerne. »Im Bann der zertanzten Schuhe« ist eine moderne Märchenadaption, die die zauberhaften Elemente des Grimms-Märchens »Die zertanzten Schuhe« mit ernsten Themen unserer Wirklichkeit verbindet und dabei dennoch märchenhaft und gefühlvoll erzählt wird. Das Buch handelt von dem Ex-Soldaten Jonas, der seit seinem Auslandsaufenthalt von Albträumen geplagt wird und Schwierigkeiten hat, wieder ins Leben zurückzufinden. Als er auf die Tänzerin Sophie trifft, lässt er sich von ihrer Lebensfreude in den Bann ziehen. Doch Sophie hat ein Geheimnis. Jede Nacht steigt sie hinab ins wundersame DeModie, um dort mit einem verfluchten Prinzen zu tanzen, und jede Nacht zerbrechen Sophies Schuhe ein kleines bisschen mehr.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Das Buch ist für alle, die sich gerne verzaubern lassen und gefühlvolle Liebesgeschichten mögen. Daher würde es sich besonders für Leser von ähnlichen Märchenadaptionen wie Aschenkindel (Halo Summer) und Fallen Princess (Veronika Mauel) oder auch zauberhaften Geschichten wie Ava Reed’s Mondprinzessin eignen. Auch Fans romantischer Fantasy wie von Sarah J. Maas, Kiera Cass oder Amy Ewing werden sicher auf ihre Kosten kommen.
Meine Lieblingsromane und literarischen Vorbilder finden sich eher im High-Fantasy Bereich, wie die Farseer-Trilogien von Robin Hobb, Das Orakel von Skala von Lynn Flewelling oder Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin. An allen dreien gefällt mir besonders die Tiefe der Figuren, welche unglaublich vielschichtig und real daher kommen, was gleichzeitig aber nicht auf Lasten spannender Geschichten geht. Meine anderen Lieblingsautoren kommen wiederum aus einer ganz anderen Ecke: Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray oder Stephen Chboskys Perks of Being a Wallflower, welche nicht nur sprachlich begeistern sondern eben auch durch diese unglaubliche Charaktertiefe, die für mich die Bücher erst interessant macht.

– Das Buch ist Teil der »Märchenspinnerei«, an der eine ganze Reihe von Autorinnen beteiligt ist. Was hat es damit auf sich? Wie kam die Gruppe zustande, wie wurden Sie Teil davon?

Die Märchenspinnerei entstand aus einer Gedankenspielerei im Fantasyautoren-Forum Tintenzirkel: Warum nutzen Selfpublisher eigentlich nicht auch Synergien. Statt uns also alle einzeln im Buchmarkt zu behaupten, haben wir unsere verschiedenen Talente und Ideen zusammengeworfen und ein gemeinsames Konzept entworfen. Dabei bot sich schnell das Thema moderner Märchenadaptionen als vielfältig gestaltbares Thema an. So haben wir in der Reihe von Jugendbuch und Romanzen über fantasylastige und düstere Bücher bis hin zu Krimis und Thrillers alles im Programm. Gerade in Sachen Marketing ist diese Gruppe Gold wert. Zur Märchenspinnerei gehören aber nicht nur Autorinnen sondern auch unsere 13 guten Feen, Bloggerinnen, die uns bei der Vermarktung unterstützend unter die Arme greifen.

– Warum eignen sich Elemente der Hausmärchen der Brüder Grimm Ihrer Meinung auch 200 Jahre nach deren Erscheinen noch gut, um in modernen Fabeln verarbeitet zu werden? Welchen Stellenwert haben Märchen für Sie allgemein?

Die Märchen der Brüder Grimm sind im Vergleich zu modernen Geschichten recht einfach gestrickt. Die Figuren sind oft nicht besonders tief gezeichnet, sondern werden durch bestimmte Eigenschaften charakterisiert. Aschenputtel ist zum Beispiel fleißig und der Dummling mit der goldenen Gans hilfsbereit und herzensgut. Das sind Eigenschaften, die auch 200 Jahre später als gut und erstrebenswert angesehen werden, so dass die Moral der Märchen bisher nicht an Bedeutung verloren hat.
Gleichzeitig wohnt vielen Märchen ein Zauber inne: Verfluchte Prinzen, verwunschene Orte, Hexen, sprechende Tiere und magische Gegenstände, welche die eigene Fantasie anregen und für Spannung sorgen. Im Grunde sind Märchen doch die Grundlage der heutigen Fantasyliteratur. Für mich als Kind waren Märchen daher die ersten Ausflüge in wunderliche Welten, aufregenden Abenteuern und unheimlich sympathischen Heldinnen und Helden.

– Was macht Jonas und Sophie zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Sie sind real. Beide sind nicht perfekt, beide wollen das Richtige tun, stehen sich aber teilweise selbst im Weg. Jonas ist ein furchtbar sympathischer Kerl, der dringend Hilfe braucht, um mit seiner posttraumatischen Belastungsstörung fertig zu werden. Das muss er aber erst einmal selbst erkennen. Sophie ist das komplette Gegenteil von ihm: fröhlich, voller Energie und unbeschwert. Möchte man zumindest meinen. Tatsächlich hat auch Sophie ihr Päckchen zu tragen, was im Laufe der Geschichte erst langsam freigelegt wird.
An Jonas mag ich besonders seine Feinfühligkeit und sein Verantwortungsbewusstsein, an welches er sich trotz allem klammert, während Sophie auch mich zum Schmunzeln bringt. Auf den ersten Blick mag sie wie ein wandelndes Klischee wirken (sie sagt es sogar selbst), aber dahinter steht eine ziemlich starke junge Frau. Ich könnte sicher nicht ein Jahr lang jede Nacht tanzen gehen, selbst wenn ich damit einen Fluch lösen könnte.

– »Im Bann der zertanzten Schuhe« ist nicht das einzige heiße Eisen, das Sie derzeit im Feuer haben, denn nur wenige Wochen zuvor erschien im Ueberreuter Verlag Ihr Roman »Tanz der Feuerblüten« als E-Book. Was erwartet Ihre Leser in dem Buch? Und warum sollten sie sofort mit dem Buch weitermachen, sobald sie »Im Bann der zertanzten Schuhe« fertiggelesen haben?

»Tanz der Feuerblüten« ist im Gegensatz zu den Schuhen vollständig im Fantasygenre angesiedelt. Dabei handelt es sich um einen romantischen Fantasykurzroman, der sich am kaiserlichen Japan um die erste Jahrtausendwende orientiert. Den Leser erwarten daher eine Fülle von japanischen Mythen und das gleiche ausgeprägte Schönheits- und Eleganzbewusstsein, das auch heute noch fest in der japanischen Kultur verankert hat.
Wer sich von den märchenhaften Beschreibungen des DeModie in »Im Bann der zertanzten Schuhe« verzaubern lässt, wird »Tanz der Feuerblüten« lieben. Dort kommt der malerische Schreibstil wunderbar im Setting zur Geltung. Gleichzeitig wird auch hier nicht mit tiefen Gefühlen und spannenden Actionszenen gespart.

– Wie kam es generell dazu, dass Sie ausgerechnet im Phantastik-Bereich gelandet sind? Was bedeutet Ihnen das Fantasy-Genre persönlich?

Vermutlich, weil ich selbst sehr gerne Fantasy lese. Im Gegensatz zur Gegenwartsliteratur brauche ich oft etwas Zauberhaftes in meinen Geschichten, etwas zum Wegträumen. Mittlerweile sehe ich die Phantastik-Literatur als große Sandkiste, in der man, Gesellschaften entwickeln und, losgelöst von realen Bedingungen, testen kann, Figuren an ihre Grenzen und manchmal darüber hinaus bringen kann und den Leser gleichzeitig verzaubern und zum Nachdenken anregen kann.
Egal ob real oder fantastisch, meine Geschichten drehen sich im Kern immer um Menschen und was diese Menschen ausmacht. Die Phantastik ist da oft nur das farbenfrohe Gewand, in das ich diese Geschichten kleide.

– Auf Ihrer Webseite findet man nicht nur deutschsprachige Projekte, an denen Sie arbeiten, sondern zusätzlich auch englischsprachige Bücher. Wie kam es dazu, dass Sie in zwei Sprachen schreiben? Und anhand welcher Maßstäbe legen Sie fest, für welchen »Buchmarkt« das jeweils nächste Projekt geeignet sein könnte?

Ich habe sechs Jahre lang in Neuseeland gelebt und studiert und wurde dort oft gefragt, ob man nicht auch mal etwas von mir lesen könne. Am Ende meines Aufenthalts habe ich mich zum ersten Mal an ein englisches Buch gewagt und war erstaunt, wie einfach mir dieses von der Feder floss. Ich liebe den Ton meiner englischen Geschichten und würde am liebsten nur noch in dieser Sprache schreiben. Mittlerweile habe ich mich aber auch an das Deutsche gewöhnt.
Im Moment sind meine Geschichten genremäßig aufgeteilt. Für den deutschen Buchmarkt sind nur Fantasy-Bücher in Planung. Im Englischen hingegen schreibe ich Gegenwartsliteratur, die ein potenziell größeres Publikum anspricht und häufig noch ein wenig bedeutungsvoller ist, z.B. weil sie autobiografische Anteile enthält. Mit meinen großen Herzensprojekten würde ich mich daher erst mal am internationalen Buchmarkt versuchen wollen, während ich im deutschen Sprachraum mehr experimentieren kann.

– Was können wir von der Autorin Janna Ruth in der nächsten Zukunft erwarten? Ist bereits eine neue Veröffentlichung in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ende des Jahres erscheinen noch zwei Anthologien, in denen es Kurzgeschichten von mir zu lesen kann. Eine, »Unter der Erde« in der Fiction x Science Anthologie, beschäftigt sich dabei sogar mit dem Thema meiner geologischen Doktorarbeit, »Erdbeben in Chile« und ist eine Art Katastrophenfilm auf zehn Seiten. In 2018 wiederum möchte ich endlich meine Urban Fantasy Reihe »Zeichen der Macht« starten, welche mich nun seit fast 15 Jahren begleitet. Das Besondere an ihr ist, dass es sich dabei nicht um Prosa sondern Drama handelt, ähnlich wie J.K. Rowlings »Harry Potter and the lost child«.
Davon abgesehen, werde ich am 5. September auf den Tolkien Tagen in Tübingen meine erste Lesung geben. Auf der Buch Berlin im November vertrete ich dann mit einigen anderen Autorinnen die Märchenspinnerei. Darauf freue ich mich schon ganz besonders. Auch in Frankfurt werde ich dieses Jahr auf der FBM und auf dem BuCon sein, allerdings nicht mit eigenem Auftritt. Wer mich dort sieht, kann mich aber gerne ansprechen. Ich freue mich.

Das Team von Leserkanone.de dankt Janna Ruth für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Janna Ruth
Janna Ruth bei Twitter
Janna Ruth bei Facebook
»Im Bann der zertanzten Schuhe« bei Leserkanone.de
»Im Bann der zertanzten Schuhe« bei Amazon
»Tanz der Feuerblüten« bei Leserkanone.de
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