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Marie Enters 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Marie Enters
Facebook: marieenters
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Marie Enters vom 06.11.2017
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Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 06.11.2017
In ihrem Roman »Für immer sein Mond« erzählt Marie Enters die Geschichte einer Deutschen und eines syrischen Flüchtlings. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über dessen besondere Protagonisten und über das Autorenleben.

– Frau Enters, vor nicht allzu langer Zeit erschien Ihr aktueller Roman »Für immer sein Mond«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Im Herbst 2015 ist Marie eine von vielen Deutschen, die geflüchtete Menschen nicht ablehnen, sondern willkommen heißen. Wir schaffen das, davon ist Marie sofort überzeugt. Zum ersten Mal in ihrem Leben engagiert sie sich ehrenamtlich – mit Sprachunterricht für eine Gruppe von Syrern, Afghanen und Pakistanis, die in der Nachbarschaft untergebracht wurden. So lernt Marie den aus Syrien geflüchteten Melih kennen. Als er sie bittet, ihm bei der Wohnungssuche zu helfen, sagt sie spontan zu – der Beginn einer immer enger werdenden Freundschaft, die Maries Lebensgefährten Jan absolut nicht gefällt. Bald schon dreht sich bei Marie alles nur noch um den 20 Jahre jüngeren Melih. In seiner Gegenwart fühlt sie sich lebendig und glücklich. Während die lieblose Beziehung mit Jan immer problematischer wird, schenkt ihr Melih die Aufmerksamkeit, nach der sie sich sehnt. Der Kultur- und Altersunterschied ist Maries scheinbar sicherer Schutzschild. Doch die Beziehung entwickelt eine Eigendynamik, mit der Marie nicht gerechnet hat. Denn Melihs »Kussfrage« ändert alles. Als sich Marie nach reiflichem Überlegen auf eine Liebesbeziehung mit ihm einlässt, glaubt sie, dass es ein heimliches Verhältnis für kurze Zeit sein wird. Doch die Monate vergehen, ohne dass sie es schafft, die Romanze zu beenden – im Gegenteil, sie fühlt sich immer stärker zu Melih hingezogen.

– Den Lesern welcher anderen Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie nicht »am Reißbrett« entstanden ist und ich nie eine bestimmte Zielgruppe vor Augen hatte, für die ich einen passenden Plot konstruieren wollte. Das Leben und die Liebe haben hier Regie geführt, und deswegen erreicht das Buch vor allem die Leser*innen, die Interesse an wahren Geschichten und Schicksalen haben, die Poesie und melancholische Liebesromane ohne Schnulzigkeit mögen, die gerne eintauchen in das Seelenleben anderer Menschen – und die Buchcover ohne Muskelprotze mit bis zum Bauchnabel geöffnetem Hemd bevorzugen. Wobei auch Melih mit aufgeknöpftem Hemd einen durchaus attraktiven Coverboy abgeben würde. ;)
Meine Lieblingsautorin der letzten Jahre ist Tana French, aber eigentlich bin ich gar keine Krimi-Leserin. Ich liebe Lyrik, Klassiker und Sachbücher über alte Kulturen.

– Was macht Ihre Protagonisten Marie und Melih zu zwei solch »besonderen« Charakteren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an Ihnen persönlich?

Marie ist eine jung gebliebene, sportliche, selbstständige und nach außen hin starke Frau, die sich mit Partner Jan und Tochter Charlotte in einem bequemen Leben eingerichtet hat, das eigentlich gar nicht mehr »ihres« ist. Ihre eigenen Bedürfnisse hat sie so lange unterdrückt, dass sie gar nicht genau weiß, was ihr eigentlich fehlt. Ich denke, dass Leser*innen sich sehr gut in sie, ihre Gefühlswelt, ihre Wünsche, Zweifel und ihren Gewissenskonflikt hineinversetzen können. Sie sind ganz nah an Marie, lernen beide Seiten kennen – die rationale und die emotionale. Auch Melih, ein muslimischer Mann, der keinem Klischee entspricht, ist ein starker, geradliniger Charakter. Er ist feinfühlig, besitzt eine fast schon magische Intuition, denkt immer positiv und findet sich relativ schnell in Deutschland zurecht, weil er offen und zugewandt ist.

– Mit dem Aufeinanderprallen einer Deutschen und eines syrischen Flüchtlings fassen Sie thematisch ein heißes Eisen an. Wie kamen Sie darauf, ein solch gewagtes Thema für Ihren ersten Roman anzugehen? Und waren Sie seit der Veröffentlichung mit unbequemen Kommentaren von »besorgten« Menschen konfrontiert?

Die Handlung ist inspiriert von eigenen Erlebnissen und Beobachtungen in meinem engsten Umfeld. Deswegen nutze ich ein Pseudonym und habe zudem Namen, Orte und weitere Fakten geändert. Weil mir bewusst ist, wie nah ich trotzdem der Marie in diesem Buch bin, ist das Pseudonym entstanden, das ich als Ich-Erzählerin nutze. Es war nicht von Anfang an geplant, die Story zu veröffentlichen, aber ich habe mich dafür entschieden, weil ich über die Geschichte der beiden Protagonisten hinaus eine Botschaft vermitteln möchte. Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, sind in erster Linie Menschen – mit allen ihren menschlichen Unzulänglichkeiten, Hoffnungen, Träumen, Ängsten und Sorgen. Bislang sind fremdenfeindliche Kommentare zum Buch ausgeblieben, das Feedback war durchweg positiv. Das kann natürlich daran liegen, dass ich bisher das Glück hatte, nur an aufgeschlossene Leser*innen zu geraten.

– Sie haben Ihr Buch ohne einen klassischen Verlag via Neobooks veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit die alteingesessenen Verlage überhaupt noch für nötig?

Als ich darüber nachdachte, das Buch zu veröffentlichen, habe ich mich zum ersten Mal mit dem Thema Selfpublishing beschäftigt. Ich habe das Manuskript keinem Verlag angeboten, weil ich die maximale Kontrolle über das Buch und alle Prozesse der Veröffentlichung behalten wollte. Prinzipiell halte ich Verlage weiterhin für nötig, aber die Verlagslandschaft ist im Wandel. Unter Wirtschaftlichkeitsaspekten wird es im schnelllebigen digitalen Zeitalter immer schwieriger, neue Autoren und Autorinnen langfristig aufzubauen.

– »Für immer sein Mond« ist Ihr Erstlingswerk. Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Eigentlich ist es gar kein Erstling, ich habe unter meinem echten Namen bereits drei Sachbücher in einem kleinen Verlag veröffentlicht. Außerdem habe ich als Lektorin schon bei einigen Büchern »Geburtshilfe« geleistet – ich bin also gar kein Neuling in Sachen Bücher schreiben und veröffentlichen. Selfpublisherin zu sein, ist allerdings noch einmal ganz anders und insofern ist doch wieder alles neu, zumal dieses Buch wegen des geschlossenen Pseudonyms nicht mit mir als Person in Verbindung gebracht wird. Anonym zu schreiben ist eine spannende Erfahrung. Was den deutschsprachigen Buchmarkt anbelangt: Ich denke, wir können uns glücklich schätzen, dass die Buchpreisbindung noch Bestand hat und insofern wünsche ich mir, dass sie uns noch lange erhalten bleibt. Mit meiner Leserschaft bin ich eigentlich wunschlos glücklich und freue mich sehr über die bisherige Resonanz.

– Was können wir von der Autorin Marie Enters in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Mit dem offenen Ende von »Für immer sein Mond« endete nicht zugleich die Geschichte von Melih und Marie. Wie es mit den beiden weitergeht, erzählt die Fortsetzung »Ein Morgen wie Jasmin«, die am 2. Januar 2018 als E-Book und Taschenbuch erscheint. Im Moment arbeite ich mit Hochdruck an den letzten Details. Ob ich danach unter diesem geschlossenen Pseudonym weiter veröffentliche, weiß ich noch nicht sicher, denn »Werbung« ist schwierig, da ich keine der üblichen Strategien nutzen kann. Weder kann ich den privaten Freundes- und Bekanntenkreis und Facebook-Freunde mobilisieren noch in irgendeiner Form Pressearbeit machen. Das Einzige, was funktionieren kann: Empfehlungen, Blogartikel, Rezensionen, Liken der Facebook-Seite und Weitersagen. Wenn das funktioniert, dann kann ich mir gut vorstellen, weiterzuschreiben.

Das Team von Leserkanone.de dankt Marie Enters für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Marie Enters
Marie Enters bei Facebook
»Für immer sein Mond« bei Leserkanone.de
»Für immer sein Mond« bei Amazon
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