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Ina Kloppmann 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Twitter: @ina_k_autorin
Facebook: ina.kloppmann.3
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Ina Kloppmann vom 17.10.2017
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 17.10.2017
In ihrem neuesten Roman erzählt Ina Kloppmann von »Hassliebe«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über Krimis für Frauen und über eine ganz besondere Familie.

– Frau Kloppmann, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Hassliebe«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Dieser Roman beschreibt Frauen, die an Männer geraten, die ein gestörtes Verhältnis zu einer echten Liebesbeziehung haben. Anfangs zeigen diese charakterlosen Herzensbrecher noch ihre charmante und liebevolle Seite, bis sie durch geschickte Manipulation die absolute Kontrolle über ihre Partnerin bekommen haben.« Als Gegenpol werden die Partnerschaften in meiner »Patchwork-Familie«, die zwar nicht alle miteinander verwandt sind, als eine liebevolle Gemeinschaft dargestellt, so wie es eigentlich im Normalfall sein sollte. Die Protagonisten sind deswegen keineswegs langweilige Charaktere, jeder einzelne von ihnen ist individuell und sehr unterhaltsam.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Einige LeserInnen erwarten von einem Krimi hauptsächlich Ermittlungsarbeit durch Kommissare. In meinen Büchern spielt die Polizeiarbeit zwar eine wichtige, aber untergeordnete Rolle, stattdessen werden die Hintergründe analysiert und beschrieben, warum Täter, die meist aus einem bürgerlichen Umfeld kommen, plötzlich zu Kriminellen werden und wie schnell man selbst zu einem Opfer werden kann.
Vorbilder habe ich keine, aber die Bücher von Joy Fielding habe ich regelrecht verschlungen, allerdings hat sich ihr Schreibstil, zumindest was ihre letzten drei Bücher betrifft, völlig geändert. Ihre ursprüngliche Art zu schreiben hat mir besser gefallen. Stieg Larsson und Adler Olsen gehören zu meinen favorisierten Autoren. Leider ist Stieg Larsson 2004 verstorben, aber David Lagercrantz, der sein ‚schriftstellerisches Erbe‘ angetreten hat, ist für mich ein würdiger Nachfolger.

– Was macht Ihr Buch zu einem »Krimi für Frauen«? Was sind Ihrer Meinung nach die größten Unterschiede in der Erwartungshaltung, die Männer und Frauen an Kriminalromane haben? Und sollten Männer nicht vielleicht doch einen kleinen Blick in Ihr Buch werfen?

Der Untertitel »Krimi für Frauen« wurde von mir bewusst so gewählt, denn leider haben immer noch zu viele Männer bei dem Thema Gewalt gegen Frauen eine zwiespältige Meinung, wie ich es bei meinen Recherchen erfahren musste.
Die von mir befragten männlichen Personen waren sich darüber einig, dass physische und psychische Gewalt gegen Frauen ein absolutes »NO GO« sei ‚was sie mit solchen kranken Typen anstellen würden‘ erwähne ich hier jetzt nicht. Allerdings zeigten sie Unverständnis darüber, warum sich eine Frau nicht sofort von ihrem Partner trennt, sobald sie in eine solche Situation gerät.
Frauen denken manchmal zu emotional, glauben an die Liebe und daran, dass man den Menschen ändern kann, den man liebt. In »Hassliebe« habe ich versucht, es deutlich zu machen, dass dies in extremen Fällen ein fataler Fehler ist.
Natürlich ‚dürfen‘ auch Männer meine Romane lesen, vielleicht verändert sich dadurch die Sichtweite bei dem einen oder anderen und ‚Mann‘ geht sensibler mit dem Thema um. »Hassliebe« wurde aus meiner Perspektive als Frau geschrieben, manche Männer könnten eventuell nicht damit umgehen, deshalb der Untertitel »Krimi für Frauen« (Sozusagen als Warnhinweis, ähnlich wie auf einer Zigarettenschachtel ;-).

– Was macht Ihre Protagonistinnen Melanie und Nathalie zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Beide Schicksale sind eng miteinander verbunden.
Melanie kannte kein intaktes Familienleben, ihr Vater war gewalttätig ihrer Mutter gegenüber gewesen. Nach der Trennung ihrer Eltern lernte ihre Mutter einen anderen Mann kennen und ließ Melanie emotional verhungern. Mit siebzehn glaubte sie die Liebe in einem Mann zu finden, der dann aber ihr angeknackstes Selbstbewusstsein mit seiner Dominanz vollends zerstörte. Nachdem er sie wegen einer anderen Frau verlassen hatte, fiel sie zuerst in ein dunkles Loch, bis ihr endlich bewusst wurde, dass diese Trennung eine Chance für sie bedeutete. Melanie nutzte sie, indem sie ihr Leben von Grund auf änderte. Ich bewundere diejenigen Menschen, die ihre innere Stärke erkennen, vor allem die Kraft aufbringen und sich aus einer scheinbar aussichtslosen Situation letztendlich doch heraus manövrieren können. Bestenfalls mit professioneller Hilfe.
Ähnlich wie Melanie ist es ihrer Tochter Nathalie ergangen, die wiederum um die Liebe ihres Vaters buhlte, der sie mit Nichtachtung strafte, weil er lieber einen Sohn gehabt hätte. Auch sie glaubte, die unerfüllte Liebe bei einem Mann zu finden, der in ihr aber nicht mehr als einen One-Night-Stand gesehen hatte, das wird ihr zum Verhängnis.
Physische und psychische Gewalt ist leider immer noch ein Tabuthema. Betroffene Familien, Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn ignorieren scheinbar zu oft die ersten Anzeichen oder verschließen einfach die Augen, trauen sich nicht sich einzumischen. Die Geschichte um Melanie und Nathalie, die von mir realitätsnah beschrieben wurde, soll meine LeserInnen zum Nachdenken bringen. Wenn ich Betroffene sogar dazu ermutigen konnte, sich aus ihrer negativen Situation zu befreien und einen Neustart zu wagen, wäre das für mich ein persönlicher Erfolg.

– »Hassliebe« ist nach »Bereue« und »Anders« nun schon der dritte Band in Ihrer Reihe über die Familie Schmidtke. War es von Anfang an geplant, gleich eine ganze Reihe von Büchern zu verfassen, oder ist dies der Resonanz auf den ersten Teil zu verdanken? Ist es sinnvoll, die Bücher chronologisch zu lesen, oder kann man sie vollkommen unabhängig voneinander lesen?

Nach meinem Debütroman »Bereue« wollte ich eigentlich einen Roman über »eine etwas chaotische Familie« schreiben, mit all ihren Stärken und Schwächen. Die Idee, die Lebensgeschichte von den beiden befreundeten Immobilienmaklerinnen aus »Bereue« weiter fortzusetzen, entstand erst beim Schreiben meines zweiten Kriminal-Romans »Anders«, in dem die LeserInnen die restlichen Familienmitglieder kennenlernen, die sich naturgemäß weiterentwickeln. Das empfand ich als eine amüsante und spannende Variante für zukünftige Romane.
Der Inhalt meiner Bücher spiegelt das wahre Leben wider, mit all seinen emotionalen, erschreckenden aber auch unterhaltsamen und manchmal kuriosen Details. Es gibt zum Teil auch einen realen Hintergrund, den ich in die Geschichten einfließen lasse, aber verfremde und dabei meiner Fantasie freien Lauf lasse.
In meinem Debütroman »Bereue« beginnt ja die Geschichte meiner »Patchwork-Familie«, die sich in meinen nachfolgenden Büchern fortsetzt. Da aber in jedem Teil aus der Reihe »Familie Schmidtke & Co.« ein in sich abgeschlossener Kriminalfall eingebettet wurde, in die Familienmitglieder mit hineingezogen wurden, kann man alle Bücher auch ohne Weiteres unabhängig voneinander lesen.

– Sie haben Ihre Bücher ohne einen Verlag in Eigenregie via »Books on Demand« veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Die übliche Geschichte?
Bevor ich mein erstes Buch »Bereue« veröffentlicht habe, wurden mehrere Verlage von mir angeschrieben, eine Rückmeldung bekam ich leider keine...
Selfpublishing war mir bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt. Ich recherchierte lange im Internet, bis ich mich dann dazu entschloss, diese Möglichkeit zu nutzen, bin sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit »Books on Demand« und genieße die Unabhängigkeit. Allerdings muss man sich als Selfpublisher selbst um die Werbung und Vermarktung kümmern, was sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, die man als Autor lieber zum Schreiben nutzen möchte. Außerdem nehmen Buchhändler nur selten Bücher von Selfpublisher in ihrem Repertoire auf, obwohl es inzwischen viele Autorenkollegen gibt, die genauso gut, wenn nicht sogar besser schreiben wie Verlagsautoren.
Sollte ein Verlag Interesse an meinen Büchern haben, bin ich natürlich nicht abgeneigt, mich mit den Bedingungen auseinanderzusetzen :-)

– Was können wir von der Autorin Ina Kloppmann in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

»Hassliebe / Krimi für Frauen« war eigentlich inhaltlich erst einmal abgeschlossen, ich fand die Story aber ausbaufähig. Deshalb folgt eine Fortsetzung dieses Kriminalfalles in meinem vierten Buch, an dem ich zurzeit schreibe.
Auf Messen war ich aus persönlichen Gründen bisher noch nicht, vielleicht kann man mich im nächsten Jahr auf der »Leipziger Buchmesse« antreffen. Zu Lesungen wurde ich zwar eingeladen, habe aber noch an keiner teilgenommen. Wahrscheinlich stoße ich jetzt bei einigen LeserInnen dieses Interviews auf Unverständnis, denn ich habe ein Problem damit, aus meinen eigenen Büchern vor Publikum zu lesen. Es würde mir stattdessen sehr viel Freude bereiten, in einer lockeren Plauderstunde interessierten LeserInnen etwas über meine Bücher zu erzählen, Fragen dazu und über mich als Autorin zu beantworten. Da es solche Einladungen bisher noch nicht gab, habe ich bereits darüber nachgedacht, eine »Meet & Greet« Veranstaltung selbst zu organisieren. Wenn es soweit ist, werde ich es natürlich sofort bekanntgeben.

Das Team von Leserkanone.de dankt Ina Kloppmann für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
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»Hassliebe« bei Leserkanone.de
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