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Thomas Roth-Berghofer 5 Fans
Herkunft: Deutschland
Pseudonym: Alex Thomas
Webseite: Offizielle Homepage von Thomas Roth-Berghofer
Facebook: alexthomasauthor
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Alex Thomas vom 15.07.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 15.07.2019
Im Thriller »So finster der Zorn« schickt das Autorenduo Alex Thomas die Agentin Paula Tennant zum dritten Mal in den Einsatz. Im Interview mit Leserkanone.de sprachen die Autoren über das Buch, über das Thriller-Genre und über das Schreiben in gemeinschaftlicher Arbeit.

– Alex Thomas, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »So finster der Zorn«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Website Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie den Roman und die zugehörige Reihe unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»So finster der Zorn« ist der siebte Thriller, den meine Frau und ich geschrieben haben. Gleichzeitig ist er – nach unserer Vatikanthrillerserie – der dritte Teil unserer im letzten Jahr gestarteten Reihe rund um die ISA-Agentin Paula Tennant. Die Thriller können in ihren Fällen zwar unabhängig voneinander gelesen werden, das größere Lesevergnügen stellt sich jedoch erst so richtig durch die Steigerung und die Bezüge von Band zu Band ein.

Unsere Heldin ist – nach einer gescheiterten Karriere beim FBI – Mitarbeiterin der International Security Agency, die in den USA und in Europa Serienmörder jagt, die andere Behörden nicht haben dingfest machen können. Der Ghost ist solch ein Killer. In »So finster der Zorn« erreicht Paulas Konfrontation mit ihm seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Saat dafür wurde bereits in »Die Tränen der Kinder« gelegt und dann in Band 2, »Das Labyrinth des Blutes«, weiterentwickelt.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihre Reihe ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Die Paula-Tennant-Reihe würde sicher auch etliche Leserinnen und Leser der deutschen Autoren Sebastian Fitzek, Leo Born oder Andreas Gruber faszinieren. Ebenso dürften etliche Fans von Chris Carter, Ethan Cross oder John Katzenbach Paula-Tennant-affin sein.

Ob wir literarische Vorbilder haben? Ja, klar. Unsere Vorbilder haben uns zum Schreiben gebracht. Sie stammen allerdings nicht nur aus der Thrillerecke. Da stehen Autorenklassiker wie Norman Mailer, John Steinbeck oder Morris L. West einträchtig neben Nancy Kress, Frank Herbert, Thomas Harris, Dean Koontz und Stephen King. Und natürlich haben meine Frau und ich einige Herzensbücher. Dazu gehört vor allem Frank Herberts DUNE-Zyklus, sozusagen der Herr der Ringe der Sciencefiction. Oder die Literatur von Fernando Pessoa. Im Thrillerbereich gehört »Das Schweigen der Lämmer« von Thomas Harris aufgrund seiner Subtilität, Klugheit und Eloquenz zu den Lieblingen meiner Frau. Aber auch Spannungsromanautoren wie Gayle Lynds, Simon Beckett und Patrick Lee haben unsere Leserherzen erobert.

– Heutzutage gehen viele Autoren und Verlage großzügig mit dem Begriff des »Thrillers« um und bezeichnen auch einfachste Krimis bereits als Thriller, da die Schublade vermutlich mehr Zugkraft beim Leser hat. Was macht Ihre Thrillerreihe zu einer »richtigen« Thrillerreihe?

Meine Frau – sie kommt ja aus der Buchbranche – beobachtet schon einige Jahre, wie mörderisch der Verdrängungswettbewerb im Bereich des Kriminalromans ist. Von daher war es nur eine Frage der Zeit bis Verlage auf den Thriller-Begriff ausgewichen sind, um mehr Sichtbarkeit für ihre Kriminal-Autorinnen und Autoren zu erlangen. Dass Thrillerautoren nun extra versichern müssen, dass ihre Bücher auch tatsächlich »richtige« Thriller sind, zeigt deutlich, was für eine Dimension diese Etikettenverschiebung in den letzten Jahren angenommen hat.

In unserer Paula-Tennant-Serie geht es um mehr als darum, einen Mörder nach Agatha-Christie-Manier zu fassen. Unsere Heldin wird in »Die Tränen der Kinder« selbst zum Opfer des Ghost, auch wenn ihr das zu jenem Zeitpunkt noch nicht klar ist, denn er lässt sie am Leben. Und so wird die Frage »Was ist gut, was ist Böse?« in den beiden Folgeromanen nicht nur zu einem persönlichen Alptraum, sondern führt Paula auch zunehmend in einen Gewissenskonflikt. Ja, sie hasst den Ghost. Ihm verdankt sie schließlich ihre Narben, aber sie sieht auch, was für einen menschlichen Abschaum – Kindermörder, Vergewaltiger, Menschenhändler – er ein für alle Mal aus der Welt schafft. Paula durchlebt nicht nur in ihren nächtlichen Alpträumen ein Wechselbad der Gefühle, auch die Frage nach Gut und Böse wird immer drängender.

Eine Leserin von »So finster der Zorn« hat den Thrill der Story sehr gut beschrieben, finde ich: »Seite für Seite ein Hochgenuss. Ich konnte nicht aufhören zu lesen ,,, Suspense ,,, Spannung ,,, Mitfiebern!«

– Was macht Agent Paula Tennant zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass sie gleich mehrere Auftritte in Büchern verdient hat? Warum sollte man sie als Leser unbedingt kennenlernen? Und was schätzen Sie an ihr persönlich?

Paula macht eine Reise, eine persönliche Entwicklung durch. Sie entdeckt die Welt des Bösen neu, als Agentin. Sie will Gerechtigkeit und leidet unmittelbar unter dem Bösen – als Kind bereits und jetzt erneut als Erwachsene. Sie musste erst ihr Potential als Ermittlerin und ihre Eigenständigkeit entwickeln, bevor sie sich im dritten Band der Finsternis stellen kann. Das brauchte Zeit und Raum.

Außerdem ist Paula kein Schablonenmensch. Sie hat aufgrund ihrer üblen Kindheit ein paar ausgewachsene seelische Probleme, die sie aber in einem inneren Kerker unter Verschluss hält, so dass niemand diese wahrnehmen kann. Sie glaubt, zu wahrer Freundschaft und Liebe nicht fähig zu sein, zumindest ist sie davon viele Jahre lang überzeugt. Dass ihr Boss Robert Bernstein in die Tiefen ihres Seelenkerkers hineinschauen kann, hat sie irgendwann einmal während seiner kriminalistischen Vorlesungen erkannt, aber ebenso schnell wieder verdrängt und umgedeutet. Paula denkt und handelt nicht einfach nur schwarz oder weiß. Sie ist keine Prinzipienreiterin, sie sieht stets den Kontext, was sie des Öfteren mit den starren Behördenstrukturen in Konflikt bringt. Sie hasst die angeordneten Sitzungen bei ihrem ISA-Seelenklempner, der alte Wunden aufreißt und ihr das Gefühl gibt, ihre Stärken in Schwächen zu verwandeln. Lieber hüllt sie sich in Schweigen und vertraut weiterhin ihrem Instinkt, der sie bisher schließlich nie im Stich gelassen hat. Außer im Fall ihres Chefs und Mentors. Da werden die Gefühle für ihn zu ihrer Achillesferse, zum toten Winkel, in den sie nicht blicken kann.

– Bei lebendigen Leib autopsierte Menschen, Massengräber mit enthaupteten Frauen, ermordete Kindermörder ... für Ihre Reihe sind Sie in heftige Abgründe der menschlichen Seele hinabgestiegen. Was hat dazu geführt, dass Sie ausgerechnet bei solchen Themen Ihre schriftstellerische Heimat gefunden haben? Was fasziniert Sie daran? Und muss man in einer speziellen Stimmung sein, um ein literarisches Verbrechen zu konstruieren, oder klappt dies auch bei fröhlicher Laune?

So geballt klingt das wirklich unerquicklich, dabei schreiben wir gar keinen Splatter, und das ganz einfach deswegen nicht, weil wir den selbst nicht mögen. Wir skizzieren nur das Grauen. Wie die Zeichner von Comicbüchern die ganze Action in die Lücken zwischen den Bildern ›verbannen‹, lassen wir die Fantasie der Leserinnen und Leser ausmalen, was genau passiert ist. Wir werden auch in Zukunft keine Macht- und Folterfantasien im Detail beschreiben. Dafür arbeiten wir viel lieber mit dem Nervenkitzel, mit dem psychischen Thrill. Wir öffnen die Tür zu den jeweiligen Tatortszenarien und deuten mittels der Ermittlungsarbeit an, was sich dort zugetragen haben könnte, unabhängig von unserer eigenen emotionalen Befindlichkeit. Und das ist oftmals harte Arbeit.

Was uns an diesen Abgründen der menschlichen Seele fasziniert? Die Human Condition, also all das, was uns zu Menschen macht. Serienmörder faszinieren die Menschen schon immer. Ein Serienmörder der Serienmörder tötet? Das ist noch faszinierender. Und uns reizte die Herausforderung, mit dem Ghost eine Figur zu schaffen, die nach allen moralischen und ethischen Regeln zu verdammen ist, den Leserinnen und Lesern aber trotzdem gewisse Sympathien abringt.

– Nachdem die beiden ersten Bände der Reihe in der »Edition M« von Amazon veröffentlicht wurden, haben Sie das neue Buch nun in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es dieses Mal auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Wir haben mit Blanvalet gemeinsam vier tolle Supernatural-Vatikanthriller herausgebracht und verdammt viel über das Making-of von Büchern gelernt. Ebenso war die Zusammenarbeit mit dem Verlagsteam der Edition M für uns eine bereichernde Erfahrung. Wir sehen aber auch, dass es in der heutigen Zeit wichtig ist, sich eine gewisse Unabhängigkeit aufzubauen. Viele unserer Kollegen sind dies schon in den letzten Jahren angegangen. Für uns war jetzt der richtige Zeitpunkt, unseren aktuellen Thriller »So finster der Zorn« in Eigenregie herauszubringen. Mag sein, dass unser nächster Thriller wieder in einem Verlag erscheint, sofern alles zusammenpasst. Wir werden sehen. Im Moment sind wir sehr stolz darauf, »So finster der Zorn« von A bis Z alleine auf den Weg gebracht zu haben.

– Wie kamen Sie überhaupt zu dem Entschluss, die Reihe als Gemeinschaftsprojekt zu verfassen?

Das hat sich schon vor Jahren ganz natürlich ergeben. Meine Frau und ich haben schon im Sciencefiction-Fandom gemeinsam geschrieben. Wir sind ein eingespieltes Team, ticken in vielem ganz ähnlich und ergänzen uns zugleich in anderen Bereichen.

– Wie funktioniert es, zu zweit an einem Buch zu schreiben? Legen Sie vorher fest, wer die einzelnen Segmente schreibt, oder wird es während der Arbeit am Buch kurzfristig entschieden? Oder schreibt nur einer von Ihnen, während der andere Input liefert? Wie schaffen Sie es, dass am Ende alles »wie aus einem Guss« wirkt und stilistisch zusammenpasst?

Wir schreiben und lektorieren unsere Romanprojekte in wechselnden Rollen. Wer von uns beiden die Ausgangsidee für einen Stoff hat und für diesen brennt, schreibt auch den ersten Entwurf. So gehen unsere Texte etliche Male hin und her, bis die Endfassung steht. Jeder schreibt, jeder lektoriert, jeder liefert wichtigen Input. Das funktioniert aber nur deshalb so gut, weil wir, wie gesagt, schon viele Jahre gemeinsam schreiben. Unsere Ideen, Stile, die Art der Umsetzung ,,, das alles harmoniert. Ebenso wissen wir, mit unserer gegenseitigen Kritik umzugehen. Die Story steht im Mittelpunkt, nicht unsere beiden Egos.

– Welche Aspekte an der schreiberischen Arbeit des jeweils anderen schätzen Sie besonders? Gibt es Dinge, die der jeweils andere von Ihnen womöglich sogar ein kleines Stückchen besser beherrscht als Sie selbst?

Meine Frau wäre bestimmt eine sehr gute Drehbuchautorin geworden. Sie schreibt lebendige und griffige Dialoge und skizziert im Nu starke Szenen. Mein Faible liegt etwas mehr beim Erzählerischen. Wir recherchieren beide sehr gerne, kommen aber aus ganz unterschiedlichen Ecken. So ergänzen sich unsere Fähigkeiten.

– Was können wir von dem Autorenduo Alex Thomas in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Wir arbeiten derzeit an zwei Projekten. Einmal wird der dritte Teil einer Jugendbuch-Phantastik-Reihe von uns abgeschlossen, für die unsere Literaturagentin sich gerade nach einem passenden Verlag umschaut, und dann haben wir mit dem Schreiben eines neuen Thrillerprojektes begonnen, über das wir noch gar nichts verraten können. Informationen zu unseren jeweils aktuellen Projekten veröffentlichen wir regelmäßig auf unserer Homepage: https://www.alex-thomas.info/buecher/aktuelle-projekte/

Ansonsten planen wir, wieder auf der Frankfurter Buchmesse zu sein und hoffen, dort einigen Fans von Catherine Bell und Paula Tennant zu begegnen.

Das Team von Leserkanone.de dankt Alex Thomas für die Zeit, die sie sich genommen haben!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Alex Thomas
Alex Thomas bei Facebook
»Paula Tennant 3 - So finster der Zorn« bei Leserkanone.de
»Paula Tennant 3 - So finster der Zorn« bei Amazon
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