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Carmen Liebing 7 Fans
Herkunft: Deutschland
Geboren: 1965
Twitter: @sturmsusi
Facebook: CarmenSLiebing
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Carmen Liebing vom 12.04.2017
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Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 12.04.2017
In Carmen Liebings Roman »Entfessle mich!« geht eine Frau nach dem Ende einer beklemmenden Ehe neue Wege. Im Interview mit Leserkanone sprach die Autorin über ihren Roman, über dessen Protagonisten Renée und Derek und über die Rollen von Geschlechtern in erotischen Romanen.

– Frau Liebing, womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem aktuellen Roman »Entfessle mich!« genommen. Könnten Sie Ihr Buch unseren Lesern kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Entfessle mich« trägt diesen Titel, weil Renée von den Fesseln einer furchtbaren Erinnerung befreit werden muss. Sie hat nach der Ehe mit einem gewalttätigen Ehemann ihre Wünsche und Bedürfnisse als Frau tief in sich vergraben. Dass ausgerechnet der dominante Derek diese verborgenen Sehnsüchte erkennt, verunsichert sie zutiefst. Sie ist hin-und hergerissen zwischen der Leidenschaft für ein erotisches Rollenspiel mit ihm und der Angst erneut als Frau, als Mensch missachtet zu werden. Derek braucht viel Zeit und Verständnis für ihre Ängste, um sie behutsam in seine Welt aus Dominanz und Unterwerfung zu führen, die ihr diese verborgenen Sehnsüchte erfüllt.
Gerade, als sich alles zum Guten zu wenden scheint, tauchen Schatten aus Dereks Vergangenheit auf, die Renée das mühsam errungene Vertrauen zu Derek rauben. Im Angesicht einer drohenden Gefahr müssen beide ihre Vergangenheit hinter sich lassen, um eine gemeinsame Zukunft haben zu können. Doch bis dahin sind viele Missverständnisse und Schwierigkeiten zu bewältigen.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Meine Lieblingsromane sind eigentlich Krimis. Ist das seltsam? Ich liebe Beckett, McDermid und natürlich Fitzek und co. Dazu bin ich ein Fan von Fantasy und gestehe gerne, dass ich Vampire mag (solange sie nicht zu sehr glitzern). Ich bin fasziniert von Autoren, die ganz neue, eigene Welten erschaffen können!
Als literarisches Vorbild möchte ich keinen einzelnen nennen, denn ich finde bei vielen etwas, bei dem ich denke ... uih... so möchte ich auch schreiben. Ich mag Bücher, die Geschichten richtig aufbauen, mich in Ruhe in die Charaktere und die Handlung hineinziehen. Rasante Einstiege sind toll, aber über ein ganzes Buch hinweg wäre es mir zu hektisch. Jetzt nenne ich doch einen Namen, nur als Beispiel: Mary Higgins Clark hat für mich diesen Erzählstil.
Im Genre, in dem mein Buch angesiedelt ist möchte ich auch nur ungern Vergleiche ziehen. Ich käme mir vermessen vor, ich bin schließlich ein unbekanntes Blatt. Die Stark Trilogie oder die Dublin Street Reihe fallen mir zuerst ein. »Entfessle Mich« ist kein ausgemachtes BDSM Buch, viele Fans dieser Geschichten würden es als zu soft bezeichnen.

– An jedem Tag erscheinen unzählige neue Erotikromane. Umso schwerer, gerade in diesem Bereich herauszustechen und zu Erfolg zu kommen. Was brachte Sie dazu, es ausgerechnet hier zu versuchen? Was bedeutet das Genre für Sie persönlich? Und was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale, wegen denen man bei »Entfessle mich!« zuschlagen sollte und nicht bei einem der zahlreichen anderen angebotenen Romane?

Das Genre der Erotikromane gehört für mich zur Abteilung Liebesromane. Die große Masse der Geschichten dreht sich um die (hoffentlich) glückliche Beziehung zweier Menschen. In der Sparte Erotik enden die Szenen nur eben nicht bei einem ... und sie sanken glücklich in die Kissen, stattdessen gehören die erotischen Momente zur Dramaturgie. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, deren Fortgang ganz eng mit der Intensivität der sexuellen Erlebnisse der Protagonisten verbunden ist. Sex ist ein Teil unseres Lebens und Liebens. Deshalb finde ich Erotikromane meist authentischer als reine Liebesgeschichten. Die Betonung liegt hier auf meist, es gibt bekanntlich immer Ausnahmen.
Wie ich dazu kam? Damit kann ich auch die Frage nach dem Alleistellungsmerkmal beantworten: Immer wieder bin ich in Diskussionen über eben die von Ihnen erwähnte Masse an Erotikromanen, explizit im Bereich BDSM auf den Vorwurf gestoßen, es würde Gewalt gegen Frauen verherrlicht. Nun will ich diesen Diskurs hier zwar nicht fortführen, aber eine Aussage ist mir nicht aus dem Kopf gegangen: Diese Geschichten würden die Opfer häuslicher, im Regelfall, männlicher Gewalt verhöhnen. Keine Frau, die von ihrem Mann geschlagen oder unterdrückt wird oder wurde, könnte je Gefallen an einer derartigen Beziehung finden. Doch das eine hat mit dem anderen nichts zu tun (Verzeihung, das ist meine Meinung)! Daraus ist meine Renée entstanden – eine Frau, die aus einer gewaltbelasteten Ehe kommt und mit der Erkenntnis kämpfen muss, dass sie mit dem dominanten Derek sehr wohl eine devote Seite an sich selbst findet. Im Verlauf meiner Geschichte lernt Renée den Unterschied zwischen ihr, als Prügelopfer ihres Mannes und der devoten Geliebten, die sich freiwillig einem Derek unterwirft, der sie respektiert, achtet und nicht zuletzt liebt. Es sind ihre Regeln und Grenzen, die Derek einhält – sie entscheidet, wie weit sie gehen will.

– Was macht Renée und Derek zu solch »besonderen« Charakteren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie selbst an ihnen?

Renée hat eine Ehe mit einem gewalttätigen Mann hinter sich. Sie hat sich mit ihrem Sohn ein neues Leben aufgebaut, bleibt aber einer näheren Beziehung gegenüber misstrauisch. Nach den bösen Erfahrungen wirft sie sich selbst vor allen Dingen das Stillhalten vor. Sie kann nicht mehr nachvollziehen, warum sie die Prügel ihres Ehemannes widerstandlos hingenommen hat. Daher fällt es ihr so schwer, sich Derek völlig anzuvertrauen. Renée hat Angst, die Grenze zwischen BDSM und purer Gewalt nicht zu erkennen und wieder zum Opfer zu werden. Ich schätze aber an ihr besonders, dass sie sich der Frage nach ihren sexuellen Bedürfnissen ehrlich stellt. Sie ist kein scheues Mäuschen, das einen vermeintlich starken Mann sucht, sondern sie ist selbst gestärkt aus dem Debakel ihrer Ehe hervorgegangen. Nun muss sie sich damit auseinandersetzen, dass Derek ihre geheimen Wünsche erkennt, die ihr selbst gefährlich erscheinen. Mal gibt sie diesen Wünschen nach, aber manchmal leugnet sie sie auch. Renée kann in diesem Zwiespalt ihrer Gefühle sehr sprunghaft sein und fordert damit Dereks ganzes Einfühlungsvermögen.
An Derek schätze ich seine Fähigkeit, sehr sensibel auf Renée und ihre Stimmungsschwankungen eingehen zu können. Er lässt ihr die Zeit, die sie braucht, um mit sich selbst klarzukommen. Derek zeigt Renée die Möglichkeiten zur Erfüllung ihrer sexuellen Wünsche und lehrt sie, dass sie selbstbewusst zu ihren Entscheidungen dafür oder dagegen stehen kann. Aus Gründen, die in seiner Vergangenheit liegen, ist es ihm enorm wichtig, dass Frauen sich nicht selbst verleugnen, nur um mit ihm zusammen zu sein. Er kann sich schnell und relativ problemlos eingestehen, dass Renée für ihn mehr ist, als nur eine Gespielin in einer D/s Beziehung, die zuerst unverbindlich gedacht war. Manchmal steht ihm sein Stolz im Weg, aber er verlangt nicht nur Ehrlichkeit, er ist auch selbst ehrlich zu Renée und zu sich selbst.

– Schon im Klappentext Ihres Buchs wird erwähnt, dass Derek ein dominanter Mann ist. Erotikromane werden in überwältigender Mehrheit von weiblichen Lesern gekauft. Gleichzeitig sind Frauen in Erotikromanen in ebenso überwältigender Mehrheit der unterwürfige Part. Was glauben Sie, warum es keine spürbare Tendenz zur Ausgeglichenheit gibt? Warum lesen so viele Frauen so viel lieber Romane, in denen die Vertreterinnen ihres eigenen Geschlechts unterworfen werden, als die Führungsrolle zu übernehmen?

Schwere Frage! Ich kann hier nur Mutmaßungen anstellen. Vielleicht weil Männer in unserer Gesellschaft noch größere Schwierigkeiten damit haben, sich als devot und damit vermeintlich schwach zu outen? Gewisse Rollenbilder haben wir alle in unseren Köpfen, auch wenn wir es oft nicht wahrhaben wollen. Sie lösen sich zum Glück langsam, aber in einigen Bereichen scheint es uns schwerer zu fallen, als in anderen. Es liegt, denke ich, nicht an einem Mangel an dominanten Frauen, sondern an der fehlenden Akzeptanz für devote Männer. Ich nehme hier gleichgeschlechtliche Paarungen mal aus, weil sie ihre eigene Leserschaft besitzt.
Die Frage nach dem Warum ist wesentlicher einfacher zu beantworten. Ich glaube fest daran, dass Frauen den Dreh und Angelpunkt jeder (guten) BDSM Geschichte lieben: Das Miteinander reden, die zwingend erforderliche Ehrlichkeit, die eine solche Beziehung erst möglich macht und das Gefühl des tiefen Vertrauens zu einem Mann. In einer Gesellschaft, in der Frauen ständig auf der Hut sein müssen ja nichts falsches zu sagen oder zu tun, um ihre Position nicht zu gefährden, ist das Gefühl des *sich fallen lassen können* sehr verführerisch. Einmal alle Macht abgeben in Hände, die diese Macht nicht missbrauchen. Es ist das Gefühl der absoluten Sicherheit, das Frauen zum Träumen bringt. In einer Welt, in der sogar langjährige Beziehungen per SMS gelöst werden, sehnt FRAU sich nach einer Verbindung, in der ihre Regeln respektiert werden und sie ganz sie selbst sein darf.

– Ein gewalttätiger Ehemann, ein dunkles Geheimnis, Feinde aus alten Zeiten, fragiles Vertrauen - für einen erotischen Roman klingt dies nach sehr wenig »heiler Welt«. Wie schafft man es, genau den richtigen Mittelweg zu treffen, damit ein Buch wie das Ihre nicht zu stark nach einer reibungslosen Romanze klingt, aber auf der anderen Seite auch nicht verstört?

Ich glaube, mit dem Tempo! Ein rasantes Aneinanderreihen von Ereignissen hetzt den Leser durch eine Geschichte und am Ende bleibt die Erkenntnis: Alle Probleme gelöst, ohne Erinnerung daran, wie das geschafft wurde. Mir war wichtig, den Weg dorthin aufzuzeigen, der eben nicht reibungslos ist. Da sind Stolperfallen, da biegen Protagonisten schon mal falsch ab! Im Allgemeinen denken Menschen nach, bevor sie eine Entscheidung treffen, sollten sie zumindest. Diese Momente nutze ich, um meine Geschichte zu *entschleunigen*, um den Leser an der Entscheidungsfindung teilhaben zu lassen. Innere Monologe sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber sie stellen den Leser doch immerhin nicht vor vollendete Tatsachen. Eine Aktion oder Reaktion einer Figur, die plötzlich aus dem Nichts geschieht, kann durchaus verstörend wirken. Ich denke, je mehr Arbeit nötig ist, um eine *heile Welt* zu erschaffen, desto näher und tiefer muss ich meine Leser an dieser Entwicklung teilnehmen lassen. Nur, wer wirklich dabei war, kann das Ergebnis schätzen!

– Was können wir von der Autorin Carmen Liebing in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ich sitze an einem neuen Skript, dass, wie ich hoffe, im selben Verlag erscheinen darf.
Dazu habe ich eine Romantasy Reihe in Arbeit, natürlich mit Vampiren, für die aber noch keine genauen Pläne existieren. Wer Näheres darüber wissen will, kann auf Bookrix nach mir suchen (ist die Schleichwerbung erlaubt?) Wenn ja, dann findet man dort auch das Büchlein von mir, dass bisher eine begeisterte Leserschaft hat. Der »Vampir im Wäschekorb« arbeitet humorvoll den Alltag einer Autorin auf. Dieses Buch werde ich wahrscheinlich selbst veröffentlichen.
Man kann mich live in Frankfurt auf der Buchmesse erleben. Am Stand von Plaisir d’Amour kann man dann auch meine Kolleginnen treffen.

Ich bedanke mich für dieses Interview, das mir mit interessanten Fragen zu meinem eigenen Buch doch ein paar Denkanstöße für meine zukünftigen Geschichten gegeben hat!

Das Team von Leserkanone.de dankt Carmen Liebing für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
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