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Nicole Grom 3 Fans
Herkunft: Deutschland
Facebook: NicoleGromAutorin
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Nicole Grom vom 10.08.2017
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Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 10.08.2017
In ihrem neuen Werk »Irina und das sprechende Bild« wendet sich Nicole Grom einer besonders jungen Zielgruppe zu. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über das Schreiben für Kinder und über ihre zukünftigen Projekte.

– Frau Grom, vor Kurzem erschien Ihr Kinderbuch »Irina und das sprechende Bild«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

In »Irina und das sprechende Bild« geht es um ein Mädchen, das sich nichts sehnlicher wünscht als ein kleines Wunder, mit dem sie ihrem langweiligen Alltag und der Trauer um ihre verstorbene Mutter entfliehen kann. Tatsächlich bekommt Irina eines Tages Besuch von einer Brieftaube, die ihr einen geheimnisvollen Auftrag überbringt. Und obwohl der Auftraggeber nicht bekannt ist, begibt sich Irina auf eine abenteuerliche Reise, um ein angeblich sprechendes Bild an einen unbekannten Ort namens »Ridnitsirednuwsad« zu bringen. Die Glücksfeder einer Hexe hilft ihr dabei, den rechten Weg zu finden. Oder ist es gar nicht der rechte? Und gibt es diesen mysteriösen Ort wirklich – oder ist das Wunder, das sich Irina herbeisehnt, doch nur ein schöner Wunschtraum? Auf einer Reise voller märchenhafter und fantastischer Begebenheiten begegnet sie rätselhaften Figuren, überwindet Ängste und besteht sogar absurde Situationen mit Witz und Mut. Und erlebt am Ende tatsächlich ihr Wunder – wenn auch auf ganz andere Weise als erwartet.

– Für Kinder welcher Altersgruppe ist das Buch geeignet?

Laut Altersempfehlung des Verlags ab acht Jahren. Es gibt aber keinen Grund, weshalb sich eine siebenjährige Leseratte nicht auch schon an das Buch wagen sollte! Und als Vorlesebuch ist es sogar für noch jüngere Kinder geeignet. Aber sogar ganz alte Kinder können ihre Freude daran haben – der Klappentext verspricht schließlich eine »spannende und berührende Geschichte für alle, die an den Zauber des Lebens glauben«. Und dazu zählen ganz sicher auch ein paar Erwachsene!

– Soll das Buch den kleinen Lesern eine Aussage vermitteln, oder dient es nur der Unterhaltung? Kann eine Lehre aus der Geschichte gezogen werden?

Ich würde qualitativ gar nicht so sehr zwischen »Lehre« und »Unterhaltung« unterscheiden wollen. Ich bin keine Pädagogin und will Kinder durch Bücher auch nicht pädagogisieren. Erwachsene lesen Bücher ja sehr oft auch »nur« zur Unterhaltung. Und das mit Recht! Mit welchem Anspruch also wollen wir Kindern immer eine »Lehre« oder »Moral von der Geschicht« nahebringen? Als Kind habe ich den Braten jedenfalls sehr schnell gerochen, wenn man mir ein Buch mit allzu vordergründigem pädagogischem Inhalt in die Hand drückte – und mich mit Grausen abgewandt. Nein – ich wollte Bücher lesen, die in einer herrlich verrückten Welt spielten. Wer sagt denn, dass man aus solchem Lesegenuss nichts Sinnvolles für sich mitnehmen kann? Und so ist auch meine »Irina« gedacht: Sie soll die kindlichen Leser zunächst einmal ins Reich der Fantasie entführen, das aber nie so fantastisch ist, dass nicht auch die reale Lebenswelt der Kinder durchschimmern würde. Letztlich werden in der »Irina« die großen Themen des Lebens aufgegriffen: Freundschaft, Erwachsenwerden, Mut und Angst. Aber man kann das Buch auch zur reinen Unterhaltung lesen. Es kommt ganz auf die Leser selbst an!

– Sie schreiben nicht nur Geschichten für Kinder. Im Frühjahr veröffentlichten Sie beispielsweise eine Kurzgeschichte, die mit Martin Luther abrechnete. Wie kommt es zu einer solch ungewöhnlichen Genre-Kombination? Und anhand welcher Maßstäbe entscheiden Sie, in welche Richtung das jeweils nächste Projekt gehen soll?

Eigentlich komme ich sogar aus dem Sachbuchbereich. Vor zwei Jahren aber rückte die Belletristik stärker in den Vordergrund, weil ich neue Ausdrucksmittel suchte. Ich begann dann, Beiträge für Anthologien einzureichen, und lernte so auch Finisia Moschiano, die Chefin des Kiel und Feder Verlags kennen. Ihr stellte ich bald mein Irina-Manuskript vor, das ich parallel zur Doktorarbeit verfasst hatte – weil mir da manchmal langweilig war ;-). Also kam ich über das wissenschaftliche Schreiben zur Kinderliteratur! Klingt verrückt, ist es aber gar nicht. Inhaltlich gesehen gibt es da natürlich kaum Gemeinsamkeiten – sprachlich aber schon. Eine klare, verständliche Sprache ist nämlich in beiden Bereichen Grundvoraussetzung. Als ich »Wolfszettel«, also diese recht fiese Luther-Kurzgeschichte schrieb, habe ich mich dann sprachlich auf völlig neues Terrain begeben und mich in Luthers Texte versenkt. Andererseits kam mir hier aber das wissenschaftliche Schreiben wieder zugute. Man sieht, da bestehen Austauschbeziehungen, die man nutzen kann. Und was neue Projekte angeht: Manchmal stoße ich auf Themen, die ich einfach weiterverfolgen muss (das ist dann die Wissenschaftlerin in mir). Oder aber eine Geschichte stellt sich einfach bei mir vor und beharrt darauf, geschrieben zu werden. Dann habe ich nicht die geringste Chance!

– Hatten Sie literarische Vorbilder für die Arbeit an Ihrem ersten Kinderbuch, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblings-Kinderbücher?

Nein, ich hatte für die »Irina« keine direkten literarischen Vorbilder. Der Stil des Buches entwickelte sich beim Schreiben selbst – ich hielt ihn einfach für diese Geschichte angemessen. Und wenn Sie mich so fragen ... ich glaube nicht, dass ich einen unverkennbaren Stil besitze, der sich durch die Kindergeschichten zieht, die ich bisher geschrieben habe. Denn ich mache meinen Schreibstil abhängig von Inhalt, Genre und dem Alter der Kinder – muss ihn also immer wieder aufs Neue finden. Was meine eigenen Lieblings-Kinderbücher betrifft: Da hatte Otfried Preußler ganz eindeutig die Nase vorn. »Das kleine Gespenst« habe ich mir so oft in unserer kleinen Pfarrbibliothek ausgeliehen, dass die von dem Buch irgendwann schon gar nichts mehr wussten.

– Wie schafft man es, jederzeit altersgerecht zu klingen? Kann man sich die Arbeit an einem Kinderbuch so vorstellen, dass Kinder herangezogen werden, denen man die Texte vorträgt, um ihre Verständlichkeit zu überprüfen? Oder entwickelt man als Autorin selbst ein Gefühl für den richtigen Ton?

Bei der »Irina«, also meinem ersten Kinderbuch, bin ich nicht mit bestimmten Überlegungen für eine Altersgruppe herangegangen. Ich habe das Buch ja eigentlich mehr für »das Kind in mir« verfasst, weil ich selbst Abwechslung brauchte. Dabei habe ich die positive Feststellung gemacht, dass meine Kindheit mir noch regelrecht in den Knochen steckt. Mich spornte also der Gedanke an: Was hätte ich selbst als Kind gerne für eine Geschichte gelesen? Überlegungen zur Altersgruppe kamen erst ab dem Zeitpunkt auf, als ich mich entschloss, das Skript einem Verlag anzubieten. Ich fand es dann richtig schwierig, es einer Altersgruppe zuzuordnen und habe mich von einer Lektorin beraten lassen. Daraufhin habe ich einige Stellen des Buches tatsächlich an kindlichen Zuhörern »ausprobiert«. Inzwischen mache ich mir gleich von Anfang an mehr Gedanken über die Zielgruppe. Allerdings nicht so stark, dass ich mir dadurch die Freude am Schreiben nehmen ließe. Denn nach wie vor schreibe ich im ersten Durchgang zunächst einmal für mich selbst. Erst bei der Überarbeitung nehme ich den ‚Markt‘ stärker in den Blick.

– Der Bereich der Kinderbücher erscheint von außen betrachtet als eine etwas undankbare Welt, denn abgesehen von einigen wenigen dauerhaft erfolgreichen Autorinnen wird das Genre häufig von den Veröffentlichungen von Schauspielerinnen oder anderen Frauen aus der Medienbranche dominiert, die entweder nebenher auf die Schnelle ein Buch geschrieben oder einem Projekt lediglich Ihren Namen geliehen haben. Haben Sie auch diesen Eindruck, und ist er aus Autorinnensicht nicht sehr frustrierend?

Wäre ich finanziell auf das Schreiben von Kinderbüchern angewiesen, würde ich die Dominanz einiger weniger Autorinnen und anderer prominenter Damen sicherlich als frustrierend empfinden. Aber glücklicherweise ist das Autorendasein nicht mein Brotjob, sondern mein schönstes Hobby. Deshalb kann ich – bei aller Ernsthaftigkeit, die mit dem Schreiben selbst verbunden ist – auch die Gelassenheit aufbringen, mich von dieser ‚verkehrten Welt‘ nicht unterkriegen zu lassen. Wie sich aber Autorinnen fühlen, deren Profession das Schreiben von Kinderbüchern ist, wage ich nicht zu sagen. Es muss sehr mühsam sein, immer wieder die Energie aufzubringen, sich und seinen Ideen Gehör und Gewinn zu verschaffen.

– Was können wir von der Autorin Nicole Grom in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres erscheint ein Buch aus der »Lilly-und-Nikolas-Reihe« des Kinderbuchverlags Biber und Butzemann, das ich zusammen mit Steffi Bieber-Geske schreibe. Da es im Spreewald bei den Sorben spielt, durfte ich mich als studierte Slawistin hier mal ordentlich austoben. Für nächsten Sommer ist auch der Start der »Fürchte dich!«-Reihe geplant, einer Gruselreihe für Kinder und Jugendliche im Kiel und Feder Verlag. Dafür sitze ich gerade an einem Skript mit dem Titel »Das Haus des Hexenmeisters«, das die historischen Hexenprozesse im US-amerikanischen Salem im Jahr 1692 aufgreift. Aber ich bastle derzeit auch an einem Projekt, für das ich mich noch auf Verlagssuche begeben muss: An einem Fantasy-Roman für Jugendliche und Erwachsene, der ganz von den etablierten Mustern und den üblichen Versatzstücken der Fantasy-Welt abweicht und im mystischen Milieu der ... ach nein, das mag ich jetzt eigentlich noch nicht verraten, denn ich bin ein wenig abergläubisch. Auf jeden Fall bleibt es spannend!

Das Team von Leserkanone.de dankt Nicole Grom für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Nicole Grom bei Facebook
»Irina und das sprechende Bild« bei Leserkanone.de
»Irina und das sprechende Bild« bei Amazon
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