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Jan Corvin Schneyder 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Jan Corvin Schneyder
Twitter: @seelenprisma
Facebook: jan.corvin.schneyder
Instagram: jan.corvin.schneyder
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Jan Corvin Schneyder vom 07.05.2019
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 07.05.2019
In seinem aktuellen Roman »Terra Daemonica« entführt Jan Corvin Schneyder seine Leser ins 17. Jahrhundert. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über Fantasy und Geschichte, und über das Überqueren von Genregrenzen.

– Herr Schneyder, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Terra Daemonica - Nur die Toten sehen das Ende«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Ja, gern. Der Roman spielt im Jahre 1618, dem Jahr des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges. Drei Frauen und ein Mann mit besonderen Fähigkeiten versuchen, die sich anbahnende Katastrophe zu verhindern, die nicht nur von Menschen verursacht, sondern auch von sehr alten Kreaturen, den Abkömmlingen, sowie von Luzifer höchstpersönlich angestrebt wird. Dabei ist den Hauptfiguren der Sieg oder die Niederlage des einen oder anderen Reiches ziemlich gleichgültig - ihnen geht es um sehr viel mehr, nämlich um die Verhinderung des Kippens der gesamten Welt in hasserfüllte Finsternis. Dabei sind die vier keine tugendhaften Helden, sondern auch sehr mit sich selbst und mit ihren Beziehungen zueinander beschäftigt. In Dresden, Venedig, Sofia, Konstantinopel und Jerusalem wird geritten, gestritten, gekämpft, gelitten, gefoltert, geliebt, verzweifelt und gehofft. Es ist ein großes Abenteuer, setzt aber neben Action auch auf Tiefgang und befasst sich mit moralischen und auch den religiösen Fragen, die in jener Zeit ja von sehr viel größerer Bedeutung waren als heute. An manchen Stellen war eine gewisse Brutalität nicht zu verhindern, an anderen dafür eine gewisse Zartheit angemessen. Der Roman versucht bewusst, so vielfarbig wie das Leben selbst zu sein. Es ist weder Historienroman noch Fantasy, sondern beides: Historische Phantastik, die auf der wahren Geschichte aufsetzt anstatt eine Parallelgeschichte zu entwickeln. Er soll die Wahrheit hinter dem zeigen, das man in Geschichtsbüchern lesen kann, und das natürlich auf möglichst unterhaltsame Weise.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Das sind ja mehrere Fragen auf einmal.
Also Zielpublikum ist eigentlich jeder zwischen (mindestens 14, besser 16) und 120, bewusst auch nicht auf ein Geschlecht festgelegt, der ein wenig Phantasie und Abenteuerlust mitbringt. Wer natürlich ausschließlich Regionalkrimis oder Liebeskomödie liest, dürfte ein wenig mit dem Buch fremdeln...
Vorbilder habe ich keine. Natürlich nimmt man bei manchen Autoren Dinge mit, die einem gut gefallen, aber oft auch vor allem jene, die einem nicht so gut gefallen - oder die in Ansätzen gut sind, dann aber übertrieben und zu intensiv angewendet wurden. Namen mag ich dazu natürlich nicht nennen.
Eigene Lieblingsromane... also ich tue mir schwer mit LIEBLINGS-Dingen. Alles hat seine Zeit, seine Stimmung, seinen Moment. Ich habe auch kein Lieblingslied oder einen Lieblingsfilm. Das wäre unfair allen anderen Werken gegenüber. Und bei Büchern fallen mir auch so viele gute Werke ein, dass jede Aufzählung unvollständig und ungerecht wäre.

– Während es geschichtliche Etappen gibt, die schon in unzähligen Historien- und Fantasyromanen verarbeitet wurden, erscheinen vergleichsweise selten Storys, die den Dreißigjährigen Krieg thematisieren. Was glauben Sie, warum dies so ist? Wie kam es dazu, dass Sie sich für diesen Moment der Menschheitsgeschichte entschieden haben?

Also zuerst einmal geht es nur um den Ausbruch bzw. die Vorgeschichte des Krieges, und auch das nicht sehr intensiv. Es werden keine diplomatischen Akten zitiert. Die ersten Kampfhandlungen sind dann schon nicht mehr im Buch enthalten, aber das ist eine gute Frage. Ich bin Historiker und mag viele Epochen, und eben auch das 17. Jahrhundert (wobei ich es nicht intensiver mag als das 18. oder 13.)... Die Entscheidung für das Jahr und das Thema dieses Buches kam, wie so oft, aus irgendeiner unergründlichen Quelle. Ich habe mir nicht vorgenommen, irgendein historisches Ereignis zu behandeln, und dann eine Liste erstellt, welches sich anbieten könnte. Natürlich hatte ich in etwa im Sinn, dass es weder Antike noch Mittelalter noch 20. Jahrhundert sein soll, weil es zu den Dingen, die die Protagonisten tun sollten, nicht gepasst hätte. Das Jahr 1618 ist sehr international und mit vielen Konfliktlinien aufgeladen. Das passt zur eigentlichen Mission der Protagonisten, und zur allgemeinen Eskalation, zum Verfall der Moral, zum Fall von Hemmnissen, zu Fehldeutungen, Aberglaube und Missgunst. Ein perfektes Umfeld, um etwas aufzuzeigen, das von allgemeiner Bedeutung, auch für andere Zeiten, ist. Naja, und wenn man dann begonnen hat und sich das Ganze schnell in Richtung dieses Ereignisses entwickelt, geht man über Recherchen natürlich schnell in die Tiefe und verliebt sich in die Idee. Eines meiner nächsten Bücher wird übrigens auch im 17. Jahrhundert angesiedelt sein, aber ein paar Jahrzehnte nach Ende des Dreißigjährigen Krieges.

– Wie schafft man es, den richtigen Mittelweg zu treffen, um den Wunsch nach geschichtlicher Präzision der Fans von Historienromanen zu erfüllen, gleichzeitig aber den eigenen Ideen genügend Raum zu geben, um viele kreative Fantasyelemente in die historische Ausgangssituation einzufügen? Waren für Ihr Buch viele Recherchen nötig, oder konnten Sie einfach die eigenen Fantasie spielen lassen? Welcher Aufwand steckt allgemein in einem Buch wie »Terra Daemonica«?

In Terra steckte natürlich mehr Recherche-Aufwand als in reiner Fantasy, ganz klar. Wie gesagt bin ich zwar Historiker, aber kein Historiker der Welt kennt alle Lebensumstände jeder Epoche ohne sich ein bisschen einzuarbeiten. Man kann schlecht über Gebäude schreiben, die erst dreihundert Jahre später gebaut wurden, gleiches gilt für Waffen etc. Interessant war, dass ich für die Handlung eine Sonnenbrille brauchte und in jener Zeit tatsächlich die ersten entwickelt worden waren. Ähnliches galt für eine Szene, in der Kaffee getrunken wird. Auch den gab es noch nicht lange und schon gar nicht flächendeckend. An der Recherche hat man in solchen Momenten dann natürlich Spaß, aber sie kostet eben Zeit. Ich finde aber, dass es nur dadurch glaubwürdig und wirklich spannend wird. Reine Fantasy in pseudo-historischem Gewand ist irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Wenn man alles selber entwickeln will, muss man eben reine Fantasy schreiben - das habe ich ja auch schon mit ebenso großer Freude gemacht.

– Was macht Ihren Protagonisten Maxim zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich?

Dieser blöde Kerl! Scherz beiseite. Maxim hat durchaus Mut in sich und auch den Wunsch, irgendwie etwas Gutes, etwas Richtiges (was immer das sei, das ist ja das Problem!) zu tun - aber er hat auch viele allzu menschliche Momente. Lustlosigkeit, Frustration, auch mal schlechtes Benehmen. Ich schätze an ihm, dass er so gar nicht perfekt ist, aber nicht aufgibt, daran zu arbeiten, sich zu verbessern. Und ab und an hat er auch mal einen richtig coolen Moment, ganz klar. Er ist umgeben von (überwiegend) starken Frauen und im Umgang mit ihnen geht ab und an natürlich auch mal etwas schief. Auch das ist mir sehr sympathisch. Man kann noch so viel gesehen haben, aber manche Mysterien lösen sich einfach nie auf. (Wobei die Mädels mit ihm glaube ich auch nicht nur ihre reine Freude haben...^^)

– Sie schreiben Fantasy, Science Fiction, Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher und Lyrik. Wie kam es dazu, dass Sie auf so vielen Feldern unterwegs sind? Birgt das Wechseln zwischen den Genres nicht die Gefahr, dass man keine Schar an »treuen Fans« aufbauen kann, die vorbehaltlos bei jeder neuen Veröffentlichung zugreifen können? Und anhand welcher Maßstäbe legen Sie fest, in welche Richtung das n#chste Projekt gehen soll?

Vorbehaltloses Zugreifen ist doch eh hohl, oder? Das gibt´s ja inzwischen schon bei Verlagen. Verlags-Fans, die jede Veröffentlichung klaglos wegkaufen, um zur Community zu gehören. Also sobald völlig egal ist, was im Buch drin steht, kann man mit dem Schreiben aufhören. Aber zurück zur Frage: Es war EIN Sachbuch (und das war auch noch ziemlich literarisch) und Lyrik baue ich ab und an mal in die Romane ein oder lasse sie gleich in der Schublade - also die streichen wir schon mal. Die Kinder-/Jugendbücher mit Team Dragobot sind ein Riesenspaß und eine totale Abwechslung zu meinen Erwachsenenromanen. Rotzige Sprache, ganz viele Gags, und einfach das herzengsgute, das kindlichen Chaoten innewohnt. Also da besteht keine Verwechslungsgefahr. Aus den Kinderbüchern würde wahrscheinlich kaum ein Satz in eines der anderen passen. Ganz anderer Stil. Also schriebe ich ja EIGENTLICH doch nur Fantasy und Sci-Fi. Im Bereich Sci-Fi ist es übrigens recht wahrscheinlich, dass ich da ausschließlich bei Pendra bleibe. Höchstens Spin Offs anderer Protas im gleichen Pendra Universe. Ein waschechter Hard Sci-Fi-Autor werde ich nicht, da liegen meine Interessen nicht. Bei Pendra geht´s um das Menschliche, auch natürlich um ein bisschen Fun, Party, Action, Mystery, Romance, Horror... alles, was so reingehört, aber durch die Ich-Perspektive, die ich nur dort verwende, ist auch das völlig anders als die Fantasy-Schiene, kommt aber nicht selten dennoch bei den gleichen Lesern gut an. Man isst ja auch nicht immer das Gleiche. Naja, und Fantasy ist ein großes Feld. Bisher war es High Fantasy und Historical Fantasy, der nächste wird schon ziemlich Dark, trotzdem Historical - Historical Dark Fantasy? ^^ Diese Schubladen... Und wie ich festlege, was als nächstes geschrieben wird: Was ich will. Ich unterschreibe zwar manchmal Verträge mit Option auf Fortsetzung, aber nie mit Zeitplan. Es kommt das Projekt dran, das ansteht, nicht was aus irgendeinem Grund sein MUSS. Zu sehr hängen lasse ich mich aber auch nicht. Es ist schön, zu einer oder zu beiden der großen deutschen Buchmessen Neuerscheinungen zu haben. Das strukturiert das Jahr. Ich schreibe aber nicht jeweils in sechs Monaten ein neues Buch, damit zur nächsten Messe eines fertig ist. Die meisten Projekte laufen parallel Jahre vorher an, und dann versucht man es am Ende so zu timen, dass es mit der VÖ zu einer Messe hübsch gefinished wird. Das Buch, das ich aktuell schreibe, ist vielleicht zur fbm19 soweit fertig, aber längst nicht lektoriert, überarbeitet etc. Generell halte ich ganz, ganz wenig von übereiltem Veröffentlichen (egal ob Verlag oder SP). Die Ungeduld des Autors schadet seinem Buch, garantiert. Schon viel zu oft gesehen... Bücher werden nicht schlecht. Die muss man nicht so schnell wie möglich rausballern, und man kann sie auch jahrelang bewerben, nicht nur drei Monate bis zur nächsten übereilten VÖ. Ich möchte keine Fast Food schreiben...

– Was können wir von dem Autor Jan Corvin Schneyder in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Pendra Darkbeat, der zweite Teil der Sci-Fi-Reihe (wobei, bislang ist es damit eine Dilogie, konkrete Reihenpläne muss man später mal bedenken) wird höchstwahrscheinlich zur Frankfurter Buchmesse 2019 erscheinen. Gut möglich, dass ich dann auch wieder in Frankfurt bin - das ist noch nicht entschieden. Der angesprochene (Dark) Historical Fantasy Roman, dessen Titel ich noch nicht verraten möchte (kann, soll und darf^^) wäre dann evtl. zur Leipziger Buchmesse 2020 fällig. Gut möglich, dass ich dann wieder in Leipzig bin, auch mit Lesung wie in diesem Jahr. Och, und naja, Team Dragobot 3 ist auch ein Thema und in der Entwicklung, das kann ich aber noch nicht terminieren. Kinderbücher sind aber vom Umfang her bei mir meist ein Viertel der anderen Romane (und bedürfen kaum einer Recherche), von daher geht das Schreiben schneller.

Das Team von Leserkanone.de dankt Jan Corvin Schneyder für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Jan Corvin Schneyder
Jan Corvin Schneyder bei Twitter
Jan Corvin Schneyder bei Facebook
»Terra Daemonica - Nur die Toten sehen das Ende« bei Leserkanone.de
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