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Nadja Roth 12 Fans
Herkunft: Deutschland
Twitter: @roth_nadja
Facebook: roth.nadja
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Nadja Roth vom 15.02.2018
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 15.02.2018
Im aktuellen Roman von Nadja Roth begegnet man dem »Todessammler«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über ihre Ermittlerin Elli Werner und über das Thriller-Genre.

– Frau Roth, im vergangenen Jahr veröffentlichte der SadWolf Verlag Ihren Roman »Der Todessammler«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Natürlich, gern. Hauptkommissarin Elli Werner kämpf sich nach den traumatischen Erlebnissen ihres letzten Falls langsam wieder in den Alltag zurück. Sie versucht ihre Panikattacken und Flashbacks vor ihren Kollegen zu verstecken, da sie unbedingt wieder arbeiten will. Doch während sie sich zurückkämpft, wird nicht nur ihre Vermieterin brutal ermordet, sondern es verschwinden kurz darauf einige Frauen spurlos. Die Suche nach dem Täter gestaltet sich schwierig, denn nicht nur Elli zeigt ihren Kollegen nicht, wie es wirklich um sie steht, sondern auch der Mörder trägt eine perfekte Maske.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Also, ich muss gestehen, dass ich von Agatha Christie, über Patricia Highsmith, Tess Gerritsen und Stephen King, ziemlich viel gelesen habe. Auch Karen Rose und Karen Slaughter habe ich nicht verschont. Michael Ende hat sich in mein Leserherz gebrannt, genau so wie Wolfgang Hohlbein. Denn neben Krimis und Thrillern bin ich auch in der Welt der Fantasy ab und an mal unterwegs. Ich persönlich brauche beim Lesen die Abwechslung und schränke mich im Genre deshalb nicht ein. Andreas Eschbach ist nicht direkt mein Vorbild, doch ich verehre ihn sehr und liebe viele seiner Bücher. Lieblingsromane in dem Sinn habe ich nicht. Aber Michael Ende und Astrid Lindgren haben dafür gesorgt, dass ich bis heute das Erzählen von Geschichten, seien es böse, lustige oder einfach nur schöne Geschichten, liebe.

– Hauptkommissarin Elli Werner war auch die Protagonistin ihres Romans »Märchenblut«. Was macht Frau Werner zu einer solch »besonderen« Figur, dass sie gleich mehrere Romanauftritte verdient hat? Was schätzen Sie an ihr persönlich?

Elli Werner ist eine Frau mit Ecken und Kanten und entspricht nicht den attraktiven und sportlichen Fernsehkommissaren, die man sonst so in den meist amerikanischen Serien sehen kann. Sie verändert und entwickelt sich in den Büchern. Im ersten Buch zweifelt sie sehr an sich als Frau, hat sie doch ihren langjährigen Partner mit einer Kollegin im Bett erwischt. Aber im nächsten Buch hat sie dies hinter sich gelassen und kämpft gegen ihre Machtlosigkeit und ein Trauma an. Ich mag sie, weil sie es sich nicht leicht macht, denn sie möchte die Stimme derer sein, die Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sind und selbst nicht mehr sprechen können. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und wir alle wissen, dass diese Menschen es nie leicht haben, denn was ist schon gerecht?

– War es von Anfang an geplant, eine Elli-Werner-Reihe zu verfassen, oder ist dies der Resonanz auf den ersten Band zu verdanken?

Tatsächlich ist es so, dass das Debüt Märchenblut eine Art Experiment war, bei dem ich allerdings gemerkt habe, dass das genau mein Ding ist, Bücher zu schreiben. Nach der großartigen Resonanz musste es einfach weitergehen und ich muss auch gestehen, dass ich die Figuren so sehr ins Herz geschlossen habe, dass sie noch ein Weilchen weiterleben dürfen. :)

– Sollte man aus Speyer und der Umgebung stammen oder einen persönlichen Bezug zur Rhein-Neckar-Region haben, um größtmögliche Lesefreude an Ihren Romanen zu empfinden, oder sind ihre Bücher auch Lesern aus dem hohen Norden, der Uckermark und tiefen Alpentälern zu empfehlen?

Die Wahl für die Lokation der Krimis entstand tatsächlich in erster Linie aus Bequemlichkeit und weil ich die Ecke, in der ich lebe, sehr mag. In meinen Büchern ist die Handlung das Entscheidende und darum spielt es keine tragende Rolle, wo sie spielen. Jeder kann die Bücher lesen, gleichgültig aus welcher Region und welchem Land er stammt.

– Heutzutage gehen viele Autoren und Verlage großzügig mit dem Begriff des »Thrillers« um und bezeichnen auch einfachste Krimis bereits als Thriller, da die Schublade vermutlich mehr Zugkraft beim Leser hat. Was macht Ihre beiden Bücher zu »richtigen« Thrillern?

Also, das stimmt absolut und ich nehme mich da nicht aus, denn Märchenblut ist eine sehr blutige Mischung aus Krimi und Thriller. Ich war als blutiger Anfänger hin und hergerissen und war zu Anfang sehr unsicher, in welche Kategorie ich das Buch stecken soll. Die einen sagen: Hilfe ist das brutal und spannend, ich kann nachts nicht schlafen. Es gibt und gab aber auch Stimmen, denen das Buch nicht brutal genug ist, oder die der Meinung sind, dass es kein Thriller ist. Ich weiß, dass viele gerne eine genaue Eingrenzung wollen und die Verlage zielen ja auch auf die Käufergruppen mit der Wahl des Genres ab. In meinen Büchern ist Ermittlungsarbeit enthalten, aber da ich mich persönlich langweile, wenn nur ermittelt wird, gibt es in meinen Büchern eben auch den sogenannten Thrill. Ich schreibe aus Ermittlersicht, Tätersicht und Opfersicht. Sagt ihr mir, was es ist? Bei Stephen King steht, glaube ich, bei all seinen Büchern, Roman darauf … tja, ich würde sagen, meine Bücher sind spannende Romane, in denen es auch brutal zugehen kann.
Der SadWolf Verlag hat bei dem <DerTodessammler> genau das auch getan. Es ist ein Roman. Und wenn Märchenblut nun dieses Jahr auch dort verlegt wird, dann wird es ebenfalls diese Bezeichnung erhalten.

– Verstümmelte Frauenleichen, Psychopathen, brutale Morde - als Thrillerautorin müssen Sie sich nicht nur mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen, sondern auch noch neue Abgründe selbst erschaffen. Wie sorgen Sie dafür, dass sie sich wochen- oder gar monatelang mit solchem Stoff beschäftigen können, ohne dass er an Ihnen nagt? Kann man sich als Autorin so einfach von den Taten lösen, von denen man schreibt?

Seit ich mich mit solchem Stoff in meinen Büchern beschäftige, kann ich erst wieder ruhig schlafen. ;) Davor hat besonders mein Mann immer sehr gelitten, denn man mag es kaum glauben, aber ich bin ein sehr sensibler Mensch, dem die Welt Angst macht. Ich habe meinem Mann immer abends im Bett sämtliche Horrorgeschichten erzählt, die sich über die Jahre angestaut haben, sodass er nicht mehr schlafen konnte. Nun kanalisiere ich all das in meine Bücher hinein. Ich bin es los und mein Mann schläft auch wieder gut. In dem ich es aufschreibe, packe ich es weg. Was für mich sicher am Wichtigsten ist, ich habe die vermeintliche Kontrolle über das Böse in meinen Büchern.

– Wie kam es generell dazu, dass Sie im Thriller Genre gelandet sind? Was bedeutet Ihnen das Genre persönlich?

Das ist sicher dem Umstand geschuldet, dass bis heute nicht nachvollziehen kann, wie ein Mensch zum Monster werden kann. Ich persönlich kann keiner Fliege etwas zu leiden tun, aber es gibt genug Menschen, die kein Problem damit haben, anderen die Kehle durchzuschneiden, oder Schlimmeres. Ich versuche das Unglaubliche, Abscheuliche zu beschreiben und zu verstehen. Ich entschuldige es nicht, niemals. In meinen Büchern sind alle Taten nachvollziehbar, die Entwicklung, wie es dazu kommen konnte, wird aufgeklärt. Trotzdem, es sind Erklärungsversuche und können am Ende doch nicht den Schrecken und die Abartigkeit widerspiegeln, die solche Taten im wahren Leben bei mir und allen anderen Menschen auslösen.

– Was können wir von der Autorin Nadja Roth in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ich habe in der Tat so viele Projekte und Ideen, dass ich dringend jemand bräuchte, der mich Klonen kann.
Ich vollende gerade ein Projekt, welches ich für Midnight by Ullstein schreibe. Das ist das erste Buch, das ich schreibe, in dem keine brutalen Szenen enthalten sind. :) Das war sehr spannend für mich. Der Erscheinungstermin für das Buch ist im Juni dieses Jahr geplant. Anschließend werde ich einen Thriller schreiben, der diesmal ganz weit weg am Äquator spielen wird und danach nehme ich mir die dritte Elli vor. Lesungstermin gebe ich auf meiner Facebookseite bekannt. Die Leipziger Buchmesse schaffe ich aufgrund der vielen Arbeit dieses Jahr leider nicht, aber zur Frankfurter Buchmesse werde ich kommen, doch was genau geplant wird, auch mit den Verlagen kann ich noch nicht sagen. Auf meiner Facebookseite werde ich rechtzeitig bekanntgeben, wann man mich treffen kann. Auch auf meiner Homepage werden Neuerscheinungen rechtzeitig angekündigt.
Vielen Dank für die tollen Fragen und herzliche Grüße Nadja Roth

Das Team von Leserkanone.de dankt Nadja Roth für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Nadja Roth
Nadja Roth bei Twitter
Nadja Roth bei Facebook
»Der Todessammler« bei Leserkanone.de
»Der Todessammler« bei Amazon
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