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Maximilian Seese 20 Fans
Herkunft: Deutschland
Facebook: gg.seese
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Maximilian Seese vom 14.06.2018
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 14.06.2018
In seinem neuesten Roman erzählt Maximilian Seese von den »Tagen des Zorns«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über seinen Sonderermittler Gordon Grand und das über Entwickeln von Verbrechen.

– Herr Seese, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Tage des Zorns«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Womöglich« ist eine sehr schöne und optimistische Formulierung. Um an dieser Situation schnellstens etwas zu ändern, kann ich gerne etwas auf den Inhalt eingehen.

In einer abgelegenen Kleinstadt kommt es zu einer Reihe grauenhafter Ritualmorde, die die Expertise des erfahrenen Sonderermittlers Gordon Grand erfordern. Grand hat als »Eindringling« keinen leichten Stand in der Stadt, die unter ihrer idyllischen Oberfläche das eine oder andere dunkle Geheimnis zu verbergen hat, das mit den Morden, wie Grand bald herausfindet, unmittelbar in Verbindung steht. Während der Polizist fieberhaft nach dem Täter sucht, gerät die Stadt, getrieben von einer Welle aus Panik, immer weiter an den Rand der Selbstzerstörung, was einen gnadenlosen Wettkampf mit der Zeit nach sich zieht.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ganz spezielle Autoren fallen mir da gerade gar nicht ein. Der Grundtonus des Buches ist ein eher dunkler, daher sollte man nicht zu meinem Buch greifen, wenn man auf durchgehende Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung aus ist. Ich denke mal, dass Fans von Jean-Christophe Grangé ihren Spaß mit »Tage des Zorns« hätten.
Das wäre auch schon der erste meiner Lieblingsautoren, hauptsächlich durch sein vermutlich bekanntestes Werk, »Die purpurnen Flüsse«. Ansonsten lese ich mit sehr viel Freude die Thriller um Special Agent Pendergast des amerikanischen Autorenduos Preston&Child, auch Stephen King und Frank Schätzing haben es mir schon seit geraumer Zeit sehr angetan.

– Heutzutage gehen viele Autoren und Verlage großzügig mit dem Begriff des »Thrillers« um und bezeichnen auch einfachste Krimis bereits als Thriller, da die Schublade vermutlich mehr Zugkraft beim Leser hat. Was macht Ihren Thriller zu einem »richtigen« Thriller?

Ich bin da eher kleinkariert unterwegs. Wenn man mich auf meine »Krimis« anspricht, berichtige ich immer sofort, dass ich keine Krimis, sondern Thriller schreibe. Diese Genres haben zweifelsohne sehr viele Parallelen, aber sind doch grundverschieden aufgebaut. Bei einem Krimi steht immer das Verbrechen – meistens der Mord – und die Aufklärung dessen durch den Protagonisten im Mittelpunkt, anderes gibt es da nicht. Bei einem Thriller ist die Hauptfigur meist viel mehr als »nur« der Held der Geschichte. Er durchlebt persönlichere Konflikte und schwebt fast immer in unmittelbarer physischer Gefahr, Psychologie und Brutalität spielen eine größere Rolle. Die Spannung entsteht nicht durch das Verbrechen und die Ermittlungen, sie ist omnipräsent und zieht sich über nahezu jede Seite.
In »Tage des Zorns« geht es nicht nur um das Aufspüren eines Serienmörders, man versucht auch, zu verhindern, dass eine ganze Stadt sich durch Angst und Panik selbst zerstört. Es gibt weit mehr als nur den »Wer hat es getan« – Konfliktpunkt. Und das ist waschechtes Thrillermaterial.

– Was macht Chief Gordon Grand zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich?

Auf der einen Seite ist er der klassische Thriller-Held. Groß und stark, beherrscht, erfahren, der einsame Wolf, der alle Probleme zu bewältigen scheint. Doch gerade, wenn sich die Ereignisse wie in »Tage des Zorns« derart überschlagen, dass man den Überblick zu verlieren droht, zeigt sich, dass Grand vielleicht doch nicht dem »Alleskönner«-Ruf gerecht wird, dem seine Karriere ihm beschert hat. Er ist eine moralische Instanz, ein Kopf-Mensch, der seine Prinzipien und seinen Moralkodex über alles stellt und daran schon mehrfach schmerzlich gescheitert ist – doch nicht etwa lernt aus diesen schmerzlichen Erfahrungen und beim nächsten Mal tut, was ihm selbst gut tun würde, sondern sich immer wieder für den aus seiner Sicht moralisch richtigen Weg entscheidet. Und da ich ein Fan von konsequenten Handlungen bin (die trotz dessen nicht immer nachvollziehbar sein müssen), ist das etwas, das ich wohl am meisten an ihm schätze.

– War es von Anfang an geplant, Ihren Ermittler zum Protagonisten einer ganzen Reihe von Büchern werden zu lassen, oder ist dies der Resonanz auf seinen ersten Auftritt geschuldet? Sollte man zunächst »Was der Nebel verbirgt« gelesen haben, bevor man sich »Tage des Zorns« widmet?

Konzipiert war Gordon Grand durchaus als Hauptfigur einer ganzen Reihe von Romanen, insofern war es also schon geplant. Allerdings wäre die Veröffentlichung von »Tage des Zorns« niemals möglich gewesen, wenn »Was der Nebel verbirgt« nicht auf entsprechende Resonanz gestoßen wäre. Das eine ist also ganz klar vom anderen abhängig. Allerdings sind meine Bücher stets in sich geschlossen, sodass man das erste nicht vorm zweiten gelesen haben muss. Die wenigen wiederkehrenden Figuren werden ausreichend vorgestellt, und die Verknüpfungen zu den vorhergehenden Büchern halten sich so im Rahmen, dass Neuleser es schlicht überlesen, Grand-»Fans« sich jedoch über die Anspielungen freuen dürften.

– Ein in Serie mordender Schlächter, ein Ritualmord, Folter, brutale Experimente - als Thrillerautor mussten Sie sich nicht nur regelmäßig mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen, sondern auch selbst neue Abgründe erschaffen. Wie schafft man das? Muss man in einer speziellen Stimmung sein, um ein literarisches Verbrechen zu konstruieren, oder klappt dies auch bei fröhlicher Laune?

Nein, das geht in jeder Stimmung. Eigentlich bin ich dabei immer frohen Gemüts, weil das konstruieren von Plots und auch das schreiben Spaß macht – sonst würde ich das Ganze ja nicht tun. Natürlich ist es, hauptsächlich während der Recherche, ab und an ein wenig beklemmend, wenn man sich mit realen Gewaltverbrechen (beispielsweise Ritualmorden) beschäftigt und dann schwarz auf weiß sieht, wozu echte Menschen im echten Leben fähig sind. Doch auf die Beklemmung folgt stets Motivation, denn wie in so vielen Genres gibt es auch beim Thriller keine bessere Inspiration als das wahre Leben.

– Was hat dazu geführt, dass Sie ausgerechnet in diesem Genre Ihre Heimat gefunden haben? Was fasziniert Sie daran?

Auch als Leser üben Thriller den größten Reiz auf mich aus. Ich finde, die vielseitige Handlung dieses Genres ermöglicht einen tieferen Einblick in das Seelenleben der Figuren, da sie oftmals verschiedensten emotionalen Stresssituationen ausgesetzt sind und sie anhand ihrer Reaktionen und Entscheidungen sehr vielfältige Charakterzüge aufweisen. Außerdem lässt sich die vorhin schon angesprochene Konsequenz in einem Thriller am, na ja, konsequentesten ausleben.

– Was können wir von dem Autor Maximilian Seese in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Richtig feststehen tun die Termine noch nicht, allerdings bin ich regelmäßig sowohl bei der Leipziger als auch der Frankfurter Buchmesse vertreten. Lesungen wird es ebenfalls geben, an meiner alten Schule in Thüringen beispielsweise, doch auch hier stehen die handfesten Termine noch aus.
Erwarten kann man auf jeden Fall weitere Thriller. Aktuell schreibe ich an Buch drei, welches sich erstmals von Grand und aus England wegbewegen wird und in Deutschland angesiedelt ist. Aber davon wird man zu gegebener Zeit natürlich noch mehr hören!

Das Team von Leserkanone.de dankt Maximilian Seese für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Maximilian Seese bei Facebook
»Tage des Zorns« bei Leserkanone.de
»Tage des Zorns« bei Amazon
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