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A.C. Scharp 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von A.C. Scharp
Twitter: @acscharp
Facebook: scharp.ac
Interview: Leserkanone.de-Interview mit A.C. Scharp vom 13.01.2017
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 13.01.2017
In ihrem Roman »Gas und Galle« entführt A.C. Scharp ihre Leser in einen ungewöhnlichen kleinen Ort. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über ihren Roman, über das Schreiben humorvoller Bücher und über das Autorinnenleben.

– Frau Scharp, vor wenigen Wochen ist Ihr Roman »Gas und Galle« erschienen. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz davon genommen, könnten Sie Ihr Buch unseren Lesern deshalb kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Wie heißt es? Man muss sein eigenes Buch in einem Satz zusammenfassen können. Also versuchen wir es mal.
Im Kampf für eine gemeinsame Sache verlieren die Dorfbewohner das Wesentliche aus den Augen.
Doch zu knapp? ;-)
In dem fiktiven Ort Muckeringen nehmen die Einwohner den Kampf gegen ein geplantes Biogasprojekt auf. Allerdings sind sie viel zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Der Protest rückt gänzlich in den Hintergrund und dient schließlich nur noch als Kulisse für ihre Streitigkeiten.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Aus der Neuzeit? John Niven finde ich ganz phantastisch. Kürzlich habe ich das Erstlingswerk Jägerschnitzel von Carsten Bloch gelesen. Das hat mich sehr amüsiert.
Tana French ist eine großartige Schriftstellerin. Sie schreibt, als würde sie Bilder malen. Ganz großes Kino.
Ich habe mich nie fest an ein Genre gebunden , sondern alles gelesen, was mir unterkam. Da ist es schwer, unter tausenden Bücher auszuwählen. Irgendeinem tut man damit immer Unrecht.
Ich liebe Agatha Christie. Ihre Fähigkeit, einen Fall und die dazugehörige Auflösung zu konstruieren, ist in meinen Augen unerreicht. John Irving, seine Bücher liest man auch gerne mehrmals. Tom Sharpe, der Meister des schwarzen Humors, nicht zu vergessen. Ich könnte hier noch seitenweise weiterschreiben.
Es gibt allerdings Bücher, die einen ein Leben lang begleiten. Dazu gehört bei mir auf jeden Fall Wer die Nachtigall stört von Harper Lee. Die Botschaft ist zeitlos, der Stil alterslos. Ohne dieses Buch hätte mir im Leben etwas gefehlt.
Ich glaube, Schreibstil ist etwas, was sich entwickelt und die Summe einer Persönlichkeit ausmacht. Das würde ich nicht zwangsläufig mit anderen Autoren verbinden.

– Was macht Muckeringen zu einem solch besonderen Ort und seine Einwohner zu solche speziellen Charakteren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie selbst an den Muckeringern - und was sind deren größte Schwächen?

Ich verbringe in meinem Kopf viel Zeit mit meinen Figuren. In Muckeringen war ich als 18. Einwohner unterwegs, ich kenne alle ganz genau. Trotzdem wäre es kein Ort, an dem ich in der Realität gerne leben wollte. Dafür sind die einzelnen Charaktere zu überspitzt, Klischees habe ich ganz bewusst dick aufgetragen. Das macht sie für den Leser gerade deswegen unterhaltsam. Jeder wird in einem Muckeringer jemanden wiederfinden, den er selber kennt. Solche Aha-Effekte binden einen Leser enger an eine Geschichte.
Meine persönliche Favoritin ist Sabine Kozarek. Sie hat die Courage, aber auch die nötige Ruhe, alles zu bewältigen, was sich ihr in den Weg stellt.

– Geht es Ihnen in Ihrem Buch ausschließlich darum, die Leser zu unterhalten, oder versuchen Sie auch spezielle (gesellschaftliche) Missstände offenzulegen oder durch den Kakao zu ziehen?

Ich finde, die Hauptaufgabe eines Schriftstellers sollte sein, den Leser zu unterhalten. Wenn man darin ebenfalls noch eine Botschaft verpacken kann, umso besser. Unterschiede gibt es darin, wie man das macht.
Ich liebe es, ganz normale Alltagssituationen ad absurdum zu führen. Menschen führen sich manchmal sehr verrückt auch, vor allen Dingen, wenn sie in Gruppen auftreten. Das entwickelt eine ganz eigene Dynamik. Meistens geht es nachher doch nur darum, die eigene Eitelkeit zu befriedigen.
Es macht Spaß, das gefahrlos aus der Perspektive eines Schriftstellers zu betrachten. Ich habe mich dafür entschieden, das humorvoll zu tun.

– Ist es generell nicht sehr schwierig, einen Roman zu schreiben, der gezielt humorvoll klingen soll? Immerhin bedeutet dies, beim Schreiben auf Knopfdruck originell zu sein - ganz unabhängig davon, wie man sich eigentlich gerade fühlt. Wie schaffen Sie es, sich während eines wochen- oder monatelangen Schreibprozesses dafür immer in der richtigen Stimmung zu halten?

Humor ist ein kompliziertes Handwerk, wie die Schauspielerei auch. Aber gute Schauspieler schaffen es ebenfalls, ihre Rollen glaubhaft zu verkörpern, auch wenn es ihnen mal nicht so gut geht. Ein Schriftsteller sollte das auch können.
Da kommt das Handwerk wieder ins Spiel. Es gibt Mechanismen, wie Humor funktioniert. Das ist erst mal beruhigend, denn es bedeutet, Humor kann man lernen. Manche haben ein angeborenes Talent dafür, andere müssen sich das härter erarbeiten. Und man sollte die Fähigkeit haben, über sich selber lachen zu können. Das erleichtert einem das Schreiben ungemein.
Ansonsten kann ich nur den Tipp geben, konsequent bleiben und sich jeden Tag hinsetzen, wenn es auch nur eine paar Zeilen sind. Irgendwann setzt dann ein Automatismus ein und es läuft.

– Während die Verkaufslisten vor Liebesromanen, Erotikromanen und Krimis geradezu überquellen, werden humoristische und satirische Romane eher selten zu Verkaufsschlagern. Dabei gibt es niemanden, der nicht gerne lacht - was glauben Sie, warum es lustige Bücher so schwer haben?

Etwas zu lesen, was einem nicht alltäglich passiert, ist sicherlich wesentlich aufregender.
Jeder sucht wahrscheinlich nach der großen Liebe, zumindest in seiner Jugend. Daher verschlingt man Bücher darüber, wie anderen Menschen das gelungen ist, da es einem Hoffnung gibt. Bei Erotik funktioniert das wahrscheinlich ähnlich.
Krimis und Thriller vermitteln einem ein wohliges Gruseln. Gräueltaten haben Menschen schon immer fasziniert, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Aus sicherer Entfernung über Dinge zu lesen, die im eigenen Leben vermeintlich nie auftauchen werden, das ist spannend.
Lachen können die meisten Menschen jeden Tag, sei es auch nur über Kleinigkeiten. Darüber wollen sie dann nicht auch noch lesen. Was könnten sie da schon Neues erwarten?

– Nun sind seit dem Erscheinen ihres Buches schon zwei Monate vergangen. Fühlt sich das Autorinnenleben so an, wie Sie sich das anfangs vorgestellt hatten? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen? Haben Sie seit Ihrer Veröffentlichung Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und/oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder Ihnen mitteilen möchten?

Ich fühle mich noch genauso wie vorher. Natürlich bin ich stolz auf mich, das finde ich aber natürlich.
Mein Tagesablauf hat sich ein wenig geändert. Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, gehe ich erst einmal in mein Arbeitszimmer und arbeite an meinem Tagespensum. Ich habe eine Zeitlang versucht, dafür morgens früher aufzustehen. Damit bin ich aber kläglich gescheitert.
Der deutschsprachige Buchmarkt funktioniert aus meiner Sicht gut. Ich finde es faszinierend, dass heutzutage jeder in der Lage ist, ein Buch zu veröffentlichen. Natürlich ist die Gefahr dann auch größer, in der Masse unterzugehen.
Speziell von den Lesern würde ich mir wünschen, die Augen auch nach links und rechts von ihrem Lieblingsgenre und favorisierten Autoren schweifen zu lassen. Vielleicht findet sich da noch die ein oder andere Perle.

– Was können wir von der Autorin A.C. Scharp in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Anfang Mai 2017 wird mein zweiter Roman erscheinen. Diesmal habe ich die noch etwas zahme Schiene verlassen und versucht, zwei Gegensätze zu vereinen – bereits oben angesprochene Gräueltaten und Humor. Ob mir das gelungen ist, wird der Leser beurteilen. Auf jeden Fall wird es ziemlich abgefahren, so viel kann ich schon versprechen.
Das dritte Projekt steht auch bereits in den Startlöchern. Die Grundidee habe ich, aber der Plot ist noch nicht komplett. Mit dieser Erstschrift werde ich voraussichtlich ein noch ziemlich neues Feld betreten. Ich möchte diesen Roman gerne live mit ausgewählten Lesern schreiben. Wie das genau vonstatten geht, steht allerdings noch nicht fest.

Das Team von Leserkanone.de dankt A.C. Scharp für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von A.C. Scharp
A.C. Scharp bei Twitter
A.C. Scharp bei Facebook
»Gas und Galle« bei Leserkanone.de
»Gas und Galle« bei Amazon
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