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Heidi Rehn 74 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Heidi Rehn
Facebook: HeidiRehnAutorin
Instagram: heidi_rehn
Interview: Leserkanonen-Mini-Interview mit Heidi Rehn vom 16.11.2021
Tags: Vier Verlinkungen in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanonen-Mini-Interview vom 16.11.2021
In ihrem historischen Kriminalroman »Die letzte Schuld« schildert Heidi Rehn den zweiten Fall, mit dem der Mordermittler Emil Graf und die Fotoreporterin Billa Löwenfeld konfrontiert werden. In einem Mini-Interview beantwortete uns die Autorin die wichtigsten Fragen zum neuen Buch.

Frau Rehn, dieser Tage ist im Aufbau Taschenbuch Verlag Ihr neues Buch »Die letzte Schuld« erschienen. Was erwartet Ihre Leser darin, womit bekommen es Ihr Mordermittler Emil Graf und Fotoreporterin Billa Löwenfeld dieses Mal zu tun?

Am nördlichen Stadtrand Münchens wird kurz vor Ostern 1946 eine weibliche Leiche gefunden. Erdrosselt. Die Fotoreporterin Billa Löwenfeld, die gerade in einer ehemaligen »Reichskleinsiedlung« zur Entnazifizierung recherchiert, macht dort den ehemaligen Blockwart ausfindig, der gestehen muss, dass seine Frau seit Tagen verschwunden ist. Und Emil Graf stößt rasch auf Spuren, die ins Haus der Kunst führen, Hitlers früheren »Tempel deutscher Kunst«...

Warum sollte am besten jeder Fan historischer Kriminalromane Ihr Buch so schnell wie möglich lesen, selbst wenn er »Das doppelte Gesicht« noch nicht kennt?

Es gibt nicht viele Krimis aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, vor Gründung der Bundesrepublik. Vor dem Hintergrund wird der Mordfall die spannende Frage auf, wie man generell mit Schuld umgeht, wie man damit lebt ob man überhaupt damit leben kann -, schlimme Dinge getan oder richtige Dinge nicht getan zu haben. Und warum es Leute gibt, die anscheinend immer auf der Gewinnerseite stehen, während andere immer auf der Verliererseite landen, egal, wie sehr sie sich anstrengen. Damals, kurz nach Kriegsende, war das ein großes Thema, aber eigentlich ist es das bis heute geblieben, in vielerlei Hinsicht.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, »Die letzte Schuld« zu verfassen, was waren Ihre Inspirationen?

Das Ganze ist ja eine Serie, wenn auch mit jeweils in sich abgeschlossenen, eigenständigen Einzelbänden, die jeweils ein typisches Thema für die Jahre 1945 bis 1949 behandeln. In »Das doppelte Gesicht« geht es um die Kriegsheimkehrer, hier um die Entnazifizierung, in den nächsten Bänden wird es so weiter gehen bis zur Gründung der Bundesrepublik.
Bei der Recherche für meinen Kaufhausroman »Das Haus der schönen Dinge« über eine jüdische Warenhausdynastie fiel mir auf, dass die Zeit 1945 bis 1949 ein relativ schwarzes Loch sowohl in der Fach- als auch in der Unterhaltungsliteratur ist. Dabei sind da so viele, bis heute grundlegende Dinge geschehen. Außerdem finde ich die Frage interessant, wie die Menschen direkt nach Kriegsende mit dem eben Erlebten umgegangen sind auf Täter- wie auf Opferseite. Dazu habe ich viele Zeitzeugenberichte gelesen und festgestellt, dass beide Seiten für Jahrzehnte geschwiegen haben, natürlich aus völlig unterschiedlichen Gründen, aber leider mit demselben Effekt: Das, was im Dritten Reich geschah, konnte von den Tätern allzu leicht verharmlost, verdrängt werden, wurde deshalb nie richtig aufgeklärt, oft bis heute nicht. Dabei ist es so wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, um zu verhindern, dass etwas Ähnliches noch einmal geschieht. Mit einem Krimi kann man es in eine spannende Handlung verpacken und zugleich auch die wichtigen Fragen nach Schuld, Verantwortung, Gewissen stellen.

Das Finale unseres Mini-Interviews soll ein kleines Assozationsspielchen bilden. Was fällt Ihnen ad hoc zu den folgenden Schlagworten ein?

Emil Graf: von den Kriegsereignissen früh aus der Bahn geworfen, mit hohen moralischen Ansprüchen, der Billas Unterstützung braucht, um einen gesunden Pragmatismus für seine Zukunft zu entwickeln
Billa Löwenfeld: eine junge Münchnerin mit großem Heimweh nach dem Zuhause, das ihr grausam genommen wurde, das sie sich aber unbedingt zurückerobern will
Das Nachkriegs-München: chaotisch, zerstört, aber auch schon wieder mit den ersten Lichtblicken auf eine hoffentlich bessere Zukunft
Krimis im historischen Ambiente: interessant, aufwühlend, spannend, lehrreich
Ein Fall für Emil Graf, Band 3: Schwarzmarkt und Schwarzmarktgeschäfte sowie die damit verbundenen Vorurteile, die leider nie aus der Welt zu schaffen sind

Das Team von Leserkanone.de dankt Heidi Rehn für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Heidi Rehn
Heidi Rehn bei Facebook
Heidi Rehn bei Instagram
»Emil Graf 2 - Die letzte Schuld« bei Leserkanone.de
»Emil Graf 2 - Die letzte Schuld« bei Amazon
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