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Anja Schenk

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Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Anja Schenk
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Instagram: buchstaben_liebe
Interview: Leserkanonen-Interview mit Anja Schenk vom 14.09.2016
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 14.09.2016
Nachdem sie zuvor als Autorin von Kinderbüchern in Erscheinung getreten war, ging Autorin Anja Schenk mit ihrer Kurzgeschichte »Herbstzeilen« einen ganz neuen Weg und widmete sich dem dunkelsten Kapitel der deutschen Vergangenheit. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über die Geschichte, über den Holocaust und über ihre Kinderbücher.

– Frau Schenk, dieser Tage ist mit »Herbstzeilen« eine neue Kurzgeschichte aus Ihrer Feder erschienen. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz davon genommen, könnten Sie Ihre Geschichte unseren Lesern deshalb kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Herbstzeilen« ist die Geschichte von Elisabeth, die auf ein langes Leben zurückblickt. Eines Tages hält sie verwundert einen Brief in den Händen, in dem sie als Heldin bezeichnet wird. Dieser Brief reißt alte Wunden auf und erinnert Elisabeth an eine schmerzhafte Zeit am Ende des Zweiten Weltkrieges. An ihr eigenes Schicksal, an dem sie damals beinahe zerbrach. Es geht um Zivilcourage und unerschütterlichen Mut.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihre Geschichte ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder?
Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich empfehle meine Geschichte Lesern, die gern über starke Frauen, über Heldentaten, Mut und Schicksale in schweren Zeiten lesen. Mit dem Begriff Vorbild bin ich vorsichtig. Ich glaube, man sollte nicht versuchen, jemandem nachzueifern. Ich möchte mein eigenes Ding machen und meine eigenen Ideen verwirklichen. Es gibt aber jede Menge Schriftsteller, die ich bewundere. Sie alle aufzuzählen, würde zu weit führen. In meinen Bücherregalen finden sich ganz unterschiedliche Buchschätze. Historisches, Berührendes, Kriminelles, Lustiges, Regionales, Bücher, die mich zum Weinen bringen. Klassiker genauso wie weniger Bekanntes. Neben den »üblichen Verdächtigen großer Verlage« lese ich gerne auch Bücher von Selfpublishern.

– Wie kam es dazu, dass Sie sich ausgerechnet dem Thema Holocaust gewidmet haben? Und wie passt eine solch schwere Thematik zu einer Autorin, die ansonsten eigentlich Kinderbücher schreibt?

Es passt gar nicht zusammen. Und das muss es auch nicht. Ich mag Vielfältigkeit beim Schreiben, was nicht bedeutet, dass ich mich zwingend an jedem Genre ausprobiere. Aber mein letzter Genrewechsel war das sicher nicht. Wie es zu dem Thema in meiner Geschichte kam, versuche ich mal so zu erklären. Menschliche Schicksale zu Kriegszeiten, egal ob damals oder heute, haben mich schon immer beschäftigt und aufgewühlt. Insbesondere das, was Kinder in diesem Zusammenhang erleben mussten und müssen, macht mich fassungslos. Das Thema fand also eher zu mir als umgekehrt. Es ist zu spüren, dass viele Meinungen inzwischen dahin gehen, so Schreckliches wie die Vergangenheit um den Holocaust doch bitte endlich ruhen zu lassen. Man könne ja sowieso nichts mehr daran ändern und solle lieber in die Zukunft blicken und außerdem sei ja schon sehr viel darüber geschrieben und gezeigt worden. Ich bin da anderer Meinung. So etwas darf nicht in Verdrängung geraten. Und ich bin sicher, dass es viele Menschen wie Elisabeth gibt, die eine solch heldenhafte Vergangenheit in sich tragen, diese aber nie thematisiert haben. Sie verdienen Anerkennung und Respekt. Ihnen und allen anderen Helden, die Zivilcourage zeigen oder bewiesen haben, drücke ich mit meiner kleinen Geschichte meine Bewunderung aus.

– Da wir Ihre Kinderbücher bereits angesprochen haben: Was erwartet kleine Leser und große Vorleser in Ihren Büchern wie »Hexinella Besenstiel« und »A wie Angsthasenzahn bis Z wie Zahnpiraten«?

Hexinella ist ein Hexenmädchen. Das Besondere an ihr ist, sie kann gar nicht zaubern und hexen. Sie hat sich nie dafür interessiert. Außerdem ist sie eher schüchtern. Keine guten Voraussetzungen für eine richtige Hexe. Doch das soll sich bald ändern, denn Hexinella wird allmählich neugierig auf die Zauberei, zumal ihr Nachbar, der freche Rabe sie immer wieder anspornt, endlich die große Hexenkunst zu erlernen und zur Hexenschule zu gehen. Also übt Hexinella, doch anfangs geht da einiges schief und die ersten Zauberversuche enden in einem turbulenten Chaos. In »A wie Angsthasenzahn bis Z wie Zahnpiraten« gibt es acht verschiedene Geschichten zum Thema Zähne und Zahnpflege für Mädchen und Jungen ab 4 Jahren. Es ist für jeden etwas dabei, ein Piratenabenteuer, ein zahnschmerzgeplagter Löwe, eine Elfengeschichte, eine gefährliche Bande, eine Gutenacht-Geschichte über einen kleinen Wackelzahn auf Weltreise und Geschichten aus dem ganz normalen Familienalltag. Ein Mix aus fantasievollen und realistischen Geschichten, mit denen ich viele Kinder erreichen möchte. In jeder Geschichte wird ein bestimmter Themenbereich angesprochen, wie der Zahnarztbesuch, die richtige Zahnputztechnik, die Wichtigkeit der Zahnpflege, das Thema Süßigkeiten und Fruchtzucker, Wissenswertes über die Zähne von Tieren oder was bei einem Zahnunfall passieren kann.

– Worauf legen Sie bei Ihren Kinderbüchern besonderen Wert? Geht es darin ausschließlich darum, junge Leser zu unterhalten, oder haben die Veröffentlichungen auch einen bildenden oder ratgebenden Anspruch?

Ich versuche, das eine mit dem anderen zu verbinden. In erster Linie sollen meine Kinderbücher unterhalten, Freude machen und die Fantasie anregen, sowohl den Kindern als auch den Vorlesern. Mir ist aber auch wichtig, dass meine kleinen Leser bestimmte Vorgänge oder Verhaltensweisen in den Geschichten wiedererkennen und so ein realer Bezug erfasst werden kann. Ohne erhobenen Zeigefinger. Hinter »Hexinella Besenstiel« steht der Gedanke, dass man sich anstrengen muss, um ein Ziel zu erreichen, dass man nicht aufgeben sollte, auch wenn es manchmal schwerfällt oder wenn etwas nicht gleich beim ersten Versuch gelingt. Die Belohnung am Ende ist die große Freude und der Stolz, etwas geschafft zu haben. Mit »A wie Angsthasenzahn bis Z wie Zahnpiraten« wird auf unterhaltsame Weise die Botschaft der Wichtigkeit der Zähne und der Zahnpflege übermittelt. Viele Eltern kennen schwierige Phasen mit dem Nachwuchs, wenn es um Zähneputzen und Zahnpflege geht. Als Mutter von zwei Kindern ging mir das nicht anders. Mein Buch soll eine begleitende, interessante Lektüre zu diesem Thema sein und das positive Feedback vieler Mütter und Väter zeigt mir, dass mir das mit meinen Geschichten gelungen ist.

– Eigentlich sind Sie Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft und kommen aus der Immobilienbranche. Wie kam es dann dazu, dass Sie in der Buchwelt gelandet sind - und dann auch noch ausgerechnet als Autorin von Kinderbüchern?

Bücher haben schon in meiner Kindheit einen besonderen Zauber auf mich ausgeübt. Ich habe immer viel gelesen und auch ein bisschen vor mich hin geschrieben, mir Geschichten ausgedacht und daraus kleine Büchlein gestaltet. Nichts Großes, einfach nur so für mich. Ich denke, das waren die Grundbausteine für meine spätere Schreibleidenschaft. Beruflich hatte es mich in eine andere Richtung verschlagen und mein Beruf hat mir immer Spaß gemacht und mich ausgefüllt. Viele Autoren haben ja einen »normalen« Beruf, um für den Lebensunterhalt sorgen zu können. Mir geht es da nicht anders. Vom Schreiben allein kann man, gerade am Anfang, kaum oder gar nicht leben. Die Schreibleidenschaft lag also ziemlich lange auf Eis und packte mich vor etwa 5 Jahren aufs Neue. Ich begann, meine erste Kindergeschichte zu schreiben. Ein abenteuerliches Märchen, das bislang unveröffentlicht ist, sozusagen mein »Baby«. Danach konnte und wollte ich nicht mehr aufhören zu schreiben. Die Ideen sprudelten nur so. Und meine Geschichten wachsen mit. Es gibt da neben unveröffentlichten Geschichten für ganz kleine Leute auch schon eine spannende Familien-Urlaubs-Geschichte für das Lesealter ab 8 Jahren, von der ich mir wünsche, dass sie bald veröffentlicht wird.

– Der Bereich der Kinderbücher erscheint von außen betrachtet als eine etwas undankbare Welt, denn abgesehen von einigen wenigen dauerhaft erfolgreichen Autorinnen wird das Genre häufig von den Veröffentlichungen von Schauspielerinnen oder anderen Frauen aus der Medienbranche dominiert, die entweder nebenher auf die Schnelle ein Buch geschrieben oder einem Projekt lediglich Ihren Namen geliehen haben. Haben Sie auch diesen Eindruck, und ist er aus Autorinnensicht nicht sehr frustrierend?

Mitunter schon. Der Buchmarkt ist hart umkämpft, als Neuling hat man es sehr schwer, Fuß zu fassen. Und ich zweifle oft an mir, glücklicherweise halten mich solche Zweifel aber nicht vom Schreiben ab. Niemand wartet ausgerechnet auf ein neues Buch von dir, außer deine Familie, Freunde und Bekannte vielleicht. Es gibt so viele Neuerscheinungen auf dem Markt, da ist es nicht leicht, mit den eigenen Texten aus der Masse herauszustechen. Ich freue mich aber für jeden, der das schafft. Und manchmal gelingt dieses Wunder ja auch unbekannten Autoren.

– Inzwischen sind seit dem Erscheinen Ihres ersten Buchs nun schon einige Jahre vergangen. Fühlt sich das Autorinnenleben so an, wie Sie sich das anfangs vorgestellt hatten? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen? Haben Sie seit Ihrer ersten Veröffentlichung Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und/oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder Ihnen mitteilen möchten?

Als ich mit dem Schreiben begann, hatte ich vom Autorinnenleben gar keine Vorstellung. Ich schrieb einfach nur. Bis ich mich dazu entschloss, eine Geschichte zu veröffentlichen, verging einige Zeit. Ich versuche mit meinen Erwartungen immer realistisch und bodenständig zu bleiben, denn Enttäuschungen bleiben leider ohnehin nicht aus. Oft sind es erschwerte Bedingungen, unter denen ich schreibe. Berufstätige Mamas wissen, was ich meine. Da stapelt sich dann auch schon mal die Wäsche oder das Geschirr. Ich erfülle also wie viele andere auch nicht unbedingt die romantische Vorstellung von einer Autorin, die in aller Ruhe und voller Inspiration den lieben langen Tag von der Muse geküsst schreiben kann. Was ich mir wünsche, ist mehr Anerkennung und bessere Bedingungen für Bücher aus Kleinstverlagen oder für Selfpublisher, Chancen für außergewöhnliche, neue Ideen. Es schleicht sich doch oft der Eindruck ein, nur wer massentaugliche, gewinnbringende Ware nach den Vorgaben großer Verlage produziert, kann Erfolg haben. Eine solche Entwicklung finde ich schade, denn es gibt so viele Leser, die offen sind für Individuelles, das sich abhebt von der Masse. Von meinen Lesern wünsche ich mir Feedback, auf persönlichem Wege oder als Rezension, denn das ist wichtig, um sich verbessern und an sich arbeiten zu können. Auch den Austausch mit anderen Autoren finde ich sehr wichtig und hilfreich.

– Was können wir von der Autorin Anja Schenk in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Da gibt es einige neue Geschichten von mir, die sehnlichst auf eine Veröffentlichung warten. Ich veranstalte regelmäßig Buchlesungen in meiner Region in und um Dresden, demnächst am 02.10.16 in der wunderschönen Buchhandlung Findus in Tharandt mit »A wie Angsthasenzahn bis Z wie Zahnpiraten«. Außerdem lese ich hin und wieder in KITAS oder Schulen oder bin auf Märkten und Festen mit meinen Büchern anzutreffen. Die aktuellen Termine findet man auf meiner Website: www.kinderbuch-schenk.de. Auf der Buchmesse Leipzig bin ich meist privat unterwegs, freue mich aber immer sehr, dort meinen Lesern oder anderen Autoren zu begegnen.

Das Team von Leserkanone.de dankt Anja Schenk für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Anja Schenk
Anja Schenk bei Facebook
»Herbstzeilen - Eine kleine Erzählung über eine große Heldin« bei Leserkanone.de
»Herbstzeilen - Eine kleine Erzählung über eine große Heldin« bei Amazon
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