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Mario Lima 5 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Mario Lima
Facebook: MarioLima.Autor
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Mario Lima vom 02.10.2016
  Leserkanone.de-Interview mit Mario Lima vom 04.09.2019
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 04.09.2019
Im neuesten Werk von Mario Lima geht der »Tod in Porto« um. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über den Roman, über das Krimiland Portugal und über die Unterwelt von Porto.

– Herr Lima, fast drei Jahre sind vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Gespräch begrüßen konnten. Was hat sich in der Zwischenzeit im Autorenleben des Mario Lima getan?

Mein erster Roman um Inspektor Fonseca und die Mordkommission Porto, »Barco Negro«, ist von den Lesern sehr gut aufgenommen worden und hat auch viele gute Kritiken erhalten. Dadurch haben sich neue Möglichkeiten ergeben und die Reihe erscheint jetzt bei Heyne, Random House, was mich sehr freut.
Auch in Portugal selbst gibt es erste Aufmerksamkeit. Portugiesen, die Deutsch sprechen, schauen sich natürlich auch mal an, was wir Pseudonym-Autoren da eigentlich über ihr Land schreiben. »Barco Negro« war sogar schon Gegenstand akademischer Betrachtung und ich kann stolz vermelden, dass »Lima, Mario« inzwischen einen Eintrag im Autorenverzeichnis des Literaturwissenschaftlichen Instituts der Universität Porto hat. Die ersten Übersetzungsproben lesen sich ganz hervorragend und ich bin gespannt, was sich daraus entwickelt.

– Nun ist mit »Tod in Porto« ein neuer Roman aus Ihrer Feder erschienen. Was erwartet Ihre Leser in dem Buch?

Chefinspektor Fonseca und sein Team – natürlich sind auch Ana Cristina und Rui Pinto wieder dabei – bekommen es bei diesem Fall mit äußerst gefährlichen Gegenspielern zu tun. Ein Brasilianer, der seit Jahren in Porto gelebt hat, wird morgens um vier vor einer Diskothek erschossen, aus einem vorbeifahrenden Wagen heraus, und von diesem Moment an hat die Mordkommission keine ruhige Minute mehr. Der Fall nimmt immer neue Wendungen und es geht tief hinein in einen Albtraum aus Verbrechen und Korruption, der sich aus Brasilien nach Portugal ausgeweitet hat. Auch für die Ermittler selbst wird die Gefahr dabei real und gegenwärtig.
Wenn ich die ersten Rezensionen zitieren darf, erwartet die Leser ein »spannender, temporeicher« Kriminalroman mit einem »sympathischen Ermittlerteam« und einem »überraschenden Ende«, das »vollkommen überzeugt«. Auch der »trockene Humor« ist nicht unbemerkt geblieben, und dass man beim Lesen auch noch einiges Interessante über Portugal und Brasilien und das Verhältnis der beiden Länder erfährt.

– Da auch dieses Werk Ihren Chefinspektor Fonseca in den Mittelpunkt rückt: Haben Sie die Figur in den vergangenen Jahren weiterentwickelt?

Als gestandener Chefinspektor und Leiter des Teams ist Fonseca selbst eher die Ankerfigur und noch derselbe wie im ersten Band. Die größte Entwicklung hat zweifellos Ana Cristina durchlaufen, die in »Barco Negro« noch Praktikantin war und jetzt als vollwertige Inspektorin ins Team integriert ist. Sie ist selbstbewusster geworden und dazu hat sie auch allen Grund, denn sie macht ihre Sache schon wirklich gut.

– Die meisten Leser denken bei einem Portugal-Krimi vermutlich an eine sommerliche Atmosphäre und ein eher gemächliches Ermitteln im Cosy-Crime-Stil. Bei Ihnen gibt es jedoch mehrere Morde und abgeschnittene Ohren und Zungen. Inwieweit brechen Sie mit Ihrem Buch mit dem Klischeebild des Portugal-Krimis?

»Portugal-Krimi« heißt ja eigentlich nur, dass die Story in Portugal spielt, und auch die anderen Autoren haben recht unterschiedliche Herangehensweisen. Wovon mein Ansatz sich allerdings deutlich abhebt, ist der sogenannte »Urlaubskrimi«, bei dem es in erster Linie um Wohlfühl-Atmosphäre geht und der Kriminalfall im Hintergrund bleibt.
Ein Inspektor-Fonseca-Roman ist ein »richtiger« Kriminalroman, der in Portugal spielt. Der Fall und die Ermittlung haben klaren Vorrang, und »cosy« geht es dabei nicht immer zu, das ist richtig. Das soll natürlich nicht heißen, dass nicht auch die schönen Seiten des Landes vorkommen, in »Tod in Porto« z.B. die wunderbaren Strandcafés am Atlantik, die Palmenallee an der Douro-Mündung oder die pittoreske Altstadt. Und es spricht auch überhaupt nichts dagegen, das Buch im Urlaub zu lesen.

– Inwiefern entsprechen die im Buch beschriebenen Zustände – etwa die »brasilianische Unterwelt Portos« – den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort?

Die »brasilianische Unterwelt« ist ein Schlagwort aus dem Klappentext und insofern natürlich stark verkürzend. Im Roman selbst werden die kriminellen Verbindungen zwischen den Ländern um einiges differenzierter und realistischer dargestellt.
Portugal und Brasilien verbindet eine 500jährige gemeinsame Geschichte, und die Brasilianer stellen die größte Gruppe Ausländer, die in Portugal lebt. Sie sind hier bestens integriert und man trifft sie in allen Berufen an. Dass ein Gerichtsmediziner Brasilianer ist, wie im Buch, wäre absolut nichts Ungewöhnliches.
Bei allen Gemeinsamkeiten ist der heutige Kontrast zwischen den Ländern allerdings extrem. Portugal gehört zu den friedlichsten und sichersten Ländern der Erde, Brasilien dagegen, mit 60 000 Morden pro Jahr, zu den gewalttätigsten und unsichersten. Das organisierte Verbrechen eines solchen Riesenlandes findet natürlich seine Wege und nutzt die alten Verbindungen auch für Drogen-, Waffen- und Menschenhandel und alle Arten von Geldwäsche und Korruption. Als Mitgliedsland der EU ist Portugal zum Beispiel ein willkommenes Einfallstor in den Schengen-Raum.
Die Romanhandlung setzt nun an dem Punkt ein, an dem dieser kriminelle »Normalbetrieb« durch einen Mord gestört wird. Die Krise eskaliert dann sofort weiter, und die schöne Stadt Porto bekommt unliebsamen Besuch aus einer ganz anderen, brutaleren Welt. Für Fonseca und seine Leute geht es darum, eine Bedrohung abzuwenden, wie sie sie noch nicht erlebt haben, und es wird verdammt knapp.

– Welche Recherchen und anderen Aufwendungen stecken in einem Buch wie »Tod in Porto«?

Eine Menge, wie auch schon in »Barco Negro«. Meine grundlegende »Spielregel« ist die, dass Mario Lima tatsächlich ein portugiesischer Autor sein könnte, der seine Romanwelt »von innen heraus« schildert. Daher lege ich großen Wert auf Authentiziät. Auch im Detail soll möglichst alles stimmen.
Und da freut es mich natürlich besonders, wenn mir portugiesische Leser bestätigen, dass ich ihr Land und seine Leute gut getroffen habe. In dem oben erwähnten Essay über »Barco Negro« stehen Sätze wie: »Bei der Beschreibung des Lokalkolorits sowie der Personen zeigt sich eine Kenntnis landestypischer Eigenheiten, die nur jemand haben kann, der mit der portugiesischen Kultur wirklich vertraut ist.« Oder: »Die Darstellung der Charaktere ist von so überzeugender psychologischer Dichte, dass ihr Verhalten auch für portugiesische und Portuenser Leser plausibel wirkt.« Ich hoffe sehr, dass sie es dann auch in Übersetzung zu lesen bekommen.

– Nachdem Sie »Barco Negro« noch in Eigenregie veröffentlicht hatten, sind Sie mit Ihrem neuen Buch beim Heyne Verlag gelandet. Wie kam es dazu?

»Barco Negro« hatte eine gewisse Sichtbarkeit am Markt erreicht und der Portugal-Krimi war gerade im Kommen. Der Cheflektor von Heyne hat mich dann kontaktiert und ich habe Leseprobe und Exposé meines neuen Fonseca-Romans eingereicht. Zu Ende schreiben konnte ich das Buch dann schon mit Verlagsvertrag.

– Was können wir von dem Autor Mario Lima in der nächsten Zukunft erwarten? Wird es mit Inspektor Fonseca weitergehen?

Ja, Fonseca Nr. 3 ist in Arbeit. Dabei geht es hinein in die verwinkelten Gassen des ältesten Altstadtviertels von Porto, und die Mordermittlung »auf portugiesische Art« hält wieder einige Überraschungen bereit.
Até amanhã! Bis dann,

Mario Lima

Zum Schluss noch ein Dankeschön an alle Leserinnen und Leser, die »Barco Negro« und »Tod in Porto« weiterempfohlen haben, und natürlich an das Team der Leserkanone!

Das Team von Leserkanone.de dankt Mario Lima für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Mario Lima
Mario Lima bei Facebook
»Inspektor Fonseca 2 - Tod in Porto« bei Leserkanone.de
»Inspektor Fonseca 2 - Tod in Porto« bei Amazon
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