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Axel Schnell 13 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Axel Schnell
Twitter: @schnelldr
Facebook: Axel-Schnell-Autor
Instagram: axelschnell1
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Axel Schnell vom 31.08.2016
  Leserkanone.de-Interview mit Axel Schnell vom 01.12.2016
  Leserkanone.de-Interview mit Axel Schnell vom 31.10.2019
  Leserkanone.de-Interview mit Axel Schnell vom 23.10.2020
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 23.10.2020
Im aktuellen Werk von Axel Schnell sticht »Das Schiff des Teufels« in See. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über Pandemien und über ein ganz besonderes Schiff.

– Herr Dr. Schnell, abermals ist ein Jahr vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Gespräch begrüßen konnten. Was hat sich in der Zwischenzeit im Autorenleben des Axel Schnell getan?

Ich hatte gerade die Fortsetzung zu meinem Atlantis-Roman beendet als der Shutdown kam und das Leben einfror, auch das in den Verlagen. Dann habe ich die Zeit für weitere literarische Projekte genutzt, ein Sachbuch (»Krupp. Expos und PR-Pioniere«) neu überabeitet und den Band »Freundschaften und Cromwells Kopf« als E-Book publiziert. Als Corona dann immer noch nicht weg war, habe ich mich tiefer in das Thema Pandemien reingewühlt. Mich interessierte, wie es unseren Vorfahren, die nicht einmal wussten, was die Verursacher dieser verheerenden Ausbrüche waren, damit gegangen ist. Die Spanische Grippe wütete vor rund 100 Jahren, Impfstoffe gab es erst 1942. Und nach dem schlimmsten Ausbruch der Pest in Europa im 16. Jahrhundert dauerte es 500 Jahre bis ein Gegenmittel entwickelt war. Es war ein Leben unter der ständigen Bedrohung durch den Schwarzen Tod. Mehr dazu gibt es in dem von mir herausgegebenen Band »Ein Pest-Lesebuch«, den ich fast zeitgleich mit »Das Schiff des Teufels. Wie der Tod übers Meer kam« veröffentlicht habe. Darin geht es um die Spanische Grippe, die Mutter aller modernen Pandemien.

– Hat sich die Corona-Krise auch bei Ihrer Arbeit als Autor bemerkbar gemacht?

Auf jeden Fall. Im Frühjahr sollte in Hannover die renommierte Criminale stattfinden. Das ist die größte Veranstaltung des SYNDIKATS, dem Zusammenschluss von rund 750 deutschsprachigen Krimiautorinnen und -autoren, dauert über mehrere Tage und erfreut sich auch der Aufmerksamkeit der Medien. Dort waren acht Lesungen von mir geplant. Dann kam Corona, und es waren null Lesungen. Die Verlage haben die Veröffentlichung von Büchern verschoben. Hinzu kommt, dass die Buchläden über eine ganze Zeit per Verordnung geschlossen wurden, was den Stellenwert zeigt, den Literatur wirklich bei der Politik hat. Läden für Dosenbier, Klopapier und Currywürste waren geöffnet, Buchläden nicht! Natürlich wurden auch andere Bereiche der Kultur stiefmütterlich behandelt.

– Was erwartet Ihre Leser in dem Buch »Das Schiff des Teufels«?

Ein verheerender Ausbruch der Spanischen Grippe auf Hoher See, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten hatte. Spanien hatte als Land, das nicht in den Krieg verwickelt war, eine freie Presse. Die berichtete über diese Krankheit, was woanders die Zensur verhinderte. Deswegegen wurde es dann die Spanische Grippe. Es hat dieses Schiff wirklich gegeben, der Horror war real. Zur Story: Am 28. September 1918 verließ der Truppentransporter mit rund 11.000 Menschen an Bord und Kurs auf die Schlachtfelder in Frankreich New York. Und am 7. Oktober lief es in den Hafen von Brest in Frankreich ein. Der ganze Schrecken der Pandemie lässt sich wie unter einem Brennglas in diesem Zeitraum von wenigen Tagen beschreiben. An Bord wütete der mutierte tödliche Virus der 2. Welle der Spanischen Grippe. Die verheerendste Pandemie aller Zeiten, mit bis zu 100 Millionen Opfern weltweit. Und der mit weitem Abstand größte Hotspot für diese Mutation waren die Vereinigten Staaten. Und an Bord der »Leviathan« kam dieses mutierte Virus nach Europa. Als das Sterben begann, verfärbte sich die Haut der Opfer tiefblau oder schwarz, weil sie an ihrem Blut erstickten. Das Deck des Schiffes war glitschig vom Blut und Erbrochenen der Kranken, die man wegen der schieren Masse nicht mehr im Innern des Schiffes unterbringen konnten. Überall stapelten sich Särge mit Leichen. Als der Transporter dann Frankreich erreichte, ging der Tod an Land und das Sterben hörte nicht auf. In diesen realen Horror habe ich zusätzlich Figuren eingefügt, die noch eine weitere Ebene in diese Realität bringen sollen, nämlich die literarische. Und so gibt es in dieser Literarischen Reportage auch noch die (wiederentdeckte) Liebe zwischen dem Offizier George und der Krankenschwester Luna. Mir stellte sich die Frage, ob es in diesem klaustrophobischen Inferno der Seuche noch Liebe, Hoffnung und so etwas wie eine Zukunft geben kann. Dafür brauchte ich George und Luna ...

– Vermutlich hat im letzten halben Jahr nahezu jeder Mensch auf der Welt täglich über Pandemien nachgedacht. Warum sollte man trotzdem - oder gerade deswegen - nun auch noch ein Buch lesen, das sich mit der verheerendsten Pandemie aller Zeiten auseinandersetzt?

Weil es zeigt, dass es sogar in dem Schrecken einer noch verheerenderen Pandemie als Corona Liebe, Hoffnung und den selbstlosen Einsatz von Menschen für ihre Mitmenschen gibt.

– Wie kamen Sie auf die Idee, sich in Ihrem Buch gerade mit dem ehemaligen Transatlantikliner »Leviathan« zu beschäftigen? Warum sollten auch diejenigen das Schiff kennen(lernen), die sich ansonsten nicht für maritime Themen interessieren?

Weil das nicht irgendeine Geschichte ist. Bevor das Schiff zum amerikanischen Truppentransporter wurde, war es der größte Passagierdampfer der damaligen Zeit und fuhr als »Vaterland« unter deutscher Flagge. Zur Orientierung: Ein »Kaiserzimmer« auf der »Vaterland« kostete 1914 pro Überfahrt 5.000 Dollar, was im Jahr 2020 einem Wert von rund 130.000 Dollar entspricht. Auf der »Vaterland« gab es Platz für 3.900 zahlende Passagiere (zum Vergleich: Die legendäre »Titanic« hatte nur 2.400 Passagiere) und eine Besatzung von rund 1.200 Personen. Die US-Regierung beschlagnahmte während des 1. Weltkriegs das Schiff im Hafen von New York und ließ es schließlich zum Truppentransporter umbauen. Säle und Salons wurden rausgerissen und durch ein großes Lazarett ersetzt, das Schiff mit 11.000 Menschen vollgestopft. Überall herrschte qualvolle Enge, was es der Seuche leicht machte. Und dann wurde dieses Todesschiff auch noch auf den ausdrücklichen Wunsch des damaligen US-Präsidenten Woodrow Wilson auf den Namen »Leviathan« getauft. In der Bibel ist das ein Synonym für Satan. Daher »Das Schiff des Teufels«. Wie kann das nicht reizvoll sein? Übrigens verbindet meine männliche Hauptfigur die beiden Epochen des Schiffs. George hatte an Bord der »Vaterland« mit seiner Familie den Atlantik überquert, was ausführlich geschildert wird, und ist jetzt als Armee-Offizier auf dem Truppentransporter »Leviathan«.

Nach dem Krieg wurde das Schiff dann wieder zu einem Luxusdampfer unter amerikanischer Flagge umgebaut.

– Welche Déjà-vus haben sich in Anbetracht der 2020er Geschehnisse auf der Welt bei Ihren Recherchen zu den Ereignissen während der Spanischen Gruppe aufgetan?

Es ist, damals wie heute, die große Hilfs- und Opferbereitschaft des medizinischen Personals, aber auch die Arroganz mancher Mächtiger. Während die Soldaten in New York eingeschifft wurden, brach die Pandemie schon unter den Wartenden aus. Kranke kamen in die Klinik. Trotzdem wurde die »Leviathan« ungerührt weiter mit Menschen vollgestopft.

– Was können wir von dem Autor Axel Schnell in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ich plane nicht, ich warte auf das, was kommt und mich davon überzeugt, dass es zum Buch taugt. Corona und dann meine Beschäftigung mit anderen Pandemien haben mich eine gewisse Demut gegenüber jeder Planbarkeit gelehrt.

Das Team von Leserkanone.de dankt Axel Schnell für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Axel Schnell
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»Das Schiff des Teufels« bei Leserkanone.de
»Das Schiff des Teufels« bei Amazon
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Ein Interview von: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz