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Axel Schnell 13 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Axel Schnell
Twitter: @schnelldr
Facebook: Axel-Schnell-Autor
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Axel Schnell vom 31.08.2016
  Leserkanone.de-Interview mit Axel Schnell vom 01.12.2016
  Leserkanone.de-Interview mit Axel Schnell vom 31.10.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 31.10.2019
Heute wurde Axel Schnells Buch »Die Hauptstadt des Teufels« im Gegenstromschwimmer Verlag noch einmal neu veröffentlicht. Wir sprachen mit dem Autor über das Werk, über die finsteren Seiten von Hannover und über H.P. Lovecraft.

– Herr Schnell, dieses Mal sind mehr als zweieinhalb Jahre vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Gespräch begrüßen konnten. Eine lange Zeit – was hat sich in der Zwischenzeit im Autorenleben des Axel Schnell getan?

Ich bin im November 2016 in Rente gegangen und habe mir erst einmal eine Auszeit gegönnt. Schließlich hatte ich bis dahin unter anderem als Journalist, PR-Spezialist und Romanautor 40 Jahre Schreiben als Beruf hinter mir. Ich habe dann ein Jahr einfach den Kontakt mit der Tastatur weitestgehend vermieden und mich auf eine sehr entspannte Art herumgetrieben. Danach hat sich dann hier in Hannover für mich die Möglichkeit ergeben, im Sprachbereich eines bundesweit einmaligen Pilotprojekts für Flüchtlinge zu arbeiten. Es ging dabei nicht nur um Sprachkurse, sondern auch um Praktika, Lehren und letztlich die Vermittlung in einen Job. Mich hat das, im Gegensatz zu anderen Projekten in diesem Bereich so überzeugt, dass ich da für eineinhalb Jahre voll eingestiegen bin. Und da ich in einem früheren Leben mal Deutschlehrer war, passte das ganz gut. Aber irgendwann wurden die Rufe der Tastatur immer lauter, bis ich sie nicht mehr ignorieren konnte und wollte. Jetzt schreibe ich wieder. Aber die (bewusste) Auszeit möchte ich absolut nicht vermissen.

– Ihr Roman »Die böse Lust«, über den wir 2016 an dieser Stelle sprachen, wurde vor wenigen Wochen noch einmal neu veröffentlicht. Wie kam es dazu? Und warum ist das Buch Ihrer eigenen Meinung nach auch nach der langen Zeit noch genauso lesenswert wie am ersten Tag?

Ich habe im Gegenstromschwimmer Verlag ein engagiertes und junges Team gefunden, das sich echt reinhängt. Das alte Cover von »Die böse Lust« war eine Collage, die zwar sehr gelungen war, aber auch etwas Betuliches hatte. Jetzt zeigt das Titelbild einen Mann mit verkrustetem Blut im Gesicht, der mit irrem Blick auf den potenziellen Leser starrt. Das passt einfach sehr viel besser zu meinem psychopathischen Serienkiller mit dem ganz besonders ehrgeizigen Ziel, der Neue Gott zu werden. Und da sind wir bei der Frage, warum das Buch immer noch genauso lesenswert ist wie am ersten Tag. Es gibt viele psychopathische Serienmörder, aber es gibt nur einen Jan Godewill. Ich kenne jedenfalls sonst keine Romanfigur, deren traumatisches Erlebnis darin bestand, im Drogenrausch unfreiwillig die Bekanntschaft der nordischen Totengöttin Hel zu machen. Auch, dass er sich für den Erwählten unter den Runenhexern hält, der durch blutige Rituale zum Neuen Gott werden will, ist ja nicht Thrillerware von der Stange. Häufig hatten diese Schlächter bei anderen Autoren ja ein traumatisierendes Erlebnis in der Kindheit, das sie so hat werden lassen. Das hat mich nie interessiert! Dann schon lieber eine veritable Todesgöttin als sowas wie ein böser Papa. Außerdem ist Jan Multimillionär und gilt wegen seiner guten Taten in seiner Heimatstadt als »Der gute Mensch von Hamburg«. Man kann also sagen, dass er ein Bruce Wayne des Bösen ist. Auch das gibt es nicht so oft und hat mir wirklich Spaß gemacht!

– Eines Ihrer Bücher, über das wir bis dato noch nie gesprochen haben, ist »Die Hauptstadt des Teufels«. Da es womöglich noch immer den ein oder anderen Besucher unserer Seite gibt, der es nicht kennt: Könnten Sie es unseren Lesern kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Auf der Erde liefert sich das uralte Böse aus dem All mit der Hölle einen erbitterten Kampf um Energiequellen: Plünderung von Rohstoffen und die Zerstörung des Planeten auf der einen, erneuerbare Energien in Form von Seelen auf der anderen Seite. Der Journalist Alexander Sturm muss sich in diesen Jahrmillionen alten Krieg entscheiden, für wen er kämpfen will. Er begegnet dem Teufel, Dämonen, Göttern, den monströsen Großen Alten aus dem Lovecraft-Universum sowie ihrer Raumflotte. Und der infernalischen Liebe seines Lebens: Morgana. Die mörderische Endschlacht beginnt in Hamburg mit dem Angriff der urbösen, gottähnlichen Außerirdischen. Dämonen unter der St.-Pauli-Flagge greifen ins Geschehen ein, Zombies ziehen durch die vornehmeren Viertel der Stadt, Harpyien und Schlimmeres verdunkeln den Himmel aus dem es Blut und Monster regnet. Das alles bekommt der Hansestadt überhaupt nicht. Schließlich ist das Armageddon ja auch kein Avocado-Latte-schlürfen für Hipster. Danach tobt der mörderische Kampf entlang der A7. Aber letztlich laufen alle Fäden in Hannover zusammen – dem Hauptquartier des Teufels. Und hier kommt es dann zur apokalyptischen Endschlacht der Bösen gegen die sehr Bösen. Das ist mit einiger Sicherheit der erste Fantasy-Roman zum Megathema Energiewende, und ich kenne auch sonst keinen, in dem nicht der Endkampf zwischen den richtig Guten und den wirklich Bösen tobt. Ich fand das zu vorausschaubar und langweilig.

– Oliver Pocher, Gerd Schröder, die Wulffs, die Scorpions: Hannover hat schon viel durchmachen müssen. Wie kamen Sie auf die Idee, den Teufel ausgerechnet auch noch dorthin zu verfrachten? Warum eignete sich gerade die niedersächsische Hauptstadt als Zentrum der Apokalypse?

Hannover gilt gemeinhin im Rest der Republik als so etwas wie die graue Maus unter den Großstädten und fristet ein eher unauffälliges Dasein. Die niedersächsische Landeshauptstadt ist weder »arm, aber sexy« (Berlin) noch die »Hauptstadt mit Herz« (München) oder gar das »Tor zur Welt« (Hamburg). Aber, wenn eine Stadt so unauffällig wie Hannover ist, wird sie zur idealen Drehscheibe für die Geschäfte der Unterwelt. In der bundesweiten Kriminalstatistik belegt Hannover regelmäßig einen Platz unter den Top Ten der gefährlichsten deutschen Großstädte. Bundesweit ist Hannovers Maschsee-Mafia immer wieder in die Schlagzeilen geraten, ein angeblicher Klüngel aus A-Klasse-Promis der Ober- und der Unterwelt und ein Stoff, der unter anderem auch für zwei Tatortfolgen reichte. Doch das alles ist nur die Oberfläche, in der Tiefe der Stadt zieht eine viel ältere Unterwelt die Fäden.

– Das ist neu für uns.

Das wurde ja auch lange nicht wahrgenommen, obwohl es ein ganz eindeutiges Zeichen an der Marktkirche gibt. Auf dem siebenundneunzig Meter hohen Turm von Hannovers Hauptkirche gibt es im Ostgiebel auf rotem Mauerwerk ein großes Pentagramm in einem Kreis mit der Spitze nach unten, das Symbol des Teufels und das Siegel der Church of Satan. Spitze nach oben bedeutet, Geist steht über Materie, also Gott, Spitze nach unten, Materie steht über Geist, also Satan. Das ist unter Teufeln und Dämonen das wirkliche Ortsschild von Hannover. Und natürlich steht der nicht weit von der Kirche entfernte niedersächsische Landtag voll unter dem satanischen Einfluss. Da ist es ja kein Wunder, dass sich der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder so gut mit dem Meister aus Moskau verträgt. Ich hatte dieses Pentagramm schon in meiner Zeit als Reporter entdeckt. Damals hatte die Kirche noch keine Erklärung dafür. Später hat dann ein hochrangiger Offizieller erklärt, dass das Zeichen Satans, als es im Mittelalter angebracht wurde, noch als Symbol des Guten galt. Offensichtlich hat es sich in diesen Kirchenkreisen noch nicht rumgesprochen, dass es das ewige Spiel des Teufels ist, etwas Gutes in etwas Böses umzukehren. In den Schwarzen Messen spielt ja unter anderem das umgekehrte Kruzifix eine wichtige Rolle … Das ist auch mit dem Pentagramm passiert. Und mit der Erschaffung von Oliver Pocher wollte der Teufel natürlich einfach mal zeigen, dass er sich in Hannover alles herausnehmen kann. Dazu gehört auch, dass die Eltern des Komikers Zeugen Jehovas waren, und er selbst dort erst mit 18 Jahren ausgestiegen ist.

– Was macht den Journalisten Alexander Sturm zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich?

Bekanntlich stehen Journalisten, PR-Leute, Politiker und Banker weit oben auf der Beliebtheitsliste der Hölle. Der Journalist Sturm ist sehr viel eher ein Zyniker als ein Sonnenscheinchen. Er verändert sich erst zum Besseren durch die Liebe einer Frau. Das ist nun wirklich nichts Neues in der Literatur, aber die Frau, die Sturm auf eine moralisch höhere Stufe hievt, ist eine ganz große Nummer in der Hierarchie der Hölle. Das ist dann doch mal was ganz anderes. So etwas funktioniert aber nur bei ganz bestimmten Berufsgruppen – eine davon sind ganz klar Journalisten. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe zehn Jahre lang als Reporter gearbeitet. Danach habe ich ein Angebot bekommen, das ich nicht ablehnen konnte und bin in die PR-Branche gewechselt. Da gab es dann deutlich mehr Geld. Und das hilft einem bekanntlich, wenn einem manchmal schlecht wird bei dem, was man tut. Sturm kommt mit all dem klar, weswegen ich ihn auch aus persönlichen Gründen sehr schätze.

– Da bei Ihnen unter anderem die Großen Alten unterwegs sind: Spielen H.P. Lovecraft und seine Ideen eine Rolle bei Ihrer Arbeit als Autor? Hat Lovecrafts Schaffen Sie in irgendeiner Weise beeinflusst?

Ich habe schon in jungen Jahren sehr gern Lovecraft gelesen, weswegen ich manchmal schlecht einschlafen konnte und miese Träume hatte. Damit meine Eltern da nicht erzieherisch einschritten, tarnte ich seine Bücher mit dem Umschlag eines harmlosen Kinder- oder Jugendbuchs. Lovecraft ist für mich ein ganz großer Autor, der die Horrorliteratur maßgeblich beeinflusst hat. Man kann sagen, dass er sowas wie der Stephen King der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war. Aber er war ein sehr viel begabterer Fälscher als es King ist. Die unglaublich bösen und gottähnlichen Außerirdischen, die Großen Alten, hatte Lovecraft angeblich aus dem »Necronomicon«. Das Original sollte aus dem 8. Jahrhundert stammen und in Menschenhaut gebunden und mit Menschenblut geschrieben worden sein. Verfasser war der halbwahnsinne Araber Abdul Alhazred, übrigens ein Pseudonym, das sich Lovecraft als Kind gegeben hatte. Angeblich gab es etliche Übersetzungen in viele Sprachen, von denen aber nicht eine einzige jemals gefunden wurde. Mittlerweile gilt es als sicher, dass das »Necronomicon« eine Fälschung und ein genialer Marketingtrick von Lovecraft war. Dafür hat er meine vollste Hochachtung. Seine Wesen sind so finster, dass sämtliche Teufel daneben wie zutiefst überzeugte Menschenfreunde aussehen. Ich habe festgestellt, dass es sich lohnt, die Hölle gegen die Großen Alten antreten zu lassen, um die Welt zu verteidigen. Und es hat mir sehr gefallen, mit diesem Roman Lovecraft ein kleines literarisches Denkmal zu setzen.

– Was können wir von dem Autor Axel Schnell in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ich schreibe an der sehr aufwändigen Fortsetzung meines Atlantis-Romans. Im Mittelpunkt steht diesmal der Sohn des Protagonisten aus dem ersten Band. Wie es so kommt, hatte der keine Lust auf den Thron von Atlantis und verdient sein Geld lieber als Auftragskiller. Da die Fortsetzung ein Science-Fiction ist, ist der natürlich der beste Profimörder in der Galaxis, wobei ihm hilft, dass er ein Halbgott ist. Das braucht er auch, weil er absolut böse abtrünnige Engel beseitigen muss. Um mehr über die zu erfahren, habe ich die Sprache der Engel gelernt, soweit das möglich ist. Auf jeden Fall kann ich jetzt mit Fug und Recht sagen: Vergesst alles, was ihr über Engel zu wissen glaubt! Und rennt, wenn die Schutzengel kommen.

Im nächsten Jahr findet im März in Hannover die renommierte CRIMINALE des SYNDIKATS statt, dem Zusammenschluss von rund 750 deutschsprachigen Krimiautorinnen und -autoren. In diesem Zusammenhang werde ich mit Lesungen auftreten. Die genauen Termine stehen aber noch nicht fest.

Das Team von Leserkanone.de dankt Axel Schnell für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Axel Schnell
Axel Schnell bei Twitter
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»Die böse Lust« bei Leserkanone.de
»Die böse Lust« bei Amazon
»Die Hauptstadt des Teufels« bei Leserkanone.de
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Ein Interview von: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz