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Axel Schnell 13 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Axel Schnell
Twitter: @schnelldr
Facebook: Axel-Schnell-Autor
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Axel Schnell vom 31.08.2016
  Leserkanone.de-Interview mit Axel Schnell vom 01.12.2016
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 31.08.2016
In seinem aktuellen Thriller »Die böse Lust« macht Axel Schnell sowohl Deutschland als auch Island literarisch unsicher. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über seinen Roman, über den von ihm geschaffenen Psychopathen und über den Weg von der Literaturwissenschaft in den Thrillersektor.

– Herr Dr. Schnell, womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem Roman »Die böse Lust« genommen. Könnten Sie Ihr Buch unseren Lesern kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Es ist ein Thriller. Die Figur des Jan Godewill ist darin »der gute Mensch von Hamburg«. Ein schwerreicher Mann und legendärer Wohltäter. Kinder danken ihm mit liebevollen Zeichnungen. Der 38-jährige ist die hofierte Lichtgestalt der feinen Hamburger Gesellschaft. Doch das ist nur seine Seite im Licht, die (fast) alle ausschließlich sehen. Denn die vermeintliche Lichtgestalt wandelt als psychopathischer Serienkiller auf ausgesprochen finsteren Pfaden. Mit seinen blutigen Runenritualen will er die Tore zu einer fremden und tödlichen Welt öffnen und zum mächtigsten aller Götter werden. Der Gegenspieler des Killers aus der Welt der Schönen und Reichen ist der 55-jährige Kriminalhauptkommissar Harry Haller aus Frankfurt am Main. Ein exzellenter Polizist mit Frust und Schulden, der vom Leben nicht auf Rosen gebettet wurde. Godewill ist bei dieser Jagd meist einen Schritt voraus und spielt mit seinen Verfolgern. Schauplätze dieser Reise durch die seelischen Abgründe eines Psychopathen und Serienkillers sind Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin, Reykjavik und die aktive Vulkanzone Islands. Gleichzeitig bietet der Roman aber auch einen guten Einblick in die moderne kriminalpolizeiliche Arbeit. Das verdanke ich meinem sehr geduldigen und kompetenten Berater, dem Kriminalhauptkommissar Matthias Karsch, der unter anderem auch Landesgeschäftsführer Niedersachsen im Bund Deutscher Kriminalbeamter, dem BDK, ist. Später hat er mir dann in passender Kulisse beim Italiener ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte: Jetzt bin ich BDK-Mitglied.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich denke, dass Leser von Cody McFadyen, Sebastian Fitzek und Andreas Gruber dieses Buch mögen werden. Literarische Vorbilder im klassischen Sinn habe ich nicht, aber es gibt Autoren, die mich sehr inspiriert haben. Ich halte sehr viel von der pointierten Sprache Bertolt Brechts, aber auch von den skurrilen Ideen eines Douglas Adams in seinem »Per Anhalter durch die Galaxis«. Das ist übrigens die wohl einzige Trilogie, die aus fünf Teilen besteht. Dann wären da noch Terry Pratchett und seine Scheibenwelt und die Thriller von Ross Thomas. Der Mann war Journalist, in der PR-Branche unterwegs und an wirklich schmutzigen Wahlkämpfen in den USA beteiligt. Das merkt man seinen Romanen auch an. Und dann lese ich natürlich auch vieles von Stephen King ganz gern, der einmal gesagt hat: »Leute fragen mich, warum ich so grausame Sachen schreibe. Ich erkläre ihnen dann gerne, dass ich das Herz eines kleinen Jungen habe, und es in einem Einmachglas auf meinem Schreibtisch steht.« Welch ein großartiger Umgang mit Sprache! Kings »Stark. The Dark Half« gehört dann auch sicherlich zu meinen Lieblingsbüchern.

– Sieht man einmal von dem Genre der Liebesromane ab, gibt es keinen Teil der Buchwelt, in dem es täglich so viele Neuerscheinungen gibt wie im Bereich der Thriller. Gleicht es dann nicht einem Sprung ins Haifischbecken, ausgerechnet in diesem Genre seinen Platz zu suchen?

Ich habe zehn Jahre lang als Tageszeitungsredakteur gearbeitet, hauptsächlich als Reporter, war dann Leiter des Volkswagen Pressebüros Hannover und bin seit mehr als zehn Jahren als Freier Autor für die Wirtschaft tätig. Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Haifischbecken mein natürlicher Lebensraum sind. Außerdem war ich schon immer ein überzeugter Anhänger von: »No risk no fun!«

– Wie kommt man als promovierter Literaturwissenschaftler allgemein dazu, Unterhaltungsliteratur zu erschaffen? Bewegt man sich in der Welt von Brechts »Baal« & Co. nicht in einer ganz anderen literarischen Blase, und müsste man sich nicht eher mit den Feuilletonisten solidarisieren, die allein schon beim Wort »Thriller« die Nase rümpfen?

Ich habe eigentlich schon immer ein Faible für Unterhaltungsliteratur gehabt und fand auch meine Doktorarbeit ziemlich unterhaltsam. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als das renommierte Brecht-Jahrbuch in seiner durchweg positiven Besprechung über meine Doktorarbeit urteilte: »Dieses kleine Buch liest sich wie eine große Archäologie des Bösen.« Als Tageszeitungsredakteur habe ich dann, wie eigentlich alle anderen Journalisten auch, den Weg in der Unterhaltungsbranche konsequent weiterverfolgt. Als ich dann die Seiten des Schreibtisches in Richtung PR wechselte, blieb ich dabei. Im Journalismus und in der Public Relations geht es ums Geschichtenerzählen. Und bekanntlich setzt sich nur der Geschichtenerzähler durch, der auf dem Basar die beste Geschichte erzählt. Die beste Geschichte auf dem Basar, das sollte das einzige Kriterium sein – auch für Feuilletonisten. Oder, um es mit Marcel Reich-Ranicki zu sagen: »Viele Autoren und Kritiker hegen ein Misstrauen gegen unterhaltsame Literatur. Ich sage stattdessen: Literatur darf nicht nur unterhaltsam sein, sie muss es sogar!«

– Was unterscheidet Jan Godewill, den Psychopathen, der die Welt in Ihrem Buch unsicher macht, von anderen literarischen Serienkillern? Was halten Sie für seine größten Alleinstellungsmerkmale?

Mir ist kein anderer literarischer Serienkiller bekannt, der, wie Jan Godewill, durch eine sehr intensive Begegnung mit der nordischen Totengöttin Hel in der aktiven Vulkanzone Islands zum psychopathischen Massenmörder wurde. Für ihn war dieses mystische Erweckungserlebnis so real, dass er seither seinen blutigen Pfad beschreitet.

– Als Thrillerautor müssen Sie nicht nur in die schwärzesten Winkel der menschlichen Seele hineinsehen, sondern diese auch selbst erschaffen. Wie schafft man es, die dafür nötigen Ideen zu entwickeln? Woher nehmen Sie die Inspirationen für die Missetaten, die Sie Jan Godewill vollbringen lassen?

Ich habe vor »Die böse Lust« zwei Romane geschrieben, in denen Götter, Dämonen, der Teufel und das Urböse aus den Tiefen des Alls die Fäden ziehen. Es hat mich einfach gereizt, das Böse in eine menschliche Sphäre zu verlegen. Die Frage war für mich, ob ein Mensch all das tun könnte, was auch ein Dämon tun kann? Die Antwort ist: Er kann. Man muss sich das Ganze wie in einem Labor vorstellen. Der psychopathische Serienkiller Jan Godewill entsteht, wenn man Mensch mit Dämon mischt. Was sich daraus entwickelt, lebt in einem eigenen Universum mit eigenen Regeln. Jan Godewill würde sich niemals als böse bezeichnen, weil er aus seiner Sicht längst jenseits von Gut und Böse handelt. Er ist der Wolf, der die (menschlichen) Schafe mit ihrer »lächerlich blökenden Schafsmoral« jagt.

– Neben Ihrer Tätigkeit als Thrillerautor schreiben Sie als Ghostwriter Reden für Politiker und für Vorstände von DAX-Unternehmen. Hand aufs Herz: Hat sich schon genügend Material angesammelt, um in Zukunft mit einem Wirtschafts- oder Politthriller von Ihnen rechnen zu können?

Lassen Sie es mich einmal so sagen: Nach einer britischen Studie gibt es mehr Psychopathen in Unternehmensvorständen als im härtesten Hochsicherheitsgefängnis der Insel für psychisch kranke Straftäter. Stoff wäre also reichlich vorhanden.

– Was können wir von dem Autor Axel Schnell in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Da folge ich grundsätzlich meinen Inspirationen: Ich habe mich intensiv mit Runen beschäftigt, bevor ich wusste, dass daraus der Roman »Die böse Lust« mit dem psychopathischen Runenkiller Jan Godewill wird. Jetzt lerne ich die Sprache der Engel. Ich bin mir sehr sicher, dass das nicht ohne literarische Folgen bleiben wird und bin schon gespannt, wohin mich das führt. Live zu sehen bin ich am 15. September bei einer Lesung von »Die böse Lust« im Rahmen des Krimifests Hannover um 18 Uhr im Museum für Energiegeschichte(n) in der Humboldtstraße 32. Karten für die Doppellesung mit meiner Kollegin beim Verlag Ganymed Edition Alexandra Huß (»Weiße Hand wie Schnee«) gibt es für sieben Euro in der hannoverschen Buchhandlung DECIUS (Telefon 0511 / 36 47 610) in der Marktstraße 51 / 52 im Vorverkauf.

Das Team von Leserkanone.de dankt Dr. Axel Schnell für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Axel Schnell
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»Die böse Lust« bei Leserkanone.de
»Die böse Lust« bei Amazon
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