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Interview: Leserkanone.de-Interview mit Arne Dessaul vom 11.08.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 11.08.2019
In seinem aktuellen Roman »Tödlicher Halt« schickt Arne Dessaul seinen Kommissar Helmut Jordan zum vierten Mal in den Einsatz. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über das kriminelle Harzvorland und über Ereignisse in der Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung.

– Herr Dessaul, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Tödlicher Halt«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Tödlicher Halt« spielt 1992, also kurz nach der Wiedervereinigung. Rechte Gewalttäter ziehen durch die Dörfer entlang der früheren deutsch-deutschen Grenze, um sie von Ausländern zu befreien. Eine Gruppe Skins überfällt ein türkisches Lokal im Harzvorland.

Die Skinheads treffen dort auf zwei Durchreisende. Die Studenten Daniel und Bernd verdienen ihr Geld als Waffenkuriere für einen Bonner Hehler. Um ihr Leben und das des Wirtes zu retten, benutzen sie die Pistolen. Acht Tote sind die Folge.

Daniel und Bernd können fliehen, aber sie haben sich viele neue Feinde gemacht. Nicht nur die Polizei ist hinter ihnen her, sondern auch die Kameraden der getöteten Skins sowie der Bonner Hehler. Darüber hinaus müssen Daniel und Bernd mit ihren Schuldgefühlen fertig werden. Auf der Flucht lernen sie zwei junge Frauen kennen und bringen diese ebenfalls in Gefahr.

Für meine Hauptfigur, Helmut Jordan von der Kripo Wolfenbüttel, entwickelt sich ein brisanter und komplizierter Fall. Er muss nicht nur die Täter suchen und verhindern, dass die rechten Schläger sie zuerst finden. Er muss auch für sich die Frage beantworten, wo die Grenzen von Zivilcourage liegen.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich lese hauptsächlich Krimis, sehr gerne die Berlinkrimis von Philip Kerr und Volker Kutscher, aber auch Chandler, Highsmith, Vargas, Nesser, Mankell ... Was die Darstellung der Polizeiarbeit angeht, könnte man meine Bücher ein wenig mit Mankell vergleichen, aber meine Fälle sind weniger blutig. »Bauernjäger«, mein zweites Buch, hat kürzlich jemand mit den Büchern von Ruth Rendall verglichen, die ich allerdings nicht kenne. Ich erzähle gerne Geschichten, auch Geschichten in der Geschichte, allerdings bringe ich darin immer Puzzelteile für die Auflösung unter. Denn bis auf »Tödlicher Halt« sind meine Bücher typische Wer-war-es-Krimis.

– Ihr Buch markiert bereits den vierten Auftritt Ihres Kriminalkommissars Helmut Jordan. Was macht ihn zu einem solch »besonderen« Ermittler, dass er gleich mehrere Auftritte verdient hat? Was schätzen Sie an ihm persönlich? Und war es von Anfang an geplant, ihn zum »Helden« einer ganzen Buchreihe werden zu lassen, oder ist dies der Resonanz auf seinen ersten Auftritt zu verdanken?

Helmut ist besonnen, einfühlsam, besitzt einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Eingeführt wurde er als schon seit vielen Jahren trauernder Witwer. Im dritten Buch bekommt er eine Freundin, besucht aber weiterhin regelmäßig das Grab seiner Frau, wo er bisweilen eine Eingebung hat, die ihn auf die richtige Spur bringt. Als Chef ist er fair und extrem kollegial. Drei Bände mit Helmut waren von Beginn an geplant. Band 4 ergab sich dann.

– Ihr Kommissar wirkt in Wolfenbüttel. Sollte man aus dem Harzvorland stammen oder einen persönlichen Bezug zur Region haben, um größtmögliche Lesefreude an Ihrem Roman zu empfinden, oder ist Ihr Buch auch allen anderen zu empfehlen? Und würde man es sich als Autor nicht leichter machen, eine Großstadt zum Schauplatz der eigenen Geschichten zu machen, zu der dann gleich viele Leser einen regionalen Bezug haben? Was macht das Harzvorland zu einem idealen Schauplatz für Kriminalromane?

In »Trittbrettmörder«, meinem ersten Buch, ist dieser regionale Bezug zum Harzvorland sehr ausgeprägt. Dennoch funktioniert die Story mit einem Serienmörder auch anderswo, finde ich. Das gilt erst recht für die späte Rache »Bauernjäger« und für »Tödlicher Halt«.

»50« hingegen ist sehr auf den Hauptort der Handlung bezogen, in diesem Fall jedoch Bochum. Hier dreht sich das meiste um den 50. Geburtstag der Ruhr-Uni Bochum. Helmut Jordan ist auch nur eher indirekt in die Ermittlung verwickelt. Da hätten wir also die Großstadt, wobei andere Großstädte oder Ferienregionen gewiss publikumswirksamer sind. Einen Vorteil hat das Harzvorland dennoch: Hier gibt es außer mir nicht viele andere Krimiautor/innen ;-)

– Zwar spielt Ihr Roman im Jahre 1992, doch kommen einem einige darin verarbeitete Motive leider auch aus der Gegenwart sehr bekannt vor. Welche Rolle spielte die damalige und aktuelle gesellschaftliche Situation beim Schreiben Ihres Romans? Wie kamen Sie darauf, rechte Gewalt zum Thema Ihres Buchs zu machen, und wurden Sie von tatsächlichen Ereignissen - wenn man in diesem Zusammenhang das Wort überhaupt verwenden sollte - »inspiriert«?

Tatsächlich liegt der Auslöser in den Jahren direkt nach der Wiedervereinigung. Kurz vor dem Mauerfall war ich aus dem Harzvorland nach Bochum gezogen. Und immer wenn ich 1990, 1991, 1992 in mein Heimatdorf kam, sah ich dort Skins. Das gab es vor 89 nicht. Sowohl einheimische Jugendliche als auch welche aus Sachsen-Anhalt. Die zogen durch die Dörfer und randalierten hier und da. Damals habe ich, unter diesem Eindruck, bereits erste Skizzen zu »Tödlicher Halt« geschrieben, die ich zum Glück aufbewahrt habe. Dass das Buch jetzt praktisch zeitgleich mit dem Mord an dem Kassler Regierungspräsidenten erschienen ist, ist absoluter Zufall.

– Nachdem die ersten Bände Ihrer Reihe noch vom Gmeiner Verlag veröffentlicht wurden, haben Sie es dieses Mal in Eigenregie gewagt. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Ich habe mich bereits nach meinem zweiten Buch »Bauernjäger« vom Gmeiner Verlag getrennt und auch schon »50« selbst veröffentlicht. Wir konnten uns nicht über die Art der Fortsetzung einigen, um es mal kurz und undramatisch zusammenzufassen. Ich wäre gern beim Verlag geblieben, aber halt nicht um jeden Preis. Da ich Helmut behalten wollte, ergab es wenig Sinn, mit einer angefangenen Serie einen anderen Verlag zu suchen. Da blieb nur SP. Da sich meiner Erfahrung nach der Buchhandel weiterhin etwas schwertut mit SP, halte ich Verlage weiterhin für nötig.

– Was können wir von dem Autor Arne Dessaul in der nächsten Zukunft erwarten? Wird es mit Helmut Jordan weitergehen? Und sind womöglich bereits darüber hinaus neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Zwei Ideen schlummern zwar in mir, eine mit, eine ohne Helmut, aber jetzt lege ich zunächst eine Pause ein und kümmere mich - neben Familie und Vollzeitjob - um die Vermarktung vor allem der beiden SP-Titel. Dazu zählen auch Lesungen & Co. Fest stehen folgende Termine:

• 28. September 2019, Signierstunde, 12 Uhr, Mayersche Duisburg, Königstraße 48

• 4. Oktober 2019, Lesung, 18 Uhr, Blue Square, Bochum, Kortumstraße 90

• 6. November 2019, Lesung , 19 Uhr, Naturfreunde Bochum Dahlhausen-Linden, Dr.-C.-Otto-Straße 5

• 7. November 2019, Lesung , 19 Uhr, Gemeindebibliothek Holzwickede

• 23. April 2020, Szenische Lesung aus »50«, 19 Uhr, Stadtteilbücherei Querenburg, Uni-Center, Querenburger Höhe 270

Das Team von Leserkanone.de dankt Arne Dessaul für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Arne Dessaul bei Facebook
»Helmut Jordan 4 - Tödlicher Halt« bei Leserkanone.de
»Helmut Jordan 4 - Tödlicher Halt« bei Amazon
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