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Olivia Kleinknecht 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Pseudonyme: Olivia Monti und Andrea Mezzatorre
Facebook: olivia.kleinknecht
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Dr. Olivia Kleinknecht vom 22.09.2016
  Leserkanone.de-Interview mit Olivia Kleinknecht vom 29.05.2018
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 29.05.2018
In ihrem aktuellen Roman widmet sich Olivia Monti einem besonders schwierigen »Pflegefall«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über dessen Protagonistin Anna und über ihre zukünftigen Projekte.

– Frau Monti, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Der Pflegefall«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Aus dem »Pflegefall«: »Der Mann wartet nur noch auf den Tod. Und der Tod kommt nicht ... Manchmal tut er mir fast leid ...«, bemerkt Nella. Herr Schmitts verschluckt sich und spuckt ein Kloßstückchen zurück auf den Teller. Dann protestiert er: »Der Mann braucht niemandem leidzutun! Wer so viele auf dem Gewissen hat ...«

Anna Zerbst tritt eine Stelle als Pflegerin an. Sie soll den alten Herrn Brunt betreuen. In der Villa Brunt herrscht von Anfang an eine beklemmende Stimmung. Herr Brunt selbst ist schwer zu ertragen. Er ist mürrisch, greift die Menschen in seiner Umgebung an, beleidigt sie. Anna findet heraus, dass ihn nicht nur Altersbeschwerden, Hilflosigkeit und das lange Warten auf den Tod erbittern, Brunt war immer schon ein problematischer Charakter und in seiner Vergangenheit liegt so einiges im Argen. Das Hausmeisterehepaar, Nella und Markus Schmitts, erzählen Anna schließlich, dass sich Brunt an ihrer behinderten minderjährigen Tochter vergangen hat und er seinen einzigen Sohn, Tobias, ständig quälte. Auch soll es beim Tod von Tobias Mutter nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Herr Brunt hingegen erzählt eine ganz andere Geschichte. Als Anna mitbekommt, dass Nella, Markus und Tobias den alten Herrn schleichend vergiften, ringt sie mit sich, ob sie zur Polizei gehen soll. Hat es ein Monstrum nicht verdient, vergiftet zu werden? Wenn nun aber Herr Brunt doch kein Monstrum ist? Wem soll sie nur glauben?

Da ist der Konflikt zwischen Gesetz und Gerechtigkeitsempfinden. Die Schmitts, die Anna ans Herz wachsen, planen ein Verbrechen. Soll sie die Schmitts anzeigen oder nicht, weil Herr Brunt es »eigentlich verdient hat«, vergiftet zu werden? Dann ist da die Figur Anna, die sich nichts zutraut, nur noch unauffällig über die Runden zu kommen versucht und sich dann doch mühsam dazu aufschwingt, Werte zu vertreten und für andere einzustehen. In dem Moment verändert sich ihr Leben.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich habe viel zu viele, ganz unterschiedliche Vorbilder. Ich lese alles ... In jedem Genre gibt es Virtuosen. »Der Pflegefall« ist fast ein wenig mehr ein Psychothriller geworden als ein Kriminalroman.

– Tagtäglich erscheinen unzählige neue Kriminalromane, und es ist schwer, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buchs, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

Im »Pflegefall« habe ich versucht, für die Leser eine unheimliche Stimmung zu schaffen. Betritt man mit Anna die Villa Brunt, soll man gleich spüren, hier stimmt etwas nicht. Beim Schreiben sehe ich die Welt der Figuren ganz genau vor mir, ich bewege mich in ihr, und ich versuche sie so in den Text zu transportieren, dass beim Lesen Bilder im Kopf entstehen, die die Leser vielleicht dieselbe Welt oder eine sehr ähnliche betreten lassen. Ein zweites Plus, das ich mir zugute halte, aber beim Leser vielleicht ganz anders ankommt: Ich versuche ein Thema zu behandeln, das vielen auf den Nägeln brennt. Viele solcher Themen sind tröge. So dass ich unterhaltsam sein muss, damit der Leser bei der Stange bleibt. Immer wieder unerwartete Wendungen und auch ab und zu etwas schwarzer Humor sollen dabei helfen. Bei der Sprache habe ich auf Einfachheit und Klarheit gesetzt, dabei aber nicht Eleganz außer Acht gelassen, so dass es fließt.

– Was macht Anna Zerbst zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihr persönlich?

Anna ist gar nichts Besonderes. Sie ist eine gescheiterte Existenz, würden viele sagen. Sie hat ihr Leben lange nicht auf die Reihe bekommen. Sie hat kein Selbstvertrauen und hält sich überall zurück. Sie gleicht den meisten, die wir irgendwann nur noch versuchen, über die Runden zu kommen. Große Träume gibt es in ihrem Leben nicht. Eigentlich ist sie eine blasse Figur. Aber irgendwann beschließt sie, etwas zu riskieren, wird sie Protagonistin, statt sich treiben zu lassen. Damit verändert sich auch ihr Leben. Ich schätze an Anna, dass sie trotz ihrer Ängste handelt und klaren Kopf bewahrt. Ich schätze auch an ihr, dass sie noch für jemanden schwärmt, obwohl für sie ja eigentlich alles vorbei zu sein scheint, auch wenn die Schwärmerei dann ohne Folgen bleibt.

– Das Thema Pflege ist anspruchsvoll und heikel zugleich, da fast jeder im Laufe seines Lebens mit Pflegefällen im unmittelbaren Umfeld konfrontiert ist und schwer damit zu kämpfen hat. Wie schafft man es, die dafür nötige Sensibilität in die richtigen Worte zu gießen, ein möglichst realistisches Personenbild zu zeichnen und dabei gleichzeitig auch noch eine spannende Geschichte zu erzählen?

Da die zu pflegende Person, Herr Brunt, ziemlich unsympathisch ist, gibt es vielleicht Szenen, die nicht ungemein zartfühlend sind. Ich selbst habe einen Pflegefall zuhause, allerdings eine geliebte und liebe Person, also keine Person vom Schlage Herrn Brunts. Man gewinnt dann auch Einblicke in andere Fälle; Freunde, Bekannte, Verwandte, Pflegerinnen erzählen von schwierigsten Fällen.

– Aus Ihrer Feder gibt es Bücher unterschiedlichster Genres. Birgt das Wechseln zwischen den Schubladen nicht die Gefahr, dass man keine Schar an »treuen Fans« aufbauen kann, die vorbehaltlos bei jeder neuen Veröffentlichung zugreifen können? Wie entscheiden Sie, in welche Richtung die jeweils nächste Veröffentlichung gehen soll?

Ich habe noch gar keine Fans, fürchte ich. Oder nur ganz wenige. Zwei oder drei. Es ist wichtig, neue Genres auszuprobieren. Und in so Einigem bleibe ich mir bei jedem neuen Genre treu. Es gibt also immer einen Widererkennungswert.

– Sie haben Ihr Buch ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht, in der Vergangenheit jedoch auch schon bei Verlagen publiziert. Was hat Sie dazu bewogen, es dieses Mal im Alleingang zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Ich habe schlicht keinen Verlag für den Pflegefall erwärmen können. Und auch keine Agentur. Vielleicht habe ich auch zu früh aufgegeben. Ein unbekannter Autor ist bei einem Verlag vermutlich besser aufgehoben, sofern er ein seriöses Medienecho bekommt. Dass ein bekannter Autor allerdings noch einen Verlag braucht, bezweifle ich.

– Was können wir von der Autorin Olivia Monti in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ich sitze an einem Horrorthriller mit Arbeitstitel: Das Haus. Er ist aufgebaut wie die klassische englische Detektivgeschichte. Man könnte ihn insofern auch als Horrorkrimi bezeichnen. Die Protagonisten sind teils meine Nachbarn und werden mich wahrscheinlich umbringen, wenn sie den Roman lesen ...

Das Haus ist ein Gebäude voller viel zu kleiner Mietwohnungen. Mit dem Mord am syrischen Medizinstudenten Enis nimmt das Unheil seinen Lauf. Eine um die andere Person im Haus wird tot aufgefunden oder verschwindet spurlos. Die Parapsychologie-Forscherin Nadja Knoll befürchtet, das Haus sei ein Unglückshaus, es brüte Unfrieden und tödliche Aggressionen aus, bringe die Einwohner gegeneinander auf bis zum tödlichen Kampf, das Haus selbst sei sozusagen schuld an den grausigen Geschehnissen. Die pensionierte Schneiderin, Frau Rauhaar, glaubt hingegen, es gäbe einen Mörder, und der wohne im Haus. Als auch die brasilianische Prostituierte Ramona mit Pralinen vergiftet in ihrer Wohnung aufgefunden wird, nachdem tierische Schrei aus ihrer Wohnung ertönten, glauben viele an einen ausländerfeindlichen Täter. Das Profil dafür hätte etwa der von seinem Vermögen lebende Dandy Jean Colomb, der von vielen im Haus Muttersöhnchen geschimpft wird oder die Journalistin Marina Dunst, die sich voller Hass über ihre Mitbewohner mit Migrationshintergrund äußert und besonders gerne Schwächere plagt. Als aber auch Jean spurlos verschwindet und Marina sichtlich Angst hat, die nächste zu sein, zudem die Polizei im Dunkeln tappt, bangen die restlichen Bewohner nur noch um ihr Leben.

Das Team von Leserkanone.de dankt Olivia Monti für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Olivia Monti bei Facebook
»Der Pflegefall« bei Leserkanone.de
»Der Pflegefall« bei Amazon
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