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Carolin M. Hafen 17 Fans
Herkunft: Deutschland
Geboren: 1982
Pseudonym: C.M. Hafen
Webseite: Offizielle Homepage von Carolin M. Hafen
Twitter: @harborlight82
Facebook: carolinhafen
Interview: Leserkanone.de-Interview mit C.M. Hafen vom 16.06.2017
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Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 16.06.2017
Kürzlich erschien im Verlag O'Connell Press der Roman »Drachenfrieden« aus der Feder von C.M. Hafen, gleichzeitig der dritte Teil ihrer Reihe über das »Drachenvolk von Leotrim«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über die Trilogie, über Drachen und über das Schreiben von Fantasyromanen.

– Frau Hafen, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Drachenfrieden«, der dritte Band Ihrer Reihe »Das Drachenvolk von Leotrim«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von den Büchern genommen, könnten Sie Ihre Reihe unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Bei der Trilogie »Das Drachenvolk von Leotrim« handelt es sich vor allem um eine Geschichte über das Anderssein. Ambro ist ein neugieriger Junge mit vielen Fragen. Er sucht Antworten und seine Zukunft, denn das, was ihm versprochen wurde, tritt nicht ein.
Sein Drachenbruder Norwin hat einen deformierten Flügel, er wird nie fliegen können. Er selbst hat damit kein Problem, die anderen brauchen Zeit ihn zu akzeptieren, ihn anzunehmen.

Hier steht nicht der Kampf Gut gegen Böse im Vordergrund, der in einem Gemetzel endet, wie in vielen anderen Fantasy-Romanen üblich. Es wird die Frage aufgeworfen, was das Gute genau ist und was der Einzelne tun kann, wenn er ein Unrecht sieht. Der Leser begleitet Ambro und Norwin und sieht ihnen zu, wie sie zusammenwachsen, wie sie handeln und Leotrim gestalten, so wie es ihrer Meinung nach sein sollte. Ambro greift einige Male in die Geschehnisse ein, er muss die Konsequenzen tragen, aber nur so kann er der Kartograf von Leotrim werden und die Welt darstellen, wie sie ist.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Epos ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Mein literarisches Vorbild ist John Irving. Wegen ihm habe ich überhaupt mit dem Schreiben begonnen. Schriftstellerin werden wollte ich schon als kleines Kind, aber ich habe mich erst nach der Lektüre von »Gottes Werk und Teufels Beitrag« ernsthaft mit dem Schreiben, also dem Erlernen des Handwerks, beschäftigt. Das war 2003. Ich wollte wie John Irving, von Außenseitern erzählen, komplexe Figuren und ihre Lebensgeschichten von Anfang bis Ende darstellen. Aber im Bereich Fantasy bin ich von Michael Ende über Neil Gaiman bis zu Terry Pratchett geprägt worden. In meinen Büchern habe ich die ein oder andere Hommage versteckt.
Ich glaube, wer ein Schlachtepos mit schwertschwingenden Helden sucht, wird bei mir enttäuscht. Meine Drachen sind keine gewaltbringenden Monster. Ich schlage leise Töne an.

– War von Anfang an geplant, eine ganze Reihe an Büchern zu verfassen, oder ist dies dem Erfolg der »Drachenbrüder« zu verdanken, dem ersten Band der Reihe?

Die Reihe war von Anfang an als Trilogie geplant. Ich habe für die Anthologie »Exotische Welten« eine Kurzgeschichte verfasst. »Der Kindshüter von Leotrim« war mein erster Ausflug in das Fantasy-Genre und der O´Connell Press Verlag kam nach der Veröffentlichung dieser Kurzgeschichte auf mich zu. »Wir hätten gern diese Welt, diese Drachen als Roman. Gern als Trilogie. Kannst du uns das liefern?«
Ich habe »Ja« gesagt und nun in drei Jahren drei Bücher geschrieben und veröffentlicht. Ich bin sehr glücklich über die Chance und die Freiheit, die mir der O´Connell Press Verlag hier geboten hat. Ich konnte die Geschichte schreiben, die ich im Sinn hatte. Ein Rat, den alle Autoren irgendwann einmal bekommen lautet: »Schreib die Geschichte, die du selbst gerne lesen möchtest.« Und das habe ich getan.
Mir war von Anfang an klar, wie diese Geschichte enden würde. Das können die Leser sogar überprüfen. Wer sich die Mühe macht, das Kapitel »Die Zeremonie« in Band 1 zu lesen, und sich anschließend das Kapitel »Silván« in Band 3 anschaut, wird feststellen, dass puzzeln mein liebstes Stilmittel ist. Viele meiner Kapitel fügen sich zusammen, als wären sie aus einem Guss, weshalb der Verlag und ich auch über eine Gesamtausgabe nachdenken. Viele Leser schreiben mir inzwischen, als Feedback, dass es sinnvoll ist »Das Drachenvolk von Leotrim« in einem Rutsch zu lesen. D´accord!

– Bekanntlich erscheinen tagtäglich zahlreiche neue Fantasyromane und -reihen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihrer Serie, die sie aus dem breiten Angebot herausstechen lässt? Warum sollte man gerade bei Ihnen zuschlagen?

Ich glaube, als Leser*In hat man die Wahl zwischen Fuchur und Smaug, ganz grundsätzlich. Fuchur ist ein Glücksdrache und Bastians Freund – sie bestehen ihr Abenteuer zusammen. Smaug ist ein goldgeiler Einsiedler, mit dem fliegt man nicht, im besten Fall überlebt man eine Begegnung mit ihm. Ich weiß nicht, ob ich als Leserin unbedingt eine Wahl treffen muss, ich kann mit beiden Varianten gut leben, lese gerne von Drachenfreunden und Goldbewachern. Aber es dient natürlich als Orientierung. Will ich einen Drachen der Tod und Verderben bringt, oder lieber einen, mit dem ich eine innige Beziehung eingehen kann? Ich habe mich mit meinem Norwin, für einen Freund entschieden. Wie schon oben geschrieben, er hat einen deformierten Flügel. Ich spoilere nicht, wenn ich sage, er wird nie fliegen können. Der Clou an meiner Geschichte ist wohl, dass Norwin das gar nicht muss. Er sieht die Notwendigkeit nicht. Leser*Innen, die das interessiert, sind bei mir genau richtig.

– Was führte dazu, dass Sie sich aus der großen Menge an Fantasyfiguren gerade für Drachen entschieden haben? Was macht Drachen zu der »ultimativen« Fantasyrasse?

Ich weiß nicht mehr, wo ich es gesehen oder gelesen habe... vielleicht war es Eragon, sicher bin ich mir nicht. In dieser Geschichte war das Leben von Drachenreiter und Drache eng miteinander verwoben. Als Beispiel: Der Drache wird angegriffen und getötet. Das Leben des Drachenreiters ist an seinen Drachen geknüpft, er stirbt also auch. Mir schien das unlogisch. Als Beispiel: Zwillinge werden gemeinsam geboren, doch der eine kann von einem Bus überfahren werden, der andere an einem Herzinfarkt sterben. Dazwischen liegen vielleicht zehn Jahre Zeit. Ich fing an darüber nachzudenken; muss das so? Ist das eine Regel im Fantasy-Genre? Und wenn ich einen Drachenroman schreiben würde, was passiert mit dann mit meinem Drachen, wenn sein Drachenbruder stirbt? Und so ist die Idee zu »Der Kindshüter von Leotrim« entstanden. Ich bin also nicht der Meinung, dass Drachen die ultimative Fantasyrasse sind. Ich bin einfach meiner Neugier gefolgt und in Leotrim gelandet.

– Sie haben mit Leotrim ein ganz eigenes »Buch-Universum« erschaffen. Ist das Konstruieren einer solchen Fantasywelt bei Ihnen ein Prozess, der nach und nach während des Schreibens von statten geht, oder ging dem Verfassen zunächst erst umfangreiche Reißbrettarbeit voraus? Welcher Aufwand steckt generell in Büchern wie denen der Ihrer Reihe? Und nach welchen Maßstäben und mit Hilfe welcher Inspirationen haben Sie Ihre Welt gestaltet?

Ich dachte jahrelang: »Ich schreibe keine Krimis. Ich bin faul und da muss man so viel recherchieren! Das ist nichts für mich.« Dieser Naivität folgend, dachte ich, Fantasy zu schreiben wäre leicht, weil ich mir die Details selbst ausdenken kann. Kein Problem. Ich wurde eines besseren belehrt, und bin sogar dankbar dafür. Ich musste für Leotrim sehr viel recherchieren, meine Welt entstand mit dem Schreibprozess. Immer wieder geriet ich an Grenzen, fragte mich: Kann das sein?
Ich recherchierte also erst Mal die verschiedenen Richtungen, High Fantasy, Steampunk etc. Und fragte mich: Was will ich, was will ich nicht? Die Karte von Leotrim war dagegen sehr leicht entworfen und der Verlag hat die Gestaltung übernommen. Und dann verbrachte ich Stunden damit, einfachste Dinge zu recherchieren. Meine Welt ist sehr archaisch, ich brauchte an einer bestimmten Stelle eine Glocke. Ist es möglich, dass meine Figuren das Werkzeug haben um eine Glocke herzustellen? Eine Figur ist Imker, es ist Herbst... was passiert mit den Bienen im Winter? Ich habe mit zwei Imkern gesprochen, Dokus geschaut, mich informiert und dabei festgestellt, das Bienen ganz erstaunliche, famose Tiere sind. Es hat Spaß gemacht, meine eigene Welt zu erforschen. Aber ich habe tatsächlich unterschätzt, wie viel Zeit das braucht. Das sagt einem ja auch keiner, als Anfänger. Oder: Es wurde mir gesagt, nur geglaubt habe ich es nicht.

– Wie kam es generell dazu, dass Sie im Bereich der Fantasy-Literatur gelandet sind? Was macht das Genre für Sie persönlich aus?

Ich habe sehr spät lesen gelernt (Ich bin Legasthenikerin) und habe den Sprung vom vorgelesen-bekommen hin zu Bücher selbst auswählen und selbst lesen erst spät vollzogen. Das erste Buch, dass ich selbstständig lesen konnte und auch allein las, war Peter Pan. Ich denke, er hat mich und mein Leseverhalten geprägt. Ich mochte schon immer die Außenseiter, fremde Welten und Fabelwesen. Daher ist es für mich nicht verwunderlich, dass ich in diesem Genre gelandet bin. Lesend, wie schreibend. Realität, das gibt es doch schon.

– Was können wir von der Autorin C.M. Hafen in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ja, ich arbeite an etwas Neuem. Ich schreibe einen Roman, der im realen London der heutigen Zeit spielen wird. Mehr verrate ich aber noch nicht. Ich spreche nicht über Projekte, die in Arbeit sind. Im ersten Entwurf erzähle ich mir die Geschichte selbst. Wenn das Grundgerüst steht und ich an die Überarbeitung gehe, kann ich auch darüber reden...
Und mein Kalender ist proppenvoll mit Terminen bis ins Frühjahr 2018 hinein. Das ist gut so, ich genieße es Leuten vorzulesen, den direkten Kontakt zu haben, einzutauchen in die Leserschaft. Es stehen zwei digitale Lesungen an (Stichwort Barrierefreiheit! Nicht alle Lese-Orte sind barrierefrei, leider. Das Internet schon.) Genauere Infos dazu veröffentliche ich aber zur gegebenen Zeit bei Facebook und in meinem Blog.
Aktuell steht für mich die »Schreibbude« im Vordergrund. Das ist ein Projekt der get shorties Lesebühne. Das heißt, meine Kollegen und ich sitzen mit unseren Schreibmaschinen vor der Stadtbibliothek Stuttgart und schreiben auf Bestellung. Jeder, der möchte, kann bei uns ein Gedicht, einen Limerick, eine Mini-Kurzgeschichte bestellen und sich seinen Text eine halbe Stunde später abholen. Wir schreiben auf Schreibmaschinen, ohne Durchschlagpapier. Jeder Text ist persönlich (die Kundschaft kann sich beispielsweise drei Wörter ausdenken, die im Text vorkommen sollen), und ein originelles Original. Einmalig also. (Wir shorties Autoren machen eine Mischung aus Kabarett und Literatur.)
Grundsätzlich sind wir das ganze Jahr unterwegs, machen bis zu 30 Lesungen im Jahr, und sind von Herrenberg bis Heilbronn unterwegs. (Inzwischen haben wir auch einige Termine in Freiburg) Die Termine stehen auf der get shorties Webseite, und auch bei Facebook. Das heißt, wer mich lesend erleben will, oder ein Autogramm möchte, kann mich hier bei einer Lesung »anstupsen«. Ich reagiere aber auch auf wildes Winken.

Das Team von Leserkanone.de dankt C.M. Hafen für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizieller Blog von C.M. Hafen
»Das Drachenvolk von Leotrim« bei Facebook
»Das Drachenvolk von Leotrim« beim Verlag O'Connell Press
Get shorties Lesebühne
»Das Drachenvolk von Leotrim 3 - Drachenfrieden« bei Leserkanone.de
»Das Drachenvolk von Leotrim 3 - Drachenfrieden« bei Amazon
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