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Julia Fränkle 52 Fans
Herkunft: Deutschland
Pseudonym: Svea Lundberg
Webseite: Offizielle Homepage von Julia Fränkle
Facebook: Julia.Fraenkle.Autorin
Instagram: svealundberg_juliafraenkle
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Svea Lundberg vom 17.12.2019
Tags: Zwei Verlinkungen in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 17.12.2019
Vor wenigen Wochen veröffentlichte Svea Lundberg mit »F***ing real - Beyond all doubt« einen neuen Roman. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über queere Figuren und über den Reiz des Unbekannten.

– Frau Lundberg, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »F***ing real - Beyond all doubt«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Sehr gerne. »F***ing real« ist eine M/M-Erotik-Romance, welche die gemeinsame (Liebes-)Geschichte der zweier amerikanischen Gay-Porn-Stars erzählt. Das mag im ersten Moment nach einer klischeehaften Romance mit endlosen expliziten Szenen klingen, aber ich denke, das Buch ist sehr viel mehr als das. Im Zentrum steht eine intime Liebesgeschichte, die zwar durchaus explizite Szenen enthält, jedoch auf eine leise und einfühlsame Weise erzählt wird. Es ist mir als Autorin sehr wichtig, authentische Charaktere zu schaffen, die von Seite zu Seite tiefer in ihre Gefühlswelten blicken lassen. In »F***ing real« geht es also nicht nur um »das Eine«, sondern auch um emotionale Abgründe und um die Frage, wer man selbst ist, sobald die Kamera läuft und auch, wer man sein kann, sobald das »Cut« ertönt.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Grundsätzlich dürften meine Romane insgesamt und besonders dieser für all jene Leser*innen interessant sein, die gerne tiefgründige Liebesgeschichten mit vielschichtigen Charakteren, einer sauber recherchierten Hintergrundgeschichte und einer guten Prise Erotik lesen. Natürlich gibt es Autor*innen, deren Werke ich selbst sehr gerne lese – dazu gehören unter anderem Annette Juretzki, Elisa Schwarz, Jennifer Heck, Jona Dreyer, Jan Stressenreutter, Jayden V. Reeves und Jobst Mahrenholz. Aber ich vergleiche mich und meine Bücher ungern mit denen meiner Kolleg*innen, da ich denke, dass jedes Buch auf seine Art besonders ist – oder sein sollte.

– Was macht Tyler Stone zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm und an seinem Co-Darsteller Jayson Ward persönlich?

An Tyler hat mich in erster Linie seine Entwicklung innerhalb des Romans begeistert. Zu Beginn hadert er mit sich und seinen Entscheidungen, doch im Laufe der Geschichte findet er zu sich selbst. Außerdem ist er ein sehr umsichtiger Mann, der es zwar nicht allen recht machen möchte, aber doch stets ein Auge auf seine Mitmenschen hat.

An Jayson schätze ich besonders sein Selbstbewusstsein und die Art, wie er zu sich selbst steht – auch, wenn es genug Kritiker an seiner Person und seinem Verhalten gibt. Er ist ein grundehrlicher Mensch, der zwar auf den ersten Blick ein wenig leichtlebig wirkt, aber bei genauerem Hinsehen sehr facettenreich und loyal ist.

– »F***ing real - Beyond all doubt« schlägt einen expliziteren Ton an als Ihre vorangegangenen Werke. Wie kam es zu der Entscheidung, diesen Weg zu beschreiten?

Grundsätzlich habe ich mich bei expliziten Szenen noch nie geziert, da ich denke, dass sie durchaus zum Handlungsverlauf beitragen können, da sie viel über die Figuren und deren Dynamik miteinander aussagen. Von daher war es »keine große Sache« für mich, einen Erotikroman zu schreiben. Außerdem beschäftige ich mich gerne mit etwas außergewöhnlichen Figuren und bin ein kleiner Recherchefreak. Hinter die Kulissen der Pornoszene zu schauen, fand ich wahnsinnig spannend – gerade weil es im Hinblick auf diese Branche unglaublich viele Klischees und Vorurteile gibt.

– Wie kamen Sie generell dazu, einen Schwerpunkt auf Romane mit queeren Protagonisten zu legen? Und halten Sie das Schreiben eines Buchs mit zwei männlichen Protagonisten wie »F***ing real« für eine andere Herausforderung als das Schaffen einer heterosexuellen Liebes- oder Erotikgeschichte - gerade als weibliche Autorin?

Bereits in meinem Debütroman »Kristallschnee« (dead soft verlag, 2016) stand ein Männerpaar im Zentrum. Es war damals keine Entscheidung in dem Sinne, sondern ist einfach so passiert. Für meinen Protagonisten Jannis gab es irgendwie kein passendes weibliches Pendant – und dann ist plötzlich Felix in meinen Gedanken aufgetaucht. Prinzipiell finde ich, dass die sexuelle Orientierung einer literarischen Figur nicht übermäßig ins Zentrum gerückt werden sollte. Ich schreibe Romane über Menschen, die sich lieben – nicht mehr und nicht weniger. Von daher sehe ich es auch nicht als besondere Herausforderung als, als Frau über Männerpaare zu schreiben. Sicherlich ist es mir wichtig, nicht unreflektiert Klischees zu verbreiten, aber um das zu vermeiden habe ich einige männliche Testleser und prinzipiell einen weltoffenen, teils queeren Freundeskreis, mit dem ich mich austauschen kann.

– Von außen betrachtet hat man den Eindruck, dass das Subgenre des schwulen Liebesromans fast ausschließlich weibliche Leserinnen hat. Warum entwickeln Ihrer Meinung nach gerade Frauen ein Faible für die niedergeschriebene Liebe zwischen Männern? Was führt Ihrer Meinung nach generell dazu, dass geschriebene Erotik und verfilmte Erotik in Sachen Geschlecht scheinbar genau die umgekehrte Haupt-Zielgruppe haben?

Grundsätzlich muss man dabei bedenken, dass a) generell mehr Frauen lesen als Männer und dass b) vor allem Frauen Liebesromane lesen. Von daher ist diese »Umkehrung der Zielgruppe« weniger spektakulär, als es im ersten Moment zu vermuten wäre.

Grundsätzlich denke ich aber, dass – egal ob männlich, weiblich oder divers – das »Unbekannte« stets einen gewissen Reiz auf uns alle ausübt, gerade in Hinsicht auf zwischenmenschliche Beziehungen und Erotik. Bücher sind – wenn auch teilweise realitätsnah und gut recherchiert – doch in erster Linie Fiktion, also niedergeschriebene Fantasien. Ich als Autorin setze mich während des Schreibens gerne mit Themen auseinander, die mich in meiner alltäglichen Lebenswelt nicht direkt oder wenigstens nur teilweise betreffen. Was jedoch nicht bedeutet, dass ich in schwulen Liebesgeschichten wahllos meine Fantasien auslebe. Es ist mir wichtig, meine Romane auch für (!) diejenigen zu schreiben, über die ich schreibe. Ich habe also an mich selbst den Anspruch, Romane zu veröffentlichen, in denen sich auch schwule (oder bisexuelle) Männer wiederfinden können. Und wenn ich mir die positiven Rückmeldungen männlicher Leser zu meinen Werken anschaue, scheint mir das auch in weiten Teilen zu gelingen, was mich sehr glücklich macht.

Auf die Frage, ob Frauen realistisch über (schwule) Männer schreiben können, antworte ich mittlerweile nur noch: »Warum nicht?« Es ist ja nicht so, dass (schwule) Männer ein nicht zu lösendes Mysterium wären. Letztlich sind wir alle Menschen, die einen (oder mehrere) anderen Menschen lieben. Nichtsdestotrotz finde ich es wichtig, empathisch und umsichtig mit meinen Figuren und deren Geschichten umzugehen, um sie eben auch für diejenigen authentisch wirken zu lassen, über die ich schreibe.

– Dieser Tage erschien mit »Nächte im Heu« noch eine weitere Story aus ihrer Feder. Was erwartet Ihre Leser in der Geschichte? Und warum sollten sie sofort damit weitermachen, sobald sie »F***ing real - Beyond all doubt« fertiggelesen haben?

»Nächte im Heu« ist eine etwas umfangreichere weihnachtliche Kurzgeschichte – quasi ein Schmankerl für meine Leser*innen in der Vorweihnachtszeit. Zu erwarten ist eine etwas zuckrige, etwas emotionale und etwas schweinische Liebesgeschichte – im wahrsten Sinne des Wortes.

– Was können wir von der Autorin Svea Lundberg in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Für das Jahr 2020 ist ganz sicher ein weiterer Teil meiner Polizei-Reihe »Sheltered in blue« geplant. Innerhalb dieser Reihe erzähle ich emotionale und realitätsnahe Geschichten aus dem Leben der Einsatzkräfte innerhalb der unterschiedlichen Sparten der Polizeiarbeit. Verwoben ist das ganze stets mit einer Liebesgeschichte.

Außerdem wird mit »F***ing real – Beyond reproach« eine lose Fortsetzung zu »F***ing real – Beyond all doubt« beim dead soft verlag erscheinen. Darin bekommt Rizzo – ein Nebencharakter aus dem ersten Band – seine eigene Geschichte, die sich rund um die Themen Drag, erste Liebe und Daddy-Kink drehen wird. Es wird also wieder sowohl erotisch als auch nachdenklich.

Und dann sehen wir mal, wohin mich die Muse im neuen Jahr noch führt. Ideen sind genug vorhanden und ich denke, meine Leser*innen können sich auf insgesamt drei oder vier Veröffentlichungen freuen.

Das Team von Leserkanone.de dankt Svea Lundberg für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Svea Lundberg
Svea Lundberg bei Facebook
Svea Lundberg bei Instagram
»F***ing real - Beyond all doubt« bei Leserkanone.de
»F***ing real - Beyond all doubt« bei Amazon
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