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Maria Braig

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Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Maria Braig
Twitter: @mariabraig
Facebook: MariaBraigOS
Instagram: mariabraig_autorin
Interview: Leserkanonen-Interview mit Maria Braig vom 15.04.2016

Am 26. Juli 2023 stellte sich Maria Braig unseren Fragen zu ihrem Autorenleben:

– Frau Braig, wie lange sind Sie inzwischen in der Buchwelt aktiv? Was führte zu jener Zeit dazu, dass Sie mit dem Schreiben begonnen haben?

In der Buchwelt aktiv war ich schon vor langer Zeit, allerdings nicht als Autorin. Ich habe während des Studiums in den 80er Jahren bereits in einem kleinen Verlag begonnen als Lektorin und, wie man das damals noch nannte, Herstellerin, zu arbeiten. Eine Zeit mit sehr viel Tippex und einer halbautomatischen Olivetti, die unser ganzer Stolz war, auf der immerhin zehn Worte im Display korrigiert werden konnten. Man kann sich das heute fast nicht mehr vorstellen. Der Verlag ging dann den Weg vieler kleiner Verlage und ich musste mich beruflich anders orientieren. Bis ins letzte Jahr habe ich meine Brötchen als LKW-Fahrerin verdient. Nicht das »große Abenteuer« Fernverkehr, wie sich das viele meiner Leser*innen gerne vorstellen, sondern im Nahverkehr. Ich war also auch häufig zu Hause und habe irgendwann – ich glaube es war 2008 – damit begonnen als freiberufliche Lektorin zu arbeiten. Als Kopfgymnastik sozusagen. Hier entstanden meine ersten Verlagskontakte in dieser Zeit und darüber habe ich dann zunächst einmal eine Anthologie mit gesammelten Texten veröffentlich.
Jetzt zur eigentlichen Frage: Nebenher begann ich zu texten, Werbetexte im Internet für wenig Geld, die mich bald langweilten. Aus der Recherche zu einem Artikel, den ich im nächsten Schritt schrieb, beeindruckte mich dann ein Einzelschicksal so sehr, dass ich – zunächst einmal für mich – daraus eine eigene Geschichte machte. Aus dieser Geschichte entwickelte sich dann mein erster Roman »Nennen wir sie Eugenie«, über den erstaunlicherweise Kontakte bis nach Afrika entstanden sind.

– In welchem Genre oder welchen Genres sind Ihre Werke angesiedelt? Den Fans welcher Autoren könnte es gefallen, einen Blick auf Ihre Bücher zu werfen?

Meine Romane, die meist für ältere Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen passen, sind wohl am besten unter dem Genre Gesellschaftsroman zu fassen.
"Schwere Themen leicht gelesen« – unter dieses Motto stelle ich sie gerne. Meine Geschichten erzählen von Mädchen und Frauen aus unterschiedlichen Ländern auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben, von Menschen, die auf der Flucht sind oder abgeschoben werden und davon, wie wir uns zu ihnen verhalten. Es geht um Vielfältigkeit, um Queerness, um Anderssein oder darum wie man Menschen zu »den Anderen« macht, um Sexismus, Rassismus – um das Leben im Alltag geradeso wie im Ausnahmefall (manchmal nähert sich beides ja auch stark an).
Wer sich für diese Themen interessiert, könnte vielleicht an meinen Büchern Gefallen finden. Das hoffe ich jedenfalls.

– Wodurch wird ein Buch Ihrer Meinung nach zu einem guten Buch, was macht Figuren zu gelungenen Figuren?

Ich bin mir gar nicht sicher, ob man das an bestimmten Kriterien festmachen kann. Es ist jedenfalls eine subjektive Frage, denn nicht jedes gute Buch ist für alle Leser*innen ein gutes Buch. Da gehen die Meinungen ja sehr auseinander. Eigentlich kann ich da nur für mich sprechen. Die Geschichte muss für mich in sich stimmig sein, genauso wie die Figuren. Sie muss spannend sein und mich mitreißen. Die Figuren sollten möglichst aus dem alltäglichen Leben kommen und auch eine gewisse Lebendigkeit vermitteln.

– Wie kann man sich einen Tag im Autorenleben der Maria Braig vorstellen? Wie, wann und wie viel schreiben Sie? Folgen Sie dabei speziellen Ritualen?

Da gibt es keinerlei Regelmäßigkeit, Rituale auch nicht, es sei denn die Tasse Kaffee, die immer mal wieder nötig ist, zählt da auch.
Nicht vom Schreiben leben können heißt auch, nicht vom Schreiben leben müssen und das bringt große Unabhängigkeit mit sich. Ich kann dann schreiben, wenn es für mich passt und das ist oft auch eine Frage der Stimmung. Manchmal läuft alles rund und manchmal geht es gar nicht. Manchmal schreibe ich jeden Tag, manchmal tagelang nicht. Bis ins letzte Jahr beschränkte sich meine Schreibzeit allerdings zum größten Teil auf den Urlaub. Da gab es gewisse Strukturen: Vormittags im Strandkorb an der Nordsee lief es immer am besten.

– Woher holen Sie sich Ihre Ideen? Wer oder was inspiriert Sie?

Meine Ideen kommen aus dem alltäglichen Leben. Mal sind es Fragen, dich ich mir selbst stelle und die ich mir beantworten möchte, mal sind es Menschen, die eine besondere Geschichte mitbringen. Oft findet sich in meinen Büchern dadurch eine Mischung aus Fiktion und Realität.

– Entstehen Ihre Geschichten im Voraus »am Reißbrett«, oder schreiben Sie »drauflos« und lassen Sie den Worten ihren Lauf? Warum halten Sie Ihren Weg für den Richtigen?

Beides gilt für mich, »Reißbrett« und »drauflos« schreiben. Die Mischung macht es. Am Anfang steht eine Frage, eine Geschichte, ein Gedanke. Dann überlege ich mir in etwa, wo die Reise hinführen soll. Es folgt die Recherche zu den angedachten Ereignissen und Personen und dann beginne ich zu schreiben. Das heißt allerdings, dass sich alle anfänglichen Planungen auch wieder in Nichts auflösen können und etwas völlig anderes aus der Geschichte wird. Hin und wieder tauchen auch Protagonist*innen auf, mit denen ich niemals gerechnet hätte. Ebenso passieren Entwicklungen, die nicht angedacht waren und so muss ich dann erneut ans Recherchieren gehen. Schreiben wird dadurch fast so spannend wie lesen: Ich weiß vorher nie, wie die Geschichte ausgeht.
Für mich ist dieser Weg der richtige, weil ich es anders nicht kann. Es gibt aber mit Sicherheit für jeden schreibenden Menschen einen eigenen richtigen Weg und ich glaube, nur wenn man diesen auch geht, kann eine stimmige Geschichte und Freude an der Arbeit entstehen.

– Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt im Allgemeinen und von Ihren Lesern im Speziellen?

Es gab nie ein »Autorenleben« für mich. Ich lebe mein Leben und dazu gehört seit einiger Zeit eben auch das Schreiben und das öffentliche Lesen. Es hat sich entwickelt und es verändert sich laufend – ohne jeden Plan und ohne jede Vorstellung dazu.

Vom Buchmarkt wünsche ich mir ein größeres Augenmerk für kleine Verlage und für Selfpublisher. Nicht immer nur über die sowieso schon lange bekannten Autor*innen und ihre Bücher sprechen, nicht nur bekannte Werke und Bestseller (von denen man nie genau weiß, wie sie eigentlich zu Bestsellern wurden) auf dem Auslagetisch anbieten, noname-Autor*innen eine Chance geben, auch wenn sie keine finanziellen Mittel fürs Marketing haben …
Von Leser*innen würde es mich natürlich freuen, wenn sie bei Gefallen über die Bücher sprechen und sie nach dem Lesen an andere interessierte Leser*innen weitergeben. Rezensionen erfreuen immer und mir persönlich wäre auch ganz wichtig, dass Lehrer und Lehrerinnen von meinen Jugendbüchern erfahren und davon, dass sie mich ganz einfach zu einer Autorinnenlesung in ihre Schule einladen können.
Und noch eins ist mir sehr wichtig: #buylocal, geht wann immer möglich zur Buchhandlung an der Ecke, solange es sie noch gibt, und kauft euren Lesestoff dort.

Das Team von Leserkanone.de dankt Maria Braig für die Zeit, die sie sich genommen hat!

 
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Blognote der Bücher der Autorin: Schulnote 1,33 / 93,33% (3 Rez.)
Hinweis: Was hat es mit den unterschiedlichen Bewertungssystemen auf sich?
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Ein Interview von: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz  •  Cookies