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Wolfgang Wirth

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Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Wolfgang Wirth
Interviews: Leserkanonen-Interview mit Wolfgang Wirth vom 06.03.2016
  Leserkanonen-Interview mit Wolfgang Wirth vom 29.08.2022
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 29.08.2022
Im neuesten Thriller von Wolfgang Wirth heißt es: »Game over«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über das Quälen von Protagonisten und über das Zeitlassen beim Schreiben.

Herr Wirth, satte sechs Jahre sind vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Gespräch begrüßen konnten. Was hat sich in der Zwischenzeit im Autorenleben des Wolfgang Wirth getan?

Tatsächlich haben sich bei mir in dieser Zeit private und berufliche Veränderungen ergeben. Nichtsdestotrotz war ich nicht untätig und habe in diesen sechs Jahren drei weitere Thriller publiziert, die allesamt bei meiner Leserschaft gut angekommen sind.

Nun ist mit »Game over« ein neuer Roman aus Ihrer Feder erschienen. Was erwartet Ihre Leser in dem Buch?

Leider kann ich nicht allzu viel verraten, ohne das Ende vorwegzunehmen. Aber eins ist wie immer garantiert: Spannung, unerwartete Wendungen und ein überraschendes Ende. Und wie immer wird ein unschuldiger Durchschnittsmensch in eine scheinbar ausweglose Situation hineingezogen. In diesem Fall ein junger deutscher Student in der Spielerstadt Las Vegas, wo er sich plötzlich über Nacht in einem Gefängnis wiederfindet, das allerdings sehr eigenartig erscheint, ganz anders, als er dies aus dem amerikanischen Kino kennt.

Heutzutage gehen viele Autoren und Verlage großzügig mit dem Begriff des »Thrillers« um und bezeichnen auch einfachste Krimis bereits als Thriller, da die Schublade vermutlich mehr Zugkraft beim Leser hat. Was macht Ihren Thriller zu einem »richtigen« Thriller?

Meine Geschichten sind einerseits keine Lokal-Krimis, die von den Besonderheiten der Umgebung profitieren. Sie könnten theoretisch in jeder anderen Stadt genauso passieren. Außerdem gibt es bei mir nicht das klassische Muster eines Kriminalromans: eine Leiche und einen Ermittler, der den Fall aufklärt. Vielmehr werden in meinen Geschichten normale Menschen in eine Situation hineingeschleudert, für die sie nichts können und aus der sie versuchen, wieder hinaus zu kommen, zudem sich die Geschichte immer wieder dreht und wendet und der Leser nie weiß, wer gut und böse ist, zumal sich diese Grenzen immer wieder verschieben. Den Thrill macht vor allem aus, dass der Leser die Geschichten entweder aus einer oder mehreren Sichten miterlebt und selbst Stück für Stück erfährt und sein Bild machen kann, was jedoch des Öfteren revidiert werden muss. Aber es geht eben nicht um die Suche eines Mörders wie im klassischen Krimi, sondern eben den Weg heraus aus einer unwegsamen Situation, in der sich jeder von uns theoretisch wiederfinden könnte.

Was macht den Studenten Florian zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich?

Florian ist ein höflicher und bescheidener junger Mann, so wie wir uns einen guten Freund und vielleicht Schwiegersohn wünschen würden. Doch diese Charakterzüge helfen ihm in seiner Situation nicht weiter, so dass er andere Stärken in ihm hervorrufen muss, die er zuvor gar nicht kannte. Dieses Schicksal teilt er im Grunde mit allen meinen Romanfiguren, die alle von dem netten Menschen nebenan zu einem anderen mutieren müssen, um sich aus ihrer Lage zu befreien. Sicherlich können sich die meisten Laser mit Florian absolut identifizieren und werden sich immer wieder die Frage stellen, wie sie in seiner Lage gehandelt hätten.

Eine der Aufgaben eines Thrillerautors ist es, seine Protagonisten zu quälen. Was macht den besonderen Reiz daran aus, Figuren literarisch leiden zu lassen, die man als ihr Erschaffer eigentlich gerne haben müsste?

Beruflich beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit den Persönlichkeiten und Verhaltensmustern von Menschen. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wo fallen sie in altes Verhalten zurück und wo können sie sich weiterentwickeln und dazu lernen. Genau diese Grenze möchte ich auch bei meinen Protagonisten herauskitzeln. Und natürlich möchte ich auch, wie oben beschrieben, den Leser mit den verschiedensten Situationen konfrontieren und sich zu überlegen, wie er an der Stelle einer Figur behandelt hätte und ob er damit erfolgreicher gewesen wäre. Insofern sind meine Bücher auch eine Art individuelles Persönlichkeitstraining.

Zwischen der Veröffentlichung Ihrer einzelnen Bücher sind im Schnitt etwa zwei Jahre vergangen. In der heutigen Zeit, in der vor allem viele Self-Publisher zum Publizieren im Zwei-Monats-Takt übergegangen sind, um bei ihren Lesern immer präsent zu bleiben und nicht in Vergessenheit zu geraten, wirkt dies wie eine halbe Ewigkeit. Bergen das Schreiben langer Romane und die daraus resultierenden großen Zeitabstände nicht ein großes Risiko, aus den Augen verloren zu werden? Was halten Sie selbst von der scheinbar immer größer werdenden Schnelllebigkeit der Buchwelt?

Vielleicht klingt das jetzt etwas überheblich, aber ich arbeite nach dem Motto »lieber Qualität als Quantität«. Das gilt auch für meine Bücher. Das heißt, sie werden sorgfältig geschrieben, überarbeitet, die inhaltlichen Fehler sowie Schreibfehler korrigiert und vor allem sind meine Bücher immer gut recherchiert, was ebenfalls etwas Zeit in Anspruch nimmt. Das heißt, wenn dort beispielsweise ein Straßenname in einem Vorstadtbezirk genannt wird, dann sind die Häuser so beschrieben wie Sie dort auch wirklich stehen. Das gibt mein Büchern eine gewisse Authentizität und wirken realistischer. Das ist mir wichtig, bedarf aber auch seiner Zeit. Was natürlich nicht heißen soll, dass andere Autoren die gleiche Qualität in kürzerer Zeit abliefern können. Ich lasse mir eben Zeit dafür. Dass ich dabei bei meinen Lesern in Vergessenheit gerate, glaube ich nicht, sie fragen schon zwischendurch immer mal nach, wann Nachschub kommt.

Was können wir von dem Autor Wolfgang Wirth in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Tatsächlich befindet sich bereits eine neue Story in meinem Kopf und ich bin dabei die entsprechende Handlung drum herum zu stricken. Jedoch erst einmal nur in Stichworten und in ganz groben Strukturen. Da ich mich im Moment erst einmal mit der Vermarktung meines letzten Buches beschäftige, und dies natürlich viel Zeit in Anspruch nimmt. wird sich die nächste Story noch etwas hinziehen. Außerdem muss ich ja in dem Zweijahresrhythmus bleiben. 😊 Lesungen meines aktuellen Buches sind natürlich wieder geplant und derzeit in der Terminabstimmung. Eventuell wieder bei »Rheinhessen liest«, bei den Veteranen von Mainz 05, traditionell in Dalheim bei meiner größten Fangemeinde und auf der Buchmesse in Mainz. Mal sehen, wo ich sonst noch zu erleben sein werde. Sofern wie in den letzten zwei Jahren Corona nicht wieder alles ausbremst.

Das Team von Leserkanone.de dankt Wolfgang Wirth für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Wolfgang Wirth
»Game over« bei Leserkanone.de
»Game over« bei Amazon
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